NDR-Berichterstattung: BPOL hat Flüchtlinge gequält

Die Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei, insbesondere die Direktionsgruppe Hannover, ist entsetzt! Solange das Verfahren läuft, gilt für uns die Unschuldsvermutung – sollten sich die Vorwürfe jedoch bewahrheiten, ist mit der ganzen Schärfe des Gesetzes dagegen vorzugehen!
Wichtig ist jedoch auch festzustellen, dass die KollegInnen der Bundespolizeiinspektion Hannover an dem schwierigen Ort am Hauptbahnhof hervorragenden Dienst leisten und sich durch Fingerspitzengefühl und Sensibilität auszeichnen.

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13 Kommentare
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  1. Worüber ist man entsetzt?
    Über die Art der Berichterstattung oder über die erhobenen Vorwürfe? Oder darüber dass offenbar Details der bisherigen Ermittlungsergebnisse schon jetzt an die Öffentlichkeit gekommen sind?

    Weder der Bericht noch das eingebettete Video auf der Homepage des NDR deuten darauf hin, dass die Beschuldigten vorverurteilt werden. Der letzte Satz der Moderatorin im Video spiegelt ganz eindeutig wieder, dass hier die Unschuldsvermutung gilt. Am NDR gibt es nichts zu kritisieren. Was andere Medien (insbesondere die Schmierlappen der Boulevard,-und einschlägigen Gossenpresse) daraus machen, kann dem NDR nicht angelastet werden.
    Spätestens aus dem Fall Emden hätten diese art Schmierfinken lernen müssen. Haben sie aber nicht.

    Die Vorwürfe die dort im Raume stehen sind schon eine Hausnummer und gehören restlos aufgeklärt.

    Darüber, dass Ermittlungserfgebnisse aus einem laufenden Ermittlungsverfahren an die Öffentlichkeit gelangen hat man sich doch längst gewöhnt. Das kennt man aus Fällen wie Zumwinkel, Edathy, oder Hoeness nur zu genüge. Um nur ein paar Fälle aus der jüngsten Vergangenheit zu nennen. Das kann man meiner Meinung nach sicherlich einmal kritisch hinterfragen.
    Nur: Tat man das bei den o.g. Vorfällen auch, oder ist es nur deshalb jetzt unangenehmn weil es die eigene „Firma“ betrifft?

    Nun also nach ständigen Rassismusvorwürfen bei Polizeikontrollen in Bahnhöfen und Zügen und Beanzeigung von Unschuldigen in Berlin um die eigene Strichestatistik aufzuwerten auch noch solche Vorwürfe.

    Eine restlose und rückhaltlose Aufklärung ist mindestens genau so wichtig wie die internen Lehren die aus diesem Fall zu ziehen sind. Einzelfalltheorie hin, oder her.
    Da sollte sich auch eine GdP ganz eindeutig aufstellen und nicht den Eindruck erwecken dass dort auch nur ansatzweise irgendetwas vertuscht werden soll. Solche Vorfälle, egal was am Ende eines individuellen Strafverfahrens rauskommt, betreffen nicht nur eine einzelne Inspektion. Das betrifft uns alle. Auch weit über die Behörde Bundespolizei hinaus.

  2. Es wäre sehr wünschenswert, dass an den Vorwürfen nichts dran ist.
    Sollten sich die Vorwürfe jedoch bewahrheiten, ist wie bereits geschrieben, mir rechtsstaatlichen Mitteln
    dagegen vorzugehen.
    Solche Vorgänge, sollten Sie sich bewahrheiten, schaden der gesamten Bundespolizei.
    So etwas geht überhaupt nicht und ist nicht zu tolerieren.

  3. Reiner, da muss ich Dir vollkommen zustimmen. Es darf aber, bis der Sachverhalt aufgeklärt ist, zu keinerlei Vorverurteilung kommen. Leider wird nur zu gerne auf die Kollegen/Innen eingedroschen, wenn sich jemand ungerecht behandelt fühlt, und dies an die „Große Glocke“ hängt. Stellen sich die Vorwürfe hinterher als ungerechtfertigt heraus, erscheinen die Richtigstellungen nur zu oft als kleingedruckte Randnotiz, von der kaum jemand etwas wahrnimmt.

  4. Ich habe keine Worte mehr, wenn es so war, wie es heute in der Presse und Online zu lesen ist,.
    Hat keiner was bemerkt?

  5. Also nochmals zur Klarstellung. Wir alle wissen, wie schnell auf Polizeibeamte verbal von der Presse eingedroschen wird und aus welcher Ecke das oft kommt (Pro Asyl u.a.)
    Wie Hans-Jürgen schon geschrieben hat, hier gilt zunächst auch für den Kollegen die Unschuldsvermutung.
    Sollte sich herausstellen, dass die Vorwürfe wahr sind, ist mit allen rechtsstaatlichen Mittel dagegen vorzugehen, hin bis zur Entfernung aus dem Dienst.
    Man kann sich nur wünschen, dass an den Vorhalten nichts dran ist (hoffentlich).

  6. Soeben kam in den Heute Nachrichten, dass der Beschuldigte sogar Kollegen mit der Dienstwaffe bedroht und gezwungen haben soll, sexuelle Handlungen an Personen vorzunehmen.
    Wer schweigt, macht sich mitschuldig.
    Mir fehlen die Worte.
    Der Imageschaden ist riesig.

  7. Ich bin erschüttert über das, was da gelaufen ist !
    Wie kann so etwas passieren, hatten die Vorgesetzten rosarote Brillen auf ? Hat das keiner mitbekommen ? Sehen doch sonst jede Verfehlung, die der einfache KSB macht !!
    Ich kann nur hoffen, dass intern genauso ermittelt wird, wie es auch die Staatsanwaltschaft macht.
    Ansonsten tendiert das Vertrauen in die Führung gen Null…wenn sie das nicht schon ist !!!

  8. Immer mehr Details werden an die Öffentlichkeit gesteuert.
    Viele innerhalb der betreffenden DG haben sich in den Krankenstand verabschiedet, seitens der Inspektionsleitung soll die Direktion um Untersuchung gebeten worden sein, der Ständige Vertreter der Direktion Hannover hat gerade noch rechtzeitig den Absprung nach Frankfurt geschafft.
    Seitens der Direktion Hannover passierte: Nichts.
    Monatelang.
    Damit geht es nicht mehr nur um einige POM, die vielleicht etwas gewusst haben und den Kollegen nicht gemeldet haben.
    Nun liegt der Ball zwei Etagen höher im Spielfeld.
    Bei aller kleinteiligen Kontrolle jedes angeschafften Bleistiftes durch MACH CS, allen Diskussionen um prozentuale Dienstposten, Quotierungen bei Beurteilungen und dem postsozialistischen Kontrollwahn der Kollegen in Potsdam kam der Blick für das Wesentliche abhanden.
    Alles ist wichtig, wichtiger, auf jeder Hochzeit wird getanzt, Aufgabenmehrung ohne jede Priorisierung.
    G7, Kirchentag, Auslandseinsätze, die verzweifelte Suche nach Fachlehrern, für den Personalzuwachs, der jahrelang verschlafen wurde, das Absaugen von Personal durch die Direktionen, die immer noch unter dem ODP-Soll liegen, leider nur ein Ist von 97 % – da kann man die Inspektionen ruhig auf unter 60 % drücken.
    Ständiger Kampf um die Ausstattung, marode und fehlende Dienst-KFZ, fehlende Schutzwesten, unzureichende IT-Ausstattung, nicht mehr vorhandenes Fachpersonal bundesweit im IT-Bereich, – eine Behörde unmittelbar vor dem Kollaps.
    Und dann ein Kollege, der vermutlich Flüchtlinge misshandelt und Kollegen bedroht hat.
    Natürlich wird jetzt ganz verzweifelt danach gesucht, ob der Kollege nicht beim Wechsel von der zweiten in die dritte Klasse einmal bei einem Schulpsychologen war.
    Dann könnten die Beteiligten aufatmend auf die psychologischen Probleme des betreffenden Obermeisters verweisen, ohne die marode Strukturen und den ausufernden Kontrollwahn der Bundespolizei thematisieren zu müssen, der alle Bereiche lähmt.
    Bei all der Obrigkeitshörigkeit ist es nicht verwunderlich, dass sich niemand traut, die Kollegen zu informieren. Diese müssen sich aus den Medien informieren, weil es natürlich auch für diesen Bereich umfassende Sprachregelungen aus Potsdam gibt und niemand, sich traut auch nur Pieps zu sagen, ohne die genaue Vorgabe aus Potsdam.
    Viele Kollegen sind verzweifelt und haben innerlich gekündigt. Wozu engagieren? Nur Stromlinienförmigkeit zahlt sich aus und wird erwartet.
    Der Spruch: „Es muss erst etwas passieren, damit sich etwas ändert“ – wird von vielen Kollegen ausgesprochen, ohne, dass der Autor diese Textes diese Aussage teilt.
    Nun ist etwas passiert, schlimm, sehr schlimm – aber glücklicherweise kein Anschlag, der Menschenleben gekostet hat und bei dem klar wird, dass die BPOL ihren Aufgaben einfach nicht mehr umfassend nachkommen kann, systembedingt.
    Vielleicht ist dies nun eine Chance zu einer Veränderung und zur Überprüfung des Systems.
    Nein, wir sind nicht auf dem richtigen Weg – und nein, bitte kein“ weiter so“ aus Potsdam.

  9. Kann mal bittejemand erklären wozu die Bpol “ Prävi “ Pvb in den Direktionen hat ?

  10. Hört auf irgendwelche Ausreden zu konstruieren….von wegen Laufbahn usw….

    Der Umgang mit diesem Thema zeigt allerdings für mich ganz klar das Dilemma der Bundespolizei.
    Gerhard hat oben schon einige wichtige Aspekte angesprochen.

    Der Mitarbeiterbrief…die dürftigen Zeilen des P, ansonsten Schweigen im Walde.
    Gerade hier muss die Führungslehre, das Krisenmanagement ansetzten und das nach einer vernüftigen Fehlerkultur.

    Der Bericht des NDR spricht auch wieder von den Fahndungsmaßnahmen nach vorgegeben Zahlen. Wie auch nach den Vorfällen in Berlin im letzten Jahr. Was ist damals passiert…….Stimmt nicht, gibt es nicht….Aussage von gaaaanz oben.

    Leider sind unsere Polizeimanager soweit weg von der Basis und dem „realen“ Leben, dass diese Sachen wohl nie umgesetzt werden…..außer bei den nächsten blumigen Reden bei der Führungskräftetagung mit dem Hohen Haus aus Berlin.

  11. seba.heinz 25. Mai 2015

    Gerhard hat oben schon einige wichtige Aspekte angesprochen.

    …danke für die Blumen, aber zu diesem Thema habe ich ausnahmsweise noch nichts gesagt…;-)
    Ist aber eigentlich auch nicht nötig, denn der VerWalter (8) hat eigentlich bereits alles gesagt!
    Kompliment! – Nahezu vollständige Analyse dessen, was bei uns im Argen liegt!
    Und eine Erklärung dafür, dass auch Selbstheilungskräfte innerhalb der einzelnen Dienstgruppen und Dienststellen nicht mehr greifen.

    Die Entsolidarisierung ist bereits erschreckend weit fortgeschritten, aber vielleicht schnallt man es ja doch auch an den massgeblichen Stellen irgendwann mal, dass auch noch so schöne Balken, noch so steile Kurven und noch so bunte Tortenstücke nichts mit der Realität zu tun haben, auf der anderen Seite aber sehr wohl das Betriebsklima den Bach runter befördert haben und insofern auch ein ganzes Stück mitverantwortlich dafür, dass sich eben mittlerweile jeder nur noch selbst der Nächste ist!

  12. Hallo VerWalter,

    mit der von Dir dargestellten Analyse triffst Du, nach meiner Meinung, den Nagel voll auf den Kopf!
    Selten so etwas Gutes in diesem Forum gelesen!
    Meine Anerkennung!

    Gruß
    Udo Windl

  13. Ich sag dazu nur, wenn heute die Sperrfrist beim Wechsel zum Land ohne Tauschpartner fallen würde, hätten wir morgen nur noch Häuptlinge und keine Idianer mehr. Ne stimmt net, die Häuptlinge würden als erstes flüchten. Mehr muss man zu unserer Behörde nicht mehr sagen.

    Grüße aus Kölle