GdP setzt sich für unsere Kolleginnen und Kollegen im 70. Studiengang ein

PKAin (2)

Lübeck, den 04. Dezember 2014.

Im 69. Studiengang der Bundespolizei (69. SJ), welcher am 01. September 2012 eingestellt wurde, gab es nach der ersten Prüfung in Brühl eine Durchfallquote von 39 %. Diese hohe Durchfallquote ist grundsätzlich auch auf die neuen Modalitäten der Zwischenprüfung zurückzuführen. Bei Betrachtung der Zwischenprüfungsergebnisse des 67. und 68. SJ, die noch nach der AP-gDBPolV geprüft wurden, wird deutlich, dass bei Anwendung der neuen Regelungen (Verordnung über den Vorbereitungsdienst für den gehobenen Polizeivollzugsdienst in der Bundespolizei (GBPolVDVDV)) auf frühere Zwischenprüfungen ein annähernd gleich hoher Anteil der Studierenden dieser beiden Jahrgänge die Zwischenprüfung im ersten Versuch ebenfalls nicht bestanden hätte.

Neben den „systembedingten“ Ursachen stand allerdings auch der der Vorwurf an einige Dozenten des Fachbereiches in Brühl im Raum, sich in herabsetzender Weise gegenüber den Studierenden des 69. SJ geäußert zu haben. Nach eingehender Befragung und vielen Gesprächen mit den Betroffenen und anderen Studierenden des 69.SJ, so wie Angehörigen vorangegangener Lehrgänge, sind herabqualifizierende Äußerungen, z.B. in Bezug auf eine mangelnde Studierfähigkeit der Studierenden der BPOL regelmäßig in den BPOL Kursen, so wie auch gegenüber Studierenden anderer Fachbereiche durch bestimmte Dozenten der Fachhochschule in Brühl getätigt worden. Die herabsetzenden Äußerungen von in BPOL Kursen eingesetzten Dozenten der FHB, die offen das Tragen der BPOL-Uniform ablehnen, wurden seitens der FHB mit dem Präsident der BPOL thematisiert. Ob diese Haltung einiger Dozenten auch Auswirkung auf die Unterrichtsqualität bei den Lehrklassen der Bundespolizei hatte, darf durchaus thematisiert werden.

In der Wiederholungsprüfung des 69. SJ gab es wiederrum eine hohe Durchfallquote. Die Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei, hatte sich deshalb für eine zweite Wiederholungsprüfung stark gemacht. Unsere Kolleginnen und Kollegen stellten einen Antrag auf zweite Wiederholungsprüfung beim Prüfungsamt der Fachhochschule des Bundes in Brühl. Gemäß Erlass BMI, B 1 30002/4#9 vom 12. Dezember 2013 wurden unsere Kolleginnen und Kollegen des 69. SJ zur zweiten Wiederholungsprüfung zugelassen.

Am 01. September 2013 sind ca. 200 Kolleginnen und Kollegen im 70. Studienjahrgang (70. SJ) in den gehobenen Polizeivollzugsdienst der Bundespolizei eingestellt worden. Nach der Basisausbildung in der Bundespolizeiakademie erfolgte das Grundstudium an der Fachhochschule des Bundes, Zentralbereich in Brühl.

Im 70. SJ betrug unseres Erachtens die Durchfallquote im ersten Versuch 36 %. Somit zeichnete sich ein Trend für die Wiederholungsprüfung ab. Die Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei setzt sich deshalb aktuell für eine zweite Wiederholungsprüfung für die Kolleginnen und Kollegen ein, welche die Klausuren wieder unter dem Schnitt geschrieben haben.

Weiterhin bemühen wir uns für die Einführung der alten „Ausgleichsregel“ bei den Klausuren bei der nächsten Änderung der GBPolVDVDV.

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Themenbereich: Finanzielles & Laufbahn | Drucken

21 Kommentare
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  1. Wenn ihr euch für die Änderungen in Brühl einsetzt, dann wäre auch ein Einsatz für die Prüfungsordnung im Sinne MAP 18 und 20 nötig. Hier sollten ja auch erst Kollegen des 68. nicht zur MAP 18 zugelassen werden, welche die Sportleistungen der MAP 20 aufgrund Unfall / Krankheit etc. nicht ablegen konnten.

    Noch eine Randbemerkung, das heisst nicht mehr FHB sondern Hochschule des Bundes.

  2. Vielleicht liegt es auch an der Qualität der Leute. Wenn man sieht wie weit die Anforderungen herunter geschraubt wurden, um bei der Bundespolizei anzufangen, liegt der Fehler nicht unbedingt immer bei den anderen. Bei meinem Auswahlverfahren vor über 27 Jahren wurden von 30 Bewerbern gerade mal 10 genommen. Da die Bundespolizei nun auch nicht, gegenüber der freien Wirtschaft, ein attraktiver Arbeitgeber ist, bekommt man halt auch nicht mehr die Besten.

  3. Da muss ich Kanadafan (Post #1) leider recht geben. Selber Angehöriger eines neuen modularisierten Studiengangs war ich erstaunt darüber, wie lasch und laissez-faire die Einsteiger in Teilen waren. Hier darf man natürlich nicht alle über einen Kamm scheren, aber die Leute, welche wirklich hoch motiviert waren, waren an einer Hand ab zu zählen. Viele erwarten, dass ihnen wirklich alles vorgekaut wird. Eigenverantwortliches Lernen und eigenständiges erarbeiten eines neuen Lehrstoffes, oder gar über die behandelte Thematik hinüber hinaus, absolute Fehlanzeige.
    Ich möchte hier auf gar keinen Fall sagen, dass unsere PKA’s nicht intelligent genug wären. Der Wertewandel macht sich aber deutlich bemerkbar. Einen „Feinschliff“ wie damals in der Ausbildung gibt es heute nicht mehr. Zu schnell würde sich der ein oder andere diskriminiert/benachteiligt fühlen. Ebenfalls haben negative Handlungen von einigen Einsteigern kaum Konsequenzen, auf Details möchte ich hier nicht eingehen. Man hat das Gefühl, hier werden Leute durch die Ausbildung durchgeschleift. Hauptsache man hat auf dem Papier einen KSB mehr. Qualität? Zweitrangig. Vielleicht ist es aber genau auch dieses Problem. Die heutigen Kommissare werden in ihrer ersten Verwendung als KSB eingesetzt. Man steht nach der Ausbildung/Studium nicht gleich in einer Führungsposition mit dementsprechender Verantwortung. Ich denke, dies hat früher dazu geführt, dass die PKA sich mehr ins Studium reingehängt haben, da man gleich danach sich gegenüber Führung und MA verantworten musste. Und dies fundiert u.a. auf gutem Fachwissen. Es war ein gewisser Druck da, sich Wissen anzueignen. Der fehlt heute. Und nein, damit möchte ich nicht sagen dass jeder PKA wieder sofort in eine Führungsposition rutschen soll. So wie es jetzt ist, ist es meiner Meinung nach besser. Aber man muss sich ernsthaft Gedanken machen, in wie weit man die Studierende besser motivieren kann. Anreize schaffen. Nicht durch die Ausbildung schleifen damit die Leute dann nach erfolgreicher mündlicher Abschlussprüfung herumposaunen sie wären DER 5-Punkte-Kommissar. Derzeit wird gute Leistung im Studium NULL belohnt. Und das merken die jungen PKA ganz schnell. Das es egal ist, ob man mit 5 oder 13 Punkten seine Ausbildung abschließt. Man landet danach im selben Topf wie jeder andere auch. Hier müssen auch Anreize geschaffen werden: höherer Einstieg in der ersten Beurteilung, vorrangige Auswahl eines Dienstposten nach der Ausbildung, Nicht-Übernahme der schlechtesten 10 %. Nur ein paar Ideen. Auch gegenüber dem mD wäre es fair, hier dem gD mehr abzuverlangen. Schranken höher zu setzen. Schließlich steigt der Kommissar mit dem (für die meisten Kollegen) Endamt A9 in seine Berufslaufbahn ein. Und wer möchte dann mit einem 5-Punkte-Kommissar Streife laufen, der besser bezahlt und wesentlich weniger Ahnung hat. Verkehrte Welt.

  4. Na da bin ich mal gespannt, wie viele gute Abiturienten sich in Zukunft bei der Bundespolizei bewerben, mit der Aussicht auf eine mögliche Verwendung zur Bewachung der Bundesbank.

  5. Wozu dann überhaupt noch eine Prüfung? Wäre doch überflüssig, wenn man so viele Wiederholungen machen darf, bis man bestanden hat. Und Laufleistungen? Wenn die Anforderungen nicht erreicht werden? Wozu trainieren? Senken wir doch die Anforderungen. Andere Lösung, dem 71 SJ sagen, dass die Durchfallquote hoch ist. Vielleicht wird dann in Brühl weniger gefeiert und mehr gelernt. Dadurch kann sich dann die Durchfallquote auch senken.

  6. Jo, und wenns dann nicht klappt setzt ihr euch für ne dritte Wiederholungsprüfung ein, oder? Ich kann meinen „Vorschreibern“ nur Recht geben – die Qualität bei den Einsteigern, die Motivation während der Ausblidung / Studiums hat erschreckend nachgelassen! An dieser Stelle sollte man ansetzen, bevor die Fehler bei Dozenten sucht. Diese Dozenten sind teilweise Jahrzente an der FH beschäftigt und sollen jetzt auf einmal „schlechte“ Arbeit machen??? Ich denke eher, dass es, wie bereits angesprochen, an den Rahmenbedingungen und dem Berufsbild „Bundespolizist“ fehlt! Die freie Wirtschaft lacht sich derzeit heimlich ins Fäustchen…

  7. Genau verkehrte Welt…..die GDP setzt sich wieder einmal für Durchfaller ein…..setzt Euch doch lieber mal für wartende, erfahrene, voll ausgebildete und motivierte PVB mit Führungslehrgang ein. Damit diese mit bestandenen VaV endlich den Aufstieg machen können.
    Es gibt schon Gründe warum der eine oder andere durchfällt, dass liegt mit Sicherheit nicht nur am neuen Verfahren der Zwischenprüfungen. Wenn ich sehe was hier teileise als Jungkommissar in den Rang eines Gruppenführers gepresst wird, hinterfrage ich ernsthaft nach welchen Auswahlkriterien nsere Behörde noch arbeitet. Und jetzt kommen noch solche fragwürdigen Rettungsmissionen der Gewerkschaft. Sieht aus als wenn die gD Quote mit Macht erreicht werden soll. So etwas rächt sich irgendwann.

    Vertrauensmann einer E. Hu.

  8. Es ist richtig, dass sich die GdP für ihre Mitglieder unter den Anwärtern und Studierenden einsetzt. Sie haben, wenn es mal Probleme gibt, als GdP-Mitglieder die gleiche Unterstützung verdient wie jeder andere auch.
    Und es ist auch richtig und extrem wichtig, dass sich die GdP mal um die Art und Qualität der Laufbahnausbildung kümmert. Wenn die nämlich schlecht läuft, zahlen alle in der Bundespolizei die Zeche! Die Einstellungen der Anwärter, aber auch die Aufsteiger decken regelmäßig nur Fluktuationen ab, die drei Jahre weiter durch Pensionierungen etc. zu erwarten sind. Wir brauchen sie alle (!) dringend, um die Personallöcher nicht noch größer werden zu lassen. Fallen viele durch die Laufbahnprüfungen, kommt weniger Personalersatz für die Pensionäre und Kündiger und es entstehen noch mehr Personallöcher, die man dann versucht, durch noch mehr Abordnungen usw. für noch mehr Reisekosten, Trennungsgelder pp. provisorisch zu stopfen. Eine schlechte Erfolgsquote der Ausbildung wird so von allen bezahlt. Auch, weil jede Ausbildung den Haushalt der Bundespolizei ein Vermögen kostet. Niemand kann nach einigen Hunderttausend Euro Investitionen die Nachricht, dass wiederum ein irrer Prozentsatz von Anwärtern dem Operativdienst wieder nicht zufließt, nur mit einem „Scheißegal“-Schulterzucken und „Eben Pech gehabt und Tschüß!“ quittieren und zur Tagesordnung übergehen, als sei nichts geschehen.
    Niemand hat etwas davon, wenn die jetzt in Schwierigkeiten geratenen Studierenden rausfliegen, denn die Folgen tragen alle anderen persönlich als „Löcherstopfer“ mit.

    Alle, die sich in der Laufbahnausbildung befinden, sind unter vielen anderen Mitbewerbern durch ein Auswahlverfahren als geeignet bewertet worden. Grundsätzlich hat also jede/r das Format, die Prüfungen erfolgreich zu bestehen. Zugleich ist seit Jahren festzustellen, dass die Durchfallquoten bei Prüfungen exorbitant hoch sind. 30, 40 und mehr Prozent sind keine Seltenheit. Was läuft da schief? Lehren wie Mickey Mouse und prüfen wie Einstein? In der Bundespolizei wird jeder Mist mit „Controlling“ überzogen, zu jedem Schwachsinn werden Törtchen gemalt. Aber um die seit Jahren unanständig hohen Durchfallquoten kümmert sich offenbar kein einziger Controller. Auch für die Beurteilung der Ausbilder und Lehrenden und die Vergabe von Leistungsbezahlung scheint es völlig unerheblich zu sein, ob in den von ihnen betreuten Studienjahrgängen alle oder keiner das Ausbildungsziel erreicht. Der Mißerfolg in der Ausbildung wird an die Anwärter privatisiert und zur rein persönlichen Angelegenheit, die Folgen (wachsende Personallöcher, steigende Abordnungen mit steigenden Kosten) werden beim großen Rest der Bundepolizei sozialisiert. Niemand, der für den Ausbildungs(miss)erfolg (Mit-)Veantwortung zu tragen hätte, kann für die Folgen von Mißerfolgsausbildung haftbar gemacht werden und muss die Folgen seines Wirkens auch nich spüren. Man könnte das mit organisierter Verantwortungslosigkeit umschreiben.

    Die Bundespolizeiführung wäre im Intesse der personellen Belastungssituation in den Dienststellen, des Personalfehls, der enomen Ausbildungskosten und der Folgekosten, die aus dem Durchfallen entstehen, sehr gut beraten, sich den Ursachen der sei Jahren unanständig hohen Durchfallquoten zu widmen. Wir brauchen keine akademische Siebmaschine, die für irres Geld und per Zufallsgenerator mal die Anzahl X und eben mal die Anzahl Y an Laufbahnabsolventen präsentiert, sondern eine Akademie, die die bedarfsorientiert Eingestellten mit hoher Qualität und Sicherheit zu mindestens 95 Prozent auch zum Ausbildungserfolg bringt! Alles andere ist inakzeptabel. Darüber sollte man sich in Lübeck und Potsdam einen Kopf machen und Verantwortung für das gegenwärtig mangelhafte „Produkt“ übernehmen.

  9. @Steve – ich kann Deine Haltung nicht ganz nachvollziehen. Als ich vor 25 Jahren eingestellt worden bin, waren die Ansprüche in der Ausbildung schon sehr hoch und auch bei uns gab es eine Durchfallquote von ca. 25%, was halt auch an den einzelnen Menschen liegt, die die Komplexität der Ausbildung nicht schon bei dem Einstellungstest einschätzen können.
    Dazu kommt, dass die Einstellungstests bewiesenermaßen leichter geworden sind, was die Qualität natürlich nicht positiv beeinflusst. Das Ausbildungspersonal hier so schlecht dastehen zu lassen kann ich auch nicht, obwohl ich in keinem AFZ Dienst mache. Wenn man bedenkt, dass die AFZ für ca. 3 PMA-, 1 PKA-Lehrgänge und für Fortbildung vorgesehen sind (also ich sag mal für ca. 120 PVB Aus- und Fortbildung) und teilweise, momentan, dass doppelte Ausgebildet wird und die Fortbildung teilweise brach liegt, kann ich den Ausbildern keine Schuld geben, sondern unsereren Herren, die die Personalpolitik betreiben, zusammen mit der Politik, die die Zahlen vorgeben!
    Das sind die, die an dieser Misere „Schuld“ haben/tragen.
    Ich gebe Dir übrigens recht, wenn Du sagst, dass es auf unser allen Rücken ausgetragen wird, allerdings will ich auch gut ausgebildete und motivierte PVB sehen und dass fehlt teilweise sehr, was ich bei uns auf der Dienststelle feststellen kann, wobei ich nicht alle über einen Kamm scheren will.
    Übrigens gab es auch früher schon viele die während der Ausbildung gemerkt haben, dass der Beruf des Polizeibeamten nicht seins ist und auch nach der Ausbildung gab es den ein oder anderen der noch gekündigt hat.
    Heute ist es ja eher so, dass die Art und Weise der Einststellung hinterfragt werden muss (macht die GdP übrigens), denn wenn ich Menschen aus dem Norden unserer Republik einstelle und sie dann nach Süddeutschland verfrachte muss ich damit rechnen, dass ein „Groß-„teil wieder kündigt, was natürlich doppelt weh tut, da diese dann zu anderen Behörden gehen, die sich darüber, dass sie voll ausgebildete PVB bekommen; umsonst sozusagen.
    Dass sich die GdP für die Studierenden einsetzt ist natürlich auch Ihre Aufgabe, da einige von diesen auch in der Gewerkschft sind und Mitgliedsbeiträge bezahlen. Ich bin aber auch der Meinung, dass man sich immer und immer wieder damit befassen muss, da auch eine gewissen Leistung abverlangt werden muss, man muss sich aber auch tatsächlich über die Inhalte der Ausbildung unterhalten!

  10. Ich gehörte selber zum SJ 65 und muss leider sagen, dass auch die Dozenten an der BPOLAK teils eine sehr große Arroganz an den Tag legten. Tagtäglich wurde man mit Powerpointpräsentationen bestrahlt, deren Inhalt man am Ende des Unterrichts in Papierform überreicht bekam. Es zählte das Motto: „Friss oder stirb“. Von einem „Lernen“ durch den Unterrichtenden konnte keine Rede sein. Pädagogisch gesehen, war das schon ziemlich schlecht, was einem dort geboten wurde.

  11. @Bereitschaftspolizist

    Die wenigsten der Einsteiger werden direkt in Führungspositionen mehr landen. Die meisten werden nach der Ausbildung als KSB auf einem Flughafen etc. verschwinden und dürfen dort ihre Erfahrungen sammeln. Es wäre auch nicht verkehrt, wenn sie als PVB in der Gruppe ihre Erfahrungen machen könnten und dann auch als GF in absehbarer Zeit arbeiten können. Leider ist nach neuem Konzept der Stellenbewertungen (noch in der Planung) der GF mit 9/10 schlechter aufgestellt als der KSB, der bis A11 vorgesehen ist. Somit zeigt man auch sehr deutlich, dass Führungsverantwortung nicht viel wert ist in der EHu.

    @Steve

    Es ist nachgerechnet und festgestellt wurden, dass die hohen Durchfallzahlen auch nicht höher sind als früher. Nur früher konnte man eine der Prüfungen in Brühl „in den Sand setzen“ und hat trotzdem noch bestanden. Heute ist man durchgefallen, wenn eine Arbeit unter 5 RP ist. Und wenn man dann mit einem Schnitt von immer noch 12 RP durchfällt, dann wird es nachdenkenswert. Es gibt aber auch Durchfaller bei denen es völlig berechtigt ist (die dann zB. auch in späteren Prüfungen durchgefallen sind), aber das bewegt sich bei einem normalen Anteil.

    Interessant wäre ja mal der Vergleich, wie es zu den Aufsteigern aussieht. Gibt es da auch so hohe Prozentzahlen des Durchfallens?

  12. Ich bin Aufsteiger im SJ70!Fast jeden Tag bis 15:30 im Lehrsaal, der Stoff wird so durchgeprügelt!Am Wochenende warten Frau und Kinder!
    Jeden Tag bis 0:30 am Schreibtisch sitzen und lernen und nachbereiten. Sport machen und nach 15:30 Uhr mal ausruhen sollte auch mal sein!
    Ich habe in den letzten zwei Monaten kaum mein Loch im Wohnheim verlassen!Montags zum einkaufen, sonst Dienstags und Donnerstags für ne Runde um den Heider Bergsee!
    Und trotzdem hat man das Gefühl, dass man den Stoff nicht greifen kann und die Module nicht besteht!
    Klar, der Anspruch ist hoch, aber man prügelt in Recht Stoff ein, der laut einigen Dozenten in Teilen auf dem Niveau vom ersten Staatsexamen ist!
    Man muss die Kirche auch mal im Dorf lassen!
    Es gibt auch noch Kollegen, die neben der Bibliothek und Bücher wälzen ein Familienleben haben.Es ist nicht einfach, diesen Aufgaben zu 100% gerecht zu werden!
    In diesem Sinne, bin ich froh, wenn ich ab dem 17.12 erstmal alles hinter mir habe und in Ruhe Weihnachten feiern kann!

  13. Für mich ist das völlig klar. Zum einen haben wir in Deutschland unterschiedliche Standarts im Bereich des Abiturs.
    Ein Abitur in Bayern oder Baden Württenberg ist nun einmal ganz anders einzuordnen als das Abi von NRW, HH, B, etc.
    Dann hat sich neben dem Niveau auch die Mentalität durch den Generationenwandel geändert. Die Schüler sind es einfach nicht gewohnt durch das nun niedrigere Niveau an den Gymnasien strebsam und ausdauernd zu lernen. Im Gegenteil. Es wird 6 Wochen vor dem Abi angefangen, und punktuell auf Arbeiten gelernt. Das reicht dann für 2,5 – 3,0 bei vielen. Wer fleißig ist und besser ist, geht meist in die Freie Wirtschaft. Sprich – die Schüler sind mit der Stofffülle hoffnungslos überfordert.
    Und das ist der nächste Punkt. Es ist einfach teilweise zuviel Stoff. Wer durchkommen will muss wie oben beschrieben pauken und hat kaum noch ein Eigenleben. Das sind viele nicht bereit zu investieren.
    Auch die Inhalte der Ausbildung gehören auf den Prüfstand.

  14. @Einzelfallbearbeiter: Für Lübeck wird es besser, dann kommen öfter Zeiten bis 17:30 Uhr. Stoffmasse wird noch mehr als in Brühl, angesetzte Stunden passen nicht mit dem Anspruch zusammen und gefühlt werden auch „falsche“ Prioritäten gesetzt (wenn man z.B. die Stundenanzahl für Strafrecht und Englisch gem. Modulhandbuch anschaut und vergleicht). Es gibt sicher noch mehr Beispiele dafür….

    Viel Glück bei den Prüfungen in Brühl .

  15. Ich hatte auch viel gelernt – auch wenn es noch kein modulares Bachelor Studium an der Hochschule des Bundes war. Und es gab viele (junge Einsteiger), die eben viel gefeiert haben und sich über Fragestellungen in den Klausuren gewundert haben.

  16. Ja, die Lehrkräfte arbeiten z.T. mit fertigen Power-Point-Präsentationen.
    Ja, sie verteilen oftmals auch die fertigen Skripte, vorher oder nachher.
    Ja, sie gehen vor den Prüfungen nochmals den Stoff durch und geben wertvolle Tipps über prüfungsrelevante Inhalte.
    Ja, man muss den Stoff dann lernen, üben, auswendig lernen, auf Karteikarten schreiben – all die alten, bewährten Methoden.
    Und ja, es klappt. Wenn man rechtzeitig anfängt. Den Lernstoff gliedert, sich selbst organisiert, seine Freizeit organisiert.
    Und ja, der Heider Bergsee hilft sehr, – eine kleine Runde joggen oder walken und der Kopf ist wieder klar.
    Und ja, es hilft ungemein, wenn man für eine gewisse Zeit, die Freizeit hinten an stellt.
    Schließlich mache ich es ja für mich selbst.

  17. Alle hier haben irgendwie irgendwo Recht. Aber warum werden hier die vorab festgelegten Prüfungsabläufe in Frage gestellt? Es gilt immer und überall die sogenannte Bestenauslese, Prüfungen und Punkte sind dazu da um zu filtern. Da hat weder ein Anwalt noch eine Gewerkschaft nachträglich daran zu rütteln. Haben wir nicht andere und wichtigere Baustellen? Am besten ist immer auf den A…. setzen und lernen.

  18. Den modularen Aufbau gibt es noch nicht so lange. Hier haben sich in den zwei Jahrgängen, Schwachstellen gezeigt, die nichts mit Lernfaulheit zu tun haben, sondern um handwerkliche Fehler. Warum sollten diese nicht korrigiert werden? Und man sollte auch nicht alles klaglos hinnehmen, denn nicht alles ist vollkommen und es gibt genug Angriffspunkte.

  19. Ich stimme vielen genannten Punkten hier Zu. Aber das die Ausbildung damals anspruchsvoller war als heute, stimmt so nicht…es war eine ganz andere Ausbildung…mehr Militär, weniger Polizei. Der rechtliche Part damals, war im Vergleich zu heute, ein Bruchteil.

  20. Das Studium zum Polizeikommisar wird immer komplexer. die Lerninhalte werden immer umfangreicher ohne mehr Zeit für die Vermittlung der selben zur Verfügung zu haben. Das ist auch den Dozenten der HS Bund bekannt. Gerade durch die Umstellung auf das Modulare Studium ist es wichtig, dass die Anforderungen und Prüfungsinhalte auch von Aussenstehenden, also nciht vom Prüfungsamt oder der Behörde, sondern von Personalvertretungen genau unter die Lupe genommen werden.
    Klar ist auch, das die Studierenden bei der Bundespolizei im Gegensatz zur freien Wirtschaft während des Studiums gut entlohnt werden und sich deshalb auch intensiv auf Ihr Studium konzentrieren können und sollen. Studieren bedeutet aber auch sich Lerninhalte selbst zu erarbeiten und nicht alles akribisch vorgekaut zu bekommen (Was anscheinend der ein oder andere hier annimmt). Das ist mit der Menge an Inhalten und der Vorlesungsdichte meiner Meinung nach nicht mehr möglich. Vorlesungen von 08:00Uhr bis 16:30Uhr danach noch Inhalte erarbeiten bzw. vertiefen ist schon schwierig. Wann soll der Körper mal abschalten? Burn Out vorprogrammiert? Und das sind nur Vorlesungszeiten in Brühl. Während der Hauptstudienabschnitte soll es mittlerweile Vorlesungen/Ausbildungsstunden bis 19:30 Uhr geben. Da frag ich mich wie das noch zu leisten ist. Hier muss meines Erachtens dringend nachgearbeitet werden. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder den zunehmenden Stoff sichten, priorisieren und ausdünnen oder das Studium auf 7 Semester verlängern. Insgesamt darf das Niveau des Studiums aber nicht abnehmen. Wenn Studierende grundlegende Fehler bei Fallprüfungen begehen, bzw. ein Prüfungsschemata nicht anwenden können darf man nicht an der Qualitätsschraube drehen. Die Devise war auch früher schon Mut zur Lücke. Das hat auch bei fast jedem geklappt der das grundlegende Handwerkszeug beherrschte.
    Deshalb mein Fazit:

    Schaut der Behörde auf die Finger aber lasst nicht ausser acht, dass das Niveau der Studierenden auch abnimmt. Was sicher auch an der Personalpolitik und der Atraktivität unserer Behörde liegt.

  21. Ich kann mich auch nur wiederholen, da es ,meiner Meinung nach, zu sehr untergeht:
    Fördert das LEISTUNGSPRINZIP! Gute Leistung muss belohnt werden. Das bringt Leute dazu, mehr Leistung zu erbringen. Bisher wird der mit 5 Punkten genauso behandelt wie der mit 15 Punkten nach Abschluss der Ausbildung.