Unbürokratische Maßnahmen zum Überstundenausgleich erforderlich!

In einem Artikel berichtet am heutigen Tag die BILD-Zeitung, dass der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU, Markus Weinberg, einen Bonus für die durch die BundepolizistInnen geleisteten Überstunden anregt. Das Mindeste, so Weinberg, sei ein zügiger und unbürokratischer Ausgleich der vielen Überstunden.

Dieser Forderung kann sich die Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei, angesichts der seit dem 13.09. bis zum 16.11.2015 bisher geleisteten 1,2 Millionen Überstunden nur anschließen. Es besteht jedoch der Eindruck, dass seitens des BMI und des Bundespolizeipräsidiums solch unbürokratische Maßnahmen behindert werden: einer Anregung der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei, zur Einrichtung von Langzeitarbeitszeitkonten wurde aus bürokratischen Gründen eine Absage erteilt. Nur mit solchen Maßnahmen (Lebensarbeitszeit-, Langzeitarbeitszeitkonten, Prüfung auf freiwillige Teilauszahlung von Überstunden, Aufhebung von Kappungsgrenzen und -fristen etc.)  kann dem riesigen Überstundenberg begegnet werden!

Die Ministerial- und Oberbehördenbürokratie ist nun aufgefordert, endlich mal über ihren bürokratischen Schatten zu springen! Die Politik scheint ihr dabei Hilfestellung leisten zu wollen.

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Themenbereich: Finanzielles & Laufbahn | Drucken

7 Kommentare
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  1. Eigentlich ist die Lösung ganz leicht und kostengünstig. Keine Fristen mehr, bis wann die Stunden weg müssen (geht ja nicht – wie soll man solchen Stundenberge innerhalb eines Jahres abbauen) und Streichung der 40 Stunden Zielvorgabe.

    Was erreichen wir? Mitarbeiter, die entspannt die nächsten Jahre immer wieder zwischen durch, wenn es ihnen passt und dienstlich möglich frei machen können und nicht ständig neue Überstunden leisten müssen. Das kann die Arbeitszufriedenheit heben; weil man einfach und entspannt frei machen kann – man hat ja genug Stunden.

  2. Jeder Anwalt freut sich über diese Klageerhebung….wenn es dienstlich nicht möglich ist diese Überstunden abzubauen…fällt der Dienstherr aber GAAAANZ schnell hinten runter.

  3. @Faulibär
    Achtung. WIR müssen nachweisen, dass die Stunden innerhalb eines Jahres nicht abgebaut werden konnten!
    D.h. man muss sich es jedenmal aufschreiben bzw. speichern, wenn man freinehmen wollte und der Chef hat nein gesagt.
    Das Problem ist, die Nachweisung, das es dienstlich nicht ging und das man versucht hat diese trotzdem abzubauen.
    Einige Chefs neigen dazu, natürlich auch die „Freiräume“ vorzugeben, wer dies dann ablehnt, hat schon ein Problem.

  4. Warum kann der Dienstherr nicht jedem Mitarbeiter im E-Plan ein „Lebensdienstzeitkonto“ einrichten. Jeder Mitarbeiter verschiebt dann einmalig 164 Stunden darauf und das Datum seiner Pensionierung „swiched“ neudeutsch einen Monat nach vorne. Irgendwann trennen sich die Wege vom Verurteilten, sorry ich meinte zu beurteilenden Mitarbeiter, und seinem Dienstherr sowieso.

  5. @realist v. 8.12.15
    weil wir zu wenig leute haben! das angebot des dienstherrn die dienstzeit zu verlängern sagt doch alles. zwar bin ich auch für deinen vorschlag, er erscheint aber -unter den gegenwärtigen bedingungen (personalmisere)- indiskutabel und würde m.e. die situation verschärfen.

  6. Für die hohe Belastung sollten alle Kräfte (egal ob Einzeldienst oder BePo) pauschal – jeden Monat – 40 Stunden (oder 650 Euro) ausgezahlt bekommen.

    Unabhängig von den Überstunden. Die bitte auf ein Langzeitarbeitskonto aufschreiben.

  7. …indiskutabel wäre es aber nicht – als ein Zeichen der Anerkennung und Achtung bzgl. der Migrationslage, des Personalmangels und anderer anhaltender Belastungen – die Sonderzuwendung des sogenannten „Weihnachtsgeldes“ wieder auf 100 % für ALLE auszuzahlen.