Bundespolizei: eine halbe Million Überstunden binnen eines Monats

Pressemeldung vom 21.10.2015:

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bezeichnet die Belastung der Bundespolizei als dramatisch: Seit Wiedereinführung der Grenzkontrollen am 13. September sind in der Bundespolizei über eine halbe Million Überstunden angefallen.

Bereits zuvor hatten die Bundespolizisten bei ihrem Einsatz während des G7-Gipfels zahlreiche Überstunden angesammelt. Die andauernden Einsätze aufgrund von Demonstrationen wie „PEGIDA“ oder „HOGESA“ verschärfen die Situation zusätzlich.

„Wann sollen diese Überstunden abgebaut werden?“ fragt Jörg Radek, Vorsitzender der GdP Bundespolizei. „Polizistinnen und Polizisten haben gerade in diesen Zeiten eine körperlich und psychisch besonders belastende Aufgabe. Im Moment haben wir eine Polizei ohne Wochenenden. Das ist ein Verschleiß der Beschäftigten.“

Für die GdP kann den Problemen nur durch zügigen Personalaufwuchs begegnet werden. Die parlamentarische Entscheidung über die bereits zugesicherten 3.000 zusätzlichen Stellen im Polizeivollzugsdienst steht nach wie vor aus. Darüber hinaus müssen laut Gewerkschaft auch zusätzliche Stellen in der Verwaltung dringend geschaffen werden.

„Die derzeitigen Belastungen werden uns noch über einen langen Zeitraum weiter fordern. Der Personalmangel und die demografische Entwicklung innerhalb der Behörde wurden über Jahre ignoriert. Es ist wichtig zu verstehen, dass die derzeitige Flüchtlingssituation nicht die Ursache des Problems ist. Sie führt uns nur überdeutlich die politischen Fehler der Vergangenheit vor Augen“, so Radek.

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10 Kommentare
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  1. Hallo Kollegen,
    wo bleibt der Schutz der Mitarbeiter? Beim Einsatz in Passau sind 12 Std. Schichten täglich angesagt. Mit An-Abreise zum Hotel kommt der Mitarbeiter auf 14 und mehr Stunden. Das ergibt eine Wochenarbeitszeit von über 90 Stunden. Mitunter mussten Einsatzkräfte am Anreisetermin noch einen Nachtdienst verrichten. Wo bleibt hier die Unterstützung der Gewerkschaft oder die Fürsorgepflicht des Dienstherrn?
    Der Karren fährt vor die Wand. So kann es nicht weitergehen!

  2. Hallo,

    Dem kann ich mich nur anschließen. ..Wir sind jetzt das 3 mal im Monat im Grenzgebiet. Bei 14h a 7 Tage.
    Und die Frage vor Ort ,, Ich darf doch nicht mich und Kollegen noch ins Auto setzten?“ Oder ,, Wer bezahlt meine Miete und sonstige Kosten,wenn diese Belastung nun zum Regelfall wird?“

    Also so langsam habe ich das Gefühl unsere Rechte sind echt nix mehr wert. Aber Hauptsache wir waren wieder da..weg von Zuhause etc.

  3. Ich weiß zwar nicht was die Miete bzw. sonstige Kosten mit Überstunden zu tun hat, mir ist jedenfalls bekannnt, dass es für Abordnuungen usw. staatliche Hilfen, wie Trennungsgeld, Familienheimfahrten, Reisekosten usw. gibt.

    Es werden sicher nicht die letzten Überstunden sein, die geleistet werden „dürfen“. Und das Flüchtlingsdrama wird auch nicht die letzte Krise sein, die es zu bewältigen gilt. Vor einigen Tagen sagte Hr. De Maiziere – auf eine Interwiefrage, ob denn nicht der ständige Personalabbau bei der Polizei an der Personalmisere schuld sei? – man könne nicht tausende Polizeibeamte auf Zeit vorhalten….

    Wir leben sprichwörtlich von der Hand in den Mund – sollte es jetzt auch noch zu einer Naturkatastrophe wie Hochwasser oder schwere Sturmschäden usw. kommen, geschweige denn zu einem kriminellen Akt (Anschlag), dann werden wir unsere Leistungsgrenzen noch weit mehr ausreizen müssen.

    Ich würde mich freuen, wenn deshalb sämtliche derzeit zu leistenden Überstunden in einer Art Überstundenkonto angesammelt werden können und diese dann nach Wünschen und Bedarf der einzelnen Kollegen abgebaut werden

    Was die Personalsituation bei der Polizei betrifft, da heisst es kämpfen. Bewerbt euch Im Personalrat, insofern nocht nicht GdP-Mitglied – anmelden. Wie sagte der Finanzminister Schäuble: Was soll ich einem Gewerkschafter sagen, wenn ein „Flüchtling“ genauso viel Hartz IV erhält, als ein Mensch der 30 Jahre gearbeitet hat? ER kennt also die Macht der Gwerkschaften – allen voran der GdP… und darüber hinaus werdet selbst politisch aktiv und setzt euch ein bzw. erstellt entsprechende Forderungen – nur so haben wir auf lange Sicht mehr Chancen

    Danke.

  4. Manchmal frage ich mich was Menschen denken. Wenn man 17 Stunden pro Tag erhält, denkt man dann nicht, dass man viele Stunden arbeiten muss?

  5. Wen juckts? Die Entscheider sicherlich nicht!

    Da die Kernzeit 12 Stunden beträgt, sind 14 bzw 15 Stunden Realität. Da kannst du remonstrieren wie du willst.
    Und die Realität ist, dass die Einheiten der BPOLD BP ohne die PMA die man in den Einsatz wirft, überhaupt nicht in der Lage wären, diesen zu bewältigen.
    Hier sind Einsatzkräfte im Einsatz die seit Juni bereits den achten Turn in Bayern fahren.

    Da freut man sich dann über das Interview vom IL aus Freyung letzte Woche. Er kann keine psychische Belastung bei den wöchentlich wechselnden Kontingenten feststelle. Sind ja eine Woche im Einsatz und eine Woche zuhause….und überhaupt sind die meisten gerne im Grenzeinsatz, besser als Fussball am Wochenende.

    Hier sind einige Chefs auf dem emotionalen Egotripp….ach ja zwischen den Grenzeinsätzen kann man auch noch bei Fußballeinsätzen und Demos an seinem Heldenstatus arbeiten.

    Soziale Kompetenz zeigt sich bei denen Großkopferten nur noch in ihrer devoten Haltung gegenüber den Behördenleitungen. „Wir schaffen das…“

  6. Mal ein Woche weg ist was anderes, als wenn man regelmäßig eine Woche weg ist. Und von der Frei-Woche muss man noch Anreise und Rückreise abrechnen.

  7. Auch dieser IL wird es merken. Spätestens wenn kaum noch Kräfte kommen. Wenn der Dezember kommt, die dunkle Jahreszeit voll hereinbricht und der Frost die Seelen noch weiter abkühlt
    Dann ist Familie und nur Familie was zählt. Und wenn Weihnachten vor der Tür steht……mehr muss man nicht sagen. Die Pol.Führung wäre gut beraten die rosaroten Brillen abzunehmen und der politischen Führung reinen Wein einzuschenkem.

  8. Nach der gestrigen Nichteinigung auf europäischer Spitzenebene wird es nun immer klarer, worauf
    es letztlich hinausläuft.
    Gegen die ab Mitte November anstehenden Überstunden werden die bisher geleisteten Stunden nur ein schlechter Witz gewesen sein.
    Nun macht auch noch Polen auf rechtsnational, die Schweiz ist abgedriftet und allmählich wird auch dem Berliner Politbetrieb klar, dass im kommenden Jahr Wahlen anstehen.
    Nur mit blumigen Ankündigungen, Beschlüssen und Papieren lassen sich die Wähler nicht mehr täuschen.
    Auch nicht mit Pseudekontrollen an den deutschen Grenzen, die uns keinen Flüchtling weniger bescherten.
    Das ist mittlerweile jedem klar.
    225 Bürgermeister haben sich schon geäußert, in NRW. Die Stimmung wird überall ähnlich sein.
    Eine parlamentarische Opposition zu der gegenwärtigen Alternativlosigkeit gibt es momentan nicht.
    Und damit dies auch so bleibt, wird Berlin handeln.
    Bis Mitte November 2015.
    Und die anderen südlichen Schnegenstaaten und Beitrittskandidaten im Dominoeffekt dann auch.
    Schnellschuss aus der Hüfte a la Orban.
    Auf der Strecke bleiben die wirklich hilfebedürftigen Menschen.
    Da ist der drohende Mandatsverlust dann wichtiger.

  9. @Manni
    Fürsorgepflicht des Dienstherrn? Was ist denn das? Die Aussage des Herrn TDM (siehe @BuFiPo) sagt doch schon wieder alles! Oder der Zirkus bei der Stundenabrechnung des G7-Gipfels oder nun im Grenzeinsatz! Mehr braucht man dazu nicht zu sagen!

    @BuFiPo
    Dass die Kollegen die Stunden nach ihren Wünschen abbauen können, dürfte wohl ein Wunschtraum bleiben!

    @Verwalter
    Was bieten denn unsere „Oberen“ für Lösungsansätze an außer Durchhalteparolen und hohlen Phrasen? Nichts“ Rein gar nichts! Ich bin sogar überzeugt davon, dass Herr TDM vor laufender Kamera verkünden würde, die Erde sei eine Scheibe, wenn er von seiner Chefin einen entsprechenden Befehl erhalten würde!

  10. @Manni

    „am Anreisetag noch Nachtschicht machen“

    Das eine was man will, das andere was man muss.
    Die Alternative wäre einen Tag früher anreisen.

    Wie würdest du entscheiden? Die Kräfte einen Tag länger von zu Hause wegnehmen, damit zwischen Hinreise und ersten Schicht noch ausreichen Ruhe ist oder „beißen“ und nach der Anreise noch eine Schicht kloppen, dafür aber länger zu Hause sein?