Trauer in Paris

Nach dem Terror und dem Tod ist nun ein Moment des Innehaltens, bevor der nächste Tag seine eigenen Herausforderungen hat.

Feststellen, dass die Wünsche nach Frieden für das neue Jahr sich schon nach wenigen Tagen nicht erfüllt haben.

Ein Augenblick des Gedenkens der Opfer von Gewalt.

Der Besinnung auf die Dinge und Werte, die wir unter allen Umständen Wert schätzen und schützen wollen und werden.

Die Würde eines jeden Menschen hat einen Anspruch auf Achtung und Wertschätzung.

Hier liegt das Fundament für das menschliche Zusammenleben.

Unsere Haltung sichert die offene Zivilgesellschaft.

Jörg Radek

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2 Kommentare
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  1. Liebe GdP:

    So wie viele andere Menschen auf der ganzen Welt habe auch ich fassungslos über die Medien die schrecklichen Ereignisse in Frankreich verfolgt.

    Ich bin der Meinung, dass es der GdP besser gestanden hätte, zunächst einmal hier im Forum ihre Bestürzung und ihr Mitgefühl zum Ausdruck zu bringen anstatt hier irgendetwas zu fordern. Seien diese Forderungen der Gewerkschaft der Polizei noch so diskussionswürdig und gewiss auch berechtigt.

    Aber: Da sich weder Morgen noch Übermorgen irgendetwas ändern wird, hätte dies auch noch einige Tage oder Wochen Zeit gehabt.

    Ich denke dass wir alle als Gewerkschaftler und Polizeiangehörige kurz innehalten sollten. Egal ob Führungspersonal oder einfache Mitglieder der GdP.

    Ich möchte mich daher zu diesem Zeitpunkt nicht an den Diskussionen zu gewerkschaftlichen Forderungen, oder Auflistung von Missständen beteiligen und an die Opfer erinnern. Ihnen soweit möglich hier einen Namen geben.

    Hier sind Menschen ums Leben gekommen, die die Fahne unserer Werte einer freiheitlichen Demokratie trotz massiven Drohungen gegen Leib und Leben unerschrocken hoch gehalten haben. Die ermordeten Redakteure traten für Meinungsfreiheit und Pressefreiheit ein. Beides sind hohe Güter unserer Werteordnung. Sie wurden ermordet weil sie unerschrocken ihrem Beruf nachgingen und sich nicht von irgendwelchen Extremisten einschüchtern ließen.

    Es handelt sich um Stéphane Charbonnier, Jean Cabut, Bernard Verlhac, Philippe Honoré, Georges Wolinski, Bernard Maris,
    Mustapha Ourrad, Michel Renaud, Elsa Cayat, Franck Brinsolaro. Zuvor ermordeten die Täter den Hausmeister des Verlagsgebäudes, Frédéric Boisseau.

    Mehrere Menschen im Gebäude von CharlieHebdo wurden so schwer verletzt dass die Ärzte stundenlang in den Krankenhäusern um ihr Leben kämpfen mussten. Glücklicherweise gelang es den Ärzten das Leben dieser Menschen zu retten. Sie befinden sich noch immer in kritischem Zustand, jedoch nicht mehr in Lebensgefahr.

    Der ebenfalls dem muslimischen Glauben nachgehende französiche Polizeibeamte Ahmed Merabet wurde ohne Skrupel auf offener Straße kaltblütig ermordet. Ahmet Merabet war 42 Jahre alt und hinterlässt eine Ehefrau.

    Ahmed Merabet war auf Fahrradstreife in seinem Bezirk auf dem Boulevard Richard-Lenoir als er auf seine Mörder traf. Nach dem Anschlag auf das Redaktionsgebäude war er als einer der ersten Polizisten vor Ort. Er tat seine Pflicht als Polizeibeamter. Er eilte an den Ort eines Verbrechens. Das war sein Beruf. Wenige Minuten später wurde sein Leben eiskalt ausgelöscht. Auch er trat für freiheitliche, demokratische Grundwerte ein.

    Auf der Flucht vom Tatort überfahren die Täter rücksichtslos einen Passanten.

    Eine Polizistin wird durch Schüsse so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus an den Folgen dieser Verletzungen kurze Zeit später verstirbt. Es handelt sich um die 25-jährige Stadtpolizistin Clarissa Jean-Philippe. Ihr wurde kaltblütig in den Rücken geschossen. Clarissa war als Stadtpolizistin unbewaffnet. Bei dieser Tat wurde auch ein Mitarbeiter der Stadtreinigung schwer verletzt.

    Als die Täter dann während ihrer weiteren Flucht auf eine Polizeisperre zufuhren, eröffneten sie auch dort sofort rücksichtslos das Feuer auf die dort anwesenden Polizeibeamten.

    In dem jüdischen Lebensmittelgeschäft werden vier unschuldige Menschen ebenfalls kaltblütig ermordet.
    Es handelt sich um Yoav Hattab (21), Philippe Braham (40), Yohan Cohen (22) und François-Michel Saada (60).

    Auch Polizeibeamte der Sondereinheiten werden im Laufe der Fahndungsmassnahmen verletzt und riskierten ihr Leben.

    Zudem wurden zigtausende Bürgerinnen und Bürger in Paris und im näheren Umland in Angst und Schrecken versetzt.

    Mein Mitgefühl gilt den Opfern, den Verletzten und den Hinterbliebenen dieses feigen Terroranschlages.

  2. Sehr geehrte Kommentatorin, sehr geehrter Kommentator („Regierungseigentum“)!

    Ich zeige Verständnis und respektiere Ihre Gefühle zum Geschehen in Frankreich. Aber ich teile Ihre Auffassung nicht ganz.
    Der Schreck saß wohl allen in den Gliedern, dass inmitten Europas ein offener Angriff auf demokratische Werte, verbunden mit zahlreichen Opfern und Verletzten, verübt wurde.
    Auch mich bestürzen die Ereignisse.

    Es ist nicht vordergründig die Aufgabe der Gewerkschaft oder die ihrer Mitglieder, sicherheits- oder rechtpolitische Kritik vorzutragen. Aber sie trägt auch Verantwortung für die mehr als 100.000 Mitglieder verschiedenster Sicherheitsbehörden. Die GdP greift mit ihrer Wortmeldung nicht nur berechtigte Mängel und Unzulänglichkeiten in Personal- und Sachausstattung auf. Wir alle – Polizeibeamte, Verwaltungsbeamte und Tarifbeschäftigte – gehen einem gesetzlichen Auftrag nach. Wir alle sehen und merken täglich, wo die Grenzen unserer Arbeit liegen. Und jeder von uns, der sich diesem Berufsbild „verschworen“ hat, trägt eine Teilverantwortung für ein funktionierendes Sicherheitssystem in Europa.

    Den anderen Teil der Verantwortung trägt die Politik. Das beginnt mit einer effektiven Sicherheitsarchitektur und endet mit der zurzeit leidigen Diskussion um die sogenannte Vorratsdatenspeicherung. Und die verantwortlichen Politiker tun gut daran, der fachlichen Meinung dieser Gewerkschaft zu folgen, sie sich zumindest anzuhören. Denn Sie werden mir vielleicht beipflichten: Sicherheit ist nicht gleich Sicherheitsgefühl!
    Die Gewerkschaft der Polizei kann auf Erfahrung und Fachwissen zehntausender Mitglieder zurückgreifen. Das ist etwas, was der Politik oftmals fehlt und sie gern durch rhetorische Künste dem Bürger als Sicherheitsgefühl vermittelt.

    Es wäre aus meiner Sicht unverantwortlich, im täglichen Mühen um die Sicherheit der Menschen in Deutschland und Europa innezuhalten. Das wäre auch respektlos gegenüber den Hinterbliebenen der Opfer dieser feigen Anschläge.