DGB Index Gute Arbeit 2015: Beschäftigte leiden unter Arbeitsdruck

DGB Index Gute ArbeitDer DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann und der Ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske haben heute in Berlin den neuen DGB-Index Gute Arbeit 2015 vorgestellt. Im Mittelpunkt des repräsentativen Reports, für den mehr als 4900 Beschäftigte zu ihren Arbeitsbedingungen befragt wurden, steht in diesem Jahr die Arbeitsintensität.

„Beschäftigte leiden unter dem massiven Arbeitsdruck. Aufgabenumfang und Arbeitszeit passen zu häufig nicht zusammen – 52 Prozent fühlen sich bei der Arbeit gehetzt und unter Druck. Besonders diejenigen, die Überstunden machen und lange arbeiten, neigen dann auch noch dazu, Pausen ausfallen zu lassen oder zu verkürzen. Pausen sind kein Luxus, sie gehören zur Regeneration“, sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann. „Solche Belastungen sind gesundheitsgefährdend, sie gehören reduziert. Zahlreiche Betriebsvereinbarungen dazu gibt es bereits, aber wir brauchen mehr davon.“ Zunehmend würden Unternehmen nach Fachkräften suchen müssen. „Wer will, dass Fachkräfte lange bleiben und neue kommen, muss gerade jetzt mit den neuen Belastungen durch die Digitalisierung die Arbeitsintensität im Auge behalten.“

Laut Report werteten die Beschäftigten die Arbeitsintensität mit 49 Indexpunkten (von 100) am schlechtesten. Dahinter stehen mehrere Ursachen: 52 Prozent der Beschäftigten fühlen sich sehr gehetzt. 55 Prozent berichteten über häufige Störungen bei der Arbeit, 21 Prozent gaben an, dass sie Abstriche bei der Qualität der Arbeit machen müssen, um das Pensum zu schaffen.

Die Bewertung der Einkommenssituation hat sich dank guter Tarifabschlüsse und Einführung des Mindestlohns leicht verbessert: Die Indexpunkte stiegen von 47 Punkten in 2014 auf 50 Punkte in 2015. Positiv bewerten die Beschäftigten weiterhin den Sinn ihrer Arbeit mit 80 Indexpunkten: Die eigene Arbeit sei ein wichtiger Beitrag für den Betrieb und die Gesellschaft.

Weitere Zahlen und Details findet Ihr im Report oder unter www.index-gute-arbeit.dgb.de

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4 Kommentare
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  1. ….und was bedeutet das für uns???

    Die 41 Std.-Woche gehört endlich mal auf den Prüfstand!

    Die Tarifverhandlungen kommen schnell näher.
    Bitte bringt das unbedingt zur Sprache.

    DANKE

  2. Wann wird endlich wieder die 38,5 Std.-Woche eingeführt ? Ich würde bei den anstehenden Tarifverhandlungen auf Geld verzichten, wenn die 38,5 Std.- Woche wieder eingeführt würde. Meine Gesundheit kann ich mir mit Geld nicht erkaufen. In diesem Zusammenhang…….Was macht eigentlich -in dieser jetzigen Lage- noch das Gesundheitsmanagement ? :-)

  3. Wie die , für den Öffentlichen Dienst zuständigen Minister ticken, zeigte die Innenministerkonferenz zum Thema „BAMF“. Zitate:
    IM Caffier: „Im Zweifelsfall sind sogar im öffentlichen Dienst mal Überstunden möglich.“ IM Lewentz verwies auf ein Zwei-Schichten-Modell im Saarland. Und: „Man kann auch samstags und sonntags durchaus tätig werden.“ Zitate Ende. Das man durch Schichtarbeit nicht das Personal mehrt, das ein bestimmtes Arbeitsvolumen erledigen muss, sollte bekannt sein. Und das Überstunden mal abgebaut werden müssen und die Mitarbeiter dann eben an anderen Tagen fehlen, auch.

  4. @Streik
    Warum willst du wieder bezahlen? Wir haben für die 38,5 Std/Woche bereits bezahlt, wir haben auch für die Einführung der 41 Std/Woche bezahlt, warum zum Teufel willst du wieder bezahlen?

    Es ist richtig das du mit Geld keine Gesundheit kaufen kannst, aber du brauchst den Ausgleich für die Nacht und Wochenenden. Siehe es als Schmerzengeld.

    Ich für meinen Teil bin nicht bereit, die 38,5 Std/Woche erneut zu bezahlen, vor allem deswegen nicht, weil der Dienstherr die Beamten im Osten damals richtig besc…. hat.

    Ruhige Schicht noch.