Höchstmögliche Sicherheit an Flughäfen gewährleisten

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) wirft anlässlich der grausamen Terroranschläge in dieser Woche in Istanbul und im Frühjahr in Brüssel die Frage auf, ob die Sicherheit an den deutschen Flughäfen optimal organisiert ist.

„Die Bundespolizei ist aktuell mit über 5000 Polizistinnen und Polizisten an 15 deutschen Flughäfen präsent. Zusätzlich werden aus dem gesamten Bundesgebiet aus anderen Bereichen der Bundespolizei weitere Kräfte zur Unterstützung an die Flughäfen geschickt. Die Passagierkontrolle jedoch, die Achillesferse der Luftsicherheit, vertraut man privaten Sicherheitsfirmen an“, beschreibt Jörg Radek, Vorsitzender der GdP in Bundespolizei, die Situation.

Die Passagierkontrollen an deutschen Flughäfen hatten bei Tests bereits mehrfach negativ abgeschnitten und waren daher auch öffentlich in die Kritik geraten. Hohe Fluktuation und mangelhafte Ausbildung kennzeichnen laut Gewerkschaft die privaten Sicherheitsfirmen. Die GdP schlägt stattdessen den Aufbau einer Körperschaft des öffentlichen Rechts vor, die deren Aufgaben unter Kontrolle der Bundespolizei übernimmt.

„Die Luftsicherheit ist eine hoheitliche Aufgabe und die potenziell hohen Sicherheitsrisiken sind jedem bekannt. Es müssen keine Beamten sein, die dort eingesetzt werden, aber die Aufgabe gehört wieder in staatliche Hand. Wir können dann ein hohes Maß an Sicherheit gewährleisten, das die Bürger zu Recht erwarten dürfen“, so Radek.

Sueddeutsche.de: „Sicherheit an Flughäfen ist kaum zu bewerkstelligen“

 

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Themenbereich: Luftsicherheit & grenzpolizeiliche Aufgaben | Drucken

8 Kommentare
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  1. Zitat:
    „Die Luftsicherheit ist eine hoheitliche Aufgabe und die potenziell hohen Sicherheitsrisiken sind jedem bekannt. Es müssen keine Beamten sein, die dort eingesetzt werden, aber die Aufgabe gehört wieder in staatliche Hand. Wir können dann ein hohes Maß an Sicherheit gewährleisten, das die Bürger zu Recht erwarten dürfen“, so Radek.

    Klingt für mich irgendwie nach Wachpolizei oder Hilfspolizisten. Gute Idee. Immer besser als private Minijobber.

    Wobei die Paxekontrolle nicht unbedingt der riskanteste Bereich ist. Im unkontrollierten Eingangsbereich können schnell und einfach viele „opfer“ getroffen werden. Hier müssen wir ansetzen! Mehr Kollegen in zivil auf Streife, die dann den/die Täter mit dem Vorteil des Überraschungsmomentes angreifen. < Nur Grobkonzept; siehe Israel, die gute Erfahrungen gemacht.

  2. Stattet ersteinmal die Beamten vernünftig aus ( Magazine, Schutzwesten Kl.4, Helme, Schutzpakete, Personal) und bringt die Bereitschaft auf Vordermann, dann können wir auch mal über höchstmögliche Sicherheit sprechen.
    Alles andere ist ist blanker Populismus.
    Diese Behörde schafft es nach drei Monaten nicht, die angekündigten 2ten Mgazine zu liefern und strebt höchtsmögliche Sicherheit an.

  3. @ZF
    Deine Forderungen sind nachvollziehbar, jedoch glaube ich, dass Helme und Schutzwesten Kl.4 alleine nicht helfen.
    Ich bin der Meinung wir brauchen mehr „sichtbare Präsenz“ und auch „nichtsichtbare Präsenz“.

    In Israel gehen die Kollegen sogar ohne Schutzwesten auf Streife. Dies begründet sich in darin, dass die „Beweglichkeit“ vor den Schutz gestellt wird.
    Ein schnelles taktisches Vorgehen ist somit besser möglich, als mit schwerer Schutzausrüstung. Natürlich bedingt dies eine entsprechende Schulung des Personals (Taktik / Schießen / usw.).

    Wobei ich nicht für mich in Anspruch nehme DIE LÖSUNG zu haben.

    Kommt alle immer gut nach Hause.

  4. Ok, dann mal Butter bei de Fische.

    Was konkret soll denn mehr Sicherheit an den Flughäfen bringen?

    Mehr Bundespolizisten?!
    Und was sollen die machen? Wie sind die Zuständigkeiten im öffentlichen Bereich geregelt? Wie die Kompetenzen bei der Strafverfolgung?
    Mehr Landespolizisten?

    Haben Bundespolizei und Landespolizei nicht erhebliche Personaldefizite?
    Und selbst, wenn da mehr Polizisten „rumlaufen“ was sollen die denn bewirken?

    Anderer Ansatz: Mehr Sicherheit heißt immer Beschränkung der Freiheit. Wollen wir das? und welchen tatsächlichen Sicherheitsgewinn haben wir, wenn wir unsere Freiheit beschränken lassen.

    Nach der kritischen Stimme kommt von mir ein Lösungsansatz:
    – keine zwei Polizeibehörden auf dem Flughafen. Landespolizei und Bundespolizei an einem Gebäude ist unwirtschaftlich. Schaffung EINER Flughafenpolizei. Das spart Geld und schafft Möglichkeiten Personal sinnvoll einzusetzen. Abordnungen können gestoppt werden, wenn zielgerichtet eine Bewerbung zu einer FLughafenpolizeibehörde möglich sind.
    – Schaffung gesetzlicher und technischer Möglichkeiten mehr technische Mittel für die Gefahrenabwehr und Strafverfolgung einzusetzen. Dazu muss auch das Vertrauen der Bevölkerung gewonnen werden.
    Ich kann mir vorstellen, dass es Sonden, Messungen, Scans oder ähnliches in Türrahmen, Fußmatten oder ähnlichem gibt, wo jeder, wenn auch nicht so intensiv wie bei der Sicherheitskontrolle, nach Sprengmitteln, Waffen, etc technisch kontrolliert wird. Mich würde das nicht stören. Das kann man an Flughäfen, an Bahnhöfen, an anderen Orten mit viel Öffentlichkeit einsetzen.
    – Ausbau der Videoüberwachung. Zur Erkennung von Gefahren und gezielten Personalsteuerung. So kann man Polizisten gezielt an Brennpunkte lenken. Natürlich soll man die auch zur Strafverfolgung nutzen. Gleichzeitig muss (gesetzlich) eine Schranke eingeführt werden. Wir wollen unsere Bürger nicht durch Videoüberwachung jegliche Verfehlung nachweisen, sondern nur besondere Delikte.
    – Entlastung der StA / Gerichte durch Veränderungen im Strafrecht: Bagatelldelikte im Erstverstoß bzw bei mangelndem öffentlichen Interesse als Owi.
    – Stärkung der Kompetenzen des Geheimdienstes. Ein Geheimdienst braucht unsere Vertrauen und die Kompetenzen wirklich Terroristen aufzuklären und zu überwachen. Was er nicht braucht ist die Kontrolle als politisches Machtspiel / Wahlkampf. Also die Kontrolle parlamentarisch regeln und zwar so, dass das Parlament die Kontrolle zwar ausübt, jedoch keinen Wahlkampf betreiben kann, soll, darf.

    Wir können den Flughafen zwar sicherer machen, in dem wir am Flughafen anfangen, wir können aber mit dem Flickenteppich auch mal aufräumen und das System anpacken und Deutschland, Europa sicher machen und die Arbeit der Polizei effektiver und effizienter gestalten.

  5. Moinsens!!

    @Klaus
    Daumen hoch!!
    So sieht es denn mal aus. Alle Bürger möchten gerne größtmögliche Sicherheit ohne eingeschränkt zu werden und jeder Inneminister/Bundesfinanzminister und Nachfolgende möchten ihr „Spielzeug“ behalten, weil der schöne warme, hoch besoldete „Sessel“ dran hängt.
    So wird das aber nichts!!!!
    Ohne ergebnisoffene und „freie“ Denkmodelle für eine effektivere „Sicherheitsarbeit“ in der Bundesrepublik Deutschland werden zukünftig weiter Behörden nebeneinanderher arbeiten und fehlende Zuständigkeiten eine vernünftige Arbeit für den Bürger behindern.
    Da wird uns die ehemals egentlich gute Idee des Föderalismus weiter im Wege stehen.

    In Bezug auf die sogenannten Bagatelldelikte teile ich Deine Meinung allerdings nicht.

    Gruß

    AB

  6. Hallo,

    Zuständigkeiten siehe Bahnhifsvorplätze!!!!!Keine Personenkontrollen auf den Bahnhofsvorplätzen mehr möglich….Förderalismus und Kompetensgehabe machen es möglich….

    Grüße

  7. Also ich kenne mittlerweile auch keinen Kollegen mehr, der das Theater mit den Zuständigkieten, sei es am Flughafen, oder am Bahnhof, einfach nur noch lächerlich und in der heutigen Zeit total überholt findet. Man kann an diesem System keinerlei Vorteile erkennen, im Gegenteil, man bindet dadurch jeweils Beamte auf beiden Seiten (Bund/Land).

  8. Wie wäre es denn mit der höchstmöglichen Sicherheit an den Bahnhöfen und in den Zügen ?
    Ihr müsst mal etwas herunterkommen von Euren hochtrabenden Dingen. Terrorismus !
    Die Kriminalität im harten Alltag muss bekämpft werden. Aber das vergesst Ihr einfach.
    Man muss nicht auf jeder (Presse)Welle mitschwingen, sonst könnt jemand denken, dass Ihr nur das macht, was das Kapital will.

    [Anm. d. Red.: Lieber Kollege, Dein erster Satz stimmt vollkommen: Die GdP will auch die höchstmögliche Sicherheit an Bahnhöfen und in Zügen. Ein kurzer Blick über die Artikel auf dieser Webseite zeigt Dir, dass sich die GdP für alle Bereiche der BPOL gleichermaßen einsetzt. Hier nur einige wenige Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit:
    http://www.gdpbundespolizei.de/2016/06/raus-aus-der-abordnungsfalle/
    http://www.gdpbundespolizei.de/wp-content/uploads/2016/06/GdP-Konsoldierungsprogramm-BPOL.pdf
    http://www.gdpbundespolizei.de/2016/05/lesetipp-kommentar-von-joerg-radek-in-der-mittelbayerischen-zeitung/
    http://www.gdpbundespolizei.de/2016/05/bahnhoefe-duerfen-nicht-zu-angstraeumen-werden/ ]

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