Internationaler Frauentag 2016 – Zeit zum Durchatmen

INT Frauentag_2016Wir stehen unsere Frau in einem anspruchsvollen Beruf, versorgen Kinder, pflegen Familienangehörige, sind privat engagiert und haben immer ein offenes Ohr für unsere Freunde. Ein gutes Zeitmanagement ist für uns das A und O.
Dazu gehört auch die verlässliche und auf unsere Bedürfnisse abgestimmte Gestaltung von Arbeitszeit. Genau dafür setzen wir uns ein!

Zeit zum Durchatmen – Mehr Gestaltungsmöglichkeiten bei der Arbeitszeit, das fordern wir zum Internationalen Frauentag.

Derzeit haben wir nur selten die Chance, Arbeitszeiten an die Bedürfnisse, die der Alltag an uns stellt, anzupassen. Dies ist in jedem Berufsfeld der Bundespolizei festzustellen, insbesondere jetzt durch die Einsatzbelastungen, wo vielerorts die Familie „auf der Strecke“ bleibt.
Hinzu kommt, dass Teilzeit hauptsächlich immer noch eine Frauensache ist, um den Familienpflichten gerecht zu werden. Während Männer in der Regel in Vollzeit arbeiten, steigt der Anteil von Frauen in Teilzeit mit unmittelbaren negativen Auswirkungen. Sei es beim Entgelt, bei den Aufstiegschancen und bei der sozialen Absicherung in Bezug auf Rente und Pension.

Um die Arbeitszeitlücke zu überwinden, sollten die Beschäftigten in der Bundespolizei die Möglichkeit haben, ihre Arbeitszeit an ihren Bedarf anpassen zu können. Besonders während der Familienphase erfordern komplexe, anspruchsvolle Zeitarrangements eine bedarfsgerechte Gestaltung der Arbeitszeit. Viele wünschen sich eine partnerschaftliche Aufteilung von Beruf und Familienpflichten, Frauen wie Männer. Doch zum einen scheitert dies sehr oft an der Einkommensdifferenz, den Schwächen in der Kinderbetreuung und nicht zuletzt an starren Arbeitszeitregelungen und einer ausgeprägten Präsenzkultur.
Frauen geraten hierdurch oft in der Teilzeitfalle und Männer finden sich, zum Teil auch ungewollt, in der Rolle des Familienernährers wieder.
Dies zeigt, der Handlungsbedarf ist groß, auch angesichts des demographischen Wandels und der steigenden Nachfrage nach Nachwuchs. Potentielle Bewerberinnen und Bewerber fragen heute, wie ist die Arbeitszeitgestaltung, gibt es eine Möglichkeit zur lebensphasenorientierten Arbeitszeit.
Es ist wichtig, dass entsprechend des Lebenslaufes Arbeitszeiten variieren können. Eine Möglichkeit hierzu bietet auch das Langzeitarbeitskonto – „denn wo ein Wille ist auch ein Weg“.
Allein mit dem Ausbau der Infrastruktur zur bedarfsgerechten Betreuung von Kindern aller Altersgruppen und von Pflegebedürftigen ist dieses Problem nicht zu lösen. Die Arbeit der Zukunft muss so gestaltet werden, dass alle die Chance haben, die Arbeitszeit nach ihrem Bedarf zu wählen.
Wir brauchen eine ernsthaft geführte Debatte über Wahlarbeitszeiten, aber auch über die Frage, wie der Dienstherr und der Staat begründete Arbeitszeitreduzierungen sowie Auszeiten mitfinanzieren kann, die die Wahrnehmung der gesellschaftlich wichtigen Aufgabe der Kindererziehung und Pflege erleichtern.
Ich weiß, wir sind hiervon noch weit entfernt, erst recht von geschlechtergerechten Arbeitszeiten zu sprechen, aber auch mit der Politik der kleine Schritte werden Erfolge erzielt.

Deshalb:
• familienfreundliche Arbeitszeiten durch flexible Arbeitszeitgestaltung
• mehr Telearbeit und mobiles Arbeiten
• keine Benachteiligung von Frauen und Männern in Teilzeit
• Lebensarbeitszeitkonten
• Führen in Teilzeit (nicht nur auf Papier – Stelle ist Teilzeitfähig)

Dass wir mit unserer Aktion „Zeit zum Durchatmen“ genau den Nagel auf den Kopf getroffen haben, zeigt uns nicht nur die derzeitige Einsatzbelastung. Der DGB hat in diesem Jahr zu Aktionen für geschlechtergerechte Verteilung von Arbeitszeiten aufgerufen.

Eure

Erika Krause-Schöne

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Themenbereich: Aktuell, Frauengruppe | Drucken

3 Kommentare
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  1. Es gibt viele gut ausgebildete FRAUEN!!!
    Das ROLLEN- und GESCHLECHTERSTEREOTYPEN DENKEN unserer VORGESETZTEN und PERSONALVERANTWORTLICHEN hemmen den KARRIEREVERLAUF der FRAUEN!
    Die Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind hilfreich – aber nicht ausreichend!
    Ich danke Euch für Euer Engagement und Eure Forderungen!
    Ein KULTURWANDEL in unserer Behörde ist dringend erforderlich!
    Für ein gleichberechtigtes MITEINANDER gegenseitigen Anerkennung und Respekts, mithin einem effektiven und effizienten „Arbeiten“ in einer WIR KULTUR!
    Wenn sich diese Haltung nicht in der eigenen Behörde, mit den Kollegen-Innen im täglichen miteinander wiederspiegelt,
    – WIE beabsichtigt diese Behörde die derzeitige Lageentwicklung und Arbeitsüberlastung zu bestehen?

  2. Mit der Wiedervereinigung ist die soziale Marktwirtschaft durch die freie Markwirtschaft ersetzt worden.
    Auch konnte da noch ein Mitglied der Familie diese mit seinem Gehalt ernähren und den Mittelstand stärken.
    Heute müssen die Frauen mitarbeiten, weil das einfache Gehalt nicht mehr ausreicht.
    Weiter konnten Frauen fünf Jahre eher in Rente gehen, wenn sie denn gearbeitet haben.
    Nun will man das mit Arbeitszeitkonten ….. lassen wir das.

  3. Bernd, … gesprochen wird von „flexiblen Arbeitszeit-konten“
    Diese bestechen gerade durch die flexible Nutzung von abgesparter Mehrarbeit in Bedarfssituationen z.B.
    Kindererziehung, Pflege, eigene Auszeit für externe Weiterbildungsprogramme, Urlaub etc.
    Eine Ansparung wäre mithin auch Teilzeit möglich!
    Ein echter Vorteil gerade für Frauen, insbesondere dann, wenn die Frau die Rolle der Familienernährer einnimmt!
    Im Bedarfsfall bleibt das Gehalt mithin der Lebensstandard gesichert.
    Seitdem Frauen nach Scheidungsfällen der Umfang des finanziellen Ausgleich erheblich zusammengestrichen wurde, sind es gerade die Frauen die Vorsorge leisten müssen um abgesichert zu sein -oder???

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