Bundespolizei braucht eine Strategie für Attraktivität

Jörg Radek, stellv. Vorsitzender des GdP-Bezirks Bundespolizei

Jörg Radek, stellv. Vorsitzender des GdP-Bezirks Bundespolizei

Der Haushaltsentwurf der Bundesregierung weist keinen Weg für die Menschen in der Bundespolizei auf – keinen Aufbruch für mehr Attraktivität. Aus Sicht der Gewerkschaft der Polizei ist es überaus dringend und unabdingbar, sich nunmehr mit dem Bundesfinanzminister und den Haushalts- und Innenpolitikern im Deutschen Bundestag parteiübergreifend auf ein mittelfristiges und über mehrere Jahre festzulegendes und vor allem verlässliches finanzpolitisches Konsolidierungsprogramm für die Bundespolizei zu vereinbaren und mit großem politischen Willen auch in den kommenden Jahren daran festzuhalten.

Ein solches Konsolidierungsprogramm ist unsere Erwartungshaltung an die im Koalitionsvertrag festgeschriebene „ressortübergreifende Strategie ‚Wirksam und vorausschauend regieren‘ „.

Das enthebt nicht der Notwendigkeit, bereits im Haushalt 2014 bei den Sondertatbeständen oberster Priorität schon jetzt spürbare Entlastung zu schaffen. Jedoch ist ein abgestimmtes und verlässliches finanzielles Konsolidierungsprogramm sowohl für den Personalhaushalt als auch den Sachhaushalt unausweichlich.

Nur wenn ein solches verlässliches politisches Programm vereinbart werden kann, sind auch die Grundlagen für die weiteren, dringend notwendigen und von der Hausleitung des BMI erwarteten Richtungsentscheidungen zur Bundespolizei gegeben. Diese Richtungsentscheidungen betreffen sowohl die strategische Weiterentwicklung und Aufgabenschwerpunktsetzung im In- und Ausland als auch – und das gerade – notwendige Richtungsentscheidungen in der personellen Weiterentwicklung der Bundespolizei. Damit verbunden sind Impulse für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

„Die Festlegungen des Koalitionsvertrages auf eine demografievorsorgende Stellen- und Personalpolitik und moderne, attraktive und familienfreundliche Arbeitsbedingungen treffen in ganz besonderem Maße auf den Personalkörper der Bundespolizei zu. Die GdP unterstützt diesen Ansatz der Koalition ausdrücklich – und fordert zugleich dessen entschlossene Umsetzung ein. Dabei muss das Prinzip „Attraktivität für alle“ eingehalten werden, um keine Beschäftigtengruppe auszuschließen“, so der stellvertretende GdP-Bezirksvorsitzende Jörg Radek.

Dafür sind jetzt, am Anfang der Legislaturperiode, zu treffende Richtungsentscheidungen über den notwendig auszubauenden Stellenanteil des gehobenen und höheren Dienstes in Vollzug und Verwaltung und die erforderliche Zeitschiene, Hebungsprogramme bei den Beamten- und Tarifstellen, eine Abschaffung oder zumindest Anhebung der Stellenplanobergrenzen und über neue laufbahnrechtliche  Instrumente alternativlos. „Damit sich unsere Kolleginnen und Kollegen auch langfristig in unserer Behörde wohlfühlen, brauchen wir eine ausgeprägte „Gerechtigkeit nach innen“. Der Beruf der Bundespolizistin und des Bundespolizisten ist ein Lebenszeitberuf – und das soll er auch bleiben!“, so Radek weiter.

Kern einer Verbesserung der Attraktivität im Berufsverlauf ist ein gerechtes und den Leistungen und persönlichen Einsatz im täglichen Dienst entsprechendes Bewertungs- und Beförderungssystem. Die Beförderungsverfahren sollen wie in der Besoldung Erfahrungsstufen berücksichtigen und erworbene Fortbildung und Qualifizierung honorieren. Beförderungsfortkommen lässt sich durch verbesserte Planstellenstrukturen, Abschaffung der Bundesobergrenzen, Anhebung von Eingangsämtern und durch berufsbegleitende Aufstiegsverfahren realisieren. Mittelfristig kann durch Honorierung von Fortbildung über Qualifizierungsstufen die Bundespolizei zu einer „Regelaufstiegspolizei“ weiter entwickelt werden, was den beruflichen Erwartungen der Beamtinnen und Beamten (davon inzwischen mehr als 60 Prozent Abiturienten im mittleren Dienst) gerecht wird.

Das Verfahren dazu muss familienfreundlich und wohnortnah organisiert werden. Insbesondere für die Tarifbeschäftigten brauchen wir endlich eine Entwicklungsoffensive. Eine Personalentwicklung „Tarif“ ist nur möglich, wenn die MitarbeiterInnen durch Fortbildungsmaßnahmen in die Lage versetzt werden, den veränderten Anforderungen zu entsprechen.

Innerhalb der Bundespolizei, sowohl im Bereich unserer Tarifbeschäftigten als auch im Bereich der Verwaltungsbeamtinnen und -beamten und im mittleren Polizeidienst, sind gegenwärtig  große Gerechtigkeitslücken. Im derzeitigen Entwurf gibt es Ansätze sie zu reduzieren.

Die Gewerkschaft der Polizei unterstützt ausdrücklich die Stellungnahme des Bundespolizei–Hauptpersonalrates beim Bundesministerium des Innern zum 2. Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2014 vom 10. Februar 2014. Die notwendige Reduzierung der Überlastung der Bundespolizei sowie die damit verbundene Steigerung der Berufszufriedenheit wirken sich unmittelbar auf die Sicherstellung der Aufgabenerfüllung aus, sie muss daher oberste politische und haushalterische Priorität haben.

Aus gewerkschaftlicher Sicht ergeben sich als erster Schritt eines Konsolidierungsprogramms folgende Schwerpunkte und Handlungsnotwendigkeiten bereits in den Haushalten 2014 und 2015:

• Wegfall der Planstellenobergrenze im Polizeibereich, in einem ersten Schritt Abänderung  auf 70 Prozent  A9m und 30 Prozent A8.

• Bereitstellung der geforderten 859 neuen Stellen (mit 40 Prozent Anteil gehobener  Dienst) im mittleren und gehobenen Dienst für den Personalaufwuchs gemäß  Organisationsprüfung auf den Flughäfen und deren Einstellung in 2014

• stufenweise Hebung des Anteils des höheren Dienstes von derzeit 1% auf 2%

• 1.000 Hebungen von A 8 nach A 9m als erster Schritt,  um den „Polizeiobermeister-  Bauch“ abzubauen

• Strukturverbesserungen im Verwaltungs- und Tarifbereich durch 290 Hebungen im  mittleren und gehobenen Dienst, Anhebung der Planstellenobergrenze auf  50 Prozent  bis 2017 und 257 Hebungen im Tarifbereich von Entgeltgruppe E 3 nach E 5. Die Mittel  für die  Einführung der Entgeltordnung müssen der Bundespolizei zusätzlich zugewiesen  werden.

• Zur Schließung der seit Jahren parlamentsbekannten „Schere“ zwischen  Funktionsstellen im Organisationsplan und Haushaltsstellen werden weitere 1.000  Planstellen (20 hD, 500 gD und 480 mD) für 2014 gefordert, um die permanente  Überbelastung der Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei entgegen zu treten.

Im Sachhaushalt  muss die chronische Unterfinanzierung gelöst werden, um die  Einsatzbereitschaft, aber auch notwendige Arbeitsbedingungen zu gewährleisten. Beispielhaft seien genannt:

• Beschaffung einer neuen Generation Körperschutzausstattung

Die gegenwärtige Ausstattung entspricht nicht mehr den Einsatzerfordernissen und den  ergonomischen und arbeits- und gesundheitsschutzrechtlichen Notwendigkeiten der  Einsatzkräfte.

• IT – Ausstattung

Die Arbeitswelt der Bundespolizei entspricht nicht  den Ansprüchen der  digitalen Wirklichkeit. Insbesondere mangelt es an Haushaltmitteln zur  Anmietung von Netzbandbreiten.

• Liegenschaftssituation

Die Unterbringungs- und Arbeitssituation in einer Vielzahl von Dienststellen ist     katastrophal und völlig inakzeptabel. Beispielhaft sind hier genannt das Aus- und  Fortbildungszentrum Heimerzheim, der Standort Sankt Augustin und die Dienststelle in  Bad Bentheim. Die Aufgabenwahrnehmung durch die Bundesanstalt für

Immobilienangelegenheiten für die Liegenschaft hat sich nicht bewährt. Der Bedarf an  Investitionen wird nicht gewährleistet, die Ausstattung mit Finanzmitteln für Anmietungen  bei Bahn- und Flughafenbetreibern ist unzureichend.

Die Menschen in der Bundespolizei brauchen eine Strategie für eine attraktive Personalentwicklung.

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21 Kommentare
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  1. Das hat schon alles Hand und Fuß und spiegelt, der aktuellen Lage angepaßt, aus meiner Sicht doch nur fast Mindestforderungen wieder – und das weiß die Politik genauso, sie hütet sich nur vor Stellungnahmen unhd gleich gar vor Aktionismus. Wir bohren dieses Brett seit Jahrzehnten und ob sich unser „alter“ neuer IM auf unsere Seite des Brettes stellen will – ich zweifle daran. Hier wird doch durch die Politik nur ausgesessen und ich habe manchmal das Gefühl, dass das Brett immer härter wird was wir bohren müssen. Ich habe ja aus erdgeschichtlicher Zeit ein klassisches Beispiel der Verwandlung von Holz in Stein vor mir, der versteinerte Wald von Chemnitz. Nur, wenn die Forscher von so einem Stamm was abhaben wollen für die Forschung brauchen sie geeignetes Werkzeug, und dieses wird ihnen zur Verfügung gestellt. Bei uns ist das leider nicht so, wir dürfen unser immer härter werdendes, langsam versteinerndes, Brett nur mit einem Dünnbrettbohrer bohren – brauchen würden wir schon längst eine Schlagbohrmaschine mit Vidiabohrer. Dem steht eben aber leider das althergebrachte Berufsbeamtentum mt allen seinen Einschränkungen für uns gegenüber und die bleibenden Angestellten können es wahrlich bei größter Anstrengung nicht reißen.

  2. …Rückkehr zur 38,5-Stunden-Woche, Wiedereinführung Altersteilzeit, Rückkehr zum Pensionsalter 60 Jahre!

  3. Es geht doch überhaupt nicht mehr um die hier angeführten Vebesserungen, ob in der Verwaltung oder im Vollzug ist doch egal, es geht darum, dass die Funktionsfähigkeit der BPOL im Gesamten auf dem Prüfstand steht, denn in den nächsten 5 Jahren werden, zu der jetzt schon schlechten personellen Ausstattung, wesentlich mehr in Pension gehen wie neu eingestellt werden; d. h. die Belastung für jeden einzelnen PVB wird noch größer, wie es jetzt schon ist, die Krankheitsraten werden weiter steigen, wie stellen sich das unsere Politiker vor? Sicherheit zum Nullpreis gibt es nicht, aber eine absolut schlecht geführte Verwaltung, dass gibt es real!
    Die hier angeführten Vebesserungen werden natürlich auch benötigt, ohne Frage, aber ich glaube es ist in den gesamten Problemfeldern mit zu erörtern!
    Ich hoffe nur, dass unsere Politik noch rechtzeitig reagiert, denn die Belastungsgrenzen von vielen ist schon erreicht!

  4. Das Schlimme ist, dass diese Forderungen ja schon seit langer Zeit auf der Wunschliste stehen. Das Schlimme ist auch, dass wir hier und auf den Diesntstellen uns Gedanken über die Zukunft unserer Organisation machen. Von denjenigen, die eigentlich die Zukunftsplanung schon vor ein paar Jahren hätten abschließen müssen, hört man nichts. Ehrlich gesagt, glaube ich auch nicht, dass die einen Plan haben.

    In meinem privaten Umfeld bekommt man mit, wie Firmen in der freien Wirtschaft schon seit einiger Zeit angefangen haben, in Schulen zum Beispiel massiv Werbung für ihr Unternehmen machen. Immer und immer wieder. Allerdings können die auch mit lukrativen Bedingungen zum Beispiel bei Bezahlung, bei Arbeitszeit und Sozialleistungen wuchern. Unserer Werber tun mir da schon ein bißchen leid.

    Eigentlich frage ich mich schon, wie es den weitergehen soll. Oder ist etwa schon die Messe gelesen, weil man ohnehin den Vorsprung der freien Wirtscht als Konkurrent auf dem Arbeitsplatz verloren hat und nicht mehr aufholen kann. Wenn dem so wäre würde es auf eine Auflösung unserer Behörde hinaus laufen. Vielleicht unter Beibehaltung der Flughäfen.

    In meiner langen Dienstzeit gab es immer positive Schübe für uns, wenn die Innere Sicherheit extrem gefährdet war. So zum Beispiel in Terrorismus – Zeiten. Da sind die Politiker plötzlich aktiv geworden. Das kann man sich aber nicht ernsthaft wünschen.

  5. Attraktivität der Bundespolizei. Heute nachmittag eine Sendung einer der einschlägig bekannten Sender:
    Es wurde Schwachfug und absoluter Rechtsbruch gesendet.
    Hinweis nach der Sendung: Situationen von echten Polizisten nachgespielt. Von echten Polizeibeamten !
    Dazu fiel mir nichts mehr ein.
    Nun ist die Masse des Volkes dumm. „Das ist so, das haben die im Fernsehen gezeigt“ hört man von vielen Menschen.
    Wenn es das Ziel unserer Demokratie ist, die Menschen durch Verblödungssender dumm zu halten, so sagt es bitte offen. Vielleicht gehört es auch das, dass sich echte Polizeibeamte in nachgespielten Szenen sich rhetorisch unfähig ausdrücken und rechtlich bedenkliche … nein verkehrte Dinge machen. Nur mir reicht es langsam, wie seitens der privaten Sendern die Polizeien dargestellt werden. Dass überhaupt diese Beamten die Situationen nachspielen dürfen, ist schon eine Frechheit. Auch dass Kommentare echter Polizeibeamter in fiktive Sendungen eingeblendet werden, ist eine Unverschämtheit.
    Wenn ich jeden Tag meinen Dienst so verrichten würde, wie es seitens der Sender (von echten Polizeibeamten gespielt) gezeigt wird, könnte ich meinen Hut nehmen. Zudem müsste ich mich am Ende des Tages für den gesamten Berufsstand Polizeibeamter oder schon das gesamte Berufsbeamtentum schämen.
    Ich erinnere an die Klage eine Mitmenschen mit schwarzer Hautfarbe, der sich diskriminiert sah. Die kontrollierenden Kollegen sprachen bei der Klage von „Terrorverdacht“ und fielen auf die Nase.
    Was im Fernsehen auch seitens gar s.g. solider Sender gezeigt wird, ist auch glatter Rechtsbruch.
    Wenn es zum guten Ton der Polizei gehört Menschen Dinge abzuverlangen, die sie gar nicht machen müssen… in Ordnung. Aber nicht mit mit mir liebe Kollegen.
    Und es geht mir nicht um die rein fiktiven Sendungen, sondern eben Sendungen wo echte Polizeibeamte Szenen nachspielen.
    Vor allem die Art und Weise wie dort Dinge abverlangt werden, bestätigt gerade die linke Extremisten in ihrer Einstellung, dass wir alle Bastarde sind.
    Es gab doch auch mal eine Medienaufsicht die eingriff ! Doch die greifen nicht einmal bei den komplett fiktiven Sendungen ein, bei denen Kraftworte zum guten Ton gehören.
    Und die normalen gesetzestreuen und nicht mediengeilen Kollegen bekommen es in der Ausübung ihres Dienstes zu spüren. Denn der Respekt ist mehrheitlich nicht mehr vorhanden. Würde mir auch so gehen, wenn ich den ganzen Schwachsinn jeden Tag konsumieren würden.

  6. Ludolf 17. März 2014
    ..und nicht die Wiedereinführung der Ruhegehaltsfähigkeit der Polizeizulage vergessen.

  7. Na, wie viel die BPOL unserem lieben unfähigen und an Arroganz nicht zu übertreffenden IM wert ist, hat er doch letzte Woche in einem Interview bzgl. der Tariverhandlungen deutlich gemacht:

    Auf die Anspielung die Politik sei ja mit gutem Beispiel vorangegangen, erklärte er nur: Sie hätten erheblichen Nachholbedarf, da sie in den letzten Jahren immer zu kurz gekommen waren und außerdem hätten ja Experten geraten die Gehälter der Politiker an die der Bundesrichter zu knüpfen, deshalb wäre dieser Schritt ja nötig gewesen.

    Und zum öffentlichen Dienst dann die Frechheit an Aussagen: der ÖD hat nichts nachzuholen, er steht der freien Wirtschaft in Nichts nach, es wird ein Gehaltserhöhung geben, die ist aber weit unter dem , was geforert wird.
    Und ob das Ergebnis dann auf die Beamten 1:1 übertragen wird, hängt von der Höhe des ausgehandelten Ergebnisses ab.
    Und außerdem wolle man ja 2015 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen, deshalb könne man diese Forderung nur zurückweisen.

    Da sieht man mal wieder , wie wir unserer Regierung am ………. vorbeigehen.

    Zieht eure Konsequenzen daraus selber.
    Ich habe das schon lange getan und abgeschaltet. Für mich ist nur noch wichtig nach jeder Schicht gesund und munter nach Hause zu kommen, damit ich in knapp 15 Jahren was von meiner Pension habe und nicht wie viele von uns leider schon kurz vor Erreichen der Pension von uns gehen.

    Das interessiert unsere Regierung ja auch nicht, die versuchen doch uns noch länger arbeiten zu lassen um das Personalfehl auszugleichen.

    Passt gut auf euch auf !!!!

    Gruß von der Strasse

    der Maulwurf

  8. Das ich nicht lache, „der ÖD hat nichts nachzuholen, er steht der freien Wirtschaft in nichts nach“… Na dann lieber Herr IM, BMW hat gerade seiner Belegschaft eine Prämie von 8000€ ausgeschüttet! Ähhhh, haben wir überhaupt einen IM??? ;)

  9. Im Kampf um ein gutes Ergebnis wünsche ich unseren Verhandlungsführern viel Kraft!

    Aber bitte – lasst Euch von De M. nicht durch seine „falschen“, „unqualifizierten“ und „aroganten“ Phrasen beeindrucken“!

    Viel Glück!

  10. @ J. Radek
    Zitat:“ Zur Schließung der seit Jahren parlamentsbekannten “Schere” zwischen Funktionsstellen im Organisationsplan und Haushaltsstellen werden weitere 1.000 Planstellen (20 hD, 500 gD und 480 mD) für 2014 gefordert, um die permanente Überbelastung der Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei entgegen zu treten.“

    Wie soll die Schließung der „Schere“ zur Entlastung beitragen?

    Aktuell haben wir doch mehr Dienstposten im ODP als Planstellen (sog Schere).
    Diese DP sind besetzt.
    Wenn also die Planstellenanzahl erhöht und dem ODP angepasst wird, bekommen wir doch nicht mehr Personal. Die 1000 Planstellen erzielen lediglich ein Verhältnis 1:1 (DP zu Planst).
    Mehr Personal bekämen wir erst, wenn der ODP einschließlich der Planstellen insgesamt einen Zuwachs erhalten würde. Also Erhöhung der Personalstärke von 40.000 auf 42.500 Dienstposten und Planstellen.

  11. Aktuell haben wir doch mehr Dienstposten im ODP als Planstellen (sog Schere).
    Diese DP sind besetzt.
    Frage 20. März 2014

    …nein, diese Dienstposten sind eben nicht besetzt! Sie können zur Zeit auch garnicht besetzt werden, weil die dazu erforderlichen Planstellen nicht vorhanden sind. Ein halbwegs normaler Mensch kann diese Begriffeklauberei allerdings in der Tat kaum nachvollziehen und ich bin fast überzeugt davon, dass der Politik genau dies auch nicht unrecht ist!
    Das Ganze hängt u.a. damit zusammen, dass aufgrund diverser „Sparprogramme“ Planstellen kontinuierlich gestrichen wurden, man aber im Gegenzug den ODP nicht „angepasst“ hat . Und so ist die Schere im Laufe der Jahre immer wieder auseinandergegangen. Das hat ja auch schon zu den abstrusen Überlegungen geführt, die Anpassung dergestalt vorzunehmen, dass die Dienstposten ebenfalls gestrichen werden… (Was glaubt ihr wohl, wo die „Priorisierungsdiskussion“ mit 75-, 82- und 100%-Dienststellen herkommt?)
    Und deshalb würde ein Aufbohren der Planstellen auf die aktuelle ODP-Stärke sehr wohl bereits etwas bringen. Einig dürfen wir uns allerdings darin sein, dass auch das nicht ausreicht! Insofern ist die Forderung nach z u s ä t z l i c h e n Planstellen auch mehr als berechtigt!

  12. Bitte nicht nach mehr Personal rufen. Was soll das bringen ? Wenn eine Direktion genau so viel Straftaten hat wie eine Inspektion und sich seit Jahren aber auch gar nichts ändert bringt das auch nichts. Das mehr an Personal kommt eh nicht da an wo es gebraucht wird.
    Der Odp wird eh nicht nach fachlich messbaren Zahlen geändert .

  13. Ich kann mich nur Ludolf anschließen! Das sind genau die Punkte, die mich an meinem Dienstherrn (ver)zweifeln lassen und für mich die „Attraktivität“ an meinem Beruf genommen hat!
    Was haben wir nicht noch alles in unserer Dienstzeit abgenommen bekommen!? Anstatt 35 mindest 40 Jahre für die volle Pension, die von 75% auf 71? abgeschmolzen wurde, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld (teilw.), Null-Runden, und, und …. Leider (oder Gott sei Dank) vergisst man schlechte Dinge so schnell. Aber das Negativgefühl bleibt!
    Ganz gewaltig stinkt mir, dass ich nach 37 jahren Schichtdienst noch 800 statt 514 Tage durchhalten muß! 1 1/4 statt 2 Jahre 2 Monate ließen das Licht am Ende des Tunnels heller scheinen!
    Noch Fragen zum Krankenstand in der Bundespolizei???

  14. @R vom 22.03.14:

    Was hat Polizei mit Straftaten zu tun? Richtig, sie soll sie verhindern, also in der Regel präventiv wirken. Also hat doch die Direktion, die weniger Straftaten zur Anzeige bringen muss, alles richtig gemacht. Und dann sollte man mal schauen, um welche „Straftaten“ es sich bei den ungeheuren Mengen handelt? Meist Illegale Einreise und Aufenthalt oder Erschleichen von Leistungen, also unter anderem Massendelikte, die nicht mal das Papier wert sind, auf das sie seitenweise mit einem Arbeitszeit raubenden Bearbeitungsprogramm geschrieben werden. Was geschieht denn mit den meisten dieser Anzeigen? Nach Asylantragsstellung (Grundrecht) werden sie eingestellt und bei EvL bei Ersttätern wegen Geringfügigkeit. Immer diese Erbsenzählerei. Es ist halt nur blöd, dass Prävention nicht messbar ist, doch der Bürger fühlt sich vermutlich dort, wo weniger passiert sicherer.

  15. @loddel
    Sehr gut. Leider handelt sich bei den Delikten um Diebstähle und Gewaltdelikten.
    Evl und unerlaubte Einreise / Aufenthalt sind wirklich nur Masse.
    Was ich damit eigentlich sagen wollte , wenn wir Statistiken erheben und sie nict verwenden , warum erheben wir sie dann.
    Niemand hat wirklich ein Interesse daran das sich etwas ändert.

  16. @ R:

    Aber Du stimmst mir doch zu, dass diese Diebstähle oder Gewaltdelikte zwar nicht zu 100 % verhinderbar, aber doch eindämmbar wären, wenn der Polizist statt am PC vor Ort wäre?

  17. @loddel.
    Ich gebe dir zu 100 % recht!
    Deshalb sollten einige Inspektionen, nach aktueller Auswertung ,mehr Ksb bekommen.
    Ps .: Die Anzahl der Ermbeamten richtet sich aktuell nicht nach Aufkommen sondern nach der Anzahl der Ksb.
    (Ob das so Sinn macht kann ich nicht beurteilen )

  18. @ G. Medgenberg

    Die Bundespolizei hat 40 269 Mitarbeiter, davon 32 884 Polizeivollzugsbeamte, 1 419 Verwaltungsbeamte und 5 966 Tarifbeschäftigte.(Quelle: Homepage BPOL).

    In der Bundespolizei werden alle besetzbaren Planstellen besetzt. Ziel der Per- sonalwirtschaft ist stets die möglichst optimale Nutzung aller Planstellen und der Erhalt des Personalkörpers in der durch den Bundeshaushaltsplan vorgege- benen Stärke. Frei bleibende Planstellen können sich aus haushaltsrechtlichen Beschränkungen in der Stellenbewirtschaftung ergeben oder aus dem Erforder- nis personalwirtschaftlicher Dispositionen…
    Der Umstand, dass aktuell im mittleren Dienst mehr Beamte als Planstellen vor- handen sind und… (Quelle Antwort der BReg zur kleinen Anfrage Drucksache 17/12432).

    Somit widerspricht der letzte Satz deinen Ausführungen.

  19. Liebe Kollegen, habt Ihr mal Zeit und Muße gefunden, Euch das „neue“ Personalentwicklungskonzept durchzulesen? Leider musste ich beim Lesen des Konzeptes immer wieder an den medizinischen Fachbegriff „Pseudologia phantastica“, auch „pathologisches Lügen“ genannt, denken.
    Das Wesen von „Pseudologia phantastica“ ist neben dem Drang zum krankhaften Lügen und Übertreiben, das „sich in die eigene Tasche lügen“! Na, kommt das Euch bekannt vor?

    Lieber @J. Radek, @Gerhard Medgenberg, @R. und lieber @loddel, bei einem maximalen Personalbestand (wenn keiner krank, auf Lehrgang oder im Urlaub/Dienstfrei gemäß AAO ist) von ca. 50% der ODP-Stärke, ist es egal, ob eine Arbeitsbelastung durch Massendelikte, wie Evl und illegale Einreise/Aufenthalt oder durch Delikte, wie Diebstähle und Gewaltdelikte, geprägt ist. Da ich in einer Bahnpolizeidienststelle in Berlin Dienst leiste, zählen übrigens Diebstähle und Gewaltdelikte inzwischen (rein subjektiv) auch zu den „Massendelikten“. Und wenn schon mal die Statistik bemüht wird, bei uns können sich einzelne Reviere locker mit einigen Inspektionen beim Arbeitsaufkommen messen und dass, wie bereits gesagt, bei einer Personaldecke von ca. 50%. D.h., die Arbeit wird durch 3 bis 5 Mann/Frauen „gestemmt“!!! An Prävention ist da nicht mehr zu denken. Und dass nicht gesund sein kann, sollte auch jedem klar sein!

    Mit Atraktivität des Berufes, Familienfreundlichkeit, Mitarbeierzufriedenheit sind solche Zustände nicht vereinbar, zumal in der BPOLD Berlin, im Gegensatz zu anderen Direktionen, immer noch auch die Beurteilungsnote „7“ quotiert ist (abgesegnet von unseren lieben Personalvertretern)!

    Diese Behörde hat kein Personalverwendungskonzept und kann damit kein realisierbares Personalentwicklungskonzept haben (wobei wir wieder beim „sich in die eigene Tasche lügen“ sind)!
    Und damit gibt es auch kein Laufbahnverlaufsmodel in unserer Behörde, was das Adjektiv „attraktiv“ für verdient.
    „Vielfältige Karrieremöglichkeiten“ sehen anders aus“!
    Das fehlende Personalverwendungskonzept ist auch Ursache für eine fehlendes Ausbildungskonzept (was den Namen bzw. die Bezeichnung auch wirklich verdient).

    Und was das Anheben der Planstellenobergrenzen angeht, bedeutet dass doch nur, dass in manchen Dienstellen wirkliche Leistungsträger wieder lehr ausgehen, während in anderen Dienststellen die bloße Anwesendheit schon für ´ne Leistungsprämie oder´ne Beförderung ausreicht.

  20. @ kaimann,
    Besser kann man es nicht formulieren.
    Aber wer will es ändern ? Die Personalräte können nicht ( weil sie sonst nicht wieder gewählt werden)
    Die Dienstvorgesetzten ( Sie kennen die Zahlen )
    Eigentlich ist jede Diskussion über flüssig.

  21. @ gdp

    Könnt oder dürft Ihr nicht die realen Zahlen mal nennen?
    Dazu ein paar Fragen:
    1. Wieviele Dienstposten gibt es?
    2. Wie viele sind besetzt?
    3. Wie viele machen auch wirklich die Aufgabe ihres DP?
    4. Wie viele Planstellen haben wir?
    5. Wie viele Planstellen sind nicht besetzt?
    6. Wie viele haben einen DP aber keine Planstelle zu dem DP?
    7. Wie viele PVB werden fremdverwendet (Abordnung)?
    8. Wer fängt die Arbeit der fehlenden „Führungskräfte“ auf?
    9. Bekommen diese eine Leistungszahlung für die Übernahme der Tätigkeit?

    usw….