Sicherheit auf den Bahnen nur mit Präsenz möglich!

Das Thema Gewalt im öffentlichen Verkehr macht immer wieder Schlagzeilen. Die mediale Berichterstattung hat das Sicherheitsgefühl der Reisenden berührt. Tatsächlich wurden seit 2010 jährlich immer über 2.000 Körperverletzungen erfasst. Waren es 2010 noch 2.657 Delikte, so stieg die Zahl in 2011 auf 3.031, bevor sie in 2012 auf 2.463 sank. In 2013 wiederum wurden 2.505 Körperverletzungen verzeichnet.

Diese Zahlen teilte die Bundesregierung auf eine Anfrage der Partei „Die Linke“ mit. In ihrer Bewertung stellt die Bundesregierung ferner fest, „dass Videoüberwachung nur im Zusammenwirken mit anderen (polizeilichen und gesellschaftlichen) Maßnahmen zum dauerhaften Rückgang der Kriminalität führen wird“. Dieser Einschätzung der Bundesregierung kann aus gewerkschaftlicher Sicht nur gefolgt werden. Doch wo bleiben die Konsequenzen daraus?

Die Entscheidung der Deutschen Bahn, mehr Videoüberwachung an den deutschen Bahnhöfen einzusetzen, wurde seitens der GdP begrüßt. Allerdings ist es notwendig, die Maßnahmen umgehend und nicht erst in einem Fünfjahresplan umzusetzen. Der Einsatz von Videotechnik im Bereich der Bahnanlagen ist ein wichtiges Mittel, um das Sicherheitsgefühl der Reisenden zu stärken. Damit hat diese Investition auch einen deutlichen wirtschaftlichen Mehrwert für die Bahn. Die notwendigen Investitionen in diesem Bereich auf Jahre zu strecken, ist dagegen sowohl wirtschaftlich unvernünftig, als auch aus Sicherheitsgründen unverantwortlich.

Nach einer Studie des LKA Niedersachsen aus November 2013 gaben 16,8 % der Befragten an, es bringe eher nichts, sich an die Polizei zu wenden. Trotz einer Aufklärungsquote von knapp 75 % ein erschreckender Befund. Die Menschen beginnen sich an die Abwesenheit der Polizei zu gewöhnen. Eine verantwortliche Politik erkennt für sich hier Handlungsbedarf. Nur das Zusammenwirken von Polizeipräsenz und Videoüberwachung verbessert das Sicherheitsgefühl der Menschen in unserem Land.

Die Bundespolizei muss gleichzeitig dafür Verantwortung tragen, dass das erforderliche Personal für die bahnpolizeilichen Aufgaben vorgehalten wird. Das ist aufgrund der zuwachsenden Aufgaben im Bereich der Grenzen und der deutschen Flughäfen derzeit sehr problematisch. Die Aufgaben der Bundespolizei auf den Bahnhöfen, an der Grenze und auf den Flughäfen ist nur mit mehr Personal zu erfüllen.

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4 Kommentare
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  1. Die Presse hat doch im Sinne des Kapitals den Beamtenapparat Bahn schlecht gemacht. Jetzt kommen öffentliche Schlagzeilen. Der Ruf nach Vater Staat. Wieder ganz im Sinne des Kapitals. Gewinne privatisieren. Verluste verstaatlichen. Denn Sicherheit (Polizei) bringt keinen Gewinn für das Kapital. Das Kapital schützt sich derweil mit privaten Wachdiensten in abgeschotteten Wohngegenden.

    Der Grössenwahn der EU Erweiterung und der Globalisierung im Sinne des Kapitals und für einige Politiker, die sich ein Denkmal gesetzt haben, trägt nun an den Bahnhöfen auch seine „Früchte“.

    Der Waren- und Personenverkehr hat eine Schlagzahl erreicht, vor der nicht einmal die skrupellosesten Kapitalisten in den Geschäftsführeretagen geträumt haben. Hier rutscht so ziemlich alles durch. Ein Containerschiff mit 6000 Container ist in wenigen Stunden in Hamburg entladen. In Frankfurt am Main ist die Flugfracht noch viel schneller. Frankfurt am Main hat eine eine Anzahl von Fluggästen im Jahr, die der Bevölkerung von Westdeutschland Ende der 80er Jahre sehr nahe kommt.Und Ende der 80er Jahre lag die Zahl der Fluggäste unter 30 Millionen Personen.

    Doch seit Ende der 80er Jahre sind die Grenzkontrollen immer mehr weggefallen. An den Bahnhöfen wurde Personal abgebaut oder ganz ganz aufgelöst.

    Alleine durch die Schnelligkeit kennt der Polizist (ob Bund oder Land) seine Pappenheimer gar nicht mehr. Normale Streifen werden immer weniger. Da alle Polizeien zumeist mit Einsätzen beauftragt sind. Fussstreifen sind Fehlanzeige.

    Und es rächt sich halt. Eine Zunahme der Reisenden und der gleichzeitige Abbau des Personals vor Ort und kaum Zuname des Personals. Wenn ich recht entsinne lag die Truppe (als Bundesgrenzschutz) bei 30.000 Ende der 80er Jahre. Nun sind es 41.000 Leute. Es steht in keiner Relation zum Anstieg des Reiseverkehrs.

    Nur muss ja alles schnell sein heutzutage ! An der Lidl Kasse heulen die Menschen schon, wenn sich eine kleine Schlange bildet und drängeln. Und wenn ich nicht vom Pott aus über den Ostfriesenspiess in zwei Stunden an der Borkumfähre stehe, habe ich schon Hals bis nach Meppen. RTL trägt dann seinen Beitrag zum Kirre machen des Volkes bei. Was haben die Leute wohl ohne ICE gemacht ? Die Reise genossen ! Der Weg ist das Ziel !

    Das sollte auch bei der Sicherheit wieder bedacht werden ! Zeit für Sicherheit ist auch ein Thema ! Als Privatmann stehe ich lieber 10 Minuten an der Grenze oder woanders, aber dafür erwischen die dann auch die richtigen Brüder. Und Präsenz alleine bedeutet Sicherheit und nicht Polizeistaat, wie es manche suggerieren.
    Nur es darf ja halt nichts kosten. Der Herr Innenminister inklusive seiner Abteilungsleiter müssen sich nicht so einen Kopf machen wie der Ottonormalverbraucher.

  2. Richtig es waren mal 30000 bundesgrenzschützer.
    Richtig heute sind es 41000 bundespolizisten.
    Nun da es aber heute viel mehr aufgaben gibt als früher wie zum beispiel auslandseinsätze oder verwaltungsaufgaben aufgrund von einer schier masslosen Absenkung von Verwaltungspersonal, muss sich die Bundespolizei mit ihren eigenen Polizeibeamten selbst verwalten.wenn ich nur daran denke wieviel polizeibeamte im praesidium oder in den direktionenen oder in den einzelnen inspektionen sitzen wird mir echt.schwindelig da bleibt die orginäre aufgabe natürlich links liegen.

  3. Was ich damit meinte sind die vielen polizeibeamten die nun mit verwaltungsaufgaben beschäftigt sind um statistiken oder andere sachen zu erledigen die früher von verwaltungspersonal gemacht wurden

  4. Sicherheit und Wirtschaft bedingen einander!
    Sicherheit kostet nicht nur, sie fördert Investionen und bringt Umsatz. Am Beispiel des Bahnhof Hannover kann man dieses anhand vor der Expo, während der Expo und heute ganz gut nachverfolgen. Dieses ist auf viele andere Bahnhöfe übertragbar.
    Wenn Bahnhöfe nicht sicher sind, Beschädigungen und Belästigungen an der Tagesordnung sind, wird nicht investiert, es werden keine lukrative Geschäfte eröffnet, die Reisenden halten sich so wenig wie möglich dort auf. Sie kommen erst kurz vor Abfahrt des Zuges und verlassen diesen direkt nach Ankunft. Durch fehlende Reisende und Personalmangel der Bundespolizei (kaum noch Streifen/ Prävention) nehmen Graffiti, Beschädigungen und schlechter Reinigungszustand rasant zu…
    Hannover sieht noch gut aus, andere Bahnhöfe ohne Videoüberwachung, ohne Präventionsstreifen überhaupt nicht mehr. Somit ist Gefahrenabwehr doch messbar, sie rechnet sich. Der Rechtsstaat sollte nicht zur Erfüllung von buchmäßigen Einsparzielen die Sicherheit vernachlässigen, ansonsten entstehen dort gesellschaftliche Randgebiete die die Bevölkerung meidet. Die Nutzung des öffentliche Nahverkehrs auch unter umweltpolitischen Aspekten bedingt deren Attraktivität. Somit ist dort investiert Geld durch mehr Personal, somit mehr Sicherheit aus vielerlei Sicht volkswirtschaftlich gut investiertes Geld, dass auf vielen Wegen wieder zurück dem Staat und den Menschen in diesem Land zu Gute kommt!