Unsicherheit bei Kolleginnen und Kollegen wegen Ebola-Berichten

Berlin. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert vor dem Hintergrund gefährlicher Infektionskrankheiten größere Fürsorge der Verantwortlichen für die Polizistinnen und Polizisten vor Ort. Die Innenminister und Senatoren der Länder unter Vorsitz des nordrhein-westfälischen Ressortchefs Ralf Jäger sollten sich angesichts jüngst zunehmender Berichte über die gefährliche Krankheit Ebola umgehend mit den Konsequenzen für die Polizeibehörden beschäftigen. Der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek sagte am Mittwoch in Berlin, es reiche in dieser Situation nicht aus, Vorsorge-Merkblätter zum Verhalten bei Verdacht auf Ansteckungsgefährdung zu verteilen.

Es herrsche derzeit Unsicherheit bei den Kolleginnen und Kollegen mit Blick auf nach Deutschland kommende Flüchtlinge. Der GdP-Vize: „Deshalb ist es wichtig, dass die Verantwortlichen in den Dienststellen über die neue mögliche Bedrohung aufklären. Gesundheitliche Aufklärung schützt auch vor Hysterie.“

[Pressemeldung der GdP Bund vom 27.08.2014]
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2 Kommentare
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  1. Schweiß, Erbrochenes, ausgehustete Tröpfchen – dies kombiniert mit der Inkubationszeit, in der man einem Kranken seine Infektion noch nicht ansieht, dies ist eine Gemengelage, die für unsere Kollegen hochbrisant ist.
    Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der erste Ebola-Fall in Rosenheim, Offenburg oder Karlsruhe vor den Kollegen in der Wache steht.
    Es wird nicht der dunkelhäutige Ebolakranke sein, der sich in Liberia vor 4 Wochen infiziert hat. Dieser Kranke wird die Reise bis zu uns nicht überleben. Es wird jemand sein, der zu diesem Kranken Kontakt gehabt hat oder zu jemandem Kontakt gehabt hat, der Kontakt zu dem Kranken aus Liberia gehabt hat. Ein Reisegefährte aus dem Zug oder ein Bett- oder Matratzenlagergefährte aus Griechenland oder Italien.

    Mundschutz, große Schutzbrille die über den Mund geht (ähnlich den Eishockeyspielern) und Handschuhe sollten Standard sein.
    Fiebermeßgeräte, die auf Entfernung funktionieren, sollten die Kollegen auch davor hüten, möglicherweise Infizierten zu nahe zu kommen.
    Das Verfahren einer Komplett-Desinfizierung von Kollegen sollte dringend eingeübt werden.

    Wechselkleidung sollte auch vorhanden sein. Und die Zusage der BPOL, Reinigungskosten für möglicherweise kontaminierte Kleidung unbürokratisch zu übernehmen.
    Panikmache?
    Schaut einmal in die Wachen, wenn die Sanitäter in Ganzkörperschutzanzügen betroffene Flüchtlinge abholen.
    Die Unsicherheit unter den Kollegen ist groß. Die reale Gefährdung auch.

    Merkblätter dienen ausschließlich der Absicherung und Exculpation des Dienstherrn.

  2. Vor ein paar Wochen haben Kollegen bei der Durchsuchung einiger Personen aus Schwarzafrika das noch vorhandene Vogelgrippe-Equipment benutzt, sah aus, wie in einem Weltuntergangsfilm.