Auch Mensch

Jörg Radek, stellv. Vorsitzender des GdP Bezirks Bundespolizei

Jörg Radek, stellv. Vorsitzender des GdP Bezirks Bundespolizei

Von Jörg Radek, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bezirk Bundespolizei

Unbekannte Täter verüben Anschläge auf Dienststellen der Bundespolizei. Bei Angriffen auf Kolleginnen und Kollegen werden von den Tätern Verletzungen billigend in Kauf genommen. Einzelfälle, die sich dennoch zu einem Bild fügen.

Leider geht es dabei längst nicht nur um Widerstandshaltungen. Werfen von Gegenständen, Fußtritte, Knie- und Kopfstöße oder Bisse richten sich gegen die Uniformträger als Vertreter des Staates. – Ob im Streifendienst auf einem Bahnhof oder als Angehöriger der Bereitschaftspolizei. Diese Entwicklung muss Sorgen machen …

Aggression und Gewaltbereitschaft wächst auch, wenn die totalen Zahlen etwas anderes wiedergeben. Diese Feststellung ist nicht das Jammern eines Gewerkschafters, der für seine Mitglieder eine „Opferrolle“ reklamiert. Es geht darum, welche Vorstellung wir von einer Gesellschaft haben? Laut der Studie der Technischen Universität Chemnitz – im Auftrag des GdP-Bezirks Bundespolizei – schätzen mehr als drei Fünftel (63,2%) der Kolleginnen und Kollegen die physische und psychische Belastung in akuten Einsatzstresssituationen als groß bzw. sehr groß ein. Dieses Empfinden gilt zu einer Arbeit, um sowohl am Tag als auch während der Nacht für die Sicherheit der Menschen in unserem Land da zu sein. Wir nehmen die Heimtücke zur Kenntnis, mit der Leib und Leben gefährdet wird.

Ich erinnere an die deutschlandweite Kampagne „AUCH MENSCH – Polizei im Spannungsfeld“, organisiert durch die JUNGE GRUPPE der GdP. Mit Postern, einem eigenen Song und vielen verteilten Flyern lenkten unsere jungen Kolleginnen und Kollegen vor allem das Augenmerk darauf, dass Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte neben ihrem Dienst auch ein Teil dieser Gesellschaft sind. Wir haben als Gewerkschaft nicht nur den satzungsgemäßen Auftrag, die Lebensbedingungen unserer Mitglieder zu verbessern. Der gesellschaftliche Rahmen, in dem Polizeiarbeit geleistet wird, gehört ohne Wenn und Aber dazu.

Der polizeiliche Alltag ist geprägt von fortwährender Konfrontation mit Opfern von Unfällen und krimineller Gewalt. Gleichzeitig geraten die Kolleginnen und Kollegen selbst in existenzielle Grenzsituationen, werden persönlich zur Zielscheibe verbaler und körperlicher Gewalt. Übergriffe sind berufsbekannt und generell nicht neu; – neu und erschreckend ist das Ausmaß.

Das gesellschaftliche Klima in unserem Land wird rauer. Soziale Konflikte gewinnen an Bedeutung. Unsere Kolleginnen und Kollegen nehmen die Konsequenzen dieser Entwicklung wie Seismografen wahr. Aber als Beschäftige in der Polizei sind wir nicht in der Rolle teilnehmender Beobachter: Menschen in der inneren Sicherheit sind

Akteure und Betroffene zugleich. Die wachsende Staatsferne, vor allem junger Menschen, stellt eine der Ursachen für den Anstieg von Gewalt gegen Uniformträger dar. Wenn weite Teile der Bevölkerung den Staat nicht als Garanten für ihre Sicherheit ansehen, dann geht es um mehr als um ein berufsbedingtes Risiko; dann steht die Akzeptanz unseres politischen Systems auf dem Spiel.

Die Verbesserung des Schutzes von Polizisten und anderen Einsatzkräften bei gewalttätigen Übergriffen ist nicht nur eine Frage zeitgemäßer Schutzausstattung.

Eine zeitgemäße Politik für die Beschäftigen der Bundespolizei setzt die Erkenntnis voraus, dass das menschliche Zusammenleben einer sozialen und rechtmäßigen Ordnung bedarf. Es ist Aufgabe der Politik, Akzeptanz durch Aufklärung über die politischen Ziele bei Veränderungen herzustellen. Dieser Dialog ist eine politische Aufgabe. Sie ist Überzeugungsarbeit und hat mehr Tiefgang als Symbolkraft. Politisches Versagen beginnt damit, wenn die Ziele und Lösungen unklar bleiben und nicht erkennbar sind. In der Einwanderungspolitik oder Wohnraumsituation beispielsweise. Wir sind jederzeit bereit, mit jedem offen über das Verständnis und die Rolle der Polizei in der demokratischen Gesellschaft zu diskutieren. Gewalt jedoch führt niemals zu Lösungen und ist als Mittel im Umgang der Menschen miteinander vollkommen inakzeptabel.

Polizeiarbeit braucht das Vertrauen der Öffentlichkeit. Wir sind bei unserer Arbeit auf ein gutes Vertrauensverhältnis angewiesen, um erfolgreich arbeiten zu können. Gewalt gegen Polizei findet keine Toleranz.

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19 Kommentare
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  1. Ein guter Kommentar, Kollege Radek.
    Jetzt ist es aber meiner Meinung auch an der Zeit, die Politiker im Rahmen der anstehenden Tarifverhandlungen auf die von Dir beschriebenen Belastungen aufmerksam zu machen.
    Ein Staat sollte seine Polizeibeamten, die rund um die Uhr den Kopf hinhalten, auch angemessen für die erbrachten Leistungen bezahlen.
    Dass wir uns bespucken und massiv beleidigen lassen müssen, dass wir angegriffen werden und dabei teils erheblichen Verletzungsrisiken ausgesetzt sind, dürfte langsam allseits bekannt sein.
    Dass die Höhe der Polizeizulage und vor allen Dingen die Höhe der DUZ-Sätze für Nacht- und Sonn- bzw. Feiertagsarbeit im Gegenzug dazu geradezu lächerlich sind, dürfte auch allseits bekannt sein.
    Ich glaube, dass mit mir viele Kollegen die Meinung teilen, dass hier endlich der Hebel angesetzt werden muss.
    Eine deutliche Erhöhung der Polizeizulage für den operativen Dienst in Verbindung mit der Wiederherstellung der Ruhegehaltsfähigkeit und vor allen Dingen zusätzlich eine Erhöhung der Zulage für Dienst zu ungünstigen Zeiten auf mindestens 5 € / Stunde wären meiner Meinung nach der erste Schritt, um die im Kommentar des Kollegen Radek beschriebenen Belastungen der PVB auch finanziell zu würdigen.

  2. @norbert
    Der DUZ ist schon seit Jahren Thema und warum gibt es fast keine Änderung? Weil es nicht gewollt ist (von wem auf allen Seiten?)! Die Erhöhung der Arbeitszeit wurde aus dem Tarifvertrag Öff. Dienst deduziert und welche Reaktionen gab es auf Seiten der Beamten der BPOL? DUZ ist in einer Verordnung geregelt und angeblich gibt es seit Jahrzehnten keine Möglichkeit gegen diese Verordnung strukturiert die Bestandskraft in der Form in Frage zu stellen??
    Wenn (wenn…wenn…) auch die Vergütung für WE-Arbeit oder Arbeiten zu den Zeiten zwischen 20-06 Uhr nach den Regelungen im T.ö.D. vergütet würden, dann hätte dadurch schon jeder „Durchschnitts-Wechseldienstleistender“ ca. 400-450€ Vergütung für DUZ im Monat und dann wären wahrscheinlich auch einige (sehr) junge Kollegen wieder im Wechselschichtdienst und würden nicht (weil sie über Fähigkeiten verfügen…jung, hübsch, lustig…) die Plätze im Innendienst blockieren.
    Viel Glück

  3. Wie lange und wie oft muss den Herrn Politiker noch erzählt werden, wie anspruchsvoll der Beruf eines Polizisten in der heutigen Zeit geworden ist?

    Wenn man die Fernsehbilder von Fußballspielen und den damit verbundenen gewaltbereiten Chaoten (bis in die untersten Klassen), von Demos (wie zuletzt in Hamburg, die Bürgerkriegscharakter hatte) und dem täglichen Dienst (gerade in Großstädten wie z.b. Berlin oder Frankfurt/Main) anschaut, dann müsste doch dem letzten Zweifler aus den Politikerkreisen klar werden, dass sich der Beruf des Polizisten extrem gewandelt hat. Der „Wachtmeister“ oder „Dorfpolizist“, auf den (fast) jeder ehrfürchtig aufsah, gibt es nicht mehr. Wenn ich sehe, wie sich mein polizeiliches Gegenüber in fast 20 Jahren Schichtdienst geändert hat, dann wird einem schnell klar, dass der Polizist nur noch jemand ist, an dem man seinen Frust abbauen kann oder für manche Gruppen nur noch ein extremes Feindbild darstellt. Und da auch keinen Rückendeckung von Seiten der Führung kommt, ist man diesen Personengruppen auch teilweise hilflos ausgeliefert.

    Das es überhaupt noch Bewerber für diesen Beruf gibt, hängt doch sicherlich fast nur noch damit zusammen, dass man als Beamter einen recht sicheren Arbeitsplatz in der heutigen Zeit hat.

    Und um diesen Beruf wieder ein bisschen Attraktiver zu machen, sollten die Politiker (denn diese werden ja auch geschützt) endlich mal erkennen, dass auch finanziell etwas passieren muss. So muss es endlich für den operativen Dienst, den KSB, die jeden Tag und Nacht, bei Wind und Wetter, egal ob Weihnachten, Ostern oder „nur“ an einem stinknormalen Wochenende ihren Dienst verrichten, endlich auch mal entsprechend dafür entlohnt werden. Es kann nicht sein, dass Kollegen, die ihr Dienstleben lang einen Schreibtischdienst hatten und nur hier und da mal bei einer BAO-Lage den Funker mimten, das gleiche Geld bekommen, wie Kollegen, die schon mehrmals in ihrem Dienstleben von polizeilichen Gegenüber beleidigt, bespuckt oder tätlich angegriffen wurden. Und kommt mir jetzt nicht damit, dass die KSB ja DuZ und die tolle neue Erschwerniszulage bekommen. Wenn ich sehe, das wegen der Zulage Kollegen krank zum Dienst erscheinen, nur um ihr viertes Dienstpärchen, ihr drittes WE oder ihre 45 Nachtstunden voll bekommen, dann wird mir ganz übel. Hätte man diese Zulage nicht einfacher für den einzelnen KSB gestalten können, ohne das dieser am Anfang des Monats anfängt zu rechnen und an seinen Geburtstag zum Dienst kommt, nur um die 20 Euro Aufschlag für die drei WE-Dienste zu bekommen?

    Deswegen sollten sich die Verantwortlichen jetzt endlich mal zusammensetzten und eine Polizeizulage für den operativen Dienst gestalten, wo jeder Kollege aber auch jede Kollegin spürbar für ihren Dienst „am Bürger“ entlohnt wird. Und was die DuZ-Beträge angeht, ist es einfach nur noch lächerlich, was da bezahlt wird. In der klammen Wirtschaft bekommt der oder die Lohntätigen immer noch viel, viel mehr, wenn sie über das WE auf Montage sind oder an einem Feiertag arbeiten.

    Vielleicht löst ja mit einer spürbaren Erhöhung der Polizeizulage für den operativen Dienst und eine erhebliche Erhöhung des DuZ den Effekt aus, dass jüngere Kollegen und Kolleginnen, die einen Tagdienstposten inne haben, sich entscheiden des Geldes wegen, doch wieder in den Schichtdienst zu wechseln und damit älteren Kollegen und Kolleginnen es ermöglichen, so einen Dienstposten zu bekommen. Ich meine ja nur, denn die Erscherniszulage hat ja auch gewissermaßen einen Effekt ausgelöst, wie oben bereits beschrieben. Schön wäre es, denn wenn ich sehe, wie viele junge Kollegen bei uns in der Dienststelle einen Tagdienstposten haben und wie viele dienstältere Kollegen jeden Tag als KSB herumlaufen, dann muss sich in meinen Augen dort dringend etwas ändern.

    Aber die Forderung nach der Erhöhung des DuZ gibt es ja schon ewig. Aber so richtige Forderungen an die Politik gab es wohl noch nicht, denn geändert hat sich da ja so gut wie nichts.

    Ich persönlich glaube nicht mehr daran, dass sich für den operativen Dienst etwas ändern wird, denn dafür ist man in unserer Behörde viel zu sehr mit der Gleichheit aller Mitarbeiter bemüht, was in meinen Augen einfach nur traurig und auch falsch ist.

  4. @bahner

    Super Beitrag!

    Nur, was KSB in der heutigen Zeit „WERT“ sind bekommen wir jedes Jahr aufs neue „schwarz auf weiß“ in der Beförderungsinformation mitgeteilt. Über 7000 POMs warten!

    Ich kenne Kollegen die haben in den letzten Jahren (JAHREN) in ihren Beurteilung 8-8-8-8 stehen. 9 gibts nicht weil nichts wegbefördert wird und 8-8-8-8 ist zu wenig. Überigens mit einem 9er wirds auch nichts in der Regel!

    Demgegenüber gibt es junge Kolleginnen und Kollegen im gD, welche mit Ende 20 schon PHK sind. Als GL ausbefördert! Und erzählt mir jetzt nicht das dies nur Ausnhamen sind!!! Keinen Vorwurf an diese Leute, aber ganz in Ordnung ist das sicher nicht!

    Liebe GdP, wir brauchen endlich Lösungsmöglichkeiten für die Kolleginnen und Kollegen die am unteren Einkommensende stehen. Nur auf Aufstiegsverfahren setzen halte ich für einen fatalen Fehler.

    Der mD und auch die vielen Kolleginnen und Kollegen, welche Tag für Tag, Nacht für Nacht und an sämtlichen Feiertagen ihren „Kopf“ hinhalten, haben es verdient vernünftige Beförderungsmöglichkeiten zu erhalten. Immer nur die Einsparungen und Quotierungen am unteren Einkommensende durchführen ist nicht gerecht.

    Ich setze auf dich Jörg Radek und auf die GdP, dass wir endlich mal Jahre (betone Jahre) haben, wo die Mehrzahl der Beförderungsmöglichkeiten an die Kolleginnen und Kollegen gehen, welche seit Jahren mit teilweise unrealistischen Beurteilungsnoten in einer langen Warteschleife verharren.

  5. Lieber Bahner, Du sprichst mir und vielen anderen aus der Seele.

    Leider gibt es aber noch wesentlich mehr Baustellen. Man hat im Zuge der Erhöhung des Rentenalters auch unser Pensionsalter erhöht. Wer aber jetzt denkt, man kann wieder mit 63 Jahren in Rente gehen, dann muss ja auch bei uns eine Änderung kommen… weit gefehlt. Bei der Personalsituation dürfen wir froh sein, wenn es nicht noch länger geht. Ich hatte immer gehofft, mal wie früher die Altersteilzeit zu nutzen. Jetzt kommt dass Schreckgespenst Dienstzeitverlängerung. Im Übrigen war es oft so, wenn irgendwelche Dinge nicht freiwillig liefen, kam es dann zu Zwangsverpflichtungen.
    Schau mer mal.

    Ich wäre froh wenn auch die Lebensarbeitszeit, Wochenarbeitszeit und die Anrechnung von Schicht- und Einsatzdienst mehr thematisiert werden würden. Vielleicht in den Tarifverhandlungen.

    Wir im operativen Dienst halten für diesen Staat unsere Knochen hin. Kein Dank dafür, sinnlose, kräftezehrende Abordnungen (FRA MUC,AUSLAND), Manager die überall „hier“ schreien, über die Mißstände schweigende Präsidenten, so sieht die Realität unserer Bundespolizei 2014 aus.

    Zum Innenminister noch ein Wort. Uns hat sein Ausspruch „er könne nie etwas fertig kriegen“ nicht überrascht. In seiner ersten Amtszeit kann ich mich nur daran erinnern, dass er die unsinnig Reform von Herr Schäuble umgesetzt hat. Sonst nichts.
    Wenn man den Wehrbeauftragten (Warum spricht für uns eigentlich niemand im Bundestag) der Bundeswehr nun hört, was dort alles im Argen liegt, (wie gleichen sich doch die Dinge: ausgebrannte, überlastete und von der Politik allein gelassene Soldaten)
    kann ich nur mutmaßen, “ ja Herr Minister, Sie haben auch rein gar nichts gemacht!“

    Und da mein Verdacht dahin geht, dass er neben Frau von der Leyen als potenzielle Nachfolger für Mutti vorgesehen ist, glaube ich auch diesmal, dass er sich nicht um uns kümmern wird.

  6. so langsam beschleicht mich das ungute gefühl, das unsere klagen e r s t d a n n in der politik gehör finden, wenn sich ein großteil der älteren kollegen in pension befindet, die personallücke nicht mehr geschlossen werden kann und in folge die erfüllung des geestzlichen auftrages ernsthaft gefährdet ist. w e n n dann kein großer schaden für die bundesrepublik entstanden ist, würden sie mit ihrer politik des aussitzens sogar recht behalten.

  7. Liebe Kollegen,
    dass es in unserer „Polizei“ enorme Mißstände gibt ist allseits bekannt; wir sollten uns jedoch davor hüten eine interne Neiddebatte zu führen. Unser Ziel sollte es sein, der Politik zu verdeutlichen, dass wir diejenigen sind, die Recht auf der Straße durchzusetzen sollen. Solange wir bei Einsätzen auf demonstrativen Großlagen oder auch im Schichtdienst in den einzelnen Revieren etc. bei Maßnahmen keinerlei Rückendeckung durch unsere „Volksvertreter“ bekommen, die sich stattdessen der Presse anbiedern, werden wir weiterhin im Regen stehen.

    Sollte sich die derzeitige Spirale der Gewalt in dieser Form so weiter drehen, wird es nur noch eine Frage der Zeit sein, wann der erste Kollege auf der Strasse zurückbleibt. Es wird dann einen sehr kurzen Schrei der Empörung in den Reihen des Bundestages geben … und dann tritt wieder die Lithargie ein.

    Der Gedanke einen Beauftragten, wie den Wehrbeauftragten für die Bundeswehr, für uns einzurichten halte ich für eine gute Idee. Mehr noch brauchen wir aber wieder den Rückhalt der Politik und der Gesellschaft.

    Ich wünsche allen Kollegen immer eine gesunde Rückkehr vom Dienst!
    Ole

  8. Quo Vadis?
    Die Idee mit dem Wehrbeauftragten in Analogie zur BPOL klingt vielleicht gut, er ist aber kein Exekutivorgan sondern nur eine Stimme/ Berater. Durch u.a. Beerlage-Studie, KLARTEXT-Studie und Evaluation der Neuorganisation sind alle Probleme wissenschaftlich erhoben und umfangreiche Maßnahmenkataloge angeregt worden, nur die Umsetzung fehlt!!!

    Was soll dann ein neuer Posten(Berater) bringen, bringt denn eine vierte, fünfte oder sechste Meinung die Wende zur Besserung?
    Was hat uns eine neue Führung spürbar gebracht, was bringt uns ein neuer (und doch wieder alter…) BMI? Schäuble 2.0 hat uns 2008 die Reform gebracht, de Maziere 2.0 die Fortsetzung dessen, was wir seit Jahren erleben?
    Die Veränderungen, von Namenänderung, Attraktivitätsprogramme, bessere Ausstattung, Stellenanhebungen, Pausenreglungen uvm. hat die GdP unter Jupp erfolgreich erarbeitet und mitgestaltet. Dieses Werk werden wir mit Jörg fortsetzen!

  9. Bin seit 20 Jahren POM. Wer hier von Verbesserungen redet, dem kann ich nicht mehr helfen. Man kann auch alles „Schönreden“. Auf eine Namenänderung, Attracktivitätsprogramme für Polizeihauptmeister, Stellenanhebungen, Rücknahme einer ohnehin sinnlosen Pausenregelung pfeife ich.
    Volles Urlaubsgeld / Weihnachtsgehalt, die 38,5 Sundenwoche, AZV-Tage, mehr Beförderungen, ruhegehaltsfähige Polizeizulage u.s.w……..das wäre mal eine Ansage. Alles andere ist Augenwischerei. Viele neu eingestellten Kollegen haben diese Vorzüge leider nie kennengelernt. Schade.

  10. Lieber Marco,

    mit einem BuPo – Beauftragten war das eigentlich keine großartige Idee.
    Nur ein Gedankenspiel.
    Ich gebe Dir auch Recht, alle Fakten wie Beerlage, Klartext und Evaluierung liegen auf dem Tisch.
    Was ist bisher in diesen Angelegenheiten passiert? Nichts, wie du selbst feststellst.
    Der Wehrbeauftragte mag nur ein Berater sein. Allerdings ist es so, wenn der was raus lässt, hören die Medien zu, man liest darüber in allen Zeitungen und Politiker geben Statements ab. Bei uns geschieht dies allenthalben rudimentär. Da plappert mal jemand vom Innenausschuss oder im ein Anderer produziert sich im Wahlkampf.

    Mir geht es nicht darum, eine Konkurrenzinstanz zu unserer Gewerkschaft ins Leben rufen zu wollen.
    Aber so geht es auch nicht weiter.

  11. @Ole Bielenberg „wir sollten uns jedoch davor hüten eine interne Neiddebatte zu führen“

    Eine interne Neiddebatte brauchen wir sicher nicht führen, aber eine über Gerechtigkeit. Ich kenne und sehe jeden Tag so viele Kolleginnen und Kollegen, die seit Jahren (vielen vielen Jahren) auf ihre PHM-Beförderungs warten. Von der Beförderung „PHMmZ“ möchte ich gar nicht erst anfangen. Kolleginnen und Kollegen wird zu ihrem 25 jährigen Dienstjubiläum gratuliert und sie selbst sind POM! Die Betroffenen werden sicher an diesem Tag feiern!

    Wir haben Kolleginnen und Kollegen, die dienstlich einwandfrei ihre Arbeit verrichten, seit Ewigkeiten POM sind und mit unterirdischen Noten mit 6 oder 7, keinerlei Chancen auf eine Beförderung haben. Nicht mal auf das VAV!

    Demgegenüber sehen diese Kolleginnen und Kollegen, die Beförderungen junger GL´s zum PHK. Teilweise nicht mal 30 Jahre alt! Und das sind sicher keine Ausnahmen! Leute, das ist keine Neiddebatte sondern eine um Gerechtigkeit!

    Wenn man sich dann noch die Gehaltsunterschiede von A9gD auf A10 oder A10 zu A11 oder noch höher anschaut, dann ist die Beförderung von A8 auf A9 geradezu lächerlich. Ich hab schon mehrmals geschrieben, in Steuerklasse I, ca. 125 Euro netto. Total lächerlich um so eine Blockade durchzuführen!

    Es geht hier aber nicht nur um lächerliche 125 Euro, sondern um die Wertschätzung der geleisteten Arbeit.

    Was für ein System fahren wir, welches Leistung von den Mitarbeitern fordert, aber die Leistung durch sinnlose Quoten und Verordnungen begrenzt, wo die Hauptbetroffenen in der unteren Einkommengruppe zu finden sind?

    Liebe Kolleginnen und Kollegen, eine Neiddebatte will sicher keiner führen, aber eine für eine faire und gerechtere Bezahlung, auch im Bereich des mittleren Dienstes.

    Ich habe die Hoffnung und sicher auch viele betroffene Kolleginnen und Kollegen, dass sich nun endlich etwas zum Guten bewegen wird.

    Die GdP hat in der Vergangenheit immer wieder diese Missstände angesprochen. Danke dafür!

  12. U.A. super Beitrag….alle genau durchlesen….
    so ist die Realität!!!

    Liebe GdP, tut was dagegen, ich fange schon an, an mir selbst zu zweifeln und meine Motivation lässt spürbar nach. Und ich bin noch einer der jüngeren
    POM mit 41 Jahren.

  13. @U.A.
    Tja was soll ich sagen! Super Beitrag!!!
    Und so ist die realität in der Bundespolizei!
    Ihr jungen Menschen die damit liebäugeln bei der Bundespolizei anzufangen, ließt das Euch ganz genau durch!

  14. ich kenne Kollegen aus dem GD, die wurden in sechs Jahren drei mal befördert. Ich persönlich bin in 20 Jahren keine dreimal befördert worden. Das ist aber die Regel, statt die Ausnahme. Also GDP, Attraktivität für alle.

  15. Leider hat Ole B. Recht! Erst wenn ein Kollege liegen bleibt, wird sich etwas ändern, sofern er beim Einsatz gegen gewaltätige Fußballidioten oder Autonome Chaoten „verstorben“ ist. Ich erinnere an die Aktivitäten der Politik nach den Morden an der Startbahn West.
    Was aber für politische Aktivitäten erfolgen, wenn ein Kollege im normalen Streifendienst sein Leben lässt, sieht man an der Kollegin K. aus Bayern (NSU). Diese Kollegin wurde ermordet und passiert ist eigentlich nichts.

    Die Politiker werden erst wach, wenn die Chaoten deren Privathäuser oder Parteizentralen zerlegen.

    Achtet auf Euch und kommt gesund heim.

  16. Seit fünf Wochen warte ich auf eine Antwort auf meine Eingabe bei der Direktion Bundesbereitschafspolizei. Nachrichtlich versandt auch an die Gleichstellungsbeauftrgte, an den Personalrat der Direktion BePo und den örtlichen Personlrat bei mir in der Abteilung.
    Von keinem habe ich bis dato auf meine Fragen, Anliegen und Beschwerden eine Rückantwort erhalten. Ich weiß noch nicht einmal ob und wann die Eingabe in der Direkion eingegangen ist.
    Ich wollte endlich wissen, ob ich den nun Anfang März beginnenden Lehrgang zum begrenzten Praxisaufstieg absolvieren darf oder nicht. Einmal zu Gunsten eines anderen Kollegen imOkober zurückgestellt, sollte es eigendlich im März losgehen.
    Familienplanung, berufliche Planung der Vollzeitbeschäftigten Frau, Urlaubs und Dienstplanung, dass alles dreimal innerhalb eines Jahres umgestellt. Und …….Man ist nicht Mensch, man ist nicht Nummer, man ist garnichts!!!! Denn hintenrum musste man feststellen gibt es eine Anordnung…Stellen für junge im September fertigwerdende Kommissare sind zurückzuhalten. Da nutzt keine Neun, da nutzt kein Führungslehrgang und auch keine über zehn Jahre andauernde höherwertige Tätigkeit……… Ich bin wohl doch kein Mensch GDP –

  17. wer die bezeichnung „ungerechtigkeitsbehörde“ immer noch als jammerei auf hohem niveau oder übertriebene darstellung leistungsschwacher. älterer obermeister abtut, der sollte am besten in seinem büro bleiben. andernfalls könnte er -mit der realität konfrontiert- nachdenklich werden und nur noch den kopf schütteln-über diese ungerechtigkeit.

  18. @bodensatz

    Jörg Radek hat dir meine Erreichbarkeit an die hinterlegte mailadresse gesendet.
    Sofern du mir Deinen Klarnamen darauf zukommen lässt, werde ich den Sachstand gerne für dich aufklären.

    Gruß

    Heinz

  19. @bodensatz

    Du solltest dringend das Angebot von Heinz in Anspruch nehmen. Er konnte mir auch schon mal gut helfen. Er wahrscheinlich den Einfluss bzw. findet Gehör, was Dir verwert ist.

    Ansonsten empfehle ich einen Rechtsbeistand zu kontaktieren. Die BPOLD BP ist eine Behörde und kann entsprechend mit einer „Untätigkeitsklage“ betroffen werden, allerdings musst Du dich dafür noch etwas gedulden.

    Verwaltungsgerichtliche Untätigkeitsklage =
    Sie ist nach § 75 VwGO keine eigene Klageart. Sie bezeichnet vielmehr den Fall, dass die Behörde auf einen zulässigen Antrag nicht innerhalb einer angemessenen Frist reagiert. In der Regel ist dafür gemäß § 75 Satz 2 VwGO mindestens der Ablauf von drei Monaten notwendig.