Bundespolizei riskiert Leib und Leben

Pressemeldung des GdP-Bezirks Bundespolizei vom 14. Februar 2015

Die Bundespolizei ist an diesem Wochenende hoch belastet, berichtet die Gewerkschaft der Polizei (GdP). Neben der Fahndung nach Menschenhändlern an der Grenze zu Österreich, der Überwachung an der ungarisch-serbischen Grenze aufgrund der massenhaften Ausreise von Kosovaren und der Begleitung des Hochrisiko-Fußballspiels Mönchengladbach gegen Köln mitten im Karneval fahndet die Bundespolizei nun auch an der Grenze zu Dänemark nach den flüchtigen Terroristen von Kopenhagen.

„Dieses Wochenende fordert meine Kolleginnen und Kollegen enorm. Nicht nur die Einsatzbelastung, auch das Wissen um mehrere verletzte dänische Kollegen und das Todesopfer von Kopenhagen machen uns zu schaffen. Unsere Gedanken sind bei den Opfern“, so Jörg Radek, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei.

Dass die Bundespolizei solch eine Einsatzlage trotz Personalmangel und eklatanten Ausstattungsdefiziten stemmen kann, beweist für die GdP die hohe Einsatzbereitschaft und Motivation der Polizisten.

„Die Bundespolizei ist an der Grenze der Belastbarkeit. Auch macht mir die mangelhafte Ausstattung z.B. mit entsprechend sicheren Schutzwesten große Sorgen. Hier geht es um Leib und Leben deutscher Polizisten. Es wird Zeit, dass das Parlament reagiert und die Finanzmittel freigibt, damit die Bundespolizei in adäquate Schutzausstattung investieren kann“, so Radek.

Für einen Fahndungserfolg gilt es nun alle Kompetenzen der verschiedenen Sicherheitsbehörden zu bündeln, dazu gehört auch die enge Zusammenarbeit mit dem Zoll. „Er leistet nicht nur einen Beitrag zur Entlastung der Bundespolizei, sondern ist ein gleichwertiger Garant für die Sicherheit an unseren Grenzen. Deshalb müssen deutsche Polizei- und Zollbehörden gut auf solche Szenarien vorbereitet sein“, so Radek.

Share

Themenbereich: Auslandseinsätze | Drucken

13 Kommentare
Eure Meinung zu diesem Beitrag ist uns wichtig: »

  1. Ich denke, keiner mag es mittlerweile mehr hören oder lesen. Bei allem Respekt für die Arbeit der Gewerkschaft(en). Irgendwann ist das Limit erreicht, wo ich etwas mehr erwarte, als Mitteilungen in einem Forum, in dem ich meinen Unmut äußern kann. Meine Wut auf gewisse Politiker ist mittlerweile grenzen-(diplomatie)los. Frau Merkel macht alles, nur nicht Innenpolitik. Ich denke, genau dafür wurde sie irgendwann mal vom Volk gewählt (Amtseid). Neujahrsreden retten dieses Land mit Sicherheit auch nicht. Wenn sich die Politik nicht irgend wann mit allen …igida-„Phänomen“ konstruktiv auseinander setzt, wird sie letztlich scheitern und wissentlich das nicht gewollte Extrem, den Rechtsruck, „lieben“ müssen. Und dann ist das standardisierte, politische Gejaule wieder groß.
    Gleichwohl, liebe Gewerkschaft, bleibt irgendwie dran; wer sonst?!
    Beste Grüße

  2. Zitat:
    „Dass die Bundespolizei solch eine Einsatzlage trotz Personalmangel und eklatanten Ausstattungsdefiziten stemmen kann, beweist für die GdP die hohe Einsatzbereitschaft und Motivation der Polizisten.“

    Schön geredet, genau wie Politiker.
    Die Wahrheit ist doch:
    Die Kollegen haben innerlich gekündigt! Und nur weil die Kollegen finanziell abhängig sind, lautschen sie jeden Tag zum Dienst. Gleiches Geld woanders, und schon würden die meisten kündigen (SM-Fans ausgenommen ;-).
    Wer sich dann im DIenst zurückhält, dem passiert auch nix.

    Die paar Idealisten, die es noch gibt, wird unsere Regierung auch noch brechen.
    Und dann heißt es von den Kollegen:
    „Schnell Schießerei beim Bäcker! Alle hin!!“ < Antwort: "Nö, nicht unsere Zuständigkeit!"

  3. „Dass die Bundespolizei solch eine Einsatzlage trotz Personalmangel und eklatanten Ausstattungsdefiziten stemmen kann, beweist für die GdP die hohe Einsatzbereitschaft und Motivation der Polizisten.“
    Und genau hier liegt das Problem. Man muss auch mal den A….. in der Hose haben und nach oben melden es geht nichts mehr. Immer nur zu sagen wir sind an der Belastungsgrenze und und und, um dann doch eine Aufgabe zu stemmen ist der falsche Weg. Die politisch Verantwortlichen sehen nicht die Menschen, die die Arbeit trotz aller Belastungen machen, sondern die sagen sich nur, na ja geht doch was jammern die den immer.
    Ich weiß, es wird nur ein Wunschgedanke bleiben.

  4. @Bart: Was ist denn daran schöngeredet, wenn ich feststellte,das die Bewältigunug der Lage , trotz aller Defizite, erfolgt? Die Defizite benennen wir bei jeder passenenden Gelegenheit, dafür gibt es auf dieser Seite zahlreiche Beispiele. Die Reaktionszeiten auf unsere Kritik ist ärgerlich. Doch Gewerkschsftsarbeit ist kein Sprint; sondern Marathon.
    Jörg Radek

  5. Zur Klarstellung

    Die Arbeit wird doch von den Kollegen nur noch im Minimalprinzip gemacht, weil sie keine Alternative haben (anderer Job, gleiches Geld).
    Von echter Motivation und Einsatzbereitschaft kann man da kaum noch reden.
    Natürlich ist die Arbeit gut, die die Kollegen leisten.
    Aber Kernpunkt ist und bleibt: Wer es sich leisten könnte, würde doch gehen.
    Die finanzielle Abhängigkeit erzeugt die „Motivation“ und nicht die Identifikation mit der Bundespolizei.
    Wer ist denn noch stolz auf die Bundespolizei.

    Die Arbeit der Gewerkschaft hat damit nichts zu tun. Ihr müsst für die Kollegen kämpfen, auch wenn es aussichtslose Kämpfe sind. Das ist Aufgabe der Gewerkschaft.
    Ich finde es nur falsch, in unserer Lage es so darzustellen, als ob den Kollegen alles egal wäre und sie hochmotiviert und voller Tatendrang aus freien Stücken ihren Dienst leisten. Dem ist nicht so.

    Folge dieser Situation: Bald ist das Fass an Frustration voll und läuft über. Das Ergebnis wird dann verheerend sein, wenn sich z.B. am Flughafen plötzlich 3 Dienstgruppen oder eingeplante Hundertschaften am Freitagnachmittag krank melden.

  6. @Bart: Wir können ja hier in eine Dialog eintreten. Ich habe nicht dargestellt „, als ob den Kollegen alles egal wäre“. Es war die GEWERKSCHAFT DER POLIZEI Bezirk Bundespolizei die mit der Studie „Klartext 2010“ eine repräsentative Umfrage unter den Kolleginnen und Kollegen zur Beruszufriedenheit erstellen lies. Diese Studie ist Basis für unsere politische Arbeit. Wir werden ihre Kernbotschaften , und es sie die der Kolleginnen und Kollegen, auch wieder in die Gespräche zum Haushalt 2016 einbringen.
    Jörg Radek

  7. @bart.

    ich stimme dir voll und ganz zu

  8. Hallo Jörg,

    ich glaube ich kann den Kollegen „Bart“ und auch alle anderen verstehen. In der Bundespolizei und auch im Zollvollzug scheint die „Magma-Kammer“ eines gewaltgen Vulkans zum „Bersten“gefüllt zu sein. Es fehlt nur noch der entscheidende Zündfunke, bis sich etwas entlädt, dass sich nicht mehr so ohne weiteres steuern lässt.

    Die Politik spielt nicht nur „Vabanque“, sondern sie setzt darauf, dass sie das Spiel in der Hand behält.

    Bei vielen Kollegen paart sich mittlerweile Perspektivlosigkeit mit Alternativlosigkeit, dazu eine gehörige Portion Frust, das ganze gut „durchgerührt“ (oder „geschüttelt“) ergibt ein hochexplosives Gemisch.

    Wir müssen gerade deshalb als Gewerkschaft Stärke zeigen und den Kollegen Jedwede Unterstützung anbieten bzw. ihnen Lösungsansätze bieten.

    Was den Zoll betrifft, ist er weder jetzt noch in der Zukunft in der Lage seinen Beitrag für die innere Sicherheit zu leisten. In den grenznahen Bereichen wird es spätestens in 5 bi 10 Jahren keine Zollkontrollen mehr geben – Überalterung und fehlender Nachwuchs.

    Eine weitere Crux an der Geschichte ist, dass an diese Dienststellen keine Planstellen verlegt werden, die es den Kollegen im mittleren Dienst ermöglichen würde das Endamt zu erreichen. Für viele ist damit ihr „sprichwörtliches“ Schicksal mit A7/A8 besiegelt, was mitunter zur Folge hat, dass evtl. nicht nur die Krankheitsrate über die Normalwerte steigt, aber auch hier Hochachtung – die Kollegen reißen sich den A… auf

    Und wenn du einen genauen Blick auf die Zollverwaltung wirfst, dann wirst du festellen können, dass man sich gezielt still und leise aus der Bekämpfung von Kriminalität – in all ihren ERscheinungsformen – zurück zieht, damit man sich wie früher auch wieder fiskalisch mit sich selbst beschäftigen kann. Opfer sind hier wieder die Kollegen des Vollzugs auch die der FKS.

  9. @Bart

    haltlose Pauschalisierungen bringen auch nichts und sind wohl eher Ausdruck deiner Unzufriedenheit. Diese ist in manchen Teilen sicher auch nachvollziehbar.
    Dennoch weiß ich von vielen Kollegen die weder innerlich gekündigt haben, noch nur wegen des Geldes zum Dienst „latschen“.
    Manch einer hat den Eid den er geleistet hat auch verinnerlicht…

    Gruß aus Blumberg

  10. @Bart schrieb“Schnell Schießerei beim Bäcker! Alle hin!!” < Antwort: "Nö, nicht unsere Zuständigkeit!"

    So oder ähnlich ist es doch schon. Ohne Anforderung seitens der Landespolizei kein Eingriff unsererseits, trotz SiKo usw.. Wir hatten uns hier auch mal unsererseits die Lapo unterstützt, die sehr erfreut darüber war, dass wir so schnell zur Stelle waren. Ende vom Lied: Eintrag in PIKUS, keine 15 Minuten später Anruf der Direktion, wie wir denn angefordert worden sind. Ohne konkrete Anforderung wären wir da nicht zuständig gewesen, also musste der DGL des Polizeireviers nachträglich ein Anforderungsschreiben verfassen und uns zufaxen. Also wird jetzt gewartet, dass uns die LaPo wenigstens anruft, wenn sie uns braucht.^^

    @ kanadafan schrieb: "Man muss auch mal den A….. in der Hose haben und nach oben melden es geht nichts mehr."

    Wie sagte mein IL, als ich ihm als DGL meldete, dass ich die von oben geplanten Einsätze mit dem mir zur Verfügung stehenden Personal nicht leisten könne: "Ich will nicht wissen, was Sie nicht können, sondern was Sie können."

  11. @Formel315

    Natürlich will ich nicht alle Kollegen über eine Kamm scheren. Natürlich gibt es auch Ausnahmen.

    Wenn ich jetzt aber richtig urteile, gibt es auch aus Blumberg viele Forderungen nach Änderung, gerade in den Hundertschaften staut sich der Frust (unplanbare Einsätze, lange Tragezeiten KSA, Zwangsabordnungen usw.). Ganz zu schweigen von den „hervorragenden“ Beförderungsmöglichkeiten in der BP.

    Ich beneide jeden Kollegen, in diesem FAll auch Dich, über diese vorbildliche Einstellung. Ich kann, nach nunmehr 25 Jahren, nicht mehr daran glauben. (Ja ich bin finanziell von der BPOL abhängig).

  12. @Bart

    Du sprichst hier vielen aus der Seele! In meiner Umgebung kann ich auch nur noch von „vereinzelten“ motivierten Kollegen sprechen, der Großteil hat sich innerlich jedoch längst verabschiedet, traurig aber nun mal die Realität. Und wer diese Entwicklung nicht sieht oder wahrhaben möchte, könnte sich bei uns auch gut als Präsident bewerben….

  13. Bei aller berechtigter Kritik an unserem Dienstherrn:
    Es muss auch mal deutlich zum Ausdruck gebracht werden, dass es auch sehr viele zufriedene Kolleginnen und Kollegen gibt. Ich gehe dabei einfach mal von meinem näheren beruflichen Umfeld aus. Wirklich unzufrieden bzw. gefrustet ist hier keiner. Jeder ist irgendwann mal mit dem Arbeitgeber und seiner eigenen beruflichen Situation unzufrieden. Keine Frage ! Ich bin jedoch weiterhin davon überzeugt, dass die Mehrheit von uns „eigentlich“ ganz zufrieden ist. Man muss auch mal die Verbesserungen der letzten 20 Jahre sehen.
    Konstruktive Kritik ist ja auch absolut notwendig. Aber dieses ständige Jammern und alles Schlechtreden bei jedem Thema geht zumindest mir ganz schön auf den Keks.