GdP-Vize Radek: „Krawalle in Suhl müssen Politik alarmieren“

radek_cutSPD-Vorsitzender Gabriel informierte sich am Donnerstag Mittag bei der Bundespolizei über Flüchtlingsproblematik
Berlin, 20.08.2015. Nach den massiven Ausschreitungen mit mindestens drei verletzten Polizeibeamten in einer Erstaufnahmestelle in Thüringen und weiterhin deutlich steigenden Flüchtlingszahlen verlangt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) einen sofortigen Krisengipfel. Es gelte kurzfristig wirksame Maßnahmen gegen die äußerst angespannte Lage in vielen Flüchtlingsunterkünften zu vereinbaren, sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek am Donnerstag in Berlin. „Die Krawalle in Suhl müssen die Politik alarmieren. überfüllte Unterkünfte, qualvolle Enge ohne jegliche Privatsphäre schaffen schon bei der kleinsten Kleinigkeit Konflikte, die schnell in Gewalt umschlagen können.“ Besorgt zeigte sich Radek darüber, dass dabei erstmals direkt die Polizei angegriffen wurde.
Der GdP-Vize: „Wer sich in diesen Tagen einmal in einer Flüchtlingsunterkunft umgesehen hat, kann nicht ernsthaft auf die Idee kommen, den nächsten Flüchtlingsgipfel erst für den 24. September festzulegen. Ausreichendes sowie kompetentes Personal für die Aufnahme, Unterbringung und Betreuung der vielen Hilfe suchenden Menschen muss so schnell wie möglich zur Verfügung gestellt werden. Der Leidensdruck der Flüchtlinge ist augenscheinlich noch nicht an den Kabinettstischen angekommen.“ Hilfsorganisationen und ehrenamtliche Helfer würden oft mit den Problemen alleingelassen.

Gemeinsam mit dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel wird Radek am heutigen Donnerstagmittag die Dienststelle der Bundespolizei im Frankfurter Hauptbahnhof besuchen und sich vor Ort über die zunehmenden Belastungen durch ankommende Flüchtlinge informieren. Der GdP-Vize sagte: „Unsere Kolleginnen und Kollegen haben nicht nur in Frankfurt, sondern auch schon in anderen Bahnhöfen, Gebäudeteile in provisorische Unterkünfte verwandeln müssen, um den Menschen erste humanitäre Hilfe anzubieten.“ Mit jedem ankommenden Zug mit Flüchtlingen werde die Belastungsgrenze jedoch zunehmend überschritten.

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Themenbereich: Gewaltbereitschaft | Drucken

1 Kommentar
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  1. Moinsens!!

    @Jörg
    Ich stimme Dir in soweit zu, dass unsere politisch Verantwortlichen sich schleunigst, ohne parteipolitisches Gezänk, zusammensetzten sollten (nein, eher müssen), um sich des Problems in der Gesamtheit anzunehmen.
    Das haben sie nämlich bislang nicht gemacht.

    In Suhl soll es sich jedoch um einen religiösen Hintergrund gehandelt haben. Fraglich nur, ob dieses Problem durch eine bessere Unterkunft zu vermeiden gewesen wäre.
    Genau in diesem Punkt erweist man sich einen Bärendienst, wenn solche Geschehnisse verharmlost, nicht aufgearbeitet und anschließend nicht sanktioniert werden.
    In einem solchen Fall muss es unabdingbar und für die Gesellschaft wahrnehmbare klare Sanktionen geben, die klare Konsequenzen für etwaige Rechtsverstöße aufzeigen.
    Nur so wird man in der breiten Bevölkerung eine gewisse Akzeptanz gewinnen/erhalten können
    Mir fehlte und fehlt hier eine ganz klare und unmissverständliche Signalgebung, was hier erlaubt ist und was eben nicht.
    Nicht alle Gewalteskapaden lasen sich m.E. durch Traumata rechtfertigen.

    Überdies gewinne ich im dienstlichen Alltag mehr und mehr die Erkenntnis, dass sich einige angeblich politisch Verfolgte so benehmen, wie es hier der „gemeine“ Straftäter macht. Vieleicht wurde hier nur die politische Verfolgung mit der zwingend notwendigen strafrechtlichen Verfolgung verwechselt???

    Gruß

    AB