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Jörg Radek zum deutsch-polnischen Polizeiabkommen in der Welt am Sonntag

Jörg Radek, Vorsitzender des GdP-Bezirks Bundespolizei, warnt in einem Interview in der heutigen Ausgabe der Welt am Sonntag vor einem Kollaps in den an Polen und Tschechien grenzenden Bundesländern. Die Kriminalität liegt in diesen Ländern um bis zu 30 Prozent höher als im übrigen Deutschland.

Am 15. Mai wollen Deutschland und Polen ein neues Polizeiabkommen schließen. Auch wenn dieses Abkommen äußerst begrüßenswert ist, muss doch auch gleichzeitig die Fragen nach der Personaldecke gestellt werden. „Wir haben mit Bezug auf die innere Sicherheit ein völlig unabgestimmtes Vorgehen. Das rächt sich nach dem Wegfall der Grenzkontrollen: Die Freifahrt gilt nun nicht nur für Reisende, sondern auch für Straftäter. Das Polizeiabkommen mit Polen ist ein guter Schritt. Solche Verträge nutzen aber nichts, wenn nicht auch mehr Personal bereitgestellt wird“, bringt es Radek auf den Punkt.

„Die Bundespolizei ist nicht die Behörde, die vordringlich für geklaute PKW, Landmaschinen und Wohnungseinbrüche zuständig ist. Diese Aufgaben übernehmen wir aber. Wenn die Bundespolizei dann auch noch an den Grenzen ausgedünnt wird, bekommt man das Problem natürlich nicht in den Griff.“

Hinzu kommt, dass die deutsche Ostgrenze, nicht die einzige Grenzregion ist, an der es an Personal mangelt. „Auch an der deutsch-österreichischen Grenze klafft eine große Lücke. Bayern versuchte dort, mit 800 Beamten die Grenze zu sichern. Nun hat die Bundespolizei übernommen und soll das gleiche mit 400 Beamten leisten“, so Radek weiter.