Das Soziale als Tagesaufgabe

Jörg Radek, Vorsitzender des GdP-Bezirk Bundespolizei

Jörg Radek, Vorsitzender des GdP-Bezirk Bundespolizei

Von den Philosophen in der Antike bis zu den Verfassungsrichtern in der Gegenwart beschäftigte die Würde des Menschen stets die Menschen.

Die Erkenntnis von der Unantastbarkeit der Würde konnte erst in der Zeit der Aufklärung das Fundament des Zusammenlebens aller Menschen werden. Doch insbesondere in einer Zeit der Beliebigkeit und Infragestellungen von grundsätzlichen Positionen haben die Menschen eine Sehnsucht nach Orientierungspunkten. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Menschenwürde zu dem Schlagwort der Arbeiterbewegung. Unmittelbar aus der Menschenwürde kann auch die Verpflichtung abgeleitet werden, Lebensbedingungen für alle Menschen zu schaffen, die ihnen ein würdiges Dasein ermöglichen. Dazu gehört auch die Wertschätzung von Arbeit. Hier beginnt nun das „Soziale“. Es beinhaltet die Fähigkeit, sich für andere zu interessieren, sich einfühlen zu können. Diese Haltung schafft Problembewusstsein. Bewusstsein für die ungenügende Stellenstruktur im mittleren Polizeivollzugsdienst („POM-Bauch“), für eine nicht sachgerechte Personalstruktur für die Verwaltung, für höherwertige Haushaltsstellen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Sie bilden genauso – wie der ungenügende Anteil des höheren Dienstes – den Kern der Wertschätzung der Arbeit.

Das Soziale beinhaltet Achtsamkeit, Fürsorge und Schutzwirkung für den jeweils anderen. Dies ist nicht allein die Aufgabe von Gewerkschaften sowie Personalräten und gehört auch zum Führungsgeschäft; – den Blick auch für die strukturellen Defizite zu haben, Lösungen anzubieten. Das Verlangen danach, dass es in der Welt gerecht zugehen möge, ist tief in uns Menschen verwurzelt. Es ist kein übertriebener Anspruch. Das Streben danach ist keine Gleichmacherei. Diese Aufgabe ist auch nicht abschließend lösbar. Vielmehr ist sie ein Prozess, in dem jede Zeit ihre Antworten auf ihre Fragen geben muss. Arbeit darf nicht krank machen. Sie darf aber auch nicht Unzufriedenheit auslösen. Die Ursachen für beides zu ermitteln und Lösungen zu finden, ist eine Haltung, die den anderen nicht aus dem Auge verliert.

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21 Kommentare
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  1. Um Wertschätzung,Achtsamkeit, Fürsorge sowie soziale Kompetenz durch meinen Dienstherren zu erfahren müsste dieser:

    „Wunschzettel“

    -Abschaffung der Beurteilung bzw. keine Beurteilung durch Vorgesetzte die nur im Büro sitzen. Eine Beurteilung im Rahmen der Dienstgruppe wäre denkbar.

    -Prüfungsfreier Aufstieg bis POK (ohne Führungsanspruch)

    -bessere, praktischere Schutzausrüstung/Uniform, Winteruniform/Winterjacke, Regenbekleidung,KSA.

    -Wechselschichtdienst für operative Kräfte besser honorieren (DUZ),38,5h Woche, ab 55 Jahre in Pension ohne Abzüge,

    -Gesundheitsunterstützung zb. durch Beteiligung an Sportstudio oder mehr Möglichkeiten (Geräte,Sportstätten) schaffen, Sport auszuüben im Rahmen der Dienstgruppe und Anrechnung zur Dienstzeit. (bis zu 3x pro Woche unter Anleitung)

    (Weiterführung erwünscht)

  2. der herr minister kann ja sagen, daß der mensch in der bundespolizei im mittelpunkt steht…
    davon ist im täglichen dienstbetrieb wenig zu spüren. beurteiler erwecken unrealistische erwartungen, sind inzwischen unglaubwürdig geworden, da sie unter dem diktat der quote und des haushalt’s eh nichts zu verteilen haben. im vordergrund jedoch stehen tatistische produkte und diskussionen um’s geld. während die zahlen nach oben gehen, sinkt die wertschätzung dazu reziprok.der mensch tritt jahrelang auf der stelle.
    sorry, herr minister, unter diesen eindrücken erscheint der mensch nur als mittel zum zweck. eher zweitrangig und eben nicht im mittelpunkt stehend.

  3. Wenn ich jetzt wieder in die Runde unserer Abordnungskräfte schaue und die vielen Lebensälteren POMs sehe, dann erkenne ich, dass hier die Wertschätzung bei der Bundespolizei nicht stattgefunden hat. Als noch jüngerer Kollege finde ich es sehr bedauerlich für diese (UNSERE LEUTE) Leute!

    Ich stelle mir selbst die Frage, WERDE ICH GLÜCK HABEN? ODER sitze ich SYSTEMBEDINGT IN EINIGEN JAHREN AUCH AN DIESER STELLE?

    Nein, diese Kolleginnen und Kollegen sind NICHT NUR selbst SCHULD! Vielmehr wurden viele von ihnen „Opfer“ des Systems!

    Klar, wahrscheinlich werden wir es nie schaffen ein für alle faires Beurteilungs- und Beförderungssystem zu schaffen, ABER dieses jetzige System hat abgewirtschaftet.

    Warum können wir uns hier nicht breiter Aufstellen und eine Art „Punktekonto“ zur Beförderung einführen?

    Genauso schwierig finde ich den verkürzten Aufstieg. Viele Landespolizeien bieten einen prüfungsfreien Aufstieg an. JA, ohne Führungsfunktion, einfach nur Überleitung KSB-gD und fertig.

    Wir haben weder Kapazitäten in der Akademie noch in den AFZen frei, noch haben wir irgendwelche Gelder übrig für einen Aufstieg den wir wirklich anderst regeln könnten. Statt zum PHM einfach zum PK befördern – fertig! Kostenneutral, einfach und ohne das wir groß Gelder ausgeben! Wer FÜHREN möchte, der kann ja den „normalen“ Aufstieg in den gD durchlaufen!

    Wichtig ist doch, dass wir die Kolleginnen und Kollegen erreichen und wieder MITNEHMEN!

    Es sind zu viele Leute am System gescheitert und nicht an ihrer Leistung oder ihrem Verhalten.

  4. Ist denn schon bekannt, wann 2015 zum Aufstieg aufgerufen wird?
    Angenommen man durchläuft das EAV für den Aufstieg erfolgreich, wie lange ist dann die Wartezeit bis man starten kann?

    Antwort

    Ein Aufrufzeitpunkt ist noch nicht bekannt. Eine Wartezeit hängt vom Ergebnis des EAV ab; gibt es mehr erfolgreiche Absolventen eines EAV als Plätze, so geht der/die Bessere vor. Alles weitere muss in Auswahlrichlinien geklärt werden.

    Kollegiale Grüße
    Sven Hüber

  5. Liebe GdP-Verantwortliche,
    Es gehört jetzt vielleicht nicht zu 100 Prozent zu diesem Thema , aber ich bitte euch mal um Stellungnahme zum verkürzten Aufstieg, auch für POM. (6 Monate usw.)Welcher vor ein paar Monaten ganz groß in einem anderen gdp Forum angepriesen wurde. Wenn das stimmt, was uns in der Personalversammlung gesagt wurde, dann ist das eine riesengroße Nullnumner. Wie ist da der aktuelle Stand ? Anzahl der Kollegen die jährlich gehen können usw.? Das soll ja verschwindend gering sein.

    Ich hoffe um Klarstellung und wäre froh, wenn ich da was falsch verstanden hätte und doch alles gut ist, grins . Aber was ist bei uns noch gut …
    Gruß

    Antwort

    Das BMI teilte uns heute mit, dass die Bundespolizeiakademie immer noch in der Erarbeitung des Curriculums und der Auswahlrichtlinien für den Aufstieg nach § 16 BPolLV steckt, aber Anfang kommenden Jahres endlich vorlegen soll. Wir haben vorgeschlagen, es (auch zum Zeitgewinn) bei den bisherigen Auswahlrichtlinien zu belassen und zu den Auswahlverfahren aufzurufen, da sie sich faktisch an den selben Adressatenkreis wie bisher richten; das BMI wird dies prüfen. Zudem machten wir geltend, den Aufstieg ortsnah zur Heimatdirektion bzw. Dienststelle durchzuführen und auch eine zeitversetzte Modularisierung zu prüfen, um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine große Teilnahme von Kolleginnen und Kollegen mit Kindern und anderen Familienpflichten zu bewirken. Einvernehmen besteht mit dem BMI darüber, dass bisher absolvierte VAV und EAV auch in Bezug auf den Aufstieg nach § 16 BPolLV (vier Jahre) fortgelten und zur Teilnahme am Aufstieg berechtigen. Der Bezirkspersonalrat beim BPOLP wird mit dem Präsidium die Quotierung, wie sich das jährliche Verhältnis der Aufstiegsplätze zwischen Aufsteigern nach § 15 und nach § 16 BPolLV darstellen soll, Anfang kommenden Jahres verhandeln.
    Wer sich da wo über eine angebliche „riesengroße Nullnummer“ auf Personalversammlungen verbreitet, entzieht sich meiner Kenntnis, er/sie scheint aber nicht in die tatsächliche Beabeitung des Themas einbezogen zu sein.

    Kollegiale Grüße
    Sven Hüber

  6. Wie die soziale Kompetenz des Dienstherrn aussieht, beweist er wieder in dem Umgang mit den Mitarbeitern, die ab 2015 nach teils über 45 Jahren Dienst in den Ruhestand eintreten. So wurde mit der 14. Änderung der Erholungsurlaubsverordnung der § 5 dahin gehend geändert, dass die hälftige Anrechnung für das erste Halbjahr und die ganze Anrechnung des Erholungsurlaubs für das zweite Halbjahr bei Eintritt in den Ruhestand ab 01.01.2015 wegfällt und dieser nur noch je Monat gezwölftelt angerechnet wird. Ein Schlag ins Gesicht aller Polizisten und Verwaltungsbeamten die über viele Jahrzehnte ihren Kopf für die Sicherheit in der Bundesrepublik hingehalten haben. Aber damit ist wieder einmal bewiesen, was die Weihnachts- und Sonntagsreden der Politik und der Verantwortlichen im Bundesinnenministerium wert sind.

    Ich wünsche allen Kolleginnen und Kollegen trotzdem ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.

    Rolf Schmitt
    Kreisgruppe Heimerzheim

  7. Rolf Schmitt
    Das sehen unsere Tarifbeschäftigten die in Rente gehen natürlich ganz anders.
    Hier wurde eine Ungleichbehandlung korrigiert. Es gibt aber noch mehr, auch anders herum.

  8. ….nachdem sich nun alle schön ausgejubelt haben, dass nunmehr alle 30 Tage
    Jahresurlaub erhalten (hätt´ ich als junger Bursch´ auch gerne
    gehabt!), kommen allmählich die Pferdefüsse zum Vorschein:

    Wie z.B. die Tatsache, dass für zur Pension anstehende Kolleginnen und
    Kollegen die Regelung wegfällt, nach der bei Zurruhesetzung in der
    ersten Jahreshälfte der halbe, in der zweiten Jahreshälfte der gesamte
    Jahresurlaub gewährt wird.
    Zukünftig wird „gezwölftelt“….

    Ja, ich weiss: ist im Tarifrecht schon lange so
    Ja, stimmt, betrifft mich persönlich, auch deswegen bin ich stinkig!
    Nein, die 5 Tage machen für mich den Kohl nicht fett und ich werde es
    wohl verwinden
    ja, eigentlich ist es „gerechter“ so.

    Nur hatte die bisherige Regelung 60 Jahre lang Gültigkeit und für mich
    zeigt sich nun wieder einmal, dass Wohltaten, die man in die eine
    Tasche stopft, aus der anderen vorher herausgezogen werden!
    Stellt sich für mich die Frage:
    Hat man das bei den „Spitzengesprächen“ gem. § 118 BBG eigentlich nicht geschnallt
    oder einfach nur billigend in kauf genommen?

    Kann mich als alten Sack alles nicht mehr so beeindrucken, aber die
    Frage sei gestattet, was da auf die jüngere Generation noch alles
    zukommt und was am Ende von der vielgerühmten Beamtenversorgung noch
    übrig bleiben wird….

  9. @wolle, dann bitte schön hätten wir als Polizeibeamte auch gerne die 39 Stundenwoche.
    Aber es geht hier nicht um die gegenseitige Aufrechnung sondern egal ob Beamter oder Tarif der Verordnungsgeber mit großer Ankündigung 30 Tage Urlaub als Wohltat verkündet und gleichzeitig an anderer Stelle den Urlaub einspart. Um Gottes Willen jetzt bitte keine Neiddiskussion zwischen Tarif und Beamten. Darum geht es in der Sache nämlich nicht.

  10. Hallo Kollege Sven Hüber,
    Herzlichen Dank für die Klarstellung. Dann schaut es ja wirklich nicht so schlecht aus.

    Herzliche Grüße

  11. Wertschätzung,Achtsamkeit, Fürsorge sowie soziale Kompetenz durch meinen Dienstherren habe ich so erfahren:
    Habe vor knapp 4 Jahren meinen begrenzten Praxisaufstieg gemacht und bin immer noch im Eingangsamt des gD.
    Von meinem 1. Beurteiler wurde ich im Beisein von Zeugen hochgelobt. “ Du bist mein Bester ich werde mich für dich einsetzten und fördern“. Nachdem ich hiervon beurteilungsmäßig bis dato nichts merkte, habe ich mich auf andere Dienstposten beworben. Dies alles verlief negativ, da meine Beurteilung “ so gut ist“, dass ich keine Chance habe mich zu bewegen. Dies wurde bewusst so gemacht, damit man mich weiterhin ausnutzten kann und vera….. . Die Beurteilung wurde damit begründet, dass auch die Punktzahl 7 inzwischen quotiert sein soll. Für mich unverständlich, da die bundeseinheitlichen Regelungen was anderes sagen.
    Meine PFG`s wurden mit den einschlägigen Formulierung schriftlich festgehalten. Die Formulierungen ergeben mindestens die Punktzahl 8 bzw. 9. Warum ich die Wertschätzung,Achtsamkeit, Fürsorge sowie soziale Kompetenz durch meinen Dienstherren so erfahren muss, entzieht sich meiner Kenntnis.

  12. Hallo Sven Hüber,
    Danke für die Antwort zum Beitrag „irgendwie “

    Ich hätte dazu auch ne Frage bzw deine Einschätzung.
    wie hoch ist die Chance den Aufstieg vor Ort zu vollziehen bzw ist dieser Aufstieg für Teilzeitkräfte ( in meinem Fall 33 Stunden Woche ) realisierbar? Könnte man eventuell auch einen Antrag stellen, das man z.bsp. den Aufstieg (von mir aus auch der normale) bei der LaPo macht?

    Im voraus Danke

  13. Ich überlege wirklich ob ich hier überhaupt nocheinmal etwas schreiben soll. Ich kann mich nicht über mangelnde Wertschätzung im Dienst beklagen. Ob ich zufrieden bin in punkto Dienstgrad/Bezahlung steht auf einer anderen Karte. Doch auch der Vorgesetzte hat eben nur einen engen Spielraum und ist Gefangener des Systems. Wenn es nichts zu verteilen gibt hilft alles Jammern nichts. Liebe Kollegen – ihr verdient euer Geld für die Arbeit am gesetzlichen Auftrag. Man kann schon mal „Jammern“ aber das ganze geht mir wirklich zuweit.
    Einmal ist es Controlling, dann sind es Führungskräfte, als nächstes die junge Führungskraft, dann mangelnde Beförderungen etc.
    Wir sind eine 40.000 Mann Behörde. Da kann man es nicht jeden recht machen und ich finde unsere Arbeit sollte statt dem Jammern immer noch im Vordergrund stehen. So schlecht geht es uns nicht.

  14. @ rhfm eintrag nummer 11….

    ja ist schon Pech wenn man 4 Jahre im Eingangsamt gD (PK) hängt..du tust mir ja sooo Leid…

    es gibt Kollegen die hängen seit über 20 jahre im Eingangsamt als POM fest….

    Denk darüber mal nach…..

  15. Vor einigen tausend Jahren wurde der Mensch aus dem Paradies vertrieben und sein Leid begann mit dem Satz „Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen“. Schluss mit Lustig – jetzt wird nicht mehr gekuschelt!
    Warum auch? Es gibt doch das Beamtenrecht, nach dem der Beamte sich früher mit voller Hingabe, nun mit vollem persönlichen Einsatz dem Beruf zu widmen hat. So einfach ist das – oder doch nicht?
    Ob das stumpfe Schwert des Disziplinarrechts die Lösung liefern kann?
    Prinzipiell ja, wenn es nicht die menschlichen Empfindungen und Wertungen gäbe, die die Theorie doch empfindlich beeinträchtigen kann.
    Wäre es nicht besser, alle Beamten würden mit echter Freude und überzeugtem Zugehörigkeitsgefühl arbeiten anstatt der inneren Kündigung zu erliegen?
    Wie viel Arbeitskraft könnte gewonnen werden, würde man wirklich etwas tun wollen und auch tun?!
    Vermutlich geht es nicht ganz kostenfrei (wobei ich hiermit nicht eine Gehaltserhöhung meine) – aber der Gegenwert würde den Aufwand mehr als aufwiegen.
    Wie kommt es, dass junge Beamte unmittelbar nach Ernennung den Beamtenstatus wegwerfen oder sich Ruheständler die letzte Urkunde einfach nur nach Hause senden lassen und „endlich frei“ sein wollen?
    Aber warum etwas ändern? Schließlich gibt es neben dem Disziplinarrecht ja noch die Beurteilung und ÖA: Schnell ein paar packende Fotos geschossen und mit einem heroischen Text ins Intranet eingestellt – schon ist die Welt wieder in Ordnung …

  16. @fwd…Eintrag Nr. 12
    Was bringt ein Aufstiegslehrgang bei der LaPo der BPOL? Völlig andere Ausrichtung, Befugnisnormen, Einsatzlehre usw. Nutzt der BPOL also nichts. Und dann die Kostenübernahme. Wenn du aufsteigen willst, schau ins Intranet und bewerbe dich…also wirklich…

  17. @ ghost v. 11.12.2014:
    „Da kann man es nicht jeden recht machen und ich finde unsere Arbeit sollte statt dem Jammern immer noch im Vordergrund stehen. So schlecht geht es uns nicht.“

    das mag ja sein. vielleicht trifft es auf dich und deinen arbeitsplatz (auch dienstgrad) auch zu.

    wa die bundespolizei im ganzen angeht, sehe ich es eher so wie ein MdB:

    (BT-Drucksache 18/3149) so: “Es ist immer wieder beeindruckend mit welcher Dreistigkeit die Bundesregierung die Situation in der Bundespolizei schönredet. Allein schon die Aussage, dass es bei der Bundespolizei keinen Beförderungsstau gäbe, dürfte vielen Beamten vor den Kopf stoßen.“

  18. @ Faulibär
    Eintrag 14
    Stellt sich für mich die Frage: Wollen die Kollegen auf ihr Glück warten oder wollen die auch hierfür etwas tun, z.B. den Aufstieg, und dies schon vor 10 Jahren.
    Etwas tun und dann Ansprüch stellen.

  19. Der Präsident des Bundespolizeipräsidiums bedankte sich zum Abschluss des Termins „für die hohe Wertschätzung, die der Minister mit seinem frühen Besuch bei der Bundespolizei gegenüber unseren Kolleginnen und Kollegen zum Ausdruck gebracht hat“. (Quelle: Bundespolizeipräsidium)

    Von welcher Wertschätzung wird hier gesprochen?
    Bei meiner Dienststelle fehlen nach ODP fast 50% der Kontroll- und Streifenbeamten.
    Die Bearbeitung bei den Feststellungen im Deliktsbereich der unerlaubten Einreise ist fast nicht mehr zu bewältigen.
    Der Bereich der KSB wird hier vollständig allein gelassen. Weder von der Direktion, noch von der eigenen Inspektion (ErmD) findet hier eine Entlastung bei der Bearbeitung der Fälle statt.
    Durch das Personalfehl steigt nicht nur die Belastung der KSB, auch fehlen dadurch die Quoten für die dringend benötigten und längst überfälligen Beförderungen im Alt-Polizeiobermeister-Bereich.

    Da das Personalfehl in absehbarer Zeit nun nicht durch Zuführung von neuem Personal ausgeglichen werden kann, entstehen in manchen Köpfen ganz neue Gedanken.
    Der bisherige 3-Schicht-Dienstplan soll nun, zumindest dem Wunschdenken nach, durch einen bedarfsorientierten Dienstplan ersetzt werden. D.h., dass zukünftig der überwiegende Teil der KSB im Spät- und frühen Nachtdienst eingestzt werden soll. Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch noch mehr Aufgriffe und weitere zusätzliche Pro-Kopf Belastungen für die KSB.
    Die Belastungsgrenze ist längst erreicht bzw. schon teilweise überschritten. Immer mehr, auch junge Kollegen, suchen den Arzt zur Behandlung von Magenkrankheiten auf oder müssen, nervlich bedingt, eine Auszeit nehmen. Es gibt mittlerweile fast keinen endvierziger KSB mehr, der keine Tabletten schlucken muss!
    Auf diese Art von Wertschätzung kann ich gerne verzichten!

    Nur so am Rande: Henry Ford führte für seine Mitarbeiter bereits 1914 die fünf Tage- und 40 Stundenwoche ein.
    Und wo stehen wir heute?

  20. @BaPo m.D. 19. Dezember 2014

    …Vorsicht, Falle!
    Schichtdienst bedeutet, zu jeder Tages-und Nachtzeit in Falle eines Falles voll „da“ sein zu müssen, eventuell kurzfristig auch über 100% abliefern zu müssen.
    Das wissen wir alle.
    das akzeptieren wir auch alle.

    Wir wissen aber auch, dass Schichtdienst im Sicherheitsbereich nur dann überhaupt möglich und erträglich ist, wenn zumindest im Mittel während eines Schichtturns auch ruhigere Phasen anliegen.
    Sonst ist´s mangels Reserven Essig mit dem Abruf von Höchstleistungen.
    Das entspricht erstens dem Wesen des Schichtdienstes, aber natürlich auch der staatlicherseits zu liefernden Garantie auf Zurverfügungstellen einer Dienstleistung (Gewährleistung der öfftl. Sicherheit) rund um die Uhr.
    Das geht der Feuerwehr nicht anders als dem Bereitschaftsarzt oder wer auch immer im Halbverborgenen für unser aller Sicherheit arbeitet.
    Und es ist nicht vergleichbar z.B. mit einem rund um die Uhr betriebenen Paketverteilerzentrum o.ä.
    Deshalb sollten auch alle Alarmglocken schrillen, wenn irgendwo von „bedarfsorientierten Dienstplänen“ die Rede ist.
    Denn dieser Begriff, der eigentlich sogar mal gewerkschaftlich geprägt war, nämlich am Bedarf des Mitarbeiters orientiert, ist schon lange zu einer Umschreibung für Personaleinsparungen geworden. (Und sei es auch nur zu den sog. „schwachen Zeiten“)
    Also Obacht!
    Hellwach hingegen (auch wenn in der Regel nicht im Schichtdienst) sollte jetzt euer Personalrat sein!

    Denn der hat bei solchen Neuerungen ein Wörtchen mitzureden.

  21. @ Gerhard Medgenberg

    Danke für Deinen Hinweis.
    Angeblich wäre es der Wunsch der BPOLD das ein bedarfsorintierter Dienstplan erstellt würde.
    So ganz kann ich dies jedoch nicht glauben….
    Der ÖPR hat sich dem Thema schon angenommen!