GdP-Bundesvorsitzender Malchow nach Amoktat in München: „Nicht nachlassen, mehr Präsenz von Sicherheitskräften im öffentlichen Raum zu schaffen.“

Foto: Screenshot ard.de

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GdP: Nach Amoklage Sicherheit der Stadt rasch und professionell wiederhergestellt

Berlin/München.Die Polizei in München mit Unterstützung aus anderen Bundesländern und der Bundespolizei habe in den vergangenen zwölf Stunden ihr hohes Leistungsniveau unter Beweis gestellt. Sie konnte die Sicherheit in der Stadt in wenigen dramatischen Stunden nach einer schweren Amoklage rasch und professionell wieder herstellen können, sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, in der Nacht zum Samstag in Berlin.

Sicherheitsbehörden sind leistungsfähig

„Obwohl sich solche schrecklichen Taten nicht immer verhindern lassen, gibt es keinen Grund, an der Leistungsfähigkeit der Sicherheitsbehörden zu zweifeln und aus Furcht sein freies Leben einzuschränken. Auf Bahnhöfen und in Zügen beispielsweise sind bundesweit grundsätzlich rund 5000 Bundespolizisten im Einsatz. Zudem wurden auch Streifenbeamte in den vergangenen Jahren gezielt für den Einsatz gegen Amoktaten trainiert. Sie sollen im Ernstfall selbst unverzüglich handeln können. Ich bin sicher, jeder meiner Kolleginnen und Kollegen hätte sich dem Täter entgegengeworfen, wenn die Situation es erfordert hätte. Zur Wahrheit gehört aber, dass nicht an allen Orten Polizei zugleich präsent sein kann. Und die Täter können, aus welchen Motiven, überall zuschlagen.“

Malchow weiter: „Das tröstet sicher nicht die Angehörigen der Toten und lindert den Schmerz der Verletzten, die sich unserer Anteilnahme sicher sein können. Dennoch dürfen wir uns von solchen schrecklichen Taten nicht unterkriegen lassen.“

Sicherheitskräfte müssen verstärkt im öffentlichen Raum sichtbar, ansprechbar und aktionsfähig sein

Die deutschen Sicherheitsbehörden täten seit Jahren alles Erdenkliche, um durch eine intensive Zusammenarbeit und den Austausch der vielen gewonnenen Informationen mögliche Anschlagspläne rechtzeitig zu erkennen und zu durchkreuzen. Malchow: „Das ist in Deutschland oft gelungen, gelingt aber leider nicht immer. Wir dürfen daher nicht nachlassen, mehr Präsenz von Sicherheitskräften im öffentlichen Raum zu schaffen. Sicherheitskräfte müssen verstärkt im öffentlichen Raum sichtbar, ansprechbar und aktionsfähig sein.“

Besondere Anerkennung zollt der GdP-Vorsitzende der Öffentlichkeitsarbeit der Münchner Polizei. Malchow: „Über die sozialen Medien haben die Kolleginnen und Kollegen einen direkten Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern geführt. Sie haben damit sicher bewirkt, dass es in den dramatischen Stunden nicht aus der Angst und Unsicherheit zu weiteren gefährlichen Situationen gekommen ist.“

Weiterer Hintergrund

Unser Vorsitzender Jörg Radek: "Ein geschlossenes Revier schließt keine Angsträume!"

Jörg Radek, stellv. GdP-Bundesvorsitzender

„Es kann möglich sein, dass eben über eine kleine Videosequenz, und sei der Schnipsel noch so klein, eine Information über den möglichen Täter oder die Hintermänner preisgegeben wird“, sagte Radek im Deutschlandradio Kultur.

Auch wenn die Öffentlichkeit wie die Polizei sich daran gewöhnen müsse, „dass wir über die sozialen Netzwerke in Echtzeit an solchen Bluttaten teilnehmen,“ werfe dies für die Arbeit der Polizei bei Fahndung und Evakuierungsmaßnahmen Probleme auf: „Auch im Sinne des Bevölkerungsschutzes“, sagte Radek. Daher sei es besser, solche Informationen der Polizei zu übermitteln.

Link: GdP-Vize Jörg Radek im Interview mit „Deutschlandradio Kultur“: Anschlag von München – „Nichts vorschnell online stellen“

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16 Kommentare
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  1. Und wieder ein schreckliches Ereignis, ob Amoklauf oder Anschlag wird sich wohl noch herausstellen. Und wieder gibt es unschuldige Opfer. Meine Gedanken gelten ihnen und deren Familien, aber auch den eingesetzten Kollegen. Bayern hat gezeigt, dass es gut vorbereitet und durchorganisiert zu sein scheint. Der bayrische Pressesprecher der Polizei hat mich positiv überrascht, statt inhaltsloses Blabla und aneinanderreihen von polizeilichen Worthülsen hat er souverän und mit Übersicht die Informationen geteilt, die er hatte. Auch die Informationsverteilung über die sozialen Medien wirkte professionell, Hut ab.

    Ob dies auch in anderen Bundesländern so abgelaufen wäre – wer weiß? Und bei uns???

    Ich hoffe, dass man aus dem Ereignis die richtigen Schlüsse zieht und nicht schlicht und ergreifend wieder nur Gesetzesverschärfungen fordert und die Überwachung erhöht. Hier gehört Geld in die Hand genommen und gut ausgebildetes und ausgerüstetes Personal in Form von Polizisten auf die Straße, nicht in noch mehr Büros mit noch mehr Statistikfertigungen und Meldegefrickel gebundene Beamte!

    Leider muß es wohl immer erst zu solch drastischen Ereignissen kommen, bis man in der Politik aufwacht, das finde ich sehr traurig. Ich hoffe nur, man wacht endlich auf….

  2. Mehr Präsens von Sicherheitskräften im öffentlichen Raum:
    So wie wir aufgestellt sind, sind wir uns selbst ein Hemmnis.
    Der Streifenbeamte verbringt doch immer weniger Zeit im öffentlichen Raum. Der KSB ist nicht nur noch Streifenbeamter sondern zeitgleich Ermittler, Spurensicherer und Sachbearbeiter. Wenn der Streifendienst tatsächlich wieder mehr Präsenz in der Öffentlichkeit zeigen soll bedarf es einer dringenden Umstruktuierung der Aufgabenverteilung innerhalb der Inspektionen. Im Inneren sind wir mittlerweile mehr Verwaltungs,- als Polizeibehörde.

  3. Leider ist es wieder passiert! Meine Anteilnahme gilt allen Opfern, Verletzten und deren Angehörigen.
    Aber leider sieht man auch hier wieder die fehlende Ausrüstung jedes einzelnen PVB’s (ob Land oder Bund). In dieser Situation sind KollegenInnen –Ohne Ballistischen Schutz– in die Amoktat hineingegangen (ohne weitere Worte)!!!!!!!!!
    Bleibt alle weiterhin gesund.

  4. Laut Faz hat die Bundesregierung einen Einsatz der Bundeswehr im Inneren
    in Erwägung gezogen und eine Einheit der Feldjager in Bereitschaft versetzt.

  5. Ja klar, wir sind Leistungsfähig . Jaaaa ehrlich?. Das bezweifel ich. Bis zu einem bestimmten Punkt sind wir leistungsfähig. mehr aber nicht. Denn, immer mehr Aufgaben werden dem kleinen Streifer aufdiktiert. Immer Öfter müssen junge und vor allem ältere Kollegen auf Abordnungsbasis die Flughäfen unterstützen. Viele Kollegen aus dem Osten müssen für eine verplante Polizeipolitik bluten und werden zwangsweise abgeordnet. Das Ergebnis sind dann Krankenscheine, nein, zuerst werden die Karenztage aufgebraucht. Die Dienststellen an den Bahnhöfen werden seit Jahren stiefmütterlich behandelt. Die Kollegen dort werden immer älter, die Kriminellen immer jünger. Ja, wie lange sollen die Kollegen da noch ihre Knochen hinhalten. Die Bahnhöfe werden ja nicht mit jungen Blut verstärkt. Stattdessen werden die Flughäfen vollgepumpt. Ja wie viele denn noch.Ich habe manchmal das Gefühl, das am Ente des Trichters ein Loch ist, wo alle Kollegen wieder durchfallen. Ein Sodom und Gomorra ist das. Da wird sich bei der Vorgangsbearbeitung am bekannten System aufgegeiert. Dutzende QM werden eingesetzt und suchen die Nadel im Heuhaufen. Furchtbar, Statistik Statistik und nochmal Statistik. Das kann die Bundespolizei am besten. Ein Hoch auf die Statistik. Da wundert man sich , das keine Bundespolizei mehr an der Grenze zu sehen ist. Die Devise lautet nunmal, mit wenig Mann viel schaffen. Mensch , ihr Verantwortlichen. Irgendwann ist der Kollege mal durch und fertig. WIR sind nur Menschen. Schön, das es in den nächsten Jahren viele Einstellungen gibt, die fangen aber nur die Ruheständler auf. mehr nicht. Also, wieder kein Plus. Es wird nur geredet , geredet. Das wars. Und noch eins. Polizeiarbeit ist Präventionsarbeit, die ist nicht an einer Statistik messbar. Kapiert es endlich mal. Nein, da kommt ein DGL, ein IL und sagt zu einem…deine Statistik stimmt nicht . Ja gehts noch?
    Sorry, was soll aus uns werden……

  6. Unser polizeiliches Gegenüber hat 300 Patronen dabei, unsere Führung hat bis vor kurzem ein zweites Magazin abgelehnt!! Noch Fragen.

  7. Leistungsfähig??
    Flächenrevier mit Sitz in einer Stadt mit fast 300.000 Einwohnern. Stärke des BPOLR 1/2. Noch Fragen??

  8. Wichtiges Ziel formuliert nach diesem schrecklichen Verbrechen.
    Diese Forderungen sind wichtig, aber:

    Ist dies unter den gegebenen Umständen möglich?

    1. Ausbildungsoffensive
    Wichtig, aber: Es wird alles eingestellt was möglich oder auch unmöglich ist. Entlassen soll auch niemand mehr werden. Ist das die Qualität die wir wollen? Denen wir zutrauen unter diesen Umständen richtig und verhältnismäßig zu reagieren? Bzw auch vor der Lage zu leben?

    2. Vertrauen in die eigenen Organisation, in die eigene Führung?
    Es funktioniert immer oder noch immer, aber diese „Informationspolitik die hier betrieben oder auch nicht betrieben wird, öffnet den Spekulationen Tor und Tür.
    – Das gezielte Lancieren von Phantasiestärken, ständigen Erfolgsmeldungen und dem gelebten Gefühl an der Basis, passt überhaupt nicht mehr zusammen. Wer sich für „Dumm“ verkauft fühlt, der verliert das wenig vorhandene Vertrauen!
    – Was zählt für unsere Führung? Auch hier passt das Erlebte an der Basis nicht mehr mit den Erfolgsmeldungen zusammen. Überfrachtung mit Meldeverpflichtugen! Eplan, Epos; usw als alternativlose Steuerungsmodelle. Die noch hinter dem Rücken der SB und der Beamten als „Spyware“ genutzt werden? Ja, da können und werden Daten ausgelesen bis ins letzte Detail. Wahnsinn was diese Überwachunssysteme alles können. Und die Betroffenen werden nur im „Negativfall darüber informiert.
    – Ausbildung der Beamten: Es wird nach außen etwas verkauft, was nicht oder nur in Teilen stimmt. Es gibt Konzepte für alle möglichen Lagen, Konzepte für die Vorbereitung, für die Fortbildung. Aber, was wird tatsächlich getan? Auf Einzelheiten möchte ich hier nicht eingehen. Aber die Taschenkarte, die ich vor dem Einsatz „EM“ aus einer innovativen Managementdirektion erhalten habe, war für mich ein Schlag ins Gesicht. Also wenn ein“KLE“ Szenario eintritt, dann schlage ich in meiner Taschenkarte nach? Und wenn es nicht noch eine Steigerung gäbe wird stolz verkündet: WIR sind gut vorbereitet…“Die Meldewege sind klar festgelegt“
    – Wie soll das nur noch gering vorhandene Einsatzpersonal die unzähligen Einsatzlagen, Abordnungen stemmen? Zu den Phantasiezahlen habe ich oben bereits etwas geschrieben. Ich war in der letzten Zeit bei einigen Fortbildungen und Besprechungen. Was da alles so spekuliert und konstruiert wurde. Die D Spezialkräfte, die Abteilungen wurden bereits unter den Flächendirektionen aufgeteilt, Aufstellung und Fortbildung von MKÜ plus usw usw usw.
    Für mich ergibt sich der Eindruck:
    Die Leitung (nicht mehr Führung) der BPOL, wird reagieren. Wenn es politisch opportun ist!
    Und es wäre gut, wenn die Personalvertretungen ihrer Pflicht nachkommen, die Machenschaften bzgl der Personalverschiebungen offen zu legen. Weil auch hier verstimmen die Meinungen nicht, dass gewisse Kreise informiert sind.

  9. Bei der Waffe des Täters soll es sich wohl um eine zurückgebaute Glock Theaterwaffe aus der Slovakei handeln.

    Unser Herr BMI denkt doch laut Medien tatsächlich darüber nach, die BW im Landesinneren einzusetzen und am Waffengesetz weiter herumzufrickeln. Also an Personalaufstockung wird kein Gedanke verschwendet, Ausrüstung, wozu, der Täter hatte über 300 Schuß Munition dabei, wir lernen ja mit dem ersten unseren 15 Schuß zu treffen, danach mache ich dann Feierabend, oder will man mich dann noch tatsächlich „vorne“ einsetzen? Ich könnte ja dann noch den Melder machen, denn das wird bei uns groß geschrieben.

    Also eine Waffe aus dem Darknet mir herausgefeilter Nummer dürfte nach jetziger Gesetzeslage bereits verboten sein, ich wüsste nicht, was es da nachzubessern gibt. Und die Kollegen von der Landesverteidigung in ein Einkaufszenter, natürlich unter Führung der Landespolzei, rollen zu lassen, ich weiß nicht. Das stinkt nach „billigem“, ohne die Leistung der BW zu schmälern, Personalersatz, weil man selbst nach solchen Ereignissen wieder nur in das Portemonnaie guckt, weil unsere Schwarze Null nichts ausgeben will. Oh mein Gott…

    Wir sind und bleiben die Weltmeister der Exeltabellen…

  10. Also ich finde die Idee amüsant;

    Panzer Fuchs mit 10 SEK’ler Magnetschild „Polizei“ rollt in das EKZ.

    Soldaten mit Sturmgewehr zum Eindringen o. Ähnliches halte ich für falsch.
    Wir haben genug sehr gute Spezialeinheiten bei BUND und LAND.
    Was wir brauchen sind richtig gepanzerte Fahrzeuge und Politiker, die sich damit anfreunden, das auch mal ein Kettenfahrzeug mit MG vor dem Bundestag steht.
    Bisher darf ja nicht mal der SW da stehen! ;-)

  11. Es ist wie mit den Suiziden:
    Je mehr Berichterstattung, desto mehr Nachahmer.
    Und zur Differenzierung, Amok, Is-Terrorismus, psych krank: Einen Lattenschuss haben die alle.

  12. seba.heinz
    Sehr direkte und offene Worte! Dem gibt es nichts mehr hinzuzufügen.
    Solange unsere Führung, unsere DIR Leiter unsere Führungskräfte in Potsdam zu schauen und nichts bewirken, solange gehts mit unserer Behörde bergab!. Das einzige was unsere Dienststellen noch aufrecht erhält, ist doch das improvisieren der Beamten.

  13. Großstadt in Oberbayern mit über 130.000 Einwohnern, Stärke am Revier: 1/1 oder 0/2 (wenn überhaupt).
    Das zum Thema mehr Polizeipräsenz in der Öffentlichkeit.

  14. Gebt den PVBs mehr Handlungsspielraum, mehr Rechte aber vor allem viel, viel mehr Rückendeckung. Und vor allem Schluß mit dieser Deklinationspolitik.

  15. Großstadt in Rheinland-Pfalz, Stärke im Revier: 0/0 , in das schon seit den Einsätzen an der Grenze.
    Das zum Thema mehr Polizeipräsenz in der Öffentlichkeit.

  16. Zum Thema Sicherheit:

    Wurde eigentlich schon einmal bundesweit überprüft bei wie vielen BPOLI’n der Funk-Statusgeber und das GPS nicht mehr funktioniert?
    Bei uns ist dieses System bereits seit 2009 (!) außer Funktion. Was nutzt das „beste digitale Funknetz“, inclusive Notrufknopf, wenn die Leitstelle bereits nach 2 Minuten nach Standortmeldung nicht mehr weiß wo ich mich befinde?