GdP bekräftigt Nein zur Kostenbeteiligung von Clubs bei Fußballeinsätzen

GdP bekräftigt Nein zur Kostenbeteiligung von Clubs bei Fußballeinsätzen

Berlin. In einem Interview hat der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, das Nein seiner Organisation zur Kostenbteiligung der Vereine bei Fußballeinsätzen bekräftigt. Die Kosten verursachten ja nicht die Vereine, sondern „notorische Gewalttäter, die den Dialog mit den Vereinen, Sozialarbeitern und der Polizei ablehnen“, sagte er der Mittwoch-Ausgabe der „Stuttgarter Nachrichten“. Zudem bezweifelt die GdP, dass es möglich sei, zwischen finanzstarken Vereinen der Profiligen und den finanzschwachen Vereinen der unteren Ligen zu unterscheiden. Viele Vereine, so Malchow, hätten in den vergangenen Jahren schon viel Geld in die Hand genommen, um die Stadionsicherheit deutlich zu verbessern und auch die im Stadion eingesetzten Sicherheitskräfte besser zu schulen. Zu kritisieren seien jedoch solche Vereine, denen eine Abgrenzung zu gewalttätigen Fußballchaoten nicht ausreichend gelinge oder die zu wenig dafür täten. Bitte lesen Sie das Interview im Wortlaut …

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Themenbereich: Fussballeinsätze und Gewalt | Drucken

3 Kommentare
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  1. Ich finde es vollkommen richtig, die Vereine die Sicherungsmaßnahmen zahlen zu lassen. Die Position der GdP finde ich vollkommen falsch.

    Oberflächlich gesehen ist es natürlich richtig, daß die Kosten letztendlich die Gewalttäter verursachen. Es sind aber die Fußballverbände, die die Spiele veranstalten und sich daran eine goldene Nase verdienen. Spieler, Manager – alle verdienen Unsummen, die wir im ganzen Leben nicht verdienen können. Warum sollten sie nicht die Kosten der Sicherheit tragen? Bei den Summen, die da fließen, kann jeder Fußballverein die Kosten aus der Portokasse bezahlen. Finanstarke Vereine könnten die finanzschwachen solidarisch unterstützen.

    Daß jeder die Kosten für seine Sicherheit selber trägt, ist selbstverständlich: z.B. jeder muß seine Wohnung gegen Einbruch schützen. Ich kann natürlich die Tür auch offenlassen, aber da steht kein Polizist vor meiner Tür. – Jede Firma muß ihr Eigentum gegen Einbruch selber schützen. Banken müssen ihr Geld in Form von Tresoren schützen und den Kassenraum gegen Bankräuber und das ist nicht billig. Warum sollte es bei Fußballvereinen anders sein?

    Die Verursacher der Kosten für die Sicherheit – die Gewalttäter – zahlen auf keinen Fall. Die haben nichts. Es gibt nur drei Alternativen: 1. Zahlt die Allgemeinheit (in Form von Steuergeldern) als Opfer oder 2. zahlt der Fußballverein als Nutznießer oder 3. um nicht die Allgemeinheit zu belasten, zahlen die Beamten in Form von Einsparungen, z.B. bei Beförderungen. Will die GdP das?

    Alternative 3. wäre die Richtige, denn die Fußballverbände vertreten die Auffassung, daß Gewalt ausschließlich in Form von Notwehr gegen gnadenlose Härte des Polizeieinsatzes auftritt. Gab’s an dieser Stelle auch schon mal einen Artikel.
    „Was immer auch geschieht,
    Du mußt so tief sinken,
    von dem Kakao, durch den man dich zieht,
    auch noch zu trinken.“
    (Frei nach Erich Kästner).

    Das ganze Interview hat für mich ein Geschmäckle: Vertritt Oliver Malchow die Interessen der Fußballverbände oder die Interessen der Polizeibeamten? Warum dient es den Interessen der Polizeibeamten, wenn die Fußballverbände nicht für Sicherheit zahlen müssen? Warum zahle ich monatlich Gewerkschaftsbeitrag, damit die Gewerkschaften sich für die Interessen der Fußballer einsetzt???????

  2. @Sachbearbeiter
    Die Zahlung der Polizei löst nicht unser Problem. Die Vereine der Profiligen sind heute schon steuerpflichtig. Finanzsschwachen Vereinen wurde in der Vergangenheit die Steuerschuld erlassen. Die Erhebung von Polizeikosten führt auch zu einer Debatte ob die Personalgestellung und Umfang notwendig war. Wesentlicher ist aber, die Einsatzbelastung für dei Begleitung und die Unterstützung der Spielortbehörden würde nicht sinken. Die überwiegende Zahl der ca. 18 Millionen Zuschauer sind friedlich. Wir als Polizei bräuchten die Möglichkeit verurteilten Gewalttätern Aufenthaltsverbote, Beförderungsauschlüssen und Meldeauflagen zu erteilen. Diese Maßnahmen sind keine Kollektivstrafen; sondern folgen dem Verursacherprinzip. Das polizeiliche Problem sind nicht die friedlichen Zuschauer; sondern die Gewalttäter.
    Jörg Radek

  3. Liebe GdP,

    ich kann mich dem Artikel nicht anschliessen und das möchte ich auch mal erläutern. Wenn jemand eine Veranstaltung anmeldet, wo von vornherein Sicherheitsbedenken bei der Polizei vorhanden sind und mit gewaltsamen Ausschreitungen gerechnet wird, legen wir als Sicherheitsbehörde zusammen mit der Verwaltungsbehörde Regeln fest. Zum Beispiel eine Demo darf nur einen bestimmten Aufzugsweg benutzen, eine bestimmte Anzahl an Ordnern, Kfz Kontrollstellen in Richtung der Demo etc. Diese Liste könnte ich für Konzerte oder sonstige Großveranstaltungen ellenlang weiterführen.
    Wenn sich allerdings der Ausrichter dieser Veranstaltung nicht an das hält was ihm vorgeschrieben würde, wird diese abgesagt oder aufgelöst.

    Jetzt kommen wir zum Fussball. Auch dies ist eine Veranstaltung von einem Veranstalter, hier der Deutschen Fussballliga und dem Deutschen Fussballbund. Komischerweise wird denen nicht in der gleichenweise vorgegeben wie diese Veranstaltung abzulaufen hat, sondern wir bilden ständig wenns wieder rappelt einen Arbeitskreis, der dann versucht demokratisch eine Lösung zu finden, die es aber leider nicht gibt da sich die Hardliner in den Fansclubs dagegen wehren. Das ist jetzt der Punkt wo ich sage, wenn die nicht wollen wie wir es möchten, sollen sie zahlen. Ob das jetzt der Bundesligaverein ist oder die DFL ist mir persönlich egal, aber gezahlt werden muss. Dem Steuerzahler können diese ständigen Kosten an den Spieltagen nicht aufgelegt werden, weil die Masse davon überhaupt kein Interesse an Fussball hat geschweige den ins Stadion geht.
    Was ich nicht für richtig halte ist eine Summe pauschal wie in Bremen zu verlangen, aber was richtig wäre ist, kommt es im Stadion zu Ausschreitungen, Bengalo etc, was eigentlich aufgrund der Ordner dort nicht passieren sollte, dann sollte der Verein auch zahlen und zwar den kompletten Polizeieinsatz, weil sie ihre Sicherheitsauflagen verletzt haben. Das ist fair und geht jedem anderen Veranstalter ausserhalb des Fussballs nicht anders.

    Ich habe eh nie verstanden wieso Politik und GEW sich so schwer tuen diesem Millarden Unternehmen Fussball auch mal an den Kosten zu beteiligen. Hat sich den mal einer gefragt wie sich ein PvB mit 3,5k Netto in der Tasche fühlt, wenn er sich auf die Nase hauen lassen muss, damit der Verein, z.b. Hansa Rostock jedes Wochende fröhlich Fussball spielen kann und die Spieler dort auf dem Rasen in der Masse bis zu 1 Millionen Euro im Jahr verdienen.

    Denkt mal darüber nach, entweder die Sicherheitskonzepte der Polizei werden auch von den Vereinen akzeptiert und umgesetzt und nicht lamentiert oder aber sie zahlen wenns in die Hose geht, einschliesslich der Kosten für die Genesung der eingesetzten und dort verletzten Polizeibeamten.

    Gruß aus Köln