GdP-Einsatz für Anwärter: Drei Sofortmaßnahmen zur Steigerung der Berufsattraktivität

gruppe-kompl_kleinDie Bundespolizei steht in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen bei der Personalgewinnung. Angesichts der ebenfalls starken Werbungen auch der Polizeien der Länder, ist es dringend erforderlich, die Attraktivität des Ausbildungsverhältnisses zu erhöhen. Zumal die Bundespolizei ihren besonderen Wettbewerbsnachteil der grundsätzlich bundesweite Verwendbarkeit ausgleichen muss. Dazu müssen aus Sicht der GdP die bestehenden Instrumente des Besoldungsrechts weiter ausgebaut werden. Wir haben deshalb beim Bundesinnenminister drei Sofortmaßnahmen eingefordert:

1. Wiedergewährung der Anwärtersonderzuschläge
Für die Gewinnung von Anwärtern ist die Gewährung des Anwärtersonderzuschlages (§ 63 BBesG) bereits gesetzlich vorgesehen. Zur Bewältigung der großen Einstellungsraten des Bundesgrenzschutzes in den 90er Jahren wurde ebenfalls auf dieses Instrument zurückgegriffen. Die Bundespolizei benötigt nun sogar erheblich mehr geeignete Bewerber.

2. Besoldung der Anwärter des 2. Dienstjahres nach A 5
Die Anwärter ab dem 2. Dienstjahr werden bereits in polizeilichen Einsätzen verwendet und erhalten aus diesem Grunde auch die (anteilige) Polizei- und Erschwerniszulagen. Der Freistaat Bayern hat wegweisend entschieden, die Anwärter ab diesem Zeitpunkt nicht mehr mit Anwärterbezügen, sondern nach der BesG A5 zu besolden. Das ist eine ausgezeichnete Idee, die auch für die Bundespolizei umgesetzt werden sollte und die auch ohne Mehraufwand aus dem Haushalt der Bundespolizei finanzierbar ist.

3. Anhebung des Eingangsamtes für den mittleren Polizeivollzugsdienst
Zur weiteren Steigerung der Attraktivität der Bundespolizei schlagen wir (analog der Polizei Schleswig-Holstein) vor, § 24 BBesG dahingehend zu ändern, dass das Eingangsamt für den mittleren Polizeivollzugsdienst nach A 8 angehoben wird.

Über diese Sofortmaßnahmen hinaus bleiben wir weiterhin bei unserer Forderung, dezentral bei den künftigen Erstverwendungsbehörden einzustellen und die Ausbildung zentral durch die Bundespolizeiakademie zu leisten, wie dies bis 2008 gut geregelt war. Die GdP und ihre Personalräte setzen sich weiter für die bessere Berücksichtigung von Verwendungswunsch, Wohnsitz und familiärer Bindungen bei der Entscheidung über die Erstverwendung nach der Ausbildung ein. Wir streiten weiter für bessere und sinnvollere Prüfungsordnungen genauso wie für eine immer noch zu verbessernde persönliche Bekleidung und Ausstattung der Anwärterinnen und Anwärter.

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7 Kommentare
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  1. Das sind auf jeden Fall gute Ansätze.
    Auch die Einführung des POW ist sicherlich gut sowie die Anhebung des Eingangsamtes auf A8.
    Letzteres geht in meinen Augen aber nur, wenn im Gegenzug mindestens massive Hebungen nach A9 vollzogen werden, da sich sonst die POM mit mehr als 10 Jahren im Statusamt A8 und fehlender Perspektive nach A9 im Eingangsamt wiederfinden und das ist alles andere als motivationsfördernd. Besser bzw ein weiterer Schritt wäre die Neuauflage des VAV mit einer Überleitung in den gD mit begrenzter Ämterreichweite. Ich wünsche uns gute Verhandlungen im BMI diesbezüglich.

    In diesem Sinne

  2. Cool bleiben. Ein paar Jährchen noch. Dann gehen die starken Jahrgänge durch (Einstellung: 1976 – 1984). Das sind allerdings Männer.
    Ach ja. Man könnte mal über Quotierungen und Obergrenzen nachdenken.
    Eine kleine Bitte nach Lübeck. mD ist nicht doof. (Führungslehre sollte vielleicht mal überdacht werden).

  3. @Michael Prinz 17. März 2016

    ich gebe dir vollkommen recht. Eine Anhebung ist zwar gut und schön aber es fehlen hier massive berufliche/beförderungstechnische Perspektiven. Wenn alles „gut“ läuft, wird man in ca. 40 Dienstjahren nur e i n m a l befördert, vielne Dank.

  4. Dann gibt’s einen Berg an POM und man warten locker 20 Jahre auf den PHM. Ob das im Sinne der Arbeitszufriedenheit ist? Vor allem wenn ich jetzt Jung-PMs seh, die nach 2 Jahren unbedingt POM werden wollen.

    Antwort

    Die Wartezeit zum PHM wird vor allem durch die Stellenstruktur der Beförderungsämter (50 Prozent der Stellen des mittleren Dienstes sind PHM, davon 30 Prozent mZ) und die Altersstruktur bestimmt, nicht durch die Anzahl der Polizeimeister. Wir wollen den Stellenanteil A 9 erhöhen, das Alt-POM-Problem lösen (dafür haben wir zusätzliche Beförderungsstellen erkämpft, jetzt braucht es noch Mut und Entschlossenheit der Direktionsleiter und aus Potsdam) und zugleich das Eingangsamt auf A 8 anheben.
    Deine Befürchtungen teilen wir nicht; sie wurden schon bei der Anhebung des Eingangsamts von A 6 auf A 7 in den neunziger Jahren vorgebracht und haben sich nicht bewahrheitet.

    Kollegiale Grüße
    Sven Hüber

  5. Warum wird eigentlich immer nur eine Anhebung des Eingangsamtes gefordert und nicht die Erhöhung des Geldes für die Erfahrungsstufen?
    Der Dienstgrad ist den meisten Kollegen doch egal; Hauptsache das Geld mehrt sich alle paar Jahre und man bekommt eine ehrlich gemeinte Anerkennung für die Arbeit (das könnte dann z.B. auch mal ein EU-Tag extra sein).

  6. Und wissen die Anwärter wie es mit den neuen Beförderungsrichtlinien bzw. Quotierungen, sprich Gewichtskontrolle-Beurteilungen, aussieht?
    Liest sich alles sehr gut, aber wie sind die Perspektiven und, wieso gleicht man die Richtlinien nicht denen des gD an? „Nur weil“ die studiert haben?
    Also doch 2-Klassen-Gesellschaft… nur wenn es darum geht die Hand aufzumachen, will man Gleichberechtigung auf allen Ebenen.

  7. Großartige Idee. Das wird die Zufriedenheit derjenigen die sich den POM erarbeiten durften, und seit Jahren im sogenannten Obermeisterbauch festhängen, sicherlich ins unermessliche steigern.

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