Fürsorgepflicht ernstnehmen – Fehlbetankungsschutz einbauen

Foto_4_2Immer wieder kommt es zur Fehlbetankung von Diesel-Dienstfahrzeugen, wenn KollegInnen fahrlässig Benzin einfüllen. Dies hat dann meist hohe Kosten zur Folge, die die Dienststelle den Verursachern in Rechnung stellt. Wenn dann nicht die GdP-geführten Personalräte bis zur Einigungsstelle für die Betroffenen gegen die Inregressnahme kämpfen oder man keine gute Regressversicherung hat, sind einige tausend Euro fällig.

Die Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei, hat inzwischen mehrfach mit dem Bundespolizeipräsidium dieses Thema diskutiert und zum Schutz der KollegInnen im Rahmen der Fürsorgepflicht verschiedene Vorsorgemassnahmen gefordert. Einfachste Massnahme wäre die Ausstattung der Diesel-Dienstfahrzeuge mit Warnaufklebern „Nur Diesel tanken“ auf dem Armaturenbrett und der Tankklappe. Alle Mietwagenfirmen rüsten ihre Dieselfahrzeuge entsprechend aus. Trotz Zusage des BPOLP ist diese Massnahme bisher jedoch noch nicht flächendeckend umgesetzt worden.

Verhindern könnte man eine Falschbetankung jedoch auf jeden Fall durch den Einbau eines Fehlbetankungsschutzes. Ein solcher Einbau bei den vorhandenen Dienstfahrzeugen, zumindest aber die Aufnahme bei der Auschreibung aller neu zu beschaffenden Diesel-Dienstfahrzeuge hat die Gewerkschaft der Polizei Bezirk Bundespolizei nun erneut bei der Leitung des Bundespolizeipräsidiums angeregt!

Das diese Fürsorgepflicht in diesem Fall von anderen Dienstherrn wahrgenommen wird, zeigt das Schreiben des nordrhein-westfälischen Innenministers an seinen Polizei-Hauptpersonalrat mit den entsprechenden Leistungsverzeichnissen zur Funkstreifenwagen-Beschaffung, bei denen als Pflichtkriterium „bei Fahrzeugen mit Dieselmotor der Einbau eines Tankeinfüllstutzens zur Verhinderung einer Falschbetankung mit einem Fehlbetankungsschutz“ gefordert wird.

Wir hoffen, dass die für die Bundespolizei Verantwortlichen diesem guten Beispiel folgen und die GdP-Forderung zeitnah umgesetzt wird!

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Themenbereich: Ausstattung & Ausrüstung | Drucken

17 Kommentare
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  1. Wie wärs denn damit, einfach einen Aufkleber am / im Tankdeckel mit dem jeweiligen Kraftstoff anzubringen. Kosten ca. 0,50 € ?

  2. KollegInnen?

    Ist mir als Mann beim Landrover auch schon mal passiert… In der hektik die falsche Zapfpistole gegriffen und schwupps waren 2 Liter Super in nem fast leeren Dieseltank :-)

  3. Ich muss fragen,was dieser Artikel soll. Jeder Fahrzeugführer,muss doch wissen,was er für ein Fahrzeug fährt. Ich fahre auch einen Diesel,die Zapfpistole von Benzin,passt normalerweise überhaupt nicht in ein Tankstutzen eines Dieselfahrzeug rein. Da muss man schon Gewalt anwenden.Wer dennoch Benzin tankt,soll auch dafür bezahlen.

  4. @renegade: Wie in dem Artikel zu lesen ist, haben wir als schnellste und günstigste Vorbeugungsmöglichkeit gefordert!
    @Peter: Da irrst du-die Zapfpistole von Benzin und Super passt ohne Probleme in einen Dieseltankstutzen! Andersrum geht’s nicht, da der Benzin- und Supertankstutzen wesentlich enger ist, als die Diesel-Zapfpistole! Du kannst ja mal ser ADAC-Pannenbericht lesen-da ist „Falschbetankung“ einer der häufigsten Einsatzgründe! Wir drücken dir die Daumen, dass dir das niemals passiert-die KollegInnen, die privat einen Benziner fahren, machen das z.B. in der 3. Nachtschicht jedenfalls nicht absichtlich!
    Glück auf,
    Martin

  5. Hallöchen,
    schaut mal hier, http://www.gdp.de/gdp/gdplsa.nsf/id/DE_Diesel-Fehlbetankungsschutz?open&Highlight=Fehlbetank
    In Sachsen-Anhalt haben die neuen Fz. schon einen Fehlbetankungsschutz und es werden auch zukünftigen Neubeschaffungen damit ausgerüstet. Viel Erfolg bei der Durchsetzung eurer Vorschläge.

  6. Irrtum!

    Die Dieselzapfpistole passt nicht in ein Benzinfahrzeug

  7. Einen Fehlbetankungsschutz für Dieselfahrzeuge, zumindest bei Neubeschaffungen, halte ich in der BPOL für sehr sinnvoll und geboten. Es gibt vielfältige Gründe dafür, manche davon wurden bereits erwähnt. Es geht dabei nicht nur um den entstehenden Schaden, sondern kann je nach Lage des Falles immerhin auch unsere Einsatzfähigkeit betreffen.

    @peter: ich finde Deine geäußerte Einstellung zu dem Thema zumindest bedenklich.

  8. Sollte man sich nicht um etwas sinnvolleres kümmern?
    39 Stunden/Woche
    Erhöhung der Zulagen für Schichtdienst
    Verbesserung der Ausrüstung
    Schluss mit 60 Jahren für Schichtler
    usw.

  9. Naja, das ist auch wieder ein wichtiger Artikel.
    Wenn man beim T 5 die Tankklappe öffnet, steht bei unseren Fahrzeugen „DIESEL“. Wenn man dann immer noch nicht lesen kann und sich nicht konzentriert, dann ist das schon grob fahrlässig.
    Aber der Vorschlag mit den Aufklebern auf dem Armaturenbrett, auf der Vorderseite des Fahrtennachweisheftes und an der Tankklappe von außen sollte genügen.
    Wer dann immer noch FALSCH tankt….. hat Pech gehabt.

  10. Ich kann mir jetzt echt nicht vorstellen wie sowas passieren kann.

    Auch wenn der ADAC ermittelt hat das es scheinbar kein Phänomen im Promillebereich ist.
    Halte ich für uns aber nicht als Repräsentativ da es auch Menschen gibt die stramm ihrem Navi folgen und dabei sich und ihr Auto im Hafenbecken versenken.
    Da unterstelle ich mal Polizeibeamten das sie einfach höher qualiziziert sind wie der Durchschnitt.

    Ich ganz persönlich finde das Kollegen, die die Verantwortung übertragen bekommen sich in der Öffentlichkeit mit einer Schusswaffe zu bewegen durchaus in der Lage sein müssten eine schwarze von einer grünen Zapfpistole zu unterscheiden.
    Nicht nur zu unterscheiden sondern auch gewisse logische Konsquenzen daraus zu ziehen.
    Da hilft auch kein digitales Assistenzsystem sondern einfach nur mal kurz darüber nachdenken was man gerade macht, auch wenn es so banal ist wie tanken.

  11. @peter winthuis @micha

    Natürlich haben wir auch andere Sorgen, aber eben auch diese. Wenn es euch nicht betrifft, wozu dann eure eigenartige Entrüstung?
    Es fahren ja auch alle mit Sicherheitsgurt und Aufprallschutz, ohne dass jeder schon mal einen Unfall hatte. Wir tragen auch Schutzwesten, obwohl (Gott sei Dank!!!!!) so gut wie nie auf Bundespolizisten geschossen wird. Der Falschbetankungsschutz kostet peanuts, der Schaden bei Falschbetankungen viel mehr. Und Prävention ist doch wohl erste Polizeipflicht, oder? Falschbetankung tritt eben oft bei Fahrzeugen auf, von denen es sowohl eine Benziner- als auch eine Dieselvariante in den Dienststellen gibt, und abwechselnd beide gefahren werden. Wenn man mit ein paar Euro verhindern kann, dass Kfz ausfallen und zudem verhindern kann, dass Kollegen zahlen müssen, ist das sehr in Ordnung und sehr sinnvoll. Auch wenn für Schichtler nicht mit 60 Schluß ist…

  12. Wieso müssen die Fahrzeuge eigentlich während der Schichten getankt werden? Ist es nicht üblich zum Ende der Schicht zu tanken? Oder besser noch zu Beginn, dann sind die Kollegen ja noch frisch und hoch konzentriert.

  13. Wenn ein Kollege nicht einmal in der Lage ist das Fahrzeug korrekt zu betanken, sollte er auf seine Diensttauglichkeit untersucht werden.
    Konzentration heisst das Zauberwort. Aber das ist doch gar nicht gewollt. Das Smart Phone mit hundert Anwendungen. Gepaart mit dem cafe to go und dem geschmierten Brötchen. Der künstliche Alltagsstress trifft eben auch Bundespolizeibeamte. In den Medien wird jeden Tag der Weltuntergang prophezeit. Und der Bürger (auch in Uniform) kommt nicht mehr zur Ruhe.
    Packt mal alle das Smart Phone an die Seite, nehmt die Thermoskanne mit und schmiert Eurer Brot selber. Gilt nicht nur für Bürger in Uniform.

  14. Es gibt wichtigere Probleme, die die Aufmerksam der Gewerkschaft fordern! Es gibt wichtigere Punkte, wo das verbleibende Geld investiert werden muss. Selbst wenn es nur wenige Euro pro Fahrzeug sind, ist es zu viel. Die BPOL gibt zu viel Geld aus. Da 90 Prozent Personalkosten sind, muss man mit dem kleinen Rest sparsam umgehen. Die Schwarze Null, die Länder fordern mehr Geld wegen der Flüchtlingswelle, Griechenland kostet und die ATE (Anti-Terror-Einheit). Jetzt sollte überall wo möglich ist mehr gespart werden! Kleinigkeiten machen auch etwas aus. Licht aus, wenn man das Klo verlässt bzw wenn die Sonne aufgeht; muss der TV / Radio die ganze Zeit im Pausenraum laufen wenn niemand dort ist, etc.

    Und mal ganz ehrlich: so schwer kann das noch nicht sein, dass man sich vor dem Tanken überlegt welchen Kraftstoff das Fahrzeug benötigt? Das könnte man ja zeitlich überlegen, wenn man sich fragt ob die Tankklappe rechts oder links ist.

    Bei uns steht auf dem Fahrtennachweis, wo man ja die Betankung eintragen muss, welchen Kraftstoff das Fahrzeug benötigt.

    Und wie sieht das denn aus, wenn jemand zum Ende der Nachtschicht nicht in der Lage ist den richtigen Kraftsstoff zu tanken, wie sollte der denn einen „großen Einsatz“ noch bewältigen? Und wie ist er im Punkt ‚Leitsungsfähigkeit‘ beurteilt?

  15. @ steve
    Weil wir auf der Straße sind, im Schichtdienst. Das bist Du wohl nicht, da Du wie ein Innendienstler schreibst. Wir wissen was wir Tanken müssen! Für uns ist es wichtiger, dass wir entlastet werden und da ist jeder Cent wichtig. Es werden auch keine Kreuzungen abgeschafft, obwohl es da viele Unfälle gibt.

  16. Da sich bei der Bundesopapolizei die Inspektionen inzwischen zu Altersheimen entwickeln, halte ich entsprechende Maßnahmen des betreuten Dienstes durchaus für sinnvoll.
    Auch sollte man zeitnah über Treppenlifte und seniorengerechte Arbeitsplätze mit Computerattrappen sowie Toiletten mit Haltegriffen nachdenken…
    Und wenn ich mich so in der Dienstgruppe umschaue, mich eingeschlossen, entbehrt mein Beitrag jeglicher Ironie.

  17. Ich empfehle das Erreichen einer Verwendung als Zugführer! Dann hat man einen Kraftfahrer und muss sich darum nicht kümmern! ;-)

    Oder nach Potsdam gehen, da gibt es E-Autos!