„Führen nach Zahlen“: Der Geist muss zurück in die Flasche!

166990_web_R_K_B_by_S. Hofschlaeger_pixelio.de

S. Hofschlaeger / pixelio.de

Das mehr als kritikwürdige „Führen nach Zahlen“ ist in der vergangenen Woche durch einen Artikel des SPIEGEL in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt. Durch den Bundespolizeipräsidenten mehrfach abgeschafft, scheint es eine Eigendynamik entwickelt zu haben die an den Flaschengeist von Aladin oder an Goethes „Zauberlehrling“ erinnert: „Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, werd´ ich nun nicht los.“

Wie kam es dazu? Eine „Schrittmacherrolle“ in Sachen Kennzahlen übernahm die „Kommunale Gemeinschaftsstelle“(KGSt). Ziel war damals mehr Effizienz des Verwaltungshandelns zu erreichen. Ausgangspunkt der Diskussion war eine zunehmende Unzufriedenheit mit den überkommenden Funktionsweisen und Ergebnissen der Kommunalverwaltung bei Bürgern, Politikern und auch bei den Mitarbeitern. Für die Bundespolizei und ihre Vorläuferorganisation wurden solche Managementkonzepte erst spät, seit 1999, eingeführt.

Inzwischen ist man weiter. Der Politologe und Sicherheitsforscher Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange kommt in seiner Arbeit zum selben Thema zu dem Ergebnis: „Die Polizei eignet sich nicht als Feldversuch für die verschiedenen Managementkonzepte von Balanced Scorecard bis Total Quality Management“. Lange hat die Wirkung der „Neuen Steuerung“ in verschiedenen Projekten erforscht und ist nun Leiter der Deutschen Hochschule für Polizei. Doch selbst in der Kommentierung zur PDV 100 „Führung und Einsatz“ heißt es dazu: „Nunmehr wird überall in Deutschland von neuen Steuerungsmodellen gesprochen und die drängenden Finanzkrisen bestimmen das Reformtempo. Alle Modelle verfolgen zwar das Ziel zu sparen, aber den Weg dorthin führt in erster Linie über die Beseitigung der Ursachen für unwirtschaftliches Verwaltungshandeln.“ Das Handeln für die Polizeiarbeit beginnt jedoch im Parlament! Die Polizei bezieht ihre Zweckbestimmung aus dem staatlichen Gewaltmonopol. Daraus resultiert ein staatlicher Auftrag der die Polizei von der weiteren Verwaltung abgrenzt.

Da sich die Mitarbeiter in der Polizei in besonderem Maße mit ihrem Beruf identifizieren, darf es nicht verwundern, dass insgesamt der Anstieg an bürokratischen Tätigkeiten bei gleichzeitig reduziertem Personal und gestiegener Arbeitsbelastung beklagt wird. So wurde eine fremdgesteuerte Polizei mit „Datenfriedhöfen“ geschaffen! Die Vorkämpfer und Apostel der Verwaltungsmodernisierung innerhalb der Polizei hatten Kritik bislang damit abgetan, dass es den Beschäftigten an entsprechendem Kostenbewusstsein und Verständnis für die Rahmenbedingungen mangele.

Die Lage der Bundespolizei ist aber eine andere: Mehr als jeder Achte in der Bundesverwaltung ist ein Beschäftigter der Bundespolizei, dafür fällt für die Bundespolizei jedoch nur ein zwanzigstel der gesamten Personalkosten an. Aus dem Verhältnis Stellen zu Personalkosten ist die Bundespolizei jetzt schon der „billigste Teil“ der Bundesverwaltung. Trotz Aufgabenaufwuchs beträgt der Anteil am Gesamthaushalt unter einem Prozent.

Kein politisch Verantwortlicher wird zur Rechtfertigung gegenüber dem Parlament oder der Öffentlichkeit Controllingdaten präsentieren. Weder bei Kontrolllücken, nach einem Brisanzspiel oder einem Staatsbesuch, bei dem der Einsatz verpatzt wurde. Polizeiarbeit bleibt Arbeit von Menschen für Menschen. Der Faktor „Mensch“ scheint bei der Optimierung von Prozessen jedoch häufig nur als „Fehlerquelle“ vorzukommen. Die Datengläubigkeit entfaltet nun ihre Wirkung, in dem eine Dienstelle gegen die andere ausgespielt wird: Ein Mitarbeiter gegen den Anderen. Die Beteiligten an Personalführungsgesprächen werden es teilweise bestätigen können. Ein Vorgangsbearbeitungssystem wird zu einem Programm der Leistungsmessung missbraucht.

Wir haben als Gewerkschaft der Polizei das seit Beginn der Neuorganisation verfolgte „Konzept für eine ergebnisorientierte Steuerung in der Bundespolizei“ durch Kennzahlen hinsichtlich Sinnhaftigkeit, Kosten, Akzeptanz und Eingriffe in die regionale polizeiliche Schwerpunktsetzung von Anfang an kritisch hinterfragt. Kennzahlen wurden zu einem Hilfsmittel der Organisationgewalt. Die Verengung auf Wettbewerb ist Gift für das Wir-Gefühl. Das Messen und Vergleichen um jeden Preis führt zu mehr Kälte zwischen den Menschen. Unabhängig von den Vorgängen in Lichtenberg oder vielleicht noch anderswo, sollten wir den „Geist der Zahlen“ endgültig bändigen und verbannen.

Jörg Radek
pdf Artikel für den Aushang

Share

Themenbereich: Aus dem Bezirksvorstand | Drucken

24 Kommentare
Eure Meinung zu diesem Beitrag ist uns wichtig: »

  1. Viel zu lange wurden diese „neuen Steuerungsinstrumente“ als „neue Säue durch das Dorf BPOL“ getrieben. Man hat weder in den Inspektionen noch in den Direktionen hören wollen, dass der eindimensionale Vergleich von Kennzahlen mehr als fragwürdig ist. Eine individuelle Kennzahl wird nur vergleichbar und belastbar, wenn sie mit den Umgebungsdaten in Beziehung gesetzt wird. Diese wären u.a. solche wie „präventive Einsätze“ (auf Grund von Hinweisen oder Informationen durch den Bürger, E-Befehle, andere Behörden, etc.), laufende repressive Einsätze, Personalstärke, Verkehrslage, etc.. danach wäre eine Vernetzung der Daten mit den Ergebnissen der „Polizeilichen Analyse und Auswertung“ erforderlich gewesen, um relevante Informationen zur Führungsunterstützung zu erhalten. All das ist weder in einem geistigen noch organisatorisch planvollen Prozess geschehen, somit war eine Bruchlandung des Controllings die zwangsläufige Folge und Ergebnis dieser „Führungsfehlgeburt“. Von daher – da Sicherheit kaum oder gar nicht messbar ist – sollte man auf diese Fehlentwicklung verzichten und ein wenig mehr polizeilichen Sachverstand walten lassen.

  2. Hallo Jörg,

    dann haben wir ja demnächst viel zu tun, was aber auch wichtig und notwendig ist um diesen Moloch mal auszuheben und auf ein vernünftiges Maß herunter zu brechen.
    Wahrscheinlich muss da aber auch Druck wieder über die Öffentlichkeit erzeugt werden

    Ich wünsche uns da mal Frohes Gelingen !

    Gruß Geppi

  3. Spätestens jetzt wäre es doch auch an der Zeit unser Beurteilungs- und Beförderungssystem auch mit anderen „Komponenten“ stärker zu bestücken. Der ständige Druck, Aufgriffe und Zahlen zu generieren kann hier nicht zielführend sein. Beförderung und eine gute Beurteilung abhängig von einer Statistik.

    Es wird auch nichts bringen mit den Fingern auf unsere Erst- oder Zweitbeurteiler zu zeigen. Wenn, dann liegt es an dem System in welchem wir uns befinden. Dieses MUSS endlich reformiert werden!

    Danke lieber Jörg für Deinen sehr guten Beitrag! Wenn ich mir den Beitrag zu diesem Thema auf einer anderen Seite anschaue, dann geht mir aber auch sicher bei vielen Kolleginnen und Kollegen die „Hutschnur“ mächtig nach oben.

    Es zeigt sich mal wieder, dass die GdP immer den entsprechenden Überblick der Lage hat.

  4. @U. A. 18. November 2014
    zum Glück ist es bei unserer Vorgesetzten nicht so, dass die „nackten Zahlen“ beurteilungsrelevant sind, sondern die Arbeitsqualität im Vordergrund steht.

    Dennoch sind Zahlen, Daten und Fakten nicht unwichtig. Natürlich möchte der Chef wissen wieviele Vorgänge POM A und POM B gemacht haben und der Dienstellenleiter will wissen wieviele Vorgänge die einzelnen DG’n gemacht. Wenn er noch mehr wissen will und die Zahlen richtig bewertet und die richtigen Schlüsse zieht, dann ist das auch alles gar nicht schlimm.

    Der Umgang mit Zahlen, Daten, Fakten (Controllingdaten) nimmt jedoch schreckliche Ausmaße an. Die Polizei ist kein Wirtschaftsunternehmen; das Produkt „Sicherheit“ lässt sich nicht optimiert herstellen, wie Sachprodukte eines produzierenden Unternehmens. Sonst müsste die Feuerwehr „Brandstifter“ einstellen um mehr zu löschen, um wirtschaftlicher zu sein.

    Diese ‚Schraube‘ muss zurück gedreht werden!
    Da wir derzeit von der „Schwarzen Null“ bestimmt werden, müssen wir im Schatten der Schwarzen Null denken. Kein Problem! Administrative Arbeit („Torten malen“) zurück zu schrauben kostet nichts und bringt Ressourcen / schafft freie Mitarbeiter, die andere (echte polizeiliche) Aufgaben ausfüllen könnten.

    Beispiel Artus:
    Eigentlich ein tolles Programm. Jedoch verkommen selbst kleinste Anzeigen zu einem riesen Aufwand, da dort zig Häkchen und Kreuze gesetzt werden müssen, die niemals von Relevanz sind. In Anzeigen ist das wichtig, was per Papier in die „Rotakte“ kommt. Eine relativ schnell verfasste Verfügung und es werden zig Stunden per PVB am PC administrative Arbeit gespart.

    Und so kann sich das durch viele Bereiche der gesamten Organisation ziehen.

  5. Ich denke das die Wahrheit in der Mitte liegt. Für einen IL und einen Präsidenten sind die Zahlen natürlich interessant. Jedoch muss man sich die Frage stellen. Was braucht Polizei. Und man sollte kritisch hinterfragen. Wievilel Personal (ich meine damit gut ausgebildetete PVBS) müssen sich mit dem Beschaffen, Auswerten, Einspeisen in Tabellen, Präsentieren beschäftigen.
    Das hat brutale Dimensionen eingenommen. Dies steht in keinerlei Verhältnis zum Nutzen. Normalerweile gehört dieser Bereich in den Aufgabenbereich von Verwaltungsbeamten und wir Polizisten sollten das tun wofür wir ausgebildet wurden. Wenn man hier einmal umschichten würde und die Sachgebiete mehr mit Verwaltungsbeamten besetzen würde, hätten wir im Nu in einer Direktion nicht wenig Personal für orginäre Polizeiarbeit.

  6. …in der Tat! Der (Un)Geist muss zurück in die Flasche. Das könnte (und sollte!) zu einem Motto und Dauerthema werden , denn in der sinn- ziel- und planlosen Datenerhebung und -Vergleich liegt mittlerweile m.E. ein ganz zentrales Problem der Bundespolizei. Einfach wieder in die Flasche zurückstopfen?
    Das wäre vielleicht vor ca. 10 Jahren noch gegangen als einige besonders durchgeknallte Apologeten der ergebnisorientierten Steuerung noch die absolute Ausnahme darstellten. Die hätte man ggf. einbremsen können, wenn man denn gewollt hätte… Wollte man aber nicht, denn es klang ja alles so richtig schön „modern“.
    So konnte dieser Ungeist sich dann eben langsam, aber stetig und höchst nachhaltig ausbreiten und bestimmt mittleweile, ob gewollt oder nicht, massgeblich das dienstliche Leben in der Bundespolizei bis in die kleinsten Verästelungen.
    Und so stellt sich eben auch die Frage nicht mehr, ob der vergleichsbedingte Stress gewollt ist oder nicht. Er ist Fakt und insofern wirken die Rechtfertigungsversuche aus Berlin und Potsdam auch ziemlich aufgesetzt.
    Wenn man solche ein „Führungsinstrument“ einführt, sollte man eben auch an die Folgen denken . (die durchaus vorherzusehen waren und unter anderem auch von Prof. Lange usowie auch von der GdP vorhergesagt w u r d e n!)
    Wenn man die gnadenlose Zahlenhuberei wirklich nicht wollte, dann sollte man sich nicht bei jeder Tagung und jedem Dienstbesuch von einer PP-Präsentation nach der anderen berieseln lassen, sondern einfach mal klarstellen: Schluss damit!
    Am Anfang müsste also das Eingeständnis stehen: „Da haben wir wohl mächtig mit Zitronen gehandelt!“
    (Das könnte man ja auch vornehmer ausdrücken, mit Formulierungen wie „..ist uns so leicht entglitten“ oder „Da haben wir wohl wirklich etwas übertrieben“ o.ä.)

    Gegen die Erhebung von Statistiken in Maßen hat niemand was!
    Es zeigt sich allerdings , dass der betriebene Aufwand in keinem Verhältnis mehr zum dafür (eigentlich) vorgesehenen Personal steht. Würde in einer BPOLI tatsächlich nur ein Beamter die Hälfte seiner Arbeitszeit mit Controllingaufgaben verbringen, wären die derzeitigen Exzesse auch gar nicht möglich! Wenn ich hingegen alle zusammenrechne, die sich in irgendeiner Form mit der Erstellung der diversen „Managementberichte“ beschäftigen , so komme ich bei wohlwollender betrachtung auf ca. 400% Besetzung, bei nicht ganz so wohlwollender auf bis zu 6-700%

    Und mag man noch so oft betonen, es handele sich n i c h t um ein Instrument, um die Belegschaft zu knechten, so wird es von der Masse halt eben doch so empfunden, was bedeutet, dass man zumindest bei der Einführung transparenzmäßig etwas vergeigt hat!

    Und wer nun behauptet, die Masse sehe das ja gar nicht so dramatisch:
    In unserer Inspektion ergab eine vom ÖPR initiierte Befragung aller Beschäftigten (Wahlbeteiligung ca. 68% und damit in etwas wie bei einer mittleren Bundestagswahl…;-) eine Ablehnung des Controllings in der derzeit real existierenden Form 92%! – Noch Fragen?

    nachzulesen neben einigen anderen Aspekten hier:

    http://kg-weil-am-rhein.gdpbundespolizei.de/2014/11/11/schluss-mit-der-zahlenhuberei/

  7. Der beste Beitrag seid langem.
    Auch die Kommentare sehr gut.
    Viel besser als in den einschlägigen Foren.
    Aber in den Führungsebenen sind diese Statistiken sehr beliebt
    und deshalb schwer auszumerzen. Aber darüber zu sprechen ist ein Anfang.

  8. Spieglein, Spieglein … – Wer ist der Beste im Land?

    Für nicht Wenige in der Bundespolizei ist der „Zahlenfetischismus“ existenziell, das dürfen wir bei der ganzen Diskussion nicht vergessen. Ein warmes Büro mit Flipchart und Whiteboard gibt man nicht gern auf. So …
    Was uns in den letzten Jahren verloren ging, ist der ehrliche Umgang mit unseren Mitarbeitern. Auch, dass sich Führungskräfte zunehmend vom beruflichen Alltag verabschiedeten. Der Kontakt zu Mitarbeiter beschränkte sich auf den gegenseitigen Austausch von Zuarbeiten, Stellungnahmen, Managementberichten, Sprechzetteln oder Powerpoints. Die Kommunikation fand sich in farbigen Randbemerkungen wider – rot, grün, braun, orange – bei Führungskräften sehr beliebt! Und eigentlich haben unsere Führungskräfte ja auch kaum Zeit – ein Termin jagt den nächsten: Führungskräftebesprechungen, Jour-fix, Steuerkreise, Stabsbesprechungen, Pressetermine, Strategietagungen, Lagebesprechungen, Amtseinführungen – das ist sicher nur ein kleiner Teil.
    Dass dabei der Mensch, also unsere fleißigen Kolleginnen und Kollegen, zunehmend in den Hintergrund trifft, das hatte man aus den Augen verloren. Nun, vielleicht hatte ja ein findiger Controller in Berlin bereits die Kennzahl für „Mitarbeiterzufriedenheit“ als „Ampel“ kreiert und nur die Farben falsch zugeordnet? Vielleicht!
    Wenn Führungskultur zunehmend auf Zahlen ausgerichtet ist und die Gunst der Stunde nicht für eine Rückbesinnung auf eine Führung ausgerichtet wird, die den Mitarbeiter einbezieht, dann war es nicht der letzte „Deckel, der vom Topf fliegt“! Ich danke denjenigen oder diejenigen, die diesen Artikel unterstützt oder zustande haben kommen lassen. Es sollen ja nicht die strafbaren Handlungen relativiert oder entschuldigt werden! Die Wahrheit ist zwischen den Zeilen verborgen!
    Und wer jetzt noch auf die Idee kommt, den „Whistleblower“ zu suchen, anstatt sich den Zuständen zu stellen, wünscht sich insgeheim einen weiteren Artikel im Spiegel.

    Einer von Euch!

  9. Einer von Euch 18. November 2014

    …derzeit bester Kommentar zum Thema!

    Besonders der letzte Satz.

    Mir ist zwar nicht bekannt, ob die Jagd nach dem „Maulwurf“ schon begonnen hat, es sollte mich aber wundern, wenn dem nicht so wäre. Die Energie sollte man hingegen wirklich zielgerichtet zur Lösung des Problems verwenden.

    Gleichwohl: interessieren würd´s mich auch…. – zumal der Whistleblower mit ziemlicher Sicheheit nicht der POM XYZ ist, sondern schon in den etwas höheren Etagen zu suchen sein dürfte….
    Das lässt hoffen! Zeigt es doch, dass sich noch nicht alle Führungskräfte dem Diktat der „höher besoldeten Einsicht“ bzw. des „vorauseilenden Gehorsams“ unterworfen haben!

    Denn, auch das ist Teil des Problems: derart tief in die Grütze konnten wir nur geraten, weil offenbar jegliche Art gesunden Menschenverstands oder auch nur Realitätsbewussteins gezielt ausgeblendet wurde. (oder untergebuttert, aber dazu gehören bekanntlich auch immer zwei…)
    Denn das, was auf den ersten Blick als Aufführung von „des Kaisers neue Kleider“ in Endlosschleife daherkommt, ist in Wirklichkeit absolut folgerichtiges Ergebnis der Führungsunkultur, die sich im Laufe der letzten Jahre schleichend breit gemacht hat und die mit dem immer noch gelehrten „KFS“ nichts, aber auch garnichts mehr zu tun hat!

  10. Wenn man diese Zahlenhascherei ausmerzen will ist eine Reform der Beurteilungsrichtlinien unumgänglich!
    Anders kann man eine Heranziehung der Aufgriffszahlen nicht mehr verhindern.

    @diki 18.11.2014: Die Tagebuchnummern sagen sehr wenig über die Arbeit des einzelnen aus da sie zb. bei den Streifen der „grünen Grenze“ hauptsächlich Zufall sind, der eine hat mehr Glück als der andere!

  11. Einer von Euch 18. November 2014,gut wahrgenommen und gut analysiert. die entscheidungen politisch, strategisch, innen und außen wurden meiner meinung nach in den jahren 1999-2005 getroffen.all diese kann man nicht mehr rückgängig machen. die auswirkungen spüren wir mit beginn der finanzkrise global und je näher man den wahren gründen kommt um so unheimlicher wird das ganze innen wie außenpolit. jeder ma wird belehrt und leistet einen de. ich glaube das jeden ma klar sein müßte, je höher die bs und sü um so mehr Geschwisterchen sind im spielbetrieb. auf deutsch 3dinspy. ich schaue wieder in die‘ sterne‘, geboren mit der bestimmung gutes zu vollbringen ein vermächtnis zu erfüllen den verrat aufzudecken und den skyfall zu entkommen. es wird mehr,viel viel mehr und ein großer riptide. admin bitte löschen sie mail und nick denn meine zeit ist gekommen danke. für die zwischenwelten dies ist mein letzter beitrag

  12. @Gerhard Medgenberg
    Es ist ja nicht nur das gelehrte KFS, dies ist eingebettet in das Leitbild, selten zu sehen aber wohl immer noch gültig.
    Hier wurde, und das waren schon 97/98 bei Einführung meine Bedenken, gut gedacht, aber dies muss von „oben“ mit Leben erfüllt (gelebt) und nicht nur gefordert werden. Die Hoffnung das nachkommende Führungskräfte dies hunbekommen hat sich leider nicht erfüllt, die Management Fähigkeiten lassen dies wohl nicht zu.

  13. Grundsätzlich alles richtig, Zahlen einzelner Beamter sind irrelevant,
    aber wenn es darum geht Personal zu verschieben, dann zählt der Aufgriff des Einzelnen wieder.
    Wo ist dann zu viel Personal bei „geringen“ Zahlen, welches Revier, welche Inspektion ist nicht so fleißig, wie die überlastete Schwerpunktdienststelle.
    Schwups ab geht’s bis hin zur nächsten Reform erst in Abordnungen quer durch die Republik und dann wird die Dienststelle entbehrlich, weil die Zahlen noch weiter fallen….
    Wie ist den wohl die letzte Reform berechnet worden (ohne Controller vor Ort), was macht wohl ständig der Bundesrechnungshof und wozu evaluieren wir Personal, Neuorganisation usw.

    Zitat Bundesrechnungshof: „Wenn die Bundespolizei landespolizeiliche Aufgaben durchführen kann, insbesondere an den Ostgrenzen, dann hat sie offensichtlich zu viel Personal“ – Kooperationsvereinbarungen mit polnischen Dienststellen und LaPo ????

    Egal wer die Zahlen zählt (vor Ort oder im P; BMI) oder wo die Zahlen relevant werden, am Ende geht’s darauf hinaus, dass das Verhältnis zwischen Personalanzahl und abrechenbaren Ergebnissen zählt. Nix Prävention!!!

    @ Im Übrigen Herr Medgenberg gibt es Dienststellen mit nur 50% Controlling bei einem Mitarbeiter. Ich will damit nicht sagen, dass die Aufgabe sinnvoll ist und nicht entbehrlich ist. Nur frage ich mich, ob nur das Einsparen der Controller vor Ort wirklich mehr Personal auf die Straße bringt und wo wirklich immer mehr Personal hingeht… Sorry, aber Ihre Statements sind mir zu pauschal und einseitig.

  14. Mit Sinn und Verstand …

    Die Notwendigkeit des Controlling als Führungsinstrument (auch) in der Bundespolizei ist nicht strittig. Allein der beschrittene Weg und die Ausmaße müssen auf den Prüfstand.
    Mit den letzten Reformen ab Mitte der 90er wurden größtenteils organisatorische und personelle Änderungen herbeigeführt, die Entlastungen für Führungskräfte darstellten.

    • Öffentlichkeitsarbeit/ Beschwerdemanagement
    • Controlling
    • Innenrevision
    • Kräftemanagement
    • Strukturierte Stäbe in allen Behörden und Inspektionen
    • Leitstellen und Einsatzzentralen
    • Dienstgruppenleiter, stellv. Dienstgruppenleiter, Gruppenleiter, Führungsgehilfen
    • Verbindungsbeamte bei anderen BOS
    • …

    Die Kontroll- und Streifenbeamten, die Ermittlungsbeamten, die Fahndungsbeamten, die Verwaltungsbeamten, die Angestellten und Arbeiter – was bekamen die zur Entlastung? Sie wurden auf dem „Reißbrett“ verschoben, neu zusammengestellt und auf die neuen Aufgaben „vorbereitet“. Es gab noch neue Fahrzeuge, neue Computer, viele neue IT-Programme, viele neue Rahmenanweisungen, viele neue Konzepte, viele neue Meldeverpflichtungen, ja, und neue Aufgaben: Zahlen und Informationen sammeln. Eine dieser „Collekten“ nannte sich „VBS @rtus-Bund“. Und der Großteil der Erfassungen dient der Versorgung mit Führungsinformationen.

    Diese gerade genannten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind diejenigen, die unseren gesetzlichen Auftrag erfüllen. Und weil sie aus der Sicht der Führung oft nicht ausgelastet sind, nehmen sie gern noch „Nebentätigkeiten“ an: Trainer, Beauftragte für Brandschutz, Schießausbilder, IKT-Fachlichkeit, Multiplikator für Dienstsport … (Euch fällt sicher noch einiges ein)

    Und wenn ich ein Controller wäre, müsste ich mich genau dieser Fehlentwicklung widmen. Und ich würde hier keinen Kommentar abgeben, sondern nur lesen.
    Und Führungskräfte würde ich bitten, das Gleiche zu tun …

  15. Ein Problem, dass von vielen Kommentatoren/innen dieses Forums erkannt wurde ist definitiv, dass es zunehmend an qualifiziertem, engagiertem, selbstbewußtem, durchsetzungsfähigem und objektivem Führungspersonal fehlt (okay, dies wird von ganz oben so gewollt sein. Von der Politik wird es ja vorgelebt: Wer aus der Reihe tanzt, kommt erst gar nicht in Positionen wo man mitentscheiden darf) . Grundsätzlich ließen sich alle Maßnahmen, seien es Beurteilungen, Beförderungen, Diskussionen über Personal-, Sachbedarfe und/oder -verschiebungen etc. über entsprechende Darstellungen, Gespräche und Diskussionen regeln. Nur, wenn eben die Führungs“kräfte“ Schwächlinge sind, besteht die Notwendigkeit, notwendige und sinnvolle Regelungen alternativ mit Krücken und Hilfsmitteln, wie eben Kennzahlen etc. zu begründen. Aber man lernt ja schon relativ früh, daß man keiner Statistik trauen sollte, die man nicht selbst gefälscht hat ;-). Mit Zahlen, Daten, Tabellen und Statistiken kann sich jeder mit ein wenig Kreativität seine ganz eigene Realität backen und die gewünschten Forderungen begründen – wer hat das nicht schon zu seinen eigenen Gunsten getan? Ob das in einer Organisation mit einem Auftrag wie sie die BPOL hat, vereinbar ist, wage ich zu bezweifeln.
    Und mit den vom Leitbild propagierten Werten steht das meist schon gar nicht in Einklang.
    Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten, aber nicht immer ist alles gut, was neu ist!
    Zumal der öD dafür bekannt ist, neue Maßnahmen erst dann einzuführen, wenn sie woanders schon wieder abgeschafft werden. „Back to the roots“ könnte vielleicht erfolgversprechender sein?

  16. Und der Großteil der Erfassungen dient der Versorgung mit Führungsinformationen.
    Einer von Euch; 20. November 2014

    …eben! Und dieser wird mittlerweile ein viel zu hoher Stellenwert beigemessen.

    Denn über allem sollte zunächst mal der gesetzliche Auftrag stehen. Diesen gilt es zu erfüllen und nicht, sich permanent um sich selbst zu drehen, sich zu führen, optimieren, evaluieren oder sonstwas -ieren!

    Das Problem ist aber eben auch nicht die grunsätzliche Suche nach Verbesserungen (nicht Einsparungen! – das ist ein himmelweiter Unterschied!), sondern das Ausmass, welche diese angenommen hat.

    Das Problem ist auch nicht das grundsätzliche Bestreben, Führungsaufgaben „auszulagern“, sondern die Tatsache, dass die, auf die „ausgelagert“ wird (nämlich die handelnde Basis…), eben diese Möglichkeit zum „Outsourcing“ nicht haben. Es gilt folglich das Prinzip: „den letzten beissen die Hunde“ .

    Es sind dies allerdings alles Entwicklungen, die man nicht nur vorhersehen konnte, sondern eigentlich vorhersehen hätte müssen. (Und dann rechtzeitig die Bremse ziehen… – hier kommt aber eben wieder die bereits erwähnte Führungskultur zum Tragen, die Widerspruch, ja noch nicht einmal gute Ratschläge gegen die höher besoldete Einsicht zulässt)
    Vor allem aber hätte man nicht zulassen dürfen, dass sich das verhältnis von Stützlast zu Nützlast derart zugunsten der Stützlast verlagert.

    Und hier, Kollege ms, sind wir wieder bei der Frage des Ausmasses. Ich behaupte nach wie vor: würde man das Controlling lediglich in dem Rahmen betreiben, wie der ODP einer Inspektion es vorsieht, wären wir jetzt nicht an diesem Punkt. (sollte das in deiner Dienststelle tasächlich so sein: herzlichen Glückwunsch!)Man muss halt, zumindest was den Bereich der Stützlast angeht (bei den gesetzlichen Aufgaben geht das nicht so einfach…) die „Aufgaben“ dem vorhandenen Personal anpassen, nicht umgekehrt !

  17. Zum taktischen Führen brauche ich keine Diagramme. Viele der Zahlen dienen nicht dem taktischen Führen, sondern der Selbstverwaltung. Weniger Selbstverwaltung und mehr polizeiliches Arbeiten würde eigentlich Sinn machen!

  18. Ich finde das Problem wird etwas einseitig betrachtet. Ich bin der Meinung, dass Controlling, und auch die meisten Tätigkeiten in Sachgebieten von qualifizierten Verwaltungsbeamten ausgeübt werden sollten. Polizisten sollten so eingesetzt werden wie sie ausgebildet wurden. Hier ist ein eklatantes Missverhältnis entstanden. Aussmass:
    Es gibt selbstverständlich Unterschiede, das in der einer Inspektion 2-4 Beamte mit dem Dunstkreis C, IDM, Prozesse, Audits etc. beschäftigt sind und in der anderen nur einer in Halbfunktion.
    Bezüglich dem Controlling bereiben wir meiner Meinung nach viel zu viel Kaffeesatzleserei. Es ist mit Sicherheit ein notwendiges Instrument auf höherer Führungsebene. Ein IL, oder Präsident agieren numal in einem ganz anderem Verantwortungsbereich wie ein KSB, Fahndungsbeamter, GL etc, und meiner Meinung nach ist es deren Recht und Pflicht den Überblick bezüglich ihres Verantwortungsbereich zu haben. Das ist in der freien Wirtschaft genauso. Somit – lasts uns unsere Polizeiarbeit erledigen – ja Controlling trägt dazu bei manche Sachen zu kritisch zu hinterfragen – ja Controlling trägt dazu bei Druck auf den KSB hinsichtlich Zahlen oder beim Ermittlungsbeamten hinsichtlich Ermittlungsverfahren zu erhöhen. Und das ist auch gut so. Denn ohne Kontrolle wird gerade ein Beamtenapparat traege. Und das darf nicht mehr passieren.

  19. @ ghost

    Danke für den sachlichen Beitrag! Endlich mal einer der es kapiert hat! Leider sind das viel zu wenig, gerade hier unter den Kommentatoren!

    Man muss schon genau unterscheiden welche Daten ich ‚controlle‘
    Bin schon der Meinung dass es interessant ist zu wissen wie hoch die Krankenrate ist, oder wie hoch Aufgriffszahlen sind, wie das Verhältnis zwischen Abfragen und die Fahndungstreffer sind oder wie die Auslastung der Bundesbereitschaftsabteilungen sind.
    Leider kommt aber auch viel zu oft der deutsche Grundsatz ‚Wenn schon gründlich, dann richtig gründlich‘ zum tragen. Aber insgesamt darf das System auf keinen Fall in Frage gestellt werden. Und das Präsidium sollte sich auch mal äußern was sie nun an Daten haben wollen oder nicht!

  20. @BP – es steht doch gar nicht zur Disposition, ob man beim taktischen Führen Diagramme braucht. Selbstverständlich nicht.
    Der Zugführer oder Hundertschaftsführer einer BFE muss intuitiv, nach Rechtslage und BDL entscheiden (Demo, Hausdurchsuchung, Fussball) was gemacht wird. Der FOG Leiter muss in einer laufenden Observation ebenfalls nach taktischen Ermessen intuitiv durch Erfahrung und BDL (was in Sekundenbruchteilen abläuft) entscheiden. Der KSB entscheidet intuitiv und nach Rechtslage, wen er kontrolliert und ob er weiterführende Maßnahmen treffen kann und darf. Da wird doch niemanden ein Diagramm vor Augen schweben.
    ABER: Der Sachbearbeiter der MFE muss nach dem Einsatz diesen in Zahlen, Daten, Fakten zerlegen (Mannstunden, eingesetzte Beamte, evtl. Spritkosten, Auslastung). Der Sachbearbeiter der BFHu muss seine Statistik anfertigen für vielerlei Zwecke. Und der KSB muss bei seiner Arbeit mit nicht professionellen Vorgangsprogrammen arbeiten.
    Da in einer anderen Führungsebene diese Zahlen benötigt werden (das hat auch nichts mit Selbstverwaltung zu tun) wäre für mich der Ansatz. Muss in der MFE oder BFHu diese Arbeit ein Sachbearbeiter tun besoldet mit A11-12 oder reicht da auch ein Verwaltungsbeamter, der das gelernt hat. Und der Sachbearbeiter konzentriet sich auf die Einsatz/Organisation und das Einsatzgeschehen. Wäre es nicht möglich unseren KSB bzw. die Arbeitsebene mit professionellen Vorgangsprogrammen auszustatten, welche durch kurze Bearbeitungszeiten glänzen und nicht durch Umständlichkeit.

  21. Controlling…es gibt sie also noch/ doch die Kollegen, welche dieses Instrument für gut erachten!

    Ja und wenn es denn richtig angewandt wird…würde so maches besser werden!? Leider ist die Chance dazu schon vor ein paar Monden vertan worden!

    An einer Prozessoptimierung ist nichts auszusetzen…dies macht übrigens jeder ständig im privaten Bereich! Wenn irgend etwas nicht so funktioniert wie man es sich vorstellt, geht man auf Fehlersuche bzw. eignet sich in unterschiedlichsten Formen das nötige Know- How an – letztendlich beschreitet man sogar andere, neue Wege – um ein für sich zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen .

    Diese Prozesse finden allerdings bei der BPOL so nicht statt. Hat es vielleicht keiner Verstanden – oder an was scheitert eine Umsetzung?

    Wen oder Was benötigt man dafür, um einen Prozess zu optimieren?
    -Einen der -sprichwörtlich- die Arbeit macht.
    -Einen der sich während der Arbeit, über die Arbeit Gedanken macht
    -Einen der Probleme darstellt bzw. Verbesserungen einbringt
    -Einen der sich mit der Materie auskennt und offen ist für Optimierungen und zwar von unten
    -Einen der die Eier in der Hose hat Probleme etc. bei der übergeordneten Stelle ungeschönt und wahrheitsgemäß vorträgt
    -Einen Chef der ebenfalls die Materie kennt, welcher sich der Dinge annimmt, diskutiert und letztendlich evtl. umsetzt
    -Eine erhebliche Bereitschaft für eventuell notwendige Investitionen (finaz., mat.)
    -Die Aufrichtigkeit und Offenheit eigene Fehler einzugestehen

    Nun unterliegt die BPOL allerdings den ihr aufgelegten Zwängen und ihrer eigenen „Lebensweise“.
    Daraufhin sollte zumindest über die Sinnhaftigkeit des Systems „Controlling im Dienstleistungssektor“ nachgedacht werden.
    Aber wie bereits an anderer Stelle schon eimal in Frage gestellt…Nach welchen Standarts „controllt“ eigentlich die BPOL?
    Wir haben keine!
    Sämtliche „Qualitätsoffensiven“ sind kläglich versickert! Leitbilder, Leitstrahle, TQM – ISO Zertifizierung, Zielvereinbarungen und sonstige Mode-Management Erscheinungen mußten auf biegen und brechen in der BPOL, zumindest auf dem Papier (mitunter nicht einmal da), Einzug halten.
    Und verstanden hat’s anscheinend dann doch keiner – und deswegen Zahlen – die kann man vergleichen (größer – kleiner, lernt man schon in der ersten Klasse) – die lügen nicht. 1+1=3. 1 ist wenig demzufolge schlecht – 3 ist mehr…Logik = also auch besser.
    Nun hat der Eine oder Andere doch geschnallt, dass läuft so nicht bzw. hat kalte Füße bekommen – hinsichtlich des Zahlenfetisch’s…ABER wie es nun mal so ist – wenn etwas erst einmal eine gewisse Eigendynamik erreicht hat, ist eine Anhalten oder gar eine Umkehr so gut wie unmöglich. Das bedarf enorm viel Zeit und Vertrauen. Nur wo soll letzteres herkommen…Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht und wenn er auch die Wahrheit spricht!
    Man hat es gnadenlos übertrieben und wundert sich über die Stilblüten. Ja man empört sich gar über das sträfliche Verhalten von einigen „wenigen“??
    Nur wer hat diesen Karren ins rollen gebracht? Natürlich keiner….alles wurde falsch Verstanden! Kommunikationsfehler/-Problem!
    Der mehr oder weniger genötigte (JUP vom Trupp) wird zum „Opfer“ – Der Einfordernde lügt, ohne rot zu werden!

    Ulf Schmidt

  22. @ Ghost – die Daten in einer Hunderschaft werden vom Sachbearbeiter oder Bearbeiter Einsatz ins System eingetragen. Die Fortbildungszahlen werden vom stv. Hundertschaftsführer nur zusammengefasst. Die Hauptarbeit macht der Controller im Abteilungsstab der die Zahlen dann noch mal überprüft ob vielleicht Doppelbuchungen vorhanden sind.

  23. Mit Sinn u. Verstand – schrieb „Einer von Euch“.

    Was ist Controlling und Kosten-Leistungsrechnung bzw. -planung im Grunde eigentlich nur? Sie ist die Zerlegung der täglichen Arbeitszeit auf viele kleine Einzelzeitabschnitte die mit Leben erfüllt werden müssen. Der Staat und seine Behörden (also mit uns Sicherheitsbehörden) wurde in den letzten Jahren zu einer „AG“ umgebaut, deren Vorstände über die wirtschaftliche Situation (siehe schwarze Null) ihres Unternehmens informiert werden wollen.

    Als weitere Sinn-Frage stelle ich mir die Frage, was will den der Staat von seiner Behörde, den Menschen die in ihr arbeiten, denn noch alles wissen, was er nicht schon weiß?

    Zum „Führen“ von Menschen (Mitarbeiter, Kollegen) braucht es mehr als ein wirres Gebilde von bunten Diagrammen, die lediglich eine (bereits vergangene) Momentaufnahme wiederspiegeln,

    heute ist es zudem modern, wenn man auf Behördentreffen bei Kaffee und Keks, auf überdimensionierten Leinwänden moderne PPT-Präsentationen und Excel-Grafiken, mit Laserpointern und Mikrofon den anderen anwesenden Behördenvertretern präsentieren/moderieren darf u. Kann.

    Dass man damit aber den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht bzw. die von Menschen für Menschen gemachten Gesetze und Aufgaben (letztendlich nicht mehr wahrnehmen kann), nimmt man (billigend?) in Kauf.

    Im Ergebnis führt das dann dazu, dass – wie in der Wirtschaft auch – Dienststellen und ihr Personal zur Verfügungsmasse werden, die untereinander in Konkurrenz stehen, und aus Sicht des „Vorstands“ jederzeit „zur Diskussion“ gestellt werden können – was wir gerade erleben….- der Bundespolizist/Bundesfinanzpolizist als reine Zahl in einem Labyrinth aus dem es keinen Ausweg mehr zu geben scheint..

  24. Und der Wahnsinn geht weiter. Hab gerade am gestrigen Tag wieder die aktuellen Zahlen für Oktober, aufgearbeitet nach Fahndungstreffer, Strafanzeigen, OwI, Krankenstand, pp. aufgegliedert bis zu den einzelnen Revieren/Dienstgruppen bekommen. Kommentar eines Dienstvorgesetzten: Ihr müsst mehr bringen, sonst steht das Revier auf der Kippe. Ich glaube einzelne Dienstvorgesetzten bis hin zum IL haben noch nicht begriffen, dass irgendetwas im System nicht stimmt. Weiter führen nach Zahlen und fordern von Fahndungstreffern pp. ist an der Tagesordnung. Mal sehen wie lange es dauert, bis die nächsten Kollegen sich etwas ausdenken um ihre Zahlen auch nur Halbwegs zu erfüllen. Aber dann hat wieder keiner in den Führungsetagen etwas davon gewusst. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

    PS: Wer Rechtschreibfehler findet, kann sie behalten!!!!!