Beihilfe: Bearbeitungszeiten sind unerträglich

In den letzten Monaten kommt es immer wieder zu unerträglich langen Bearbeitungszeiten bei der Beihilfebearbeitung für unsere Pensionärinnen und Pensionäre.

Das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV) hatte sich dazu bereits am 15.11.2016 auf seiner Internetseite geäußert: Die Ablösung des wegen zahlreicher Gesetzesänderungen rechtlich sowie technisch überholten Programms habe das Personal leider in außergewöhnlich hohem Maße gebunden. Das BADV habe verschiedene organisatorische und personelle Maßnahmen veranlasst, die in den nächsten Wochen zu einer spürbaren Verbesserung beitragen sollen. Der Abbau der Bearbeitungsrückstände habe höchste Priorität.

Bis heute, Mitte Januar 2017, haben unsere Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger davon leider noch nichts gespürt. Sie warten immer noch auf ihr Geld, teilweise im Bereich bis zu 2000 €, das sie bereits im November 2016 beantragt haben.

Ist die Beihilfe mittlerweile zu einer Wohltat verkommen, auf die unsere Kolleginnen und Kollegen wie Bittsteller wochenlang auf warten müssen?

ES REICHT!

Die GdP wird auf allen Ebenen den Druck aufrecht erhalten, dass dieser unerträgliche Zustand schnellstmöglich ein Ende findet.

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11 Kommentare
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  1. Mal ein kollegialer Hinweis an die Reaktion der GdP. Alle Zollbeamten sind beihilfeberechtigt. Aktive und inaktive Beamte.
    Dafür ist das Eingangsamt auch bei A6 und das DZE bei 65/67. Der dritte Satz ist der notwendige Sarkasmus, damit man es bei Zolls besser aushält. Im Nordwesten (Rostock) hat die Bearbeitung der Beihilfe bislang übrigens sehr gut funktioniert. Von Rostock erfolgte auch der Hinweis, dass aufgrund der grundsätzlichen Änderungen die Bearbeitung ab Januar auch hier o.g. Zeiten in Anspruch nehmen wird.

    Noch ein Hinweis !
    In der Regel kann man mit allen Abrechnungsstelle (PVS etc.) und den Ärzten reden und die Rechnungen zurück stellen lassen.
    Ich persönlich zahle auch immer bei Rechnungen den Anteil der Krankenkassen sofort mit entsprechendem Vermerk.
    Einzig bei der PVS kommt hier ein System in Gange, weil die von einer Kürzung der Rechnung ausgehen. Einfach anrufen und die wissen auch bescheid.

    Weiter sollten hier bei einer Sache alle Gewerkschaften an einem Strang ziehen ! Der entschlossenen Entgegenstellen der geplanten Privatisierung der Beihilfe.
    Denn wenn eine reine Privatfirma die Beihilfeanträge bearbeitet und das eventuell mit einem festgelegten Budget, haben wir alle ein Pferd gewonnen. Weil diese Firma dann Rechnungen auf ihre Art und Weise bearbeiten wird.

  2. Es ist richtig, die lange Bearbeitungszeit ist unerträglich.
    Es liegt aber nicht am System, sondern am fehlenden Personal, wie mir ein Mitarbeiter des BADV vertraulich mitgeteilt hat.
    Hier muss der Ansatz erfolgen. Die ehemaligen Bearbeiter in Saarbrücken drehen jetzt Däumchen ?
    Die Bearbeitungszeit sollte max. 14 Tage dauern. Meine PKV benötigt in der Regel ca. 10 Tage für die Bearbeitung.
    Es kann nicht meine Aufgabe sein, bei den Abrechnungsstellen oder Ärzten als Bittsteller aufzutreten.
    Wenn die Beihilfestelle es nicht rechtzeit schafft, was man voraussehen kann, dann muß automatisch eine Abschlagzahlung erfolgen, die dann später verrechnet werden kann. Das kann doch nicht so schwer sein.

  3. Wie in anderen Problembereichen auch, sind es m.E. „Managementfehler“, dazu gehören m.E. auch die ständigen Umorganisationen (jetzt kümmert sich die BADV um die Beihilfe). In einer Werbung einer bekannten Krankenversicherung hiess es früher: Drei mal umgezogen ist wie einmal abgebrannt… –

    Dass es mitunter zu (unerträglichen) Wartezeiten kommen kann ist schon schlimm geng, dass man aber die Kollegen als Bittsteller betrachtet, finde ich geschmackslos.

    Ich finde diesen gesamten Ablauf der Beihilfeerstattung sowieso sinnlos. Immer wieder Antrag stellen, Anlagen beifügen, evtl. Wahlleistungsverträge beifügen usw., warum kann man nicht einfach einen 1-seitigen – Vordruck auf dem die gesamte Summe einzutragen ist einreichen, dazu die Rechnungen usw., und der Betrag wird erstattet, fertig.

    Und die Verjährung – die gehörte auf 3 Jahrre ausgedehnt, bzw. abgeschafft. Wir müssen ja die Rechnung begleichen und bleiben auf dem Betrag sitzen, wenn man etwas übersieht…

  4. Norbert hat Recht.
    Lange Zeiten sind unglücklich, viel schlimmer sind aber die politischen Vorstöße die Heilfürsorge komplett abzuschaffen, so dass alle Beamten sich entsprechend selbst versichern müssen!!!

    Da muss drauf geachtet werden, bleibt da am Ball, liebe GEWERKSCHAFTEN!!!! (und ich meine alle).

  5. Wenn schon mal das Thema hier diskutiert wird, dann auch mal die Frage warum immer noch alles papiermäßig zur Beihilfestelle geschickt werden muß. Jede PKV ist bereits in der Lage diese Rechnungen per Scan als PDF Dokument zu übernehmen, also kein Porto kein Papier eine echte Einsparung. Auch die Abrechnung erfolgt in dieser Art. Die Beihilfeverordnung läßt dies rechtlich sogar zu. Warum steht die Behörde hier auf der Bremse und dies schon seit mehreren Jahren. Ich denke dies ist ein strukturelles Problem, ähnlich wie die jahrelange Fehlplanung- und Beurteilung bei der Einstellung neuer Polizisten. Ist eben typisch Bund oder auch Land. Liebe GdP bitte mal an diesem Problem dranbleiben.

  6. Es geht auch anders !

    Lade von der Krankenversicherung eine App. aufs Smartphone ! In meinem Fall die DeBeKa !
    Fotografiere deine Rechnungen !
    Kontrolliere die Lesbarkeit und sende die Fotos zur Versicherung !
    Arbeitsaufwand 2 Minuten !
    Erstattung nach ca. 14 Tagen !
    Ich habe übrigens meinen letzten Beihilfeantrag
    Mitte Dezember 2016 gestellt und warte bis Heute (24. Januar) auf eine Erstattung !

    Ein „Hoch“ auf die Beihilfestelle !! Vorsicht: „Sarkasmus“

  7. Ich habe meinen Beihilfeantrag am 13.12.2016 gestellt und bis zum heutigen Tag keinen Rückläufer (Bescheid) bekommen. Dreim weitere Anträge sind gestellt, weil die Sammlung nicht mehr bei den langen WZ geht.
    Nach Telefonaten wurde immer wieder auf die Veränderungen hingewiesen und auf den Krankenstand.
    Mitgeteilt wurden immer das Datum der Bearbeitung wie weit die Beihilfebearbeitung vorangeschritten ist.
    Bei meiner priv. KV DBV ist in 10 Tagen alles erledigt.
    Ich sehe das nicht mehr ein, in Saarbrücken war die Bearbeitung nach ca. 2 Wochen immer erledigt.
    Warum wird ein gut funktioniertes System wieder geändert.
    Beim Antrag im Oktober 2016 waren alle Belege verschwunden und ich musste mühsam wieder die ganzen Rechnungen besorgen, dann wieder Bearbeitungswartezeit, unerträglich. Die Mahungen werden schon ignoriert, ist mir auch egal.

    Die GDP stzt sich sehr für eine Abstellung der Wartezeiten ein, über das Präsidium und anderen Stellen, aber es nützt nichts. Abschlagszahlungen sind doch eine Maßnahme, welche alle Wartezeiten hinfällig machen.
    Eine einfachere Antragstellung wäre ebenso sinnvoll. Warum immer wieder die gleichen daten übersenden. Nur bei einer Änderung wäre eine Neuer Antrag nötig, das weis jeder Beamte wie es geht.

  8. Viel interessanter ist doch jetzt, was die GdP jetzt gedenkt zu tun!

  9. 15.01.2017 Beihilfeantrag abgesendet, 18.01.2017 Eingang bestätigt, 15.02.2017 bearbeitet.
    Die Bearbeitung erfolgte immerhin in kürzerer Zeit als die der o.a. Beispiele, dennoch unbefriedigend.
    Das Problem der langen Wartezeiten besteht seit Jahrzehnten. Sporadisch bessert sich erst immer etwas, wenn die Gewerkschaft Druck macht. Das hält dann eine Weile an, aber eben nur eine Weile. Es müsste grundsätzlich etwas verändert werden, im technischen Bereich (siehe Kommentare Pensionär 52 / Hanke), möglicherweise auch im personellen Bereich, möglicherweise auch nicht. Ich meine, eine rationellere Arbeitsweise muss auf Dauer nicht unbedingt mehr kosten. Vielleicht eher weniger (einmalig eine Software anschaffen und dann los…).
    Da das bisher nicht erfolgt ist kommt mir der Gedanke, dass eine gewisse „politische Machtausübung“ auf die „Bittsteller“ gewollt ist. Was soll das ewige Pingpongspiel zwischen Gewerkschaften und Beihilfestellen sonst bedeuten?

  10. Nach den o.a. Beiträgen sind weitere 3 Monate vergangen, ohne dass eine Besserung eingetreten ist. Anfang November 2016 hatte ich den PR des BADV direkt angeschrieben und mich über die langen Bearbeitungszeiten beschwert, die insbesondere für die Pensionäre, die ja eigentlich bei der Bearbeitungsstelle in Saarbrücken in guten Händen waren, mehr als ärgerlich sind. Seitens BADV wurde jedoch die zuständige Leiterin der Beihilfestelle Frankfurt / Oder mit der Beantwortung beauftragt. Diese machte in ihrer Antwort vom 22.11.2016 Hoffnung, dass in den nächsten Wochen Entspannung bei den Bearbeitungszeiten eintreten sollte. Dies waren aber nur Lippenbekenntnisse. Aktuell warte ich wieder auf die Bescheide von 4 Anträgen, wobei der älteste über 6 Wochen alt ist. Auf eine Erinnerungsmail habe ich noch keine Antwort erhalten. In der Summe belaufen sich die Rechnungen auf annähernd 2.000€. Es darf weiter gewartet werde und man fühlt sich einfach schlecht behandelt und wehrlos.

  11. Rostock läßt mich hängen. Über 8 Wochen. So lange dauert es in 2017 bis der Erstattunsbetrag auf dem Konto ist. Betteln bei den Abrechnungsstellen ist Tagesordnung. Schreiben an das Bundesfinanzministerium – Dienstaufsicht vom Zoll – Antwort nur bla bla. Angekündigte Software-Umstellung hat noch gar nicht statt gefunden. Wir sitzen mal wieder auf der falschen Seite vom Hebel. Und die Gewerkschaften?

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