Rentenpaket

©Rainer Sturm_www.pixelio.de

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Am Freitag wurde das Rentenpaket vom Bundestag verabschiedet. Seit vielen Jahren gibt es wieder Verbesserungen für einen großen Teil der Versicherten der gesetzlichen Rentenversicherung.

Ab 1. Juli 2014 kann die abschlagsfreie Rente ab 63 von denjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern beantragt werden, die die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen. Das abschlagfreie Rentenalter steigt parallel zur Anhebung der Regelaltersgrenze bis 2029 auf 65 Jahre an.
• Auch vorübergehende Zeiten von Arbeitslosengeld-I-Bezug werden bei der Errechnung der 45 Beitragsjahre berücksichtigt.
• Nicht mitgerechnet werden ALG-I-Bezugszeiten, wenn sie in den letzten zwei Jahren vor Rentenreintritt liegen und nicht durch Insolvenz oder vollständige Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers bedingt sind (sog. „rollierender Stichtag“ mit Arbeitnehmer-Schutzklausel). Wer jedoch bis zum Alter von 61 Jahren 45 Beitragsjahre vorweist, kann auf die Anrechenbarkeit der letzten beiden Jahre bis zur Rente mit 63 verzichten.
• Freiwillige Beiträge zur Rentenversicherung, z. B. von Selbstständigen, werden bei Errechnung der 45 Beitragsjahre berücksichtigt, wenn innerhalb der 45 Beitragsjahre mindestens 18 Jahre Pflichtbeiträge geleistet wurden. Zur Vermeidung von Frühverrentung werden auch hier in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn freiwillige Beiträge, die neben Arbeitslosengeldbezug gezahlt werden, nicht berücksichtigt.

Die „Mütterrente“ ist eine Ausweitung der Anrechnung von Kindererziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder in der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Rente für begünstigte Mütter oder Väter kann sich um bis zu einem Entgeltpunkt erhöhen. Dies entspricht nach den ab 1. Juli 2014 geltenden Rentenwerten im Westen 28,61 Euro, im Osten 26,39 Euro. Um diesen Betrag wird sich die monatliche Bruttorente je Kind erhöhen.

Für die sogenannte „Mütterrente“ müssen keine Anträge gestellt werden. Sie gilt auch für Bestandsrentnerinnen und -rentner. Das Geld wird nach Bearbeitung durch die Deutsche Rentenversicherung (DRV) rückwirkend zum 1. Juli 2014 gezahlt. Voraussichtlich erfolgt wegen des Umfangs der Neuberechnungen die Zahlung erst zum Ende des Jahres 2014.

Ausnahme: Für Versicherte mit Kindern, die bislang noch keine Zeiten der Kindererziehung bei der Rentenversicherung geltend gemacht haben und für die dementsprechend auch noch keine Kindererziehungszeiten im Rentenkonto gespeichert sind, gilt etwas anderes! Sie sollten die Berücksichtigung der Kindererziehungszeiten für ihre vor 1992 geborenen Kinder geltend machen!

Siehe auch Internetseite der DRV http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/4_Presse/infos_der_pressestelle/02_medieninformationen/03_pressematerial/rv_leistungsverbesserungsgesetz/140212_faq_muetterrente.html

Auch die Erwerbsminderungsrente kann ab diesem Datum von Menschen, die sich noch nicht im Rentenbezug befinden, beantragt werden. Sie wurde wie folgt verbessert:

• Die sog. Zurechnungszeit wird um zwei Jahre verlängert. Erwerbsgeminderte werden dann so gestellt, als ob sie mit dem bisherigen durchschnittlichen Einkommen bis zum 62. Lebensjahr (anstatt bis zum 60. Lebensjahr ) weitergearbeitet hätten.
• Die letzten vier Jahre des Einkommens vor Eintritt der Erwerbsminderung werden aus der Berechnung des Durchschnittsverdienstes, nach dem sich der Rentenanspruch richtet, herausfallen, wenn sie den Anspruch mindern. Es wird also eine sogenannte „Günstigerprüfung“ durchgeführt, ob die Erwerbsminderungsrente mit oder ohne Berücksichtigung der letzten vier Erwerbsjahre höher ist. Denn oft tritt die tatsächliche Erwerbsminderung nicht von heute auf morgen ein, sonder es mindern sich über Jahre hinweg schrittweise Leistungsvermögen und Verdienst.

Das Reha-Budget, also die Leistungen zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation für Versicherte, deren Erwerbsfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen bedroht ist, wird voraussichtlich um rund 100 Mio. Euro erhöht. Bis zum Jahr 2017 ist eine beabsichtigte Steigerung des Betrages auf rund 200 Mio. Euro geplant.

Außerdem wird der Renteneintritt flexibler. Wer länger arbeiten will, soll dies zukünftig auch können. Dazu vereinbaren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer künftig vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze (aber nicht mehr nach ihrem Ausscheiden), dass sie nach Erreichen dieser Altersgrenze weiter im selben Betrieb tätig sein werden. Dies ist ausdrücklich eine vereinbarte Weiterbeschäftigung und keine Neueinstellung desselben Beschäftigten oder neue Befristung(smöglichkeit). Es gibt keine Absenkung bisher vereinbarter Arbeitsbedingungen (d. h. kein Zwei-Klassen-Arbeitsrecht) und kein Verzicht auf die Entrichtung von Sozialversicherungsbeiträgen. Zur weiteren Ausgestaltung der flexiblen Übergänge richtet das BMAS eine Arbeitsgruppe ein. Hier sollen die Möglichkeit von Teilrenten und Hinzuverdiensten, dass attraktive Weiterarbeiten nach Erreichen der Regelaltersgrenze sowie die Verpflichtung von SGB-II Leistungsberechtigten zur Inanspruchnahme von Renten mit Abschlägen bearbeitet werden.

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3 Kommentare
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  1. Gibt es nicht eine Verordnung die besagt, daß Polizeibeamte, aufgrund der Schwere des Berufes 5 Jahre vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter in Pension gehen?
    Wann werden wir jetzt auch wieder abgesenkt?

  2. Warum können Soldaten der BW, die nicht oder nicht mehr im Ausland und nur in der Kaserne tätig sind, sowie jeden Samstag,Sonntag und Feiertag frei haben und jede Nacht schlafen können, abschlagsfrei mit 55 Jahren in Pension gehen.????

    In der Kaserne natürlich keinerlei Kontakt zur Außenwelt usw.

    Das ist eigentlich der Hammer!!

  3. Und was ist mit den Polizeibeamten die auch schon teilweise 45 Dienstjahre auf dem Buckel haben. Wird die alte Regelung mit 60 Jahren in Pension gehen wieder eingeführt.Bei der LaPo ist es so, das man nach 25 Jahren im Schichtdienst mit 60 Jahren in Pension gehen kann.Wir Trottel von der BuPo müßen noch bis 62 Jahren im Schichtdienst tätig sein. Wieso kümmert sich niemand um die Beamten im Schichtdienst??????.