GdP-Kritik bringt Verbesserungen im Vorbereitungsdienst für den gehobenen Polizeivollzugsdienst (GBPolVDVDV)

Derzeit bereitet unseren Kolleginnen und Kollegen in der Ausbildung zum gehobenen Polizeivollzugsdienst die Verordnung über den Vorbereitungsdienst für den gehobenen Polizeivollzugsdienst in der Bundespolizei (GBPolVDVDV) enorme Probleme. Wer die Modulabschlussprüfung 20 II (Sport) durch Krankheit, Unfall oder Schwangerschaft nicht absolvieren kann oder durch mangelnde Leistung nicht bestanden hat, wird nicht zur Modulabschlussprüfung 18 (mündliche Laufbahnprüfung) zugelassen.

Das Verfahren ist auch deshalb ärgerlich, weil zumindest bei den Aufstiegsbeamten die Ableistung der Sportkriterien bereits Voraussetzung zur Studienzulassung ist und die körperliche Leistungsfähigkeit ohnehin in jeder Beurteilung attestiert sein musste. Aus Sicht der GdP ist zudem fraglich, ob tatsächlich ein (auch mit einem zivilen Abschluss endender) Studiengang an der Hochschule des Bundes von einer Sportnorm abhängig gemacht werden kann. Nach Meinung der GdP gehört die körperliche Leistungsfähigkeit eher in das Feld der beamtenrechtlichen Eignung und nicht als Prüfungsfach in ein Hochschulstudium, schließlich werden im Studium keine Trainer ausgebildet. Zudem ist es wenig einleuchtend, dass die Beamten erst ihre Verletzungen, Erkrankungen pp. auskuriert haben müssen, bevor sie sich der mündlichen theoretischen Prüfung unterziehen dürfen – ein heller Kopf funktioniert doch auch bei einem kranken Fuß!

Die gegenwärtige Verordnung über den Vorbereitungsdienst für den gehobenen Polizeivollzugsdienst (GBPolVDVDV)/ Mündliche Abschlussprüfung besagt dazu: “Zur mündlichen Abschlussprüfung wird zugelassen, wer die Modulabschlussprüfungen der Module 10, 14, 16, 17, 19 und 20 bestanden hat.” Eine derzeitige doppelte “Blockade” der Zulassung zu MAP 18 (mündliche Laufbahnprüfung) durch die MAP 20 II (Sportleistungen) ist unseres Erachtens aber unnötig, da schon der § 15 (Laufbahnprüfung) vorschreibt, dass nur wer u.a. die MAP 20 erfüllt, auch die Laufbahnprüfung bestanden hat.
Die GdP plädiert deshalb dafür, die GBPolVDVDV dahingehend zu ändern, dass die Kolleginnen und Kollegen jedenfalls zur mündlichen Laufbahnprüfungen zugelassen und die MAP 20 II nachgeholt werden kann.

Im Studienjahrgang (SJ) 67, welcher Ende August 2013 fertig geworden ist, war das noch nicht das “Massenproblem”, insgesamt “blockierte” die Modulabschlussprüfung 20 II (Sport) damals aber “nur” zwei Kollegen. Im SJ 68, welcher Ende August 2014 endete, blockiert die MAP 20 II aufgrund von Verletzungen derzeit immer noch 7 Kolleginnen und Kollegen, von denen voraussichtlich vier am 25./26. Februar 2015 und 3 erst im April 2015 ihre mündliche Laufbahnprüfung (MAP 18) absolvieren können.

Es ist sehr unbefriedigend, dass durch einen offensichtlichen systematischen Fehler in der GBPolVDVDV Kolleginnen und Kollegen erst 8 Monate nach der eigentlichen mündlichen Abschlussprüfung ihre Prüfung absolvieren sollen.

Die GdP hatte diese Zustände bereits mehrfach kritisiert – und nun offenbar Gehör gefunden:
Die Bundespolizeiakademie und das Bundespolizeipräsidium haben – auch aus weiteren Gründen wie z.B. den hohen Durchfallquoten in Brühl von ca. 35% im ersten Anlauf, Fehlern in der Systematik der Prüfungen (die Modulabschlussprüfung 18 als normalerweise letzte Prüfung im Studium – mündliche Laufbahnprüfung – steht vor den Modulabschlussprüfungen 19 und 20) – die GBPolVDVDV überarbeitet und den neuen Entwurf dem Bundesinnenministerium vorgelegt.

Dadurch besteht nun die Chance, eine seit Jahren von der GdP immer wieder angegriffene Benachteiligungsklausel aus der Welt zu schaffen. Das Bundesinnenministerium ist nun aufgerufen, den Änderungen zügig zuzustimmen.

Unsere Mitglieder in der Laufbahnausbildung merken auch hier: GdP – Gut, dass es sie gibt!

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Themenbereich: Finanzielles & Laufbahn | Drucken

7 Kommentare
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  1. Kann man den Entwurf irgendwo einsehen? Bzw. wann ist da mit einer Einigung zu rechnen?

  2. „Führungskräfte“ oder angehende „Führungskräfte“ sollten die Folgen ihres Handelns oder auch NICHThandelns abschätzen können .
    Gerade „Aufstiegsbeamte die kurz vor Abschluss ihrer Laufbahnprüfung stehen.

    Für schriftliche oder mündliche Prüfungen muss ich lernen bzw „trainieren“, also auch für die Sportprüfung.

    Und wenn ein Beamter unter 30 Jahren den 12 Minuten-Lauf nicht nur knapp sondern meilenweit nicht besteht, dann hat er es auch nicht verdient zugelassen zu werden.

    Gerade auch unter dem Gesichtspunkt, wenn er einige Wochen später seine Mitarbeiter fortbildet oder noch besser Beurteilungsbeiträge zur „körperlichen Leistungsfähigkeit“ oder sonstigen Leistungsmerkmalen der Beurteilung abgibt……

  3. Das sind die Führungskräfte die einem 50 langstrecken Läufer 6 Punkte in körperlicgher Leistungsfähigkeit geben, da er nur VAV hat, aber selber nicht 12 Minuten im Kreis laufen können. Schlimm ist nur, das sie dann noch als Polizisten ernst genommen werden wollen.

  4. @seba.heinz: Bei der angestrebten Änderung geht es eher darum, dass man trotz nicht bestandener Sportprüfung zur Abschlussprüfung zugelassen werden kann. Und warum sollte der Kollege X der aufgrund einer Verletzung etc. die Leistungen derzeit nicht bringen kann, dann wenigstens nicht bereits die MAP 18 als Abschlussprüfung ablegen. Und wenn er dann fit ist, wird der Sporttest nachgeholt und dann gibt es den Abschluss. Derzeit wird man nicht zugelassen für die MAP 18, das bedeutet dann, dass für jeden Einzelnen, der die Sportprüfung nachträglich ablegt, nicht jedesmal eine neue Prüfungsprozedur inkl. Kommission etc. gebildet werden muss…. das ist einfach uneffektiv und einfach nur teuer. Zumal andere Prüfungen anderer Jahrgänge ja weiterhin laufen und dort die Kapazitäten gebraucht werden. Das man dann wieder aus dem Stoff raus ist, steht dabei noch auf einem anderen Blatt. Aber man kann natürlich auch die Kollegen entsprechend durchfallen lassen, die zwei Jahre und zwei Monate der Fortbildung haben bisher dem Dienstherren auch noch nichts gekostet…. Auch die Aufsteiger werden nicht unbedingt nach ihrer Aufstiegsausbildung in eine Führungsposition kommen, ausser vielleicht jene, die eine entsprechende Führungsposition im mD hatten und um diese zu behalten, den Aufstieg begonnen haben.

    Ich gehe mal davon aus, dass die Sportprüfung nicht wegfällt. Aber nach deiner Formulierung sollte dann mal jeder VAVler, der derzeit eine Führungsposititon innehat oder sich dafür bewirbt, mal ganz schnell das Sportabzeichen sowie den Rettungsschwimmer ablegen (die beide Vorraussetzung für die Zulassung zum EAV sind) und dann eine entsprechende Sportprüfung gem. MAP 20 ablegen, sonst ist er es ja nicht „wert“ eine Führungsposition innezuhaben oder anzustreben nach deinen letzten Sätzen. Denn der VAVler „alt“ hat die gleiche Führungsbefähigung wie der Aufsteiger nach 2 Jahren und 2 Monaten. Und es sind nicht nur unter 30jährige auf dem Aufstiegsverfahren……

  5. onlinespam….genau!
    Wenn jemand zu bequem zum Trainieren ist, hat er es aus meiner Sicht nicht verdient.
    Zumal in relativ kurzer Zeit eine Nachprüfung möglich ist.
    Dein Vergleich VAV`ler…….wie immer: wenn etwas nicht passt, wird direkt nach den anderen geworfen.

  6. @seba.heinz: Du hast es nicht verstanden….. eine Nachprüfung im Sport ist je nach Fall vielleicht relativ schnell möglich. Natürlich kann und soll man entsprechend trainieren, was die meisten auch machen werden, wenn es Schwächen gibt. Ist das gleiche, wie wenn der Stoff für die Prüfung gelernt wird. Warum sollte man auch zwei Jahre vergeuden, um dann bei dieser „ach so tollen Sportprüfung“ zu scheitern!? Bei einer Verletzung etc. muss das aber nicht sein, da gibt es auch langwierige Geschichten, die erst mal ausgeheilt werden müssen. Im besten Fall kommt die Verletzung während der Prüfung. Ist diese Nachprüfung vor der Abschlussprüfung, dann ist das auch kein Problem. Liegt der Zeitpunkt nach der Abschlussprüfung, dann muss auch diese nachgeholt werden, da man zu der normalen nicht zugelassen wird. Und dazu muss entsprechend eine Prüfungskommission etc. aufgestellt werden. Also alles in allem nicht mal eben gemacht. Und warum soll jemand, der die Sportprüfung aus o.g. Begründung nicht ablegen kann, nicht die Abschlussprüfung ablegen können? Wo ist da deiner Meinung nach das Problem? Das hat nichts mit Training zu tun, sondern einfach mit Verfahrensweisen. Man kann ja auch, die Abschlussprüfung entsprechend ablegen, Sport kommt dann nach der Genesung und wenn alles zusammen ist, gibt es auch erst den Abschluss.

    Und zum Thema VAV… du hast damit angefangen, dass Führungskräfte bzw. angehende FK ja als Vorbild dienen sollen… das gilt anscheinend für dich dann nicht für diejenigen, die das VAV abgeschlossen haben. Auch diejenigen, die die zwei Jahre durchziehen, werden erstmal auch nicht in Führungsposititionen landen. Man kann auch bei den Vergleichen noch den Praxisaufstieg mit einbeziehen…. bei jeder Aufstiegsart gibt es Unterschiede, jedes hat seine Hürden, die man persönlich überwinden muss. Aber letztlich hat jeder, der ein entsprechendes Verfahren besteht, das gleiche Schulterstück auf der Schulter und soll die gleichen Dienstposten ausfüllen können. Und dabei gehören Sportleistungen nicht als herausragendstes Merkmal für Führungskräfte, da zählen andere Qualitäten, wo es aber egal, welchen der Aufstiegsarten man absolviert hat.

  7. Warum sollte dann ER und EL Pflichtfach sein ??? Piloten , Leiter Polizeitechnik etc brauchen das bestimmt nicht !
    Man sollte Polizeiarbeit nicht verwissenschaftlichen !
    Das bischen körperliche Leistungsfähigkeit was verlangt wird sollte man doch noch hinbekommen als Polizist !