Vorwürfe gegen Bundespolizisten in Hannover: Rückhaltlose Aufklärung gefordert

Berlin. Nach den massiven Vorwürfen gegen einen Beamten der Bundespolizei in Hannover hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine rückhaltlose Aufklärung gefordert. Es erfülle ihn mit Scham und Wut, wenn gegen einen Polizisten staatsanwaltschaftliche Ermittlungen eingeleitet werden, weil er womöglich im Dienst mehrere Menschen gequält haben soll, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow am Montag in Berlin.
Malchow. „Sollten sich die Vorwürfe am Ende des Ermittlungsverfahrens als zutreffend erweisen, so hat dieser Beamte in unserer auf rechtsstaatlichen Prinzipien fußenden Polizei nichts mehr zu suchen. Es ist nicht akzeptabel, dass das für die Polizei wichtige Vertrauensverhältnis zu den Bürgern durch eine solche verwerfliche Tat aufs Spiel gesetzt wird. Daher ist es umso wichtiger, dass aus diesem Vorfall umfassende Konsequenzen gezogen werden.“
Der GdP-Bundesvorsitzende weiter: „Auch ein in diesem Ausmaß erschreckender Einzelfall darf die polizeiliche Arbeit und ihren Umgang mit Menschen in ihrem Gewahrsam nicht grundsätzlich in Frage stellen.“

Zur Stellungnahme des Bezirks Bundespolizei

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6 Kommentare
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  1. Nicht nur diejenigen die mit tun einen Beitrag dazu geleistet haben, sondern auch diejenigen welche durch unterlassen es erst soweit kommen lassen haben gehören mit aller Härte bestraft! Das ist nicht nur ein Schlag für die Bundespolizei, sondern für sämtliche BOS! Danke an die Zeugen!

  2. Nun sind erst wenige Stunden seit Veröffentlichung der schlimmen Vorfälle in Hannover vergangen und schon tauchen neue ungeheuerliche Anschuldigungen auf:

    http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Polizeiskandal-Hannover-Spiele-mit-scharfer-Waffe,bundespolizei286.html

    Ich hoffe die Staatsanwaltschaft und die ermittelnde Dienststelle der Kripo geben Vollgas und klären so schnell wie möglich auf, was da bei der BPOLI Hannover los war, bzw. was da los ist.

    Und man stellt sich zwangsläufig die Frage: War es das nun oder kommt da etwa noch mehr ?

    Wie das Streifenhörnchen schon schreibt: Danke an die Zeugen. Ich bitte die GdP darum, diese Mitarbeiter vollumfänglich zu stützen und zu unterstützen.

  3. Die Bundespolizei beteiligt sich seit nunmehr 25 Jahren an internationalen Verwendungen für die UN, EU, OSZE usw., vermittelt hierbei rechtstaatliche Prinzipien, tritt für die Menschenrechte ein und erwarb sich ein hohes Ansehen. Diese Reputation ist nun, sofern sich die Vorwürfe gegen diesen Angehörigen der BPOL bestätigen, beschädigt.
    Auch wenn es sich „hoffentlich“ nur um einen Ausnahmefall handelt, ist dieser eine Fall genau einer zuviel.

    Ich schäme mich für diesen BPOL-Angehörigen und habe keinerlei Verständnis für solch ein Handeln! Gleichzeitig möchte ich aber ein darauf hinweisen, dass tausende „Kollegen“ ausgesprochen gute Arbeit an den diversen Dienststellen leisten!

  4. Die BPoli Hannover und jeder einzelne Uniformierte Polizeibeamte steht nun im Fokus der Öffentlichkeit. Was kommt nun auf die PvB zu die in den Bahnhöfen Maßnahmen treffen müssen. Werden diese jetzt beleidigt und als z.B. Folterpolizei beschimpft ? Ich habe schon große Sorge selber in den Fokus gerückt zu werden. Ich muss dabei erwähnen, das sich die Presse in diesem Fall HANNOVER bisher sehr Unprofessionalität verhält und immer von der BUNDESPOLIZEI spricht, wobei 99 % der PvB ihren Job professionell verrichten.
    Ich kann nur von unserer Dienstgruppe sprechen und sagen, dass keiner der KollegInnen und Kollegen so ein Verhalten dulden würde und das für den ausführenden PvB sofort die entsprechenden Konsequenzen eintreten werden.
    Und eine Waffe den Kollegen an den Kopf halten und sexuelle Handlungen verlangen, dann ist für diesen Kollegen mit Sicherheit sofort das Ende in der Dienstgruppe besiegelt. Diese Anschuldigung scheint meiner Meinung nach eher unglaubwürdig.
    Falls Vorgesetzte und Kollegen ein solches Verhalten eines einzelnen Polizeiobermeister gedeckt haben, haben diese sich mitschuldig gemacht und sollten ebenfalls Hart bestraft werden und wenn möglich aus dem Dienst entfernt werden.
    Trotz Allem bleibt abzuwarten, was wirklich passiert und ermittelt wird.
    Ich hoffe nur, das die Kollegen, die sich nun nach einem Jahr entschlossen haben eine Strafanzeige zu erstatten, nicht auch zu den Kollegen der Dienstgruppe gehören, dem der Beschuldigte POM angehört.

  5. …die ersten Vorfälle gab es (gem. Presse) 2013, die angeblichen Mißhandlungen waren dann im Frühjahr und Herbst 2014 – und was haben wir jetzt? Richtig, Mitte 2015.
    Was ist denn seit dem ersten Vorfall passiert? Man liest von persönlichen Streitigkeiten und jetzt von gegenseitigen Anschwärzen.
    Hätten die, der DG bzw. der Dst. Führung bekannten Vorfälle nicht sofortige Konsequenzen haben müssen? Ein D-Verfahren einleiten und dann nur die Zeit arbeiten lassen, ist einfach zu wenig. Selbst die StA klagte ja (gem. Presse)über mangelnde bis gar keine Kooperation der BPOL.

    Aus Erfahrungen weiß man aber nur zu gut, dass sich die einst „klaren“ Dinge bei näherer Betrachtung und nach entsprechenden Ermittlungen oft verändert darstellen. Und ein mögliches Gerichtsverfahren ist dann noch mal eine andere Hausnummer…
    Also warten wir mal ab, wer für was verantwortlich zeichnet und wer welche Sachen, wie lange verschweigen oder vertuscht hat.
    Irgendwelche „wir fordern und es sind nicht alle so“ Parolen sind m.M. nach sinnlos. Fehlerfreie Gutmenschen gibt es schon genug im täglichen Leben zu bewundern. In der Regel nehmen ja auch die gemachten Fehler mit erreichter „Statushöhe“ rapide ab – bis hin zu fehlerfrei bei den Aushängeschildern unserer Republik.

  6. Zu 4.) Mit der Presse gebt ich dir Recht. Bei der großen Zeitung mit den 4 Buchstaben war zu lesen. Ein 39 jähriger POM, in seiner Laufbazhn erst einmal befördert!!! Dazu kann der Koll. und seine 30-35% Koll., die in der Bundespolizei noch POM’s sind,nichts. Vielleicht sollte man darüber mal nachdenken, denn soviel Frust baut sich meist nicht von selbst auf.