Bundespolizei an der Südwestgrenze am Limit

Anlässlich des Besuchs des baden-württembergischen Innenministers Thomas Strobl im Dreiländereck an der Südwestgrenze Deutschlands erinnert die Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bezirk Bundespolizei, an die Personalproblematik am dortigen Grenzabschnitt.

An der deutschen Südgrenze findet eine Ungleichbehandlung statt, mahnt die Gewerkschaft. „Während die deutsch-österreichische Grenze in Bayern durch die Bundespolizei durch Abordnungen aus anderen Bereichen enorm unterstützt wird, ist dies am Grenzabschnitt in Baden-Württemberg nicht der Fall. Und das, obwohl sich die Migrationslage inzwischen so eingependelt hat, dass die Zahlen an beiden Grenzbereichen annähernd gleich sind. Und es geht noch weiter: Bundespolizisten aus Baden-Württemberg werden sogar noch abgezogen, um in Bayern und an anderen sogenannten Schwerpunktdienststellen zu unterstützen“, so Jörg Radek, Vorsitzender der GdP in der Bundespolizei.

Laut GdP sind derzeit beispielsweise allein über 30 Beamte aus Weil am Rhein andernorts in Deutschland im Einsatz. Vor Ort sind daher nur noch rund 60 Prozent des Personals vorhanden.

„Die Bundespolizei ist seit Jahren personell unterbesetzt. Die Westgrenze Deutschlands ist ein gutes Beispiel dafür, mit welchen Problemen wir aufgrund verfehlter Personalpolitik der Vergangenheit zu kämpfen haben: Dort fehlen uns für Kontrollen und Fahndung insgesamt circa 4.800 Stellen. In der Folge sind Dienststellen dramatisch unterbesetzt oder werden sogar zeitweise ganz geschlossen. Wir fordern deshalb, die Abordnungspraxis auf den Prüfstand zu stellen und unsere Beschäftigten an ihren ureigenen Dienststellen einzusetzen. Auch wenn wir uns in einer besonderen Situation befinden, dürfen die Bundesländer nicht unterschiedlich behandelt werden. Die noch verfügbaren Beamtinnen und Beamten arbeiten alle am Limit, das kann auch einem Landesinnenminister nicht egal sein“, so Radek.


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5 Kommentare
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  1. Vielleicht wird es mit einem neuen BMI ja besser, ich glaube nicht das der derzeitige BMI noch irgendetwas an dem derzeitigen Abordnungswahnsinn noch ändert. Er sieht es ja nicht einmal das er mit der Maßnahme andere Grenzen einfach öffnet.
    Schade eigentlich.

  2. Die BP ist auch an der Südostgrenze am Limit.

    Noch bedenklicher aber ist, dass die BBP am Limit ist,

    Eine volle BBP kann an vielen Einsatzschwerpunkten helfen.

    Nebenbei gesagt, halte ich die Politik der geschlossenen Grenzen für falsch.

  3. Höher, schneller, weiter….oder: wer hat die wenigsten Beamten, die meisten Abordnungen!

    „Laut GdP sind derzeit beispielsweise allein über 30 Beamte aus Weil am Rhein andernorts in Deutschland im Einsatz. Vor Ort sind daher nur noch rund 60 Prozent des Personals vorhanden.“

    Wir sind mit knapp über 60 Personal laut GdP die schwächste Abteilung. Und wir unterstützen bereits viele Wochen die angesprochenen Dienststellen. Leider stehen wir dadurch für andere Einsätze so gut wie nicht mehr zur Verfügung. Unsere Manager kriegen es leider nicht hin, sich bei der D BP durchzusetzen.
    Und diese freut sich über eine willige Grenzabteilung………

  4. Die Berechnungen des Personals sollten mal auf Plausibilität geprüft werden.

    Soll, ist und wer von dem Ist steht fpr Einsätze zur Verfügung.

  5. Kennt von Euch jemand noch das Kinderspiel „Die Reise nach Jerusalem“ Wer nicht, der kann’s mal googeln, Aber das trifft m.M. nach die derzeitige Situation in der BPOL auf den Punkt und es wird noch viele, viele Jahre so weitergehen. Da sind die „paar“ Neueinstellungen nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Im Gegenteil, Diez, Bamberg und was weiß ich noch was, das zieht alles nur noch weiter dringend erforderliches und erfahrenes Stammpersonal aus den Dienststellen ab. Alleine die Pensonierungen der kommenden Jahre werden vielleicht von den Neueinstellungen aufgefangen, aber das war’s dann auch schon. Besser wird für alle anderen an der Basis – dort wo gearbeitet wird – garnichts !!!

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