Einkommensrunde: Gewerkschaften fordern verhandelbares Angebot

Potsdam/Berlin. Nach massiven Warnstreiks am Mittwoch, an denen sich nach Angaben der Gewerkschaften bundesweit rund 100.000 Beschäftigte beteiligt haben, werden am Donnerstagmorgen die Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes und den Arbeitgebern von Bund und Kommunen in Potsdam fortgesetzt. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte die Aktionen der Gewerkschaften gegenüber der Presse als „völlig unangemessen“ bezeichnet. Die Gewerkschaften bekräftigten unterdessen ihre Forderung nach spürbaren Einkommensverbesserungen für die Beschäftigten. Mehrere hundert Demonstranten bereiteten den Arbeitgebervertretern am Potsdamer Verhandlungsort einen heißen Empfang. Ein erstes Angebot von Bund und Kommunen bei der zweiten Runde der Verhandlungen Mitte April hatte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) als „schockierend und dreist“ bezeichnet. Kerstin Philipp, im Geschäftsführenden GdP-Bundesvorstand zuständig für Tarifpolitik: „Dieses Angebot ist in keinster Weise hinnehmbar.“ Der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow bezeichnete die Arbeitgeber-Offerte als „Ohrfeige für alle Beschäftigten“. Es müsse nun ein neues Angebot auf den Tisch, das verhandelbar sei.
Die GdP-Forderungen im Einzelnen:

Entgelterhöhungen
Die Tabellenentgelte des TVöD, des TV‐V und des TV‐N sollen um 6 Prozent erhöht werden.
Die Entgelte der Auszubildenden und der Praktikantinnen/Praktikanten sollen um 100 Euro monatlich erhöht werden.
Die Laufzeit der Entgelterhöhung soll nicht länger als 12 Monate betragen.
Die Ergebnisse sollen zeit‐ und wirkungsgleich auf die Beamtinnen und Beamten und
Versorgungsempfängerinnen und ‐empfänger des Bundes übertragen werden.

Auszubildende
Die Auszubildenden sollen nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung unbefristet im erlernten Beruf übernommen werden.
Die Dauer des Erholungsurlaubs soll für alle Auszubildenden und Praktikantinnen/ Praktikanten 30 Arbeitstage im Jahr betragen.
Es soll ein Arbeitgeberbeitrag zur Steigerung der Ausbildungsqualität (z. B. Ausbildungsmittel, Fahrtkosten) geleistet werden.

Befristungen
Sachgrundlose Befristungen sollen ausgeschlossen werden.

Altersteilzeit
Die Regelungen zur Altersteilzeitarbeit sollen über den 31. Dezember 2016 hinaus verlängert werden. Die Bundestarifkommission für den öffentlichen Dienst lehnt jeden Eingriff in das Leistungsrecht der betrieblichen Altersversorgung (Zusatzversorgung) ab.
Dem Beschluss sind Diskussionen um eine soziale Komponente, Zusatzversorgung, Auswirkungen einer Entgeltordnung VKA sowie um übrige Forderungsbestandteile (z. B. Altersteilzeitarbeit, leistungsorientierte Bezahlung etc.) vorangegangen.

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Themenbereich: Besoldung, Tarif | Drucken

4 Kommentare
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  1. Ich würde den Herrn TDM heute nach seinem Angebot fragen. Wenn dies wieder so unverschämt ist, wie das letzte Angebot, Verhandlungen sofort abbrechen, Urabstimmung einleiten und dann streiken, bis der Arzt kommt…..
    Wir brauchen auch keinen Tarifabschluss mit mehr als 12 Monaten Laufzeit!!!

  2. Hallo,

    und die Wochenarbeitszeit runter…41 Std. sind einfach nicht mehr tragbar….

  3. Nach dem letzten unverschämten Angebot sollte man mal die zurückhaltenden Forderungen durch die Arbeitnehmervertreter überdenken. Jahrelang wurde durch die Arbeitgeber davon geredet dass die Kassen leer sind. Haben deshalb die Beschäftigten nicht an der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland teilhaben lassen. Jetzt wo die Steuereinnahmen sprudeln wie nie zuvor könnte man da endlich Nachsteuern. Ein Schlag ins Gesicht eines jeden Mitarbeiters was sich die Herren mit Ihrem Angebot geleistet haben. EinAbschluss mit eienr Laufzeit länger als 12 Monate sollte nicht mal in Betracht gezogen werden. Haltet an den Forderungen fest. Die Positionen und Forderungen sind für jeden Normaldenkenden absolut nachvollziehbar. Und geht gegen die gezielte Steuerung von Informationen durch die Arbeitgeber vor. Die Medien Berichten nur über die Prozentzahlen aber nciht über den zeitlichen Zusammenhang. Ich höre immer nur Arbeitgeber bietet 3% Arbeitnehmer wollen 6% (wenn man es so sieht liegen die beiden Kontrahenten ja gar nciht so weit auseinander) Kommt aber der zeitfaktor dazu sieht das Angebot auch für den Rest der Bevölkerung schon ganz anders aus. Nur durch diese Transparenz erzeugt man Verständniss in der Bevölkerung.

  4. So wie es aussieht doch wieder auf 2 Jahre verteilt:

    vermutlich:
    rückwirkend zum 1. März dieses Jahres um 2,4 Prozent und
    zum 1. Februar 2017 weitere 2,35 Prozent