GdP: Entdeckungsrisiko für Steuerhinterziehung erhöhen

Berlin. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat sich für ein spürbar höheres Entdeckungsrisiko für Steuerhinterziehungen im großen Stil ausgesprochen. GdP-Bundesvorsitzender Oliver Malchow: „Personell gut ausgestattete Finanzbehörden und eine schlagkräftige Finanzpolizei sind das beste Mittel gegen solche Straftaten. Auch die Verjährungsfristen für Steuerhinterziehung müssen verlängert werden.“

Malchow wehrte sich gegen die Verniedlichung dieses Straftatbestandes als „Kavaliersdelikt“ oder „Jugendsünde“. Malchow: „Ich kenne keinen Jugendlichen, der in der Lage wäre, Millionen in die Schweiz zu verschieben.“ Es könne auch nicht sein, so der GdP-Vorsitzende, dass derjenige, der von einer strafbefreienden Selbstanzeige Gebrauch macht, unter den Strich immer noch finanziell besser dasteht, als derjenige, der immer brav seine Steuern bezahlt hat.

Moralische Diskussionen, so der GdP-Chef weiter, seien in der gegenwärtigen Diskussion fehl am Platze. Malchow: „Im Kampf gegen die Kriminalität werden wir in unserem polizeilichen Alltag immer wieder an den klugen Satz erinnert, nachdem Tugend zur einen Hälfte aus Furcht vor Strafe und zur anderen aus Mangel an Gelegenheit bestehe.“

Share

Themenbereich: Aus dem Bundesvorstand | Drucken

3 Kommentare
Eure Meinung zu diesem Beitrag ist uns wichtig: »

  1. Vergesst nicht bei den Tarifverhandlungen endlich mal auf den Putz zu hauen. Schaut notfalls mal nach Frankreich. Die hätten sich gewisse Dinge erst gar nicht bieten lassen. Da wäre auch das damalige Zurückpfeifen der bayrischen Steuerfahnder durch gewissen Franz, die beim anderen Franz zu Gange waren vom Volke geahndet worden.

  2. Ein Gesetz und die Namen der Steuerhinterzieher öffentlich machen !!!

    Das schreckt ab !!!

  3. Das ist eher ein Wunschdenken. Deutschland hat sich in den letzten Jahren zur Steueroase und zum Geldwäscheparadies Nr.1 in Europa entwickelt. Nirgendwo fühlen sich z.B. die Ableger italienischer Mafia-Clans sicherer wie in Deutschland. In einer global vernetzten Welt, in der es mitunter nur noch einer „Wischbewegung“ auf einem Tablet bedarf, ist es ein Kinderspiel kriminell erworbenes Vermögen von einem Offshore Paradies zum Nächsten zu transferieren.

    Immer komplexere Firmen- und Bilanzstrukturen, internationale Geschäftsverflechtungen. verschlüsselte Finanztransaktionen und hochmoderne Technik stehen einem Behörden-System gegenüber, dessen fiskalische Gehirnwindungen sich noch in der Urzeit befinden und das sich bis dato mit der Brisanz dieses Themas noch nicht annähernd auseinandergesetzt hat oder setzen will – man ignoeriert sogar Warnungen italienischer Anti-Mafia Staatsanwälte (u.a. Scarpinato) vor dem Finanzausschuss des Deutschen Bundestages.

    Selbst Lücken in (Steuer)Gesetzen – bei denen jährlich Milliardenbeträge verloren gehen -toleriert man. Warum wohl?

    Stimmt Deutschland ist die Nr.1 – und das Bundesfinanzministerium will keine „Finanzpolizei“