GdP zu erstem Spieltag der Fußball-Bundesligasaison

Foto: © Erdogan Cetin - http://www.pixelio.de

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Plickert: Teilen der Ultras geht es nur um radikale Machtdemonstrationen

Berlin/Düsseldorf.Rücksichtslosen Sportgewalttätern darf der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zufolge in der am Freitag beginnenden Bundesligasaison keine Bühne bereitet werden. Der Fußball selbst sei neben dem Hass gegenüber der Polizei für rivalisierende Ultras und Hooligans nur noch der kleinste gemeinsame Nenner, sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Arnold Plickert am Mittwoch in Düsseldorf. Es gehe dort vor allem um radikale Machtdemonstrationen gegenüber konkurrierenden Gruppen sowie den Vereinen und den Einsatzkräften.

Oft zu joviales Verhalten der Clubs

Plickert: „Der Weg, Gewalttäter vom Fußballgeschehen zu isolieren, muss konsequent weiter beschritten werden. Gefordert sind in erster Linie die Vereine, in deren Stadien nur Platz für friedliche Fußballfans sein darf.“

Allzu joviales Verhalten der Clubs sei in der Vergangenheit von Ultragruppierungen oft genug für das Abbrennen von Pyrotechnik oder die Polizei verunglimpfende Spruchbänder missbraucht worden. Es dürfe nie der Eindruck entstehen, dass die Vereine vor den Ultras einknicken und diese rechtsfreie Räume in den Stadien beanspruchen.

Die Gewerkschaft der Polizei bekräftigte ihre Forderung, mit Meldeauflagen und Bereichsvertretungsverboten bekannte Gewalttäter vom Spiel fern zu halten. Plickert betonte, dass dies jedoch nur durch entsprechenden polizeilichen Ermittlungsaufwand zu gewährleisten sei. Seit Jahren sei die Belastung der Einsatzkräfte indes hoch. Nach Angaben der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) waren in der Saison 2014/2015 hochgerechnet über 1.200 Beamtinnen und Beamte nur mit dem Schutz von Fußballspielen beschäftigt.

Schnelle Strafen

Um jugendlichen Sportgewalttätern frühzeitig die Grenzen aufzuzeigen, müssten deren Straftaten möglichst rasch in ein Strafverfahren münden und sanktioniert werden, so eine weitere GdP-Forderung aus ihrem 12-Punktekatalog für einen friedlichen Fußball.

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Themenbereich: Fussballeinsätze und Gewalt | Drucken

1 Kommentar
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  1. 1200 Polizeibeamte sind nur mit dem Schutz von Fussballspielen beschäftigt.
    Gut ! Bei Besoldungskosten, Zuschlägen,Rücklage Pensionskasse und freier Heilfürsorge rechnen wir mal 4000 Euro pro Beamten. NRW zahlt für die Jungbeamten nicht mal 2500 Euro Besoldung.
    Materialkosten (also auch die Ausrüstung, Fahrzeuge) mal ganz grosszügig gerechnet 3000 Euro pro Polizist.
    Also komme ich auf rund 100 Millionen im Jahr.
    Der Fussball ist ein Multi Milliarden Geschäft. Das ist ein Bruchteil, der zudem auf Steuerkosten geht.
    Auch interessant ! Die „Vereine“ (denn e.V. Vereine sind es schon im eigentlichen Sinne gar nicht mehr und viele auch nicht mehr als e.V. gemeldet) schaffen die Voraussetzungen für die Milliarden Gewinne der Fussballindustrie und sind Teil dessen. Die Gemeinnützigkeit trotz lobenswerter Projekte ist minimal.
    Von der Strasse holen eher die unterklassigen Vereine die Jugendlichen. Hier müssen aber die Jugendlichen Beiträge bezahlen.
    Mal kurz ein Blick in den Kapitalismus des Fussballs.

    Die Polizei soll und muss das Kapital schützen. In den 70er Jahren gab es bereits grosse Gewaltprobleme. Da aber sich die üblichen Verdächtigen untereinander gehauen haben und nicht der Fokus der Meiden auf den Fussball so wie heute gerichtet war, war es relativ egal. Trotzdem gab es Polizeieinsätze.
    Heute wird der Fussball 24 Stunden vermarktet und ausgeschlachtet. Bezahl-Sender, freie Sender und die Zeitungen/Zeitschriften als auch Internetanbieter prügeln sich förmlich um Informationen.
    Ob der BVB, der FC Gelsenkirchen Schalke, der Hamburger Sportverein aber auch der Hannoversche Sportvereine (also Zweitligisten) , überall sind Reporter auf dem Trainingsgelände und an anderen Orten omnipräsent.
    Um die Nachricht zu bringen.
    „Der hat den angespuckt und der hat den angeschrieen usw….!.

    Dieser Fokus ist auch auf die Fans gerichtet. Das kleinste bengalische Feuer wird von den Medien als Rückkehr des …. (lassen wir das) dargestellt und sämtliche pyrotechnische Aktionen als Randale dargestellt.
    Ich kann mich an Zeiten erinnern als die Fans der Gästeblocks mit Pistolen Leuchtmunition auf den Platz geschossen haben. Die Zuschauer warten die Spiele und der Schiri macht nicht mal Anstalten das Spiel auch nur im Ansatz zu unterbrechen. Auf der Südtribüne Dortmund, im Parkstadion und anderswo wurden bengalische Feuer im Block gezündet und gar von den Reportern als südländisches Flair betitelt.
    Dass sich die gewissen Fans auf seinem Hügel, bzw. hinter einer gewissen Turnhallen trafen, war Normalität.
    Man hat sie weitestgehend sogar machen lassen.
    Beim Hamburger Sportverein fuhr im alten Volkspark Stadion laufend der Krankenwagen vor den Block (von oben) und holte die Verletzen ab. Untereinander gab es auch oft Grund für Bambule.

    Übrigens hat sich das in fast allen Block gelegt.

    Aber darum geht es nicht.

    Es soll der saubere Fussball präsentiert werden. Das Milliarden Geschäft darf nicht gestört werden.
    Feuerwerk stört die Fernsehkameras und führt zu einer Unterbrechung. Die eng getakteten Spiele kommen in der Zeitfolge durcheinander. Denn die 1.Liga und auch die 2.Liga sind eng abgestimmt, damit der der zahlende Kunden möglichst das ganze Wochenende vor der Glotze hängt.

    Ich will es nicht weiter ausführen. Aber das Kapital regiert den Fussball.

    Würden wir 5 Euro für einen Stehplatz und 10 Euro für einen Sitzplatz bezahlen und keine Sau Sky abonnieren und die Werbeindustrie keinen Cent am Fussballfan verdienen, könnten die sich wie in den 70er und 80er Jahren benehmen und Punkt.
    Oder lüge ich etwa Kollegen ?????

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