Lesetipp: Handelsblatt online „Warten auf den großen Anschlag“

In dem Artikel „Warten auf den großen Anschlag“ beschäftigt sich Handelsblatt online mit der Gefahr durch aus Syrien oder dem Irak heimkehrende deutsche Islamisten. Jörg Radek, Vorsitzender der GdP Bundespolizei, steht Rede und Antwort.

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Themenbereich: Terrorismus | Drucken

4 Kommentare
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  1. Erst wenn es wieder Anschläge wie zur Zeit von Baader – Meinhof gibt und unsere Politiker bedroht werden,wacht die Politik auf und es ist auf einmal wieder genügend Geld für die innere Sicherheit da. Das war damals,zu dieser o.g. Zeit auch der Fall.

  2. Hallo Peter. Bitte zu bedenken, dass Ensslin, Raspe, Meinhof, Baader, Meins, Sonnenberg um nur einige zu nennen, nicht mit der IS zu vergleichen sind. Die Mitglieder der RAF waren darauf bestrebt nicht selber bei ihren Aktionen zu sterben.

    Die Terroristen der IS oder sonstiger ideologisch verwandter Gruppierungen (oder auch Einzeltäter) interresiert es nicht, ob sie sterben. Im Gegenteil, gerade deutsche Kämpfer für die Islamisten werden gezielt als Selbstmordattentäter oder sonstiges Kanonenfutter in Syrien und im Irak eingesetzt. Der Weg ins Paradies ist gewollt eingeplant. So war das bei der RAF keinesfalls.

    Zu den Opfern der RAF gehörten Juristen, Politiker und Wirtschaftsbosse. (Bubak, Pronto, Schleyer, Herrhausen, von Braunmühl, Rohwedder, Beckurts). Vertreter des verhassten, kapitalistischen und militärisch aggressiven Systems (Vietnamkrieg, Altnazis in Amt und Würden). Tote Begleiter, Personenschützer und Polizisten waren regelmäßig „Kollateralschäden“ und wurden als Mittel zum Zweck in Kauf genommen. Die Opfer der IS sind alle Menschen die nicht den richtigen Glauben haben und die auch nur im entferntesten gegen die befohlene Ideologie der IS sind. Vom Kind bis zum Greis.

    Das Verhalten der IS erinnert mich weniger an die RAF als an die SS Gruppen und Einsatzgruppen des SD unmittelbar hinter der russischen Front während des Angriffskrieges (Unternehmen Barbarossa) auf die Sowjetunion im Jahre 1941/42.

    Auch hier wurde im ganz großen Stil ermordet, gefoltert, vergewaltigt und geplündert. Die Mörderbanden der Nazis in SS und SD Uniform wüteten vergleichbar grausam an der zivilen Bevölkerung ohne moralische oder territoriale Grenzen zu kennen oder gar zu achten.

    In der Waffen SS herrschte ein innerer Glaube vor, der mit einem Eid untermauert wurde. Kämpfen bis zum Tod. Auch hier wurde rücksichtslos, das eigene Leben mißachtend gekämpft. Das machte die SS so „erfolgreich“. Das verschaffte ihr den Ruf unbesiegbar zu sein und löste bei ihren Gegnern die entsprechend psychologische Wirkung hervor. Hier ging es um Weltanschauung, Macht und Rassismus. Die Japaner haben genau so grausam gekämpft. Abgekupfert von der Waffen SS.

    Bei der IS funktioiert das ähnlich: Bilder von etlichen abgeschnittenen Köpfen syrischer Soldaten, die von IS Kämpfern medienwirksam durch eroberte Städte getragen werden rufen den gleichen Effekt beim Gegner hervor. Auch der IS geht es um Macht, Rassismus, Weltanschauung. Etliche Internetvideos tun das restliche.

    Vlad III, der Pfähler genannt (daraus wurde später dann die Romanfigur Dracula) war ein Kriegsfürst in Osteuropa im 14 Jh. Auch er nutzte Grausamkeit als psychologische Kriegsführung. Er ließ tausende Kriegsgegner pfählen und an langen Spießen an den Straßen aufstellen. Man sagte ihm nach, dass er das Blut seiner Gegner getrunken haben soll. Das macht enormen psychologischen Eindruck beim Gegner. Beim Anblick tausender gepfählter Leichen am Straßenrand hat sich sogar das osmanische Heer von der Donau geschockt zurückgezogen.

    Nein die RAF hat nur wenig bis gar nichts mit der IS zu tun Die haben unter dem Strafverfolgungsdruck im Untergrund gehaust. Hier hat es die zivilisierte Welt und damit meine ich nicht nur Europa und die USA, sondern auch die asiatischen und die arabischen Staaten mit einem anderen militärischen Gegner zu tun. Die IS mordet tausendfach, sie versklavt sie foltert und vergewaltigt. Sie regiert nach Methoden des dunkelsten Mittelalters. Sie kreuzigt Menschen. Sie begräbt Menschen bei lebendigem Leibe. Und sie kennt keine territorialen Grenzen.

    Aus ISIS wurde IS. Das deuten einige Experten als Erklärung das Kalifat nicht auf den Irak und Syrien beschränken zu wollen, sondern global einzurichten. Islamisten stehen bereits an den Golanhöhen an den Grenzen Israels und brachten Blauhelmsoldaten in ihre Gewalt. Sie verzeichnen einen massenhaften Zulauf. Tausende Kämpfer treten IS jeden Tag bei. Sie verfügen über zig Millionen Dollar und werden durch reiche Araber aus Saudi Arabien, Jemen, Irak, Katar usw. unterstützt. Wie ein Krake dem man einen Arm abhackt wachsen drei Neue nach.

    Heinrich Böll hat einmal über den Kampf gegen die RAF gesagt: 6 gegen 60 Millionen. Der islamistische Terrorismus ist sehr viel gefährlicher als die RAF.

    Sollte es der IS gelingen in Deutschland Anschläge zu begehen, dann so glaube ich wird uns allen eine sehr schwere Zeit bevorstehen. Dann ist es mir angesichts der Opfer egal ob dann plötzlich wieder Geld da ist. Dann ist es nämlich zu spät.
    Das Geld ist heute schon da. Man spart uns nur kaputt. Siehe die aktuelle Presseberichterstattung dass u.a. die Bundespolizei faktisch pleite ist und als Privatbetrieb längst Insolvenz hätte anmelden müssen.

    Man schläft einen Traum und lebt von der Hoffnung das nichts passiert.
    Und wenn doch?

    Wie sagte ein Al-Quaeda Führer unter Bin Laden schon vor Jahren: „Ihr müsst immer Glück haben, wir nur einmal.“

  3. @ regierungseigentum:
    Toller Kommentar, trifft den Nagel in allen Punkten genau auf den Kopf. Bin sehr beeindruckt.

  4. „Reisebewegungen deutscher Islamisten nach Syrien oder in den Irak alarmieren den Verfassungsschutz: Kehren die Kämpfer zurück, stellen sie ein unkalkulierbares Risiko dar.“

    Wenn sie eine Gefahr für unser Land darstellen (sollten), dann besitzt der Staat auch über ausreichende Möglichkeiten, der Sache entgegen zu wirken (sofern man das auch unbedingt will).

    Dafür gibt es ja bekanntlich Geheimdienste und für die notwendig, auszuführenden Arbeiten Spezialeinheiten.

    Es ist ist Weltpolitisch auch nichts neues, dass ein Staat, auf der anderen Seite der Erdkugel, angegriffen wird, weil er angeblich die nationale Sicherheit des angreifenden Staates und seiner „Partner“ schwer gefährdet.
    Die könnte man ja mal um Rat fragen, wie man mit solch einer Bedrohung richtig umgeht.

    Wo sitzt, bzw. wer oder was ist die eigentliche Gefahr?….Ursachenforschung! Aber da bitte nicht zu tief!…sonst kommt man oben wieder raus und dann ist man auf dem Schlacht – fest äähhhh -feld.

    „In der Politik passiert nichts zufällig. Wenn es doch passiert, war es so geplant.‘‘
    Franklin Delano Roosevelt ( 32. Präsident der Vereinigten Staaten)