BFE+: Eine richtige Entscheidung, ABER…

Gestern stellte die Bundespolizei Innenminister Thomas de Maizière ihre neue Spezialtruppe „BFE+“ in Blumberg vor. Die bislang 50 Beamten sind bei Anti-Terror-Einsätzen Ergänzung zur GSG 9. Sie schließen damit eine sicherheitspolitische Lücke, die durch eine neue Bedrohungslage mit neuem Tätertypus, wie er sich bei den Anschlägen in Paris in diesem Jahr gezeigt hat, entstanden war.

Diese Entscheidungen sind richtig und gut, Polizei muss sich immer flexibel auf neue Bedrohungslagen einstellen können. Außerdem wird so die Professionalität und das Ansehen der Bundespolizei weiter gestärkt.

Doch gibt es auch dabei deutliche Wermutstropfen: Die BFE+ sind Ergänzung zum bestehenden Aufgabenportfolio der Bundespolizei. Und dort hapert es nach wie vor gewaltig. Ein erster Schritt in Sachen Personalaufstockung ist gemacht, doch fehlt es nach wie vor an Ausrüstung, Sachmitteln und Fortbildung. Es kann nicht sein, dass ein Teil der Bundespolizei hochgerüstet wird, bei den Anderen aber kein Geld für ein zweites Magazin, die individuelle KSA oder ordentliche witterungsbeständige Kleidung da ist. Auch wird mit der BFE+, eine weitere, wenn auch richtige neue Aufgabe geschaffen, für das die Bereitschaftspolizei aber kein zusätzliches Personal zur Kompensation erhält.

Hier werden wir als GdP den Finger weiter in die Wunde legen!

Den Kollegen der „BFE+“ wünschen wir viel Erfolg bei ihrer Aufgabe und dass es möglichst wenig Anlässe geben möge, bei denen Sie herangezogen werden müssen!

Aus der Presse:

Bayern 2: „Anti-Terror-Einheit BFE Bereitschaftspolizei ist am Limit angelangt“, Interview mit Jörg Radek
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Themenbereich: Ausstattung & Ausrüstung | Drucken

17 Kommentare
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  1. Erst einmal den Kollegen der BFE + viel Erfolg und kommt immer Gesund nach Hause.
    Schön, dass wir jetzt eine solche Truppe in Berlin haben.
    Aber wer ist denn als erster vor Ort, sollte es mal zu so einem Anschlag wie in Paris kommen?? Der Streifendienst!! Wenn er überhaupt ankommt. Mit Streifenfahrzeugen welche 19 Jahre alt sind (Rover oder Ford in grün) oder VW T 4 mit Laufleistung von über 300 000 km kann das schon mal schwer werden. Aber auch die Ausrüstung ist wie oben genannt ungeeignet und alt. RSG welche abgelaufen und wo die Laufzeit verlängert wurde, Schutzwesten welche vollständig ungeeignet sind und ohne 2. Magazin, mit einer, in der Fahrertür eingeschlossenen, nicht geladenen MP 5 (geladen passt sie nicht rein) kann die Zeit sehr lange werden, bis die BFE + da ist. Ich hoffe nur, dass sich auch da mal was für den Streifendienst ändert. Also GdP bleibt dran.

  2. Moinsens!

    Gut gemeint ist aber noch nicht gut gemacht.

    Sicherlich fehlte bisher zwischen der GSG 9 und den sonst vorhandenen geschlossenen Einheiten eine vielseits gepriesene „robuste Einheit“. Ob diese Lösung aber der Wahrheit letzter Schluss ist??

    Sicher, besser als nichts, ABER wie bereits oben erwähnt wird ebenso wie in einer AMOK-Lage der Streifenpolizist als erster in der „Bütt“ sein um mit völlig unzureichender Ausrüstung an Schusswaffe „Zeit zu gewinnen“ bis die „Rettung“ naht.
    Eben das hat Paris auch bewiesen, dass man mit der herkömmlichen Streifenbewaffnung dem Störer an Qualität und Quantität hoffnungslos unterlegen ist.
    Ich fordere hier nicht, dass zukünftig „Langwaffen“ auf die Streifengänge mitgeführt werden sollten. Ich fordere hier nur dazu auf, dass auf den Dienststellen vorhandene „Material“ in ehrlicher Art und Weise auf den Prüfstand zu stellen und dann mit den „handelsüblichen“ Waffen solcher Irrer zu vergleichen. Speziell in Punkto „Feuerkraft“ und vor allen Dingen der Reichweite.
    Dann wäre zumindest geklärt, ob aus den Dienstellen nachgeführte Bewaffnung dazu geeignet wäre, „gegnerisches Feuer nieder zu halten“, bzw den Aktionsradius dieser Irren einzugrenzen, ohne sich dem Störer auf selbstmörderische Art und Weise nähern zu müssen.

    Über die sonstige Verwendung der BFE+ (aus der akuten Personalnot heraus begründet) lasse ich micht hier nicht weiter aus, wirft diese doch mehr Fragen und Ungereimtheiten auf, als dass sie in ein öffentliches Forum gehören.

    Gesund bleiben.

    AB

  3. Berlin ist weit weg. Das ganze wird leider am föderalen System der BRD scheitern.
    Schon jetzt scheitern manche Einsätze an Ländergrenzen (Bundesländergrenzen).
    Man muss nur schnell genug wechseln, das reicht oft aus.
    Bei der Bundespolizei ist es etwas anders, aber ähnlich.
    Z.B. bei Fussballeinsätzen ist man froh wenn die „Fans“ so schnell wie möglich Weg sind. Begleitet wird nicht mehr und so schlagen die Fans an kleinen BPOLR an den Ländergrenzen zum umsteigen auf bei 2-4 PVB.
    An den Ländergrenzen deshalb, weil der ÖPNV an den Ländergrenzen fast immer endet und somit umgestiegen werden muss.
    Da knallt es dann eben.

  4. Es wäre taktisch sinnvoll in allen Standorten ein BFE+ anzusiedeln am besten im Verbund einer ganzen BFH.Da wir schon dies in fünf Standorten haben wären die restlichen fünf eine logische Entscheidung.
    Anders sind die fünf BFE+ Einheiten garnicht zu ersetzen….denn,für andere Einsätze zBsp. Demo oder FBK sind sie nicht mehr verfügbar. Bei Alarmierung im Terrorfall vom Zug zu steigen wird schwer….und die robuste Ausrüstung wird auch nicht immer mitgeführt.
    Die Einheiten sind notwendig aber das Personal und Standortkonzept nicht.
    Im übrigen war die mediale Zurschaustellung unsinnig…. Ankündigung ja….dann war es das aber auch. So etwas kann beim Gegenüber auch Begehrlichkeiten der negativsten Art wecken. AUSSTATTUNG ABER 1a

  5. Ich verstehe es nicht.
    Eine neue EinsatzEinheit gebastelt aus teilen bestehenden EinsatzEinheiten. Medienwirksam präsentierter Murks. Nichts gegen die Kollegen – die haben meinen allerhöchsten Respekt.

  6. Alles richtig und gut, aber bitte nicht gleich wieder anfangen und die BFE+ zerreißen!!!

    Es ist ein Anfang, nicht mehr aber auch nicht weniger.

    Natürlich sind die Kollegen im Streifenwagen immer die Ersten! Und nicht vergessen: zu 85 % sind das die Kollegen der Landespolizei!!!
    Also sieht die Reihenfolge doch grundsätzlich so aus:
    1. Streife LaPo
    2. Streife BPOL
    3. SEK / MEK in sehr geringer Anzahl
    4. dann alle nach alarmierten Kräfte in Abhängigkeit der Fahrtzeiten usw.

    Ich glaube daher, eine einfache Verbesserung der Streifenkollegen hilft mit am meisten!
    Soll heißen:
    – Mehr Munition
    – eine „Langwaffe“ pro Fahrzeug
    – Ballistischer Schutz pro Fahrzeug (Decke usw.)
    – und ganz wichtig: viel mehr und besseres Training!!!

    Die Kollegen bitte ich ernsthaft mal über Ihre persönliche Bequemlichkeit und Trägheit nachzudenken!
    Wäre denn jeder bereit sich dem zu stellen?

  7. Kann mir bitte irgendjemand den Sinn dieser Einheit erklären?
    Danke schonmal….

  8. Hier wird nichts zerrissen….die Einheit ist vom Einsatzwert her ,sehr sinnvoll …..aber es geht nicht das sie parallel für alle anderen Einsätze verfügt werden. Man fängt schon wieder an ein gut gesatteltes Pferd nicht für Rennen einzusetzen, sondern auch gleichzeitig zum Lastenziehen einzuspannen. Das geht nicht….entweder ich rüste hoch, bilde aus und trainiere täglich ( und das ist wesentlich wichtiger, bin auch Ausbilder) oder ich mache wie immer, medienwirksam halbe Sachen und ruder nach geraumer Zeit wieder zurück um es optimaler zu gestalten.
    Nochmals. …die Einheit ist wichtig….gut ausgerüstet….und motiviert…..nur davon bitte mehr als in nur 5 Standorten oder zumindest neue Einheiten die dere alte Funktion, nämlich BFE (normal) übernehmen……Die Aufgabe für die Jungs ist heftig genug und bedarf daher höchster Trainingspriorität.
    Es wirkt alles wieder so hastig und übereilt, quasi wir haben ne neue Einheit….die kann und macht das….und vielleicht auch ein bisschen mehr….Kamera an….Bevölkerung beruhigt….Haken hinter….

  9. Gut für die Menschen die dort in der Nähe wohnen. Ich als Bürger setze auf den Streifenbeamten /in die auch vor Ort ist.

  10. Moinsens!

    @E,Hu:
    Genau so ist es!!!

    Eben diese Details wollte ich in meinem obigen Beitrag nicht ausführen, da dies ja bekanntlich ein öffentliches Forum ist.

    Getreu dem derzeitigen Motto: „Ich presse aufgrund der Personalnot aber auch das Allerletzte aus dem vorhandenen Personal raus“.
    Will ich eine schnelle robuste Einheit verfügbar haben, dann muss ich es mir zwangsläufig leisten, diese im besten Falle auch 365 Tage im Jahr „nur“ in Bereitschaft zu haben.
    Nach zehn Stunden in der „Bearbeitungsstraße“ werde ich vermutlich keinen so großen Einsatzwert mehr haben, wenn ich die Kollegen dann noch drei bis vier Stunden durch die Republik fliegen lassen muss, um sie anschließend übermüdet in den Einsatz zu bringen.

    Nichtsdestotrotz haben die Kollegen meinen vollen Respekt.

    Gesund bleiben!

    AB

  11. Hallo, ich nochmal!
    Könnte mal jemand ein praktisches Beispiel bringen, wozu diese Einheit genau gebraucht wird?
    Klasse, schon mal besten Dank.

  12. @E.Hu

    entweder an jedem Standort eine BFE…. oder besser nicht.
    Besser: alle Standorte VOLL machen.

    Ich persönlich finde die Einstellung von NRW im Bezug auf BFE klasse… aber das ist etwas anderes.

    Die BPOL mit 5 BFHun ist so gut aufgestellt.
    Die Qualifizierung BFE+ macht Sinn.

    Richtigeweise wurde schon gesagt, dass die BFE+ nicht zu erst vor Ort ist. Bezüglich der Ausstattung habe ich eine Lösung: Wechsel auf MP 7 . Die Fortbildung auf den Waffwechsel ist verhältnismäßig einfach; anders als auf das G36. Die Anwendung bei Terrorlagen, Amok entspricht mehr möglicher Szenarien und die Feuerkraft ist genau die, die Polizei vor Ort gegen Terroristen mit Sturmgewehren braucht.

    Also zwei kleine Änderungen:
    1 – die Hundertschaften auffüllen
    2 – Einführung der MP 7

    Nebenbei: die Bundesbereitschaftspolizei brauch KEINEN weiteren Standort.
    Erstmal die Standorte voll machen.
    Dann kann man überlegen, ob nicht die Anzahl der Züge auf 4 erhöht wird und jeden Zug eine vierte Gruppe gibt. Damit vergrößert man seinen Wasserkopf nicht, hat kaum logistische Kosten aber bringt richtig Polizei auf die Straße.

  13. @BP
    Argumentation geht doch in die gleiche Richtung und ist völlig ok.
    Mir ging es auch nicht um mehr Standorte in der BP sondern die vorhandenen Personell so aufzustocken, das in jedem Standort eine BFH ist und dort dann eventuell BFE+ zu installieren oder zumindest mit den vorhandenen Neu- BFE Kräften die BFE+ Einheiten von regulären Einsätzen zu befreien.
    Ansonsten ist die von mir angesprochene Waffe bereits angeschafft worden und hat sich etabliert….warum also Neubeschaffungen ala MP7? Ausbildung dauert 2 Wochen…. und fertig.
    So oder so, etwas Feinschliff und es passt das Konzept.

  14. @Offensive

    Das „Wofür“ oder besser das taktische Konzept wird Dir hier keiner erläutern oder nennen. DIESES Forum ist ja frei zugänglich.

    Ich erlaube mir den Hinweis zum Thema VS-NfD!!!

    Die BFE+ ist für das da, was in der Pressekonferenz durch den BMI und den Präsidenten der BPOL gesagt wurde.

  15. @ Frage

    Aber in allen Medien wurde doch viel mehr veröffentlicht, als man sogar dienstlich erfährt:
    Die Standorte, das die Beamten weiterhin ihren normalen Dienst verrichten, das die Beamte mit Hubschraubern verlastet werden usw.usw.. und das andere soll alles VS-Nfd sein? Das in BLU bereits 50 Beamte sind, die Ausstattung usw….ist doch alles in den Medien nachzulesen…komm mir nicht mit VS-Nfd….
    Meine Frage zielt auf den Sinn dieser Einheit ab, denn wie es ja auch hier geschrieben steht, ich zitiere:
    „Sie schließen damit eine sicherheitspolitische Lücke, die durch eine neue Bedrohungslage mit neuem Tätertypus, wie er sich bei den Anschlägen in Paris in diesem Jahr gezeigt hat, entstanden war.“
    Also was kann diese Einheit denn nun genau, um einen solchen Parisanschlag zu verhindern?
    Es gibt weltweit keine einzige Einheit die DAS kann, es soll nur so getan werden als ob….oder kann diese Einheit sämtliche Kinosääle Deutschlands bewachen?

  16. @Offensive
    Ich empfehle Dir, die Verwendungsfortbildung für die Beweissicherungs- und Festnahmehundertschaft zu machen und dich dann für die BFE+ fortbilden zu lassen. Dann weißt Du ganz genau wofür sie da sind.

    Zwischen deinen zitierten Worten steht schon genug drin. Wer sich mit der BPOL / Verband / Taktischem Vorgehen /besonderen Einsatzlagen usw. auskennt, weiß genau um was es geht.

    Natürlich kann die Einheit nicht alle Kinos bewachen, das schaffen nicht mal alle Kollegen in Deutschland zusammen. Aber darum geht es nicht.

  17. @ Frage

    Schade, daß du meine Frage nicht beantworten kannst.
    Das Thema des Threads geht um die Antiterrorergänzung der GSG9, NACH der „neuen“ Bedrohungslage. NACH Paris. Punkt.
    Soll ich dir sagen, um was es geht? Um das Alibi, was jemand ganz bestimmtes benötigt, für den Fall X, darum geht es, um mehr nicht. Und das bestimmte Politiker jetzt vielleicht besser schlafen können, mehr nicht.