Kosovo-Unterstützungseinsatz überlastet Bundespolizei zusätzlich

Pressemeldung vom 13.02.2015

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bezirk Bundespolizei, sieht den Unterstützungseinsatz der Bundespolizei in Serbien skeptisch. Einerseits belegt der Einsatz die Fähigkeiten der Bundespolizei, andererseits verschärfen alle Zusatzaufgaben die ohnehin bestehende Personalüberlastung.

„Dieser Einsatz zeigt die hohe Fachkompetenz der Bundespolizei und das Ansehen, das unsere Arbeit im Ausland genießt. Doch machen wir uns nichts vor: Diese Kräfte fehlen uns natürlich bei der Arbeit im Inland. Und da ist die Bundespolizei ohnehin nur noch eingeschränkt einsatzfähig“, kommentiert Jörg Radek, Vorsitzender der GdP Bundespolizei.

Die Spezialkräfte sollen an der serbisch-ungarischen Grenze eingesetzt werden, um dabei zu helfen die aktuell stark ansteigenden illegalen Einreisen von Kosovaren zu unterbinden.

Die GdP hält die Massenflucht von Menschen aus dem Kosovo für rein grenzpolizeilich nicht zu lösen. „Was fehlt, ist ein EU-weites gesamtstaatliches Konzept Migration. Dazu gehört auch, Länder wie den Kosovo bei der Problemlösung vor Ort zu unterstützen. Es kann nicht sein, dass Europa, das maßgeblich den Kosovo mitkreiert hat, sich aus der Verantwortung stiehlt“, so Radek.

Für den Gewerkschafter steht fest, dass mit dieser Maßnahme nur versucht wird Symptome, aber nicht die Ursachen der Probleme zu behandeln: „Und das in einer Zeit, in der die Bundespolizei mit ihren ständig zuwachsenden Aufgaben ohnehin aus dem letzten Loch pfeift. Natürlich können wir das alles, aber eben nicht alles gleichzeitig!“.
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Themenbereich: Auslandseinsätze | Drucken

8 Kommentare
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  1. Sehr gern können sie dem Einsatz skeptisch gegebüber stehen.
    Jedoch kommen die „Spezialkräfte“ mit Masse aus der Internationalen Einsatzeinheit. Deren Hauptaufgabe liegt nunmal im Ausland.
    Sie sollten also nicht damit argumentieren, dass diese Kräfte nun im Inland fehlen, da gibt es sicherlich andere Baustellen.

    Sie sollten sich eher endlich dafür einsetzen, dass die IEE, gern von allen möglichen Bedarfträgern genutzt, auf ein ordentliches Fundament gesetzt und nicht ständig in Frage gestellt wird.

  2. Ich sehe das ähnlich.
    Die IEE, oder wie sie momentan heißen mag, hat in den letzten Jahren viele verschiedene Bedarfsträger unterstützt und ist immer zur Stelle, wenn es im Ausland „brennt“.
    Jetzt hat man wieder innerhalb von nichtmal einer Woche fast 20 Leute bereitgestellt um im Ausland zu arbeiten.

    Das positive an der Einheit ist doch, das die Leute eben nicht in einer Dienstgruppe am Flughafen, am Bahnhof oder an der Grenze fehlen.
    Man muss nicht in zig Direktionen/Inspektionen anrufen um kurzfristig Leute zusammen zusammeln, ein Anruf reicht.

    Aber was ist das einzige, was man immer hört, egal wo man ist: „Wie ich dachte die sind aufgelöst““Ihr werdet eh bald aufgelöst“ „Euch gibs noch?“ etc pp und das seit Jahren…

    MfG

  3. Ausgesprochen weise Worte von MeineMeinung! Gerade die im Bereich der illegalen Migrationsbekämpfung im Ausland eingesetzten Mitarbeiter der Bundespolizei tragen nicht unerheblich dazu bei, Ausreisen mit Ziel Deutschland zu verhindern. Das ist minimaler Personaleinsatz mit maximalem Erfolg und führt zum Beispiel dazu, dass nicht auf jeder Flugbewegung aus Griechenland Immigranten vorhanden sind. Hätten wir dort keine Kollegen, dann hätten wir ganz bestimmt ganz schnell einen neuen Schwerpunkt auf Flughäfen! In diesem Sinne…… die Arbeit im Ausland führt dazu dass im Inland nicht noch mehr Arbeitsbelastung anfällt als sowieso schon vorhanden ist!

    Einer der es aus eigener Wahrnehmung beurteilen kann…. Einen freundlichen Gruß in die Runde!

  4. Einer Kuh wächst nun mal kein zweites Euter …

    Den vorangegangenen Kommentatoren kann im Konkreten zweifelsfrei zugestimmt werden.
    Auch hat die Bundespolizei hat Einiges zu bieten, was wirksam der grenzüberschreitenden Kriminalität entgegengesetzt werden kann. Und auch sollte.

    Trotzdem muss darauf geachtet werden, dass wir als Bundespolizei nicht „ausgelutscht“ zusammenbrechen. Die Kolleginnen und Kollegen, die schon seit Jahren zu sogenannten „Abordnungskontingenten“ für München, Frankfurt a. Main, Berlin-Tegel oder Berlin-Schönefeld gehören, und sich auch nicht dagegen wehren können, würden hier andere Worte fallen lassen. „Freundliche Grüße“ oder „weise Worte“… ?

    Es darf nicht dazu kommen, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegeneinander „zu Felde“ ziehen, sich Bereiche oder Dienststellen für wichtiger oder weniger wichtig halten. Die politisch Verantwortlichen schenken uns nichts! Und leider kenne ich sehr wenige Führungskräfte in der Bundespolizei, die sich für die funktionierende Alltagsorganisation beim BMI in die Bresche werfen.

    Und wie groß die Dankbarkeit der politischen Entscheidungsebene wirklich ist, zeigt sich zur nächsten Tarifrunde…

  5. Bei den voran gegangenen Kommentaren frage ich mich nur, warum jetzt aufeinmal in den Direktionen nach Personal gesucht wird? Die „IEE“ als Aufrufeinheit gehört doch nur zur Direktion BP.

    Die „IEE“ wurde auch nie aufgelöst, laut BMI-Erlass soll diese Aufgabe durch die BP in Form einer Aufrufeinheit erfolgen. Näheres dazu steht im Intranet. Ausschreibungen für die Standorte BLU, STA und DEG gab es auch schon (kann sein das die Standorte nicht richtig benannt sind).

  6. Soweit ich weiß, ist die IEE dort nicht beteiligt, sondern GUAs, die dem RABIT angehören. Und die fehlen an den Dienststellen jetzt sehr wohl erstmal – auch wenn sie selbstverständlich hervorragende Arbeit im Bereich der Vorverlagerung leisten.
    Skeptisch sehe ich den Einsatz dennoch nicht. Im Gegenteil: es sollten noch wesentlich mehr GUAs an die Außengrenzen entsendet werden. Dazu braucht es aber einer personell besseren Ausstattung.

  7. „Soweit ich weiß, ist die IEE dort nicht beteiligt, sondern GUAs, die dem RABIT angehören.“
    Wenn GUAs da sein sollten, dann maximal 5 (Eher weniger), die Mehrheit der Beamten zumindest in diesem ersten Monat gehören der IEE an.

  8. Hallo Grenzer, da bist du aber schlecht informiert. Einfach mal Herrn oder Frau Google fragen. Gruß aus 46 Grad 7’44“ N, 19 Grad 48’38“ O