Bayern-Solo bringt den Bund unter Druck

Radek

Jörg Radek, Vorsitzender der GdP Bundespolizei

GdP-Pressemeldung vom 23.06.2015

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bezirk Bundespolizei, fordert den Bundesinnenminister anlässlich des Vorhaben Bayerns, 500 zusätzliche Kräfte der Landespolizei zur Schleierfahndung einzusetzen, zur Personalverstärkung der Bundespolizei auf.

„Der bayerische Innenminister war durch die hohen Aufgriffszahlen im Rahmen des G7-Gipfels zum Handeln gezwungen. Mit seiner Entschlossenheit führt er nun den Bundesinnenminister vor, weil die Bundesregierung seit acht Jahren Entscheidungen zur Personalverstärkung der Bundespolizei aussitzt“, schimpft Jörg Radek, Vorsitzender der GdP Bundespolizei.

Der Grenzschutz ist Kernaufgabe der Bundespolizei. Dafür fordert die GdP 800 zusätzliche Stellen an der deutschen Südgrenze und eine bessere materielle Ausstattung.

„Die bayerische Initiative löst das Problem nicht, sondern verlagert es nur auf andere Grenzräume. Was nun passieren wird, ist doch völlig klar: Die Kriminellen suchen sich einfach andere Routen, zum Beispiel über Baden-Württemberg oder Sachsen. Der Bundespolizei fehlen insgesamt für ihre Aufgaben an Bahnhöfen, Flughäfen und der gesamten Grenze 3.600 Stellen. So bleibt das bayerische Solo Stückwerk“, so Radek.

Share

Themenbereich: Europa, EU-Erweiterung | Drucken

24 Kommentare
Eure Meinung zu diesem Beitrag ist uns wichtig: »

  1. Hallo Jörg,
    natürlich hat man über Jahre das verpennt, was nun alles sehen und teilweise erleben werden.
    Problem dabei wird sein, das das „Problem“ Fußball auf einmal keins mehr ist. Da die ganze Kraft in die Aufgabe Grenze gehen wird.

    Die die dann noch im Bereich BP verfügbar sind, werden sich ausschließlich, nur noch mit Fußball rum ärgern. ZBK hier, etc.

    Selbst Spezialisten werden ungeliebte Begleitungen machen müssen.

    Es muss sehr sehr schnell und überlegt etwas passieren.

  2. War im Rahmen des G7 Gipfels an der Südgrenze in einem EA Folgemaßnahmen eingesetzt. Wer das was da lief miterlebt hat, fühlte sich schnell an die Ostgrenze Anfang der 90er erinnert. Die Rahmenbedingungen stimmen weder materiell noch personell. Habe mit den Kollegen die dort unten Dienst tun müssen echt Mitleid. Wenn sich nicht bald was ändert, dann geht es früher oder später den Bach runter…..

  3. @ Mittdreißiger nicht früher oder später. die Sache ist den Bach schon heruntergegangen. Das Schiff wird gerade noch durch den Leistungswillen und die Leistungsbereitschaft der Kollegen über Wasser gehalten. Bin mal gespannt wo der verächtliche Umgang durch die Politik mit den Mitarbeitern der Bundesbehörden enden wird. Unser IM ist auf jeden Fall wieder einmal ein Totalausfall!!!!!!

  4. Der bayr. IM löst sicher nicht das Problem, aber er kommt seiner Pflicht nach, die Sicherheit und die Bekämpfung von Kriminalität in Bayern zu stärken. Ihm das jetzt vorzuwerfen finde ich unangebracht. Wenn er dadurch den Druck auf unseren obersten Dienstherrn verstärkt > ist doch i.O..
    Bundesländer, die auf Grund Planstelleneinsparungen oder ihrer ideologischen (negativen) Einstellung zu ihrer Polizei das nicht leisten können/wollen, müssen dann dieses Problem auf andere Art und Weise i.d. Griff bekommen (was ich nicht glaube).

    „Wer, weil es 10 Jahre nicht gebrannt hat, die Feuerwehr abschafft“ bekommt dann, wenn es brennt, große Schwierigkeiten!!!!!!!

  5. Jetzt poltert die CSU wieder rum um ihre seligen Stammwähler mit einer ihrer üblichen Nebelkerzen zu befriedigen, als hätte diese Entwicklung ohne den G7 Gipfel keiner voraus gesehen.
    Wo kamen den die ganzen unerlaubten vor dem G7 Gipfel her?
    Wieso sind die Zahlen für Wohnungseinbrüche drastisch angestiegen?
    Wieso wird Bayern mit Crystal Meth überschwemmt?
    Jeder weiß doch dass während alle Kollegen in der Vorgangsbearbeitung sitzen die grenzüberschreitende Kriminalität nicht einfach ruht.
    Dieses ewig dumme Geschwätz ist für jeden der sich mit der Situation im polizeilichen Alltag auskennt ein Schlag ins Gesicht.
    Sobald wieder Gras medial über die Sache gewachsen ist heißt es wieder frei nach Kaiser Wilhelm „der Kurz bleibt der alte, Volldampf voraus“.

  6. „Dafür fordert die GdP 800 zusätzliche Stellen an der deutschen Südgrenze und eine bessere materielle Ausstattung.“

    Wie viele Forderungen sollen noch gestellt werden?

    Jetzt die Südgrenze, vorher die Ostgrenze, die Bahnhöfe, die Flughäfen, die Bundesbereitschaftspolizei………

    Von welchem Personal sprechen wir?

    Ihr wisst doch wie der Personalstand bei den Einheiten ist! Oder etwa doch nicht??? Wo sollen denn die Kräfte performt werden??

    @Nr.1 Ich kann den Begriff „Spezialisten“ nicht mehr hören und lesen…..in erster Linie sind alle „POLIZISTEN“ die auch die entsprechende Zulagen kassieren.
    Die Spezialisten können nicht nach Frankfurt abgeordnet werden, nach Rosenheim auch nicht in den Einsatz gehen…usw…….

    Die Kräfte auf der Straße werden immer weniger, aber der administrative und spezielle Bereich managt sich selbst in seiner Wichtigkeit, Herrlichkeit und Unverzichtbarkeit.
    Und wenn man auf die „Wertschätzung“ schaut? Es ist doch vollkommen egal was die Einsatzkräfte in RO oder sonst irgendwo leisten…nur weitere Stunden für den Managentbericht:-)

    Klingt BITTER, ist aber so……..auch wenn es keiner wissen, hören oder sehen will

  7. 100 Beamte mehr für die PIF (Polizeiinspektion Fahndung) ??? Das bringt die Bundespolizei, welche die ORIGINÄR ZUSTÄNDIGE BEHÖRDE an der Grenze ist gewaltig unter Druck! Schon jetzt stellt die PIF im Rahmen der Fahndung die unerlaubt Eingereisten/Schleuser der BuPo vor die Tür und geht mit einem Lächeln zurück auf Fahndung. Dadurch wird nur erreicht, dass das Prinzip Greifen->Abgeben nur noch verschärft wird und die originär zuständige Behörde gar nicht mehr mit eigenen Kräften vor Ort ist. Wenn eine wirkliche Zusammenarbeit an der Grenze zwischen Bayern und Bundespolizei gewollt ist, dann soll Bayern Abordnungen an die Bundespolizei stellen. Meinetwegen auf Kosten des Bundes, solange dieser das Personalfehl aus eigener Kraft ausgleichen kann. Aber nur so kann man effektiv in allen Bereichen sich stärker aufbauen (Fahndung und Sachbearbeitung), Know-How auf der Straße seitens der Bundespolizei geht nicht verloren und die Stimmung zwischen Land – Bund könnte wieder besser werden. Diese ist mittlerweile miserabel, da helfen auch die ganzen schönen Schwafeleien auf höherer Ebene nichts mehr.

  8. Das Personal ist m.E.n. doch da, nur an falscher Stelle eingesetzt. Wenn morgen die 3600 „Fehlstellen“ kommen, verschwinden weit über die Hälfte der PVB im Verwaltungsbereich der Stäbe und Sachbereiche !

  9. @cuk
    schonmal im stabs- oder verwaltungsbereich gearbeitet (als pvb)? warum wird immer so unterschwellig getan, als gehörten u.a. pvs’s nicht dorthin? die gesamte (!) führungsgruppe unserer inspektion (leitung, einsatz, innendienst/verwaltung, polizeitechnik u. fortbildung) besteht eben gerade mal aus 8 mann (inspektionsleiter und stellvertreter inbegriffen), darunter genau 2 verwaltungsbeamte. kannst du dir ungefähr vorstellen, was auch dort geleistet werden muß? was ist daran verwerflich, warum sprichst du in diesem zusammenhang von „verschwinden“ im… ?

  10. @seba.heinz:

    Die Frage die sich da aufdrängt ist doch die : Wer ist dafür verantwortlich? Wem haben wir Bürger das zu verdanken?
    Und warum wird dagegen nichts unternommen bzw warum lassen es die Menschen in diesem Land zu?

    Wie ging nochmal der Amtseid? …Schaden vom deutschen Volk abzuwenden…?

  11. Da stimm ich den Seba Heinz voll und ganz zu!!
    Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen!!
    RESPEKT

  12. Zu Eintrag Nr 9:
    Dann habt ihr ja in eurer Inspektion richtig Glück gehabt….
    Also bei meiner werden so viele Schattendienstposten geschaffen, das man alleine damit ne ganze DG aufmachen könnte!!! Das ist das Problem.

  13. @9

    glück gehabt..meine BPOLI hat laut ODP ein Soll von 22 Stellen in der Führungsgruppe und ein tatsächliches Ist von 41 Beamten in der Führungsgruppe…

  14. Seba Heinz bekommt meinen Daumen.
    Auch Robin muß ich zustimmen. In unserer Inspektion im Süden ist genau das Selbe. Ganz abgesehen davon, das die meißten die dort sitzen noch nie ihren eigentlichen Dienstposten angetreten haben… aber das ist ein anderes Thema. VB´s gibts bei uns ganze 2 im gD. Und die Tarifbeschäftigen laufen alle weg, da die Besoldung katastrophal ist.
    Die PIF hält sich bei uns noch zurück, aber mal sehen was ab Juli so laufen wird. Vor dem G7 Gipfel war man ja auch der Meinung das die wiedereingeführten Grenzkontrollen alle Straftäter und Illegalen abschrecken werden.
    Unser IM wird nicht vorgeführt Herr Radek, es interessiert ihn einfach nicht. Er sollte sein von ihm geschriebenes Buch mit dem wunderschönen Titel „Staatliches Handeln im Wandel der Zeit“ endlich ernst nehmen.

  15. @Zier
    8 PVB im Stab. Was wenig aussieht wenn man nur eine Inspektion betrachtet. Kurz überschlagen komme ich schon auf 65 Inspektionen ohne die Kriminalitätsbekämpfung und die großen Flughäfen. Allein München hat meines Wissens 4 Stäbe. 65 x 8 ist 520. Nun sieht die Anzahl schon anders aus.
    Nun noch die ganzen Direktionen, Akademie, Präsidium und dann wird man im vierstelligen Bereich sein, wo ausgebildete PVB verschwinden.

  16. @kanadafan
    was für eine „milchmädchenrechnung“! jetzt fehlt nur noch, dass du forderst, dass der inspektionsleiter, sein stellverterter, der sachbearbeiter und bearbeiter einsatz verwaltungsbeamte sein sollten. eine inspektion „funktioniert“ nur gut, wenn sie auch eine gute führungsgruppe hat und dort gehören auch (voll) ausgebildete pvb hinein. das ist nur meine persönliche meinung, aber halt doch eine meinung mit mehr als 30 dienstjahren erfahrung!
    das eigentliche problem liegt darin, dass man die personalentwicklung in den letzten jahren bei der bpol verschlafen hat und jetzt die früchte dafür erntet, die jetzt zugrundeliegende flüchtlingswelle, die personal en masse bindet, verschärft natürlich die sache enorm. wie kann ein bundesland wie bayern plötzlich 500 beamte zur schleierfahndung mehr einsetzen. wo nehmen die kurzfristig das personal her, frage ich mich immer? aus ihren innendiensten wohl sicherlich nicht…

  17. @zier
    Inspektionsleiter sicher nicht aber warum muss es z.B. am Flughafen München vier Inspektionen geben und alle mit einem Inspektionsleiter und seinem Stab. Warum muss der Kfz-wart ein PVB sein? Warum Aus-und Fortbildung ein PVB? Warum Admin für die Computer ein oder mehrere PVB? Es kann noch mehr aufgezählt werden. Die Beiträge 12 + 13 zählen ja noch mehr auf als es eigentlich der ODP hergibt. Die Stäbe sind aufgebläht bis zum platzen und anderswo fehlt das Personal. Das ist meine Erfahrung auch mit schon über 25 Dienstjahren.

  18. @Zler Bei aller Liebe, aber auch ich mit meinen über 25 Dienstjahren kann nicht glauben, dass du deine Aussagen ernst meinst. Ich habe viele Jahre auf der Straße gearbeitet und war auch schon im Stab/ Innendienst tätig.
    Das alles in einer sehr großen Inspektion.
    Ich gehe einfach mal davon aus, dass auch du eine Stelle besetzt, die in keinen ODP auftaucht und du etwas angst hast.

    Ich war beim G7 Gipfel auch im UA Folgemaßnahmen eingesetzt und ziehe meinen Hut vor den Kollegen in der Inspektion Rosenheim.
    Leute was ihr leistet ist der absolute Hammer.
    Ich habe mich jede Schicht gefragt, wieso ihr noch so motiviert seid. Alleine der Anblick der Dienststelle in Bad Reichenhall müsste reichen, um dauerhaft krank zu sein.
    Zum alltäglichen Geschwätz von neuem Personal kann ich nur sagen, dass ich diese Dsikussion nun schon seit Ende der 80ger höre. Geändert, bzw. besser geworden ist doch nichts. Ganz im Gegenteil, ich arbeite jetzt länger und viel mehr als noch vor Jahren. Einer muss ja die fehlenden Kollegen ersetzten.

  19. Die Initiative der Bayern ist doch meines Erachtens sehr durchschaubar. Jetzt hat man vielleicht noch diese Masse an Einsatzkräften für die Grenzsicherung und kann das medial sehr gut verkaufen.
    Wenn die Fussballsaison losgeht, ist damit Schluss.
    Dann hat sich bei der Bevölkerung aber jedoch schon der Eindruck erhärtet, das ihre Regierung handelt.

    Alles nur um den Wähler in Sicherheit zu wiegen.

  20. @ eintrag 9, bei uns ist man seit jahren dabei den innendienst mit muttis aufzufüllen bis zum geht nicht mehr. Der chef möchte gerne seine Häschen um sich. Für kranke und versehrte Kollegen aus dem Schichtdienst ist dort kein platz.

  21. @No Name
    Mit Deiner Annahme liegst Du falsch und ich persönlich bleibe bei meiner Meinung, dass die derzeitige Personalmisere in der BPOL ganz sicher nicht daran liegt, dass es in Führungsgruppen von Inspektionen PVB’s gibt…

  22. @ Zler zu 21:

    Nicht, dass es dort PVB gibt, aber wie viele? Bearbeiter KfuV könnte doch ein tarifbeschäftigter Kfz-Meister sein, brächte der Inspektion bestimmt mehr, als ein PVB mit Halbwissen. Oder Admin? Ein Fachinformatiker wäre da eventuell besser aufgestellt, als zwei PVB des gD, *Ironie an* die sich ihr Wissen durch Lesen von Computerzeitschriften angeeignet haben.*Ironie aus* Genauso verhält es sich mit dem Bearbeiter Waffen/ABC. Das sollte auch ein gelernter Metallhandwerker sein, der auch, wie im KFZ-Wesen, mal etwas reparieren kann, statt nur Reparaturaufträge zu schreiben.

    Und dann noch die ganzen Statistiker und Auswerter, das müssen doch keine Polizisten sein. Und gerade hier werden PVB über Soll des ODP eingesetzt.

  23. @loddel
    Keine Ahnung, wie das in Eurer BPOLI ist, bei uns gibt es für Waffen/Gerät/Autos/IKT ganz genau einen SB.

  24. Einen SB für vier Aufgaben? Tolle Leistung.