Lebensarbeitszeitkonto jetzt!

Als Anerkennung der historischen Belastung der Beschäftigten in der Bundespolizei fordert die Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei, die sofortige Einführung von Lebensarbeitszeitkonten.

Angesichts der stetig wachsenden Überstunden müssen zügig attraktive und verlässliche Lösungen gefunden werden. Dafür braucht es umgehend einen Runden Tisch zum Thema Arbeitszeit!

Bei unserer Mitgliederbefragung zum Thema Arbeitszeit antworteten 55,16 % der Befragten, dass Ihnen die Einführung von Lebensarbeitszeikonten „wichtig“ ist, weitere 23,41 % hielten diese für „eher wichtig“. Nur knapp über 2 % der Beschäftigten halten sie für „unwichtig“.

Nun wäre der richtige Zeitpunkt und Anlass zur Umsetzung!

Im vergangenen Monat hatten wir für unsere Forderung bereits „Schützenhilfe“ von dem innenpolitischen Sprecher der CDU/CSU, Markus Weinberg, bekommen, der in der BILD-Zeitung einen Bonus für die durch die BundepolizistInnen geleisteten Überstunden anregte. Das Mindeste, so Weinberg, sei ein zügiger und unbürokratischer Ausgleich der vielen Überstunden. Die Ministerial- und Oberbehördenbürokratie ist nun aufgefordert, endlich über ihren bürokratischen Schatten zu springen!

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Themenbereich: Finanzielles & Laufbahn | Drucken

14 Kommentare
Eure Meinung zu diesem Beitrag ist uns wichtig: »

  1. …und wo ist der Haken an der Sache?
    Anordnung von Überstunden stellen kein großes Hemmnis mehr dar. Einfach auf die große „Rechnung“ geschrieben und gut ist´s.
    Abbau in einem gewissen Zeitraum..? Fehlanzeige
    Adieu Gesundheitsschutz, Vereinbarkeit von Familie und Beruf etc. pp
    Zumal wir ja eh schon 41 Std. abdienen.

    Wem soll das was bringen?
    Den Älteren, die nicht mehr lange haben?

    Ich brauche meine Freizeit und zwar jetzt…!!!

  2. Eine sehr gute Idee! Aber bevor da oben jemand springt, fällt eher der Stuhl um…
    Wenn man sich nur mal daran erinnert, wie lange es gedauert hat bis im öffentlichen Dienst so ein komisches Ding namens PC eingeführt und Standard wurde… :-)))
    Ich habe nur noch 19 Jahre bis zur Pension, das werde ich wohl nicht mehr erleben.

  3. @Holdinger ! Der Haken ist ganz einfach. Damit legitimiert man dem Arbeitergeber uns weitere Überstunden abzufordern, die wir nicht zeitnah abbauen werden. Dadurch kann das Ministerium zudem die Überstunden gewerkschaftlich legitimiert fest einplanen und damit weiterhin weniger Polizeibeamte als notwendig einstellen.
    In Tarifverhandlungen und dank ministerieller Erlässe werden diese Überstunden dann weggelogen.

    Einzig wichtig wäre ein Verbot von Überstunden. Also nicht für Bordfahrer, Auslandseinsätze und Grosslagen. Aber bei Grosslagen deutlich eingeschränkter.

    Je länger ich darüber nachdenke, umso mehr kommen mir weitere Bedenken.

  4. @Holdinger, du hast vollkommen recht es gibt einen Haken und du hast genau den richtigen angesprochen. Ich hatte ein Lebensarbeitszeitkonto bei der Lapp und habe von der 42.ten Stundenwoche, die auf das Konto jeden Monat ging nichts gesehen. Stell dir vor dir passiert was bevor du in Pension gehst und das Lebensarbeitszeitkonto greift bzw. du vor der Pension die Stunden nehmen kannst. Wenn man krank wird und mit Ablegen zu rechnen ist hat man von dem Konto GAR NICHTS und die Behörde freut sich vielleicht noch weil einer weniger der die Stunden in Anspruch nehmen kann. Oder man muss unseren Verein verlassen aufgrund Dizi….kann man dann die Stunden auch nehmen???? Ich halte davon gar nichts… lieber die Leute SOFORT entlasten und ihnen frei geben… natürlich nicht alle auf einmal… sonst ist ja keiner mehr da….

  5. Ich würde da auch nicht mitmachen.

    Setzt euch lieber mal für ordentliche Arbeitsbedingungen in ALLTAG ein:
    – Weg mit den ewigen Überstunden und andauernden Sondereinsätzen am Wochenende
    – Runter von der 41-Std.-Woche

  6. Ich finde es gut, wenn sich viele Kollegen zu diesem Punkt bereits ihre Gedanken bzw. auch schon Vorschläge machen.
    Allerdings sollte man sich nicht in der „Schräubchenkunde“ verfangen, bevor das neue Produkt überhaupt entworfen ist. Für mich persönlich ist es bspw. nebensächlich, ob meine E-Plan-Maske noch um einen oder zwei „Stunden-Drehzahlmesser“ ergänzt wird oder nicht. Mir wäre nur wichtig, daß ich im gelben Bereich bereits entscheiden kann, STOP! Alles über der 50. Stunde geht auf mein Lebensarbeitszeitkonto. Dieses könnte ja dann wie eine sich füllende Säule dargestellt sein. In meinem Privatleben bekomme ich es schließlich auch geregelt, wieviel Geld ich ausgebe, investiere oder anlege! Und trotz aller Unabwägbarkeiten im realen Leben habe ich immer noch Träume und Visionen.

  7. Jetzt kommen die Versäumnisse der letzten Jahre immer mehr zum Vorschein. Viele Runde Tische; viele Studien und Befragungen; Gesundheitsmanager mit vielen Experten u.s.w……was hat es gebracht ? Nicht wirklich viel. Von einem Lebensarbeitszeitkonto halte ich nicht viel. Ich bin für die 38,5 Std. Woche / 2 AZV Tage pro Jahr ;volles Urlaubs-und Weihnanchtsgeld; Pensionseintrittsalter mit 60; ruhegehaltsfähige Polizeizulage; gemäßigte Tarifabschlüsse. Hatten wir alles schon mal. Ich bin 1988 eingestellt. Ich kann mich noch dran erinnern. Schön wenn man z.B. ein angespartes Lebensarbeitszeitkonto von 2 Jahren hat und ,im Gegenzug in naher Zukunft, das Pensionseintritsalter z.B. um 2 Jahre angehoben wird. Damit wäre der Anreiz eines Lebensarbeitszeitkontos überhaupt nicht mehr gegeben.

  8. Dann werden allen meine Stunden (ü 40+) auf das Lebzeitkonto geschrieben. Frei im laufenden Monat (-).

  9. Das was wir brauchen ist sicher nicht Überstunden sammeln, sondern eher, dass endlich mal diejenigen die in Schichten arbeiten entlastet werden.
    38h Woche für Schichtler, anteilige frühere Pension bei vollem Ausgleich !

  10. @Nachdenkliche
    Ich gebe dir vollkommen recht. Die im Schichtdienst tätigen Beamten müßten endlich mal entlastet werden.
    Z. B. für 10 Jahre Schichtdienst, ein Jahr früher in Pension, ohne Abschläge.
    Bei dem Lebensarbeitszeitkonto gibt es noch viel zu viele Fragezeichen.
    Also ran an die wöchtl. Arbeitszeit und Änderung im Bereich Schichtdienst.

  11. Die wöchentliche Arbeitszeit von seinerzeit 38 Std wurde durchgesetzt, da auf eine Lohnsteigerung verzichtet wurde. Heißt dass durch den Schritt auf 41 Std de facto eine Lohnsenkung erfolgt ist.
    Fühle ich mich… betrogen…

    Schichtdienst ist belastend. Pro Zeitraum Schichtdienst früher in Pension, bzw dann später. Korridor von 57 – 65 Jahren. Nach 40 Jahren Schichtdienst ist definitiv Schluss und bei gar keinem Schichtdienst geht es bis 65. Für alle Schicksale dazwischen muss eine Berechnungstabelle entworfen werden.
    …empfinde ich…. als moderne Polizei

    Beispiel einer Berechnungstabelle Pensionseintritt ab 65:
    Pro 5 Jahreszeitraum Schichtdienst -1 Jahr
    Pro 10 Jahreszeitraum MKÜ / BePo (Lebensalter unter 45) -1 Jahr
    Pro 7,5 Jahreszeitraum MKÜ / BePo (Lebensalter über 45) -1 Jahr
    Pro 10 Jahreszeitraum PVB „auf der Straße“ ohne 3 Schichtmodel – 1 Jahr

    Für meine Überstunden möchte ich nur die Freigabe, dass diese nicht verfallen! Ich möchte diese dann nach und nach, über die Jahre, abbauen. Die Vorgabe von maximal 40 Überstunden soll ersatzlos gestrichen werden.
    Der Eplan trennt die Stunden in MA und ÜZA. Das ist unnötige Verwaltungsarbeit. Bitte einen Stundenstand: IST (geleistet und soll); nicht geleistet nach MA, geleistet nach ÜZA geleistet nach 11 und du bist nur am rechnen, um zu gucken wieviel Stunden du hast. Gehst du um halb dann ist das ÜZA-Konto und gehst du viertel dann ist das MA-Konto du hast aber auf ÜZA noch über vierzig und musst also eine viertestunde warten, damit das richtige Konto abzieht…

  12. Lebensarbeitszeitkonto – hört sich beim ersten Lesen eigentlich gut an – doch was steckt dahinter? Nutzen wir das I-net, dann finden wir dafür verschiedene Erklärungen. Angefangen von Angeboten div. Banken, Versicherungen und Arbeitgebern. Ausgangspunkte sind meistens geleistete Überstunden, nicht in Anspruch genommener Urlaub, Arbeitsentgelte (u.a. Sonderzahlungen) usw., die in eine Art „Wertguthaben“ umgerechnet werden und in div. Anlageformen (z.B. Investmentfonds) auf Dauer angelegt werden sollen.

    Schon heute wissen wir aus Studien die die GdP in Auftrag gegeben hat, wie belastend der täglich wechselnde Schichtdienst, die vielen Einsätze und die Mehrzahl an Überstunden für die Kollegen/-innen ist. Dazu kommt die Abwesenheit von der Familie und Freunden, die man als soziale Härte bezeichnen kann.

    Inwieweit dieses System funktionieren würde (es wäre ja persönlich auf den jeweiligen Mitarbeiter bezogen) steht allerdings in den Sternen, denn es funktioniert „ähnlich“ wie eine Risikoversicherung – vielleicht nur mit dem Vorteil, dass Hinterbliebene erbberechtigt sind (darüber denke ich gibt es schon ein Urteil beim Urlaub).

    Auch mathematisch würde sich ein sog. Lebensarbeitszeitkonto vielleicht nur dann rechnen, wenn ein Kollege mit Beginn seiner Laufbahn (incl. aller noch nicht absehbarer Unwägbarkeiten) auf so ein Konto zugreifen könnte. Dabei kann aber vieles schief gehen, wie uns die derzeitige Situation der Lebensversicherer zeigt. Viele werden hier noch Enttäuschungen erleben, denn aufgrund der niedrigen Zinsen wird evtl. nur der Grundbetrag – ohne Bonus – nach mehr als 3 oder 4 Jahrzehnten fällig. Was wird passieren, wenn die Arbeitszeit noch weiter erhöht wird (was aufgrund zur Deckung der zukünftigen entstehenden Kosten, wie der Immigration v. Flüchtlingen ohne weiteres geschehen kann), dann würde nicht nur jede von vorneherein „ersparte/angesparte Arbeitszeit“ abgeschmolzen – sondern zur Farce.

    Sinn würde m.E. nur machen, wenn man die Arbeitszeit auf 35-38 Std. verkürzen würde, und den Kollegen ein entsprechendes Gehalt überweisen würde. Das würde ihnen ermöglichen ihre Freizeit aber auch finanzielle Situation, allen voran in Ballungsräumen, erheblich zu verbessern.

    Nur mangelt es hier an der Umsetzung, bzw. fachlich qualifizierten Politikern, die solche Pläne auch verwirklichen. Möglichkeiten gäbe es – nur wie so oft, müsste man auch wollen – da schreien aber dann schon wieder andere – die Beamten haben ja nur Vorteile….

  13. @Realist, ich kann Dir nur zustimmen, wenn´s so laufen würde, wer´s ideal! Aber egal, über was für Lösungen hier gesprochen/diskutiert wird und um welche Themen es hier geht, Fakt ist, dass fast immer ein „Personalfehl“ bzw. die „dünne Personaldecke“, also die dies verursachende „falsche Personalpolitik“ ursächlich ist. Solange diese Ursache nicht beseitigt ist, wird es in anderen Problem-Feldern keine nachhaltigen Lösungen geben.
    @BBP, auch Dir kann ich nur zustimmen und Deine Berechnungstabelle hat auch was! Vielleicht wird Deine Tabelle sogar mal so oder so ähnlich verwirklicht. Ich hab zwar keine Hoffnung, dass das vor meiner Pensionierung (in 18,5 Jahren) stattfinden wird, aber träumen darf man ja! Aber auch hier macht die derzeitige (hausgemachte) Personalnot „einen Strich durch die Rechnung“, da zum Ausgleich wesentlich höhere Einstellungszahlen erforderlich wären. Derzeit muss leider immer noch um jeden zusätzlichen Beamten gestritten und gefeilscht werden, obwohl es um unser aller Sicherheit und Gesundheit geht.

  14. Ein Freund von mir ist Personalratsvorsitzender in einer großen Firma (deutlich 4-stellige Mitarbeiterzahl)

    Bei denen ist es so, dass im Falle des frühzeitigen „Ausfalls“ einer Arbeitskraft durch Krankheit AUTOMATISCH und VOLLSTÄNDIG die angearbeiteten Überstunden an diese ausgezahlt werden. Sollte der Todesfall eingetreten sein und ein Ehepartner leben, erhält der AUTOMATISCH und VOLLSTÄNDIG den Gegenwert der Überstunden ausbezahlt!!!!!!!!!!!!!!

    Nur so ist ein „Lebensarbeitszeitkonto“ überhaupt erst mal denkbar, eins ohne die gesetzlich möglichen „ÄTSCHWIRBRAUCHENDOCHNICHTZAHLEN-TRICKSER-und -RECHNEREIEN“.
    Auch das (Beamten)Gesetz ist eben manchmal doch moralisch fragwürdig.