GdP votiert für die temporäre Auslagerung des 2. Dienstjahres

Zur Kompensation der in den kommenden Jahren steigenden Personalabgänge sind hohe Einstellungsraten, insbesondere im mittleren Polizeivollzugsdienst notwendig.
Seit dem 30. Januar 2014 wurde die teilweise oder vollständige Auslagerung des 2. Dienstjahres mittlerer Polizeivollzugsdienst in die Bundespolizeidirektion Bundesbereitschaftspolizei als kurzfristige und temporäre Lösung zur Gewinnung von Fortbildungskapazitäten bei den BPOLAFZ diskutiert.
Die BPOLAK und die BPOLD BP haben die Auslagerung geprüft und zum Ergebnis der Prüfung berichtet. Die BPOLDen hatten bis zum 25. April 2014 Zeit zur Stellungnahme, auch zu den Unterstützungsleistungen.
Die Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei, begrüßt die Überlegungen zur temporären vollständigen Auslagerung des zweiten Dienstjahres. Die dadurch gewonnenen Fortbildungskapazitäten können zur besseren Bedarfsdeckung der BPOLDen des BPOLP und der BPOLAK genutzt werden. Dazu sind unseres Erachtens notwendige Ausgleichmaßnahmen erforderlich, einerseits um die Ausbildung effektiv durchführen zu können und anderseits um die in den Bundespolizeiabteilungen tätigen Kolleginnen und Kollegen nicht zu überlasten.
Deshalb müssen unseres Erachtens für eine ordnungsgemäße Durchführung der Ausbildung in den betroffenen BPOLABT zusätzliche Ausstattungen (Mobiliar, Büroausstattung, IKT-Ausstattung und Lehrmedien) bereitgestellt werden.
Durch die Verlagerung der Basisausbildung und Praxisbezogenen Lehrveranstaltung I des modularisierten Diplomstudiengang gPVD von den BPOLAFZ zur BPOLAK nach Lübeck sind zur Sicherstellung des Studiums ebenfalls Beschaffungsmaßnahmen erforderlich.
Die Auslagerung zieht auch eine Mehrbelastung von verschiedenen Organisationsbereichen (Fahrbereitschaften, Waffenkammern, Wirtschaftsverwaltung, usw.) nach sich, die teilweise aufgrund des aktuellen Stellenmangels noch nicht ihre Soll-Personalausstattung mit Beschäftigten TVöD gem. ODP erreicht haben. Daher müssen unseres Erachtens zur Unterstützung des vorhandenen Personals gem. ODP befristete Einstellungen in ausgewählten BPOLABT vorgenommen und die entsprechenden Haushaltsstellen bereitgestellt werden. Des Weiteren sind Haushaltsmittel für die erhöhten Reinigungsleistungen bereitzustellen.
Natürlich müssen die in der Projektarbeit Neuausrichtung der Aus- und Fortbildung gewonnen Erkenntnisse schnell zu neuen Entscheidungen führen. Unsere Auffassung und Forderungen diesbezüglich sind klar formuliert:

• Bereitstellung von zusätzlichen Unterbringungsplätzen und Änderung des Raumprogrammes auf 625 Unterkunftsplätze je BPOLAFZ.
• Zeitnahe Sanierung der maroden Raumschießanlagen.
• Dauerhafte Festlegung des Durchführungsortes der Basisausbildung und PLV I des gehobenen Polizeivollzugsdienstes.
• Funktionsausschreibungen für die BPOLAFZ’en, wo über die Belegung von 420 Betten hinausgegangen werden soll.
• Änderung / Aktualisierung des ODP und zusätzliche Ausbringung von 35 % mehr Lehrpersonal.
• Zustimmung zur befristeten Einstellung von Tarifpersonal unter Inanspruchnahme des Titels 427 09 sowie Beantragung und Zuweisung von zusätzlichen Haushalt-mitteln für den Titel 428 01 zur unbefristeten Einstellung von Tarifpersonal.
• Zuweisung bzw. Freigabe von zusätzlichen Haushaltsmitteln bei Titel 511 01 für
notwendige Instandsetzung/ Ersatzbeschaffung von Liegenschaftsgerät bzw. bei Titel 518 01 für die ersatzweise Anmietung von Großgerät.
• Zuweisung der zur Umsetzung der Entscheidungen notwendigen Planstellen/ Stel-len und/ oder der notwendigen Haushaltsmittel im Sachhaushalt.

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Themenbereich: Aus dem Bezirksvorstand | Drucken

5 Kommentare
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  1. Das Ergebnis erinnert mich irgendwie an die alten Grenzschutzausbildungsabteilungen, die es vor mehreren Reformen mal gab. Könnte es sein, daß alle diese Reformen irgendwie ein Reinfall waren?

    Derartiges Gerangel um Ausbildungskapazitäten gibt es doch schon ewig. Ich sag mal, die BPOL ist nicht in der Lage, ihr künftiges Personal bedarfsgerecht aus- und ihr derzeitiges Personal bedarfsgerecht fortzubilden. Anstatt sinnvoll in die Ressource Personal zu investieren – angeblich die wertvollste und jedenfalls die teuerste – worschteln wir vor uns hin und leben von der Hand in den Mund. Professionell oder gar hochprofessionell, was die BPOL immer sein will, sieht anders aus. Wir wollen Oberliga sein und spielen noch nicht mal in der Kreisliga.

    Trotzdem – die BPOL hat es immer noch irgendwie geschafft, schon 63 Jahre lang, und wird es auch in Zukunft schaffen – irgendwie.

  2. Auswirkungen werden unterschätzt!
    Neben vielen wichtigen Themen und Problemen in der Bundespolizei, ist der überalternde und massiv schrumpfende Personalbestand der, der sich massiv auf die Belastung des Personals und die Einsatzfähigkeit für die innere Sicherheit auswirkt. Mit der Verlängerung der Dienstzeiten auf 62 Jahre PVB/67 Verwaltung/ Tarif, Erhöhung der Wochenarbeitszeit, Kürzung der anrechenbaren Abbeitszeiten/Reisezeiten/Einsatzvorbereitung uvm. oder einer verfehlten Reform/Neuorganisation (über 1.000 PVB mehr auf die Straße) konnte dieser Entwicklung nicht wirksam entgegengetreten werden.
    Der Präsident will 1.800 mehr Planstellen beantragen, was gut ist!
    Die Sollstärke von 41.000 haben wir schon lange nicht mehr, die Fläche ist durch ausufernde Aufgaben, Verwendungen,Projekte ausgedünnt, nicht mehr einsatzfähige/-willige PVB flüchten sich in Stabsarbeit und die Schließung von Revieren sowie mangelnde Einsatzfähigkeit der Einheiten ist die Folge.
    Beim BND spielen die Mehrkosten des Neubaus oder bei der Bundeswehr das Drohnendebakel,Hubschrauber NH90, Eurofighter, Investionen Lager Kundus u.a. von mehreren Hundertmillioen Euro keine Rolle, bei der Bundespolizei kann die dringend erforderliche Auslagerung des 2.Dienstjahres wegen 370.000 Euro und damit die geplante Einstellungsoffensive nicht erfolgen?
    Wir müssen massiv einstellen, oder uns konsequent aus Aufgaben und Verwendungen zurückziehen. Die Landespolizei kompensensiert in vielen Bereichen die mangelnde Einsatzfähigkeit der Bundespolizei wie in diesem Forum mehrfach benannt.
    Ohne eine Neiddiskussion betreiben zu wollen. Ein Attraktivitätsprogramm hD ist toll, die mit der Neuorganisation erfolgte 50%-Anhebung der B-Besoldung ist bemerkenswert, die Schaffung einer Oberbehörde-BPOLP- mit vielen Spitzenbesoldungen alles ganz toll, aber das Gesicht/ das Aushängeschild der Bundespolizei in der Arbeit und im Kontakt zum Bürger/Menschen in Deutschland ist der PVB an der Basis.
    Die PM, POM’in und all die anderen KSB/ PVB in den Einheiten, die versuchen jeden Tag alles noch so gut wie möglich zu leisten!
    Davon brauchen wie mehr, die die Schichtstärken auffüllen, sie verjüngen, die Einheiten stärken/ verstärken! Mit besten Wünschen und großer Hoffnung auf die richtigen Entscheidungen, Schöne Pfingsten!!!

  3. @Bruno… :-) wie wahr, wie wahr.

    Spätestens ab der Ebende Hundetschaftsführer und ich denke im Einzeldienst gibt es eine ähnliche Stufe wissen die „entscheidneden Stellen“ eh nicht mehr was auf der Straße gefordert ist.

    Die sind mit sich selbst, ihrer Karriere, irgendwelchen ausufernden Besprechungen um die wichtigen Themen beschäftigt…Meldewesen, Statistik, eplan, epos usw.

    > Ich habe selten in meinen über 30 Dienstjahren so eine fragwürdige Aktionen wie epos usw. gesehen.
    Für wen und für was sind die verschiedensten Stellen mit der Eingabe noch so kleiner Sachen
    beschäftigt.
    Seit Monaten wird am eplan herumgedoktert…und immer mehr Personal verschwindet in diesen
    „schwarzen Löchern“.

    > Die Einsatzstärken der Einheiten sind so tief gesunken wie ich es in den ganzen Jahren nocht nicht
    erlebt habe.
    Bei der letzten Besprechung mit zwei Flächendirektionen sind deren Vertretern fast die Gesichter
    entgleist.
    Man hatte auf zahlreiches Personal gehofft. Aber als man dann dann die Stärekn gesehen hat……
    Und das war die Stärke aller Beamten…davon geht nochmal bestimmt mehr als ein Drittel für die ganzen
    Wasserköpfe ab.

    > Und hier wird weder in den Abteilungen und wie ich meine festgestellt zu haben auch in den
    Inspektionen; Flughäfen oder Direktionen nicht gespart oder wie bei der monentanen Lage „Irreguläre
    Migration“ das Personal umgeschichtet. Umschichten JA, aber nur bis zum Eingang der Teppichflure.

    > Mein Fazit: Wir können noch soviel Personal bekommen….wenn wir unsere Organisationsform und für
    mich die Kultur in der BPOL nicht ändern wird dies auch wieder irgendwo versickern.
    Und es ist auch egal wo und von wem es ausgebildet wird…die Akademie / mein Präsident
    wünscht…egal ob das Sinn macht oder nicht

    Da wie am Anfang erwähnt dies keiner weiß oder auch nicht wissen will, wird sich eh nichts ändern

  4. Solange wir eine „Akademie“ haben, wird sich nichts ändern.

  5. Ich stimme mit MaSter voll und ganz überein. In meinen Augen ist diese Auslagerung nur ein Abschieben von Verantwortung, weg von der Akademie, hin zu anderen Stellen. Hauptsache die Entscheidungsträger müssen sich nicht mit Kapazitätsproblemen und geringen Möglichkeiten der Fortbildung herumschlagen. Dieses Ausbildungskonzept sollte, auch im Bezug auf die Fortbildungskapazitäten, einmal generell überdacht werden. Solange aber eine Akademie bzw. die Verantwortlichen dort auf ihr altes Konzept, das gerade einmal auf die Hälfte an Neueinstellungen ausgelegt war, pochen, wird sich nichts verändern und die Auslagerung nur ein Kaschieren von jahrelanger Misswirtschaft bleiben.