„Bello“ braucht Verstärkung! Unsere Forderungen zum Diensthundewesen

Auch in Elmau treu im Einsatz: Diensthunde

Die Rahmenkonzeption für den Einsatz der BPOL-Diensthunde regelt den einsatztaktischen Bedarf und die Einsatzmöglichkeiten von Diensthunden. Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen beabsichtigt das Bundespolizeipräsidium (BPOLP) nunmehr, diese Rahmenkonzeption fortzuschreiben.

Unsere GdP-Forderungen zum Diensthundewesen lauten:
# Keine Reduzierung des ODP-Soll im Diensthundewesen
# ODP-Ist an Diensthunden endlich auf 100% erhöhen
# vermehrt Sprengstoffspürhunde ankaufen und ausbilden,
# entsprechende Stellenausschreibungen der „KSB zgl. DHF“ bundesweit
# Ausstattung der Diensthundelehrwarte mit einem Diensthund
# Etablierung von Rauschgiftspürhunden in der BPOL
# Stärkung der Aus- und Fortbildung im Bereich des Diensthundewesens
# Etatisierung einer zentralen Fachstelle auf Ebene des BPOLP

Aktuell hat die Bundespolizei nur 3/4 der Soll-Stärke an Diensthunden tatsächlich im Einsatz bzw. in der Ausbildung. In den vergangenen Jahren ist es nicht gelungen, die notwendige Soll-Einsatzstärke zu erreichen. Nach Einschätzung der GdP liegt dies zum einen an der ungenügenden Besetzung von Dienstposten „KSB zgl. DHF“ in den Direktionen aufgrund des massiven Personalmangels in den Grenz- und Flächeninspektionen. Und darüber hinaus hat die Personalabteilung im BPOLP die Ausschreibung von Dienstposten auf Anfrage der Direktionen nicht genehmigt (keine Priorität). Weiterhin gestaltet sich auch der Ankauf von geeigneten Hunden als schwierig, da der durch die Bundespolizei anvisierte Kaufpreis je Diensthund oft nicht ausreicht, um einem den taktischen Erfordernissen geeigneten Hund am freien Markt kaufen zu können.

Das BPOLP hat nunmehr die Auslastung der Diensthunde auf Grundlage der Einsatzdaten 2014 bis 2016 in der Bundespolizei evaluiert. Dabei wurde jedoch nur die reine Einsatzzeit der Diensthunde am Einsatzort gemessen (Schnüffelzeit); die Berücksichtigung der insbesondere im bahnpolizeilichen Aufgabenbereich längeren Alarmierungs- und Anfahrtszeiten wurde unterlassen. Somit wurde die Einsatzzeit falsch dargestellt und im Ergebnis abgeleitet, dass das Einsatzmittel Diensthund insgesamt nicht ausgelastet sei. Unseres Erachtens gilt bei Führungs- und Einsatzmitteln der Bundespolizei die Zeit des Bereitstellens in der Dienststelle bis zum Abschluss des Einsatzes in der Dienststelle als Einsatzzeit!

Aufgrund dieser „Evaluierung“ überlegt man derzeit im BPOLP, die Soll-Stärke der Diensthunde um 17 % zu reduzieren. Den Bundespolizeibehörden wurde mit Schreiben vom 22. Dezember 2016 diese Überlegung mitgeteilt.

Eine Reduzierung des Diensthundewesens, gerade auch des Sprengstoffspürhundewesens, ist angesichts der weltweiten Sicherheitslage und den jüngsten terroristischen Anschlägen, auch in Deutschland, nicht nachvollziehbar. So wird gerade durch den internationalen Terrorismus verstärkt der Sprengstoff TATP (Acetonperoxid), u.a. bei den Terroranschlägen am 13. November 2015 in Paris, verwendet. Wir setzen uns daher dafür ein, dass gerade auch der Anteil an Sprengstoffspürhunden daher erhöht wird und die Soll-Einsatzstärke seit 2008 erstmalig erreicht werden muss.

Auffallend ist bei der gesamten Betrachtung, dass das Entschärfungswesen in der Bundespolizei immer wieder in Konkurrenz mit dem Einsatzmittel Sprengstoffspürhund gesehen wird. Das ist nach unserer Auffassung falsch: Beide Fertigkeiten werden zur Bewältigung von polizeilichen Lagen unbedingt benötigt!

Erschwerend kommt dazu, dass der Großteil der Reduzierung in den Direktionen München und Pirna vorgenommen werden soll. Gerade die Unterbindung der unerlaubten Einreise und die Bekämpfung der internationalen Schleuserkriminalität (z.B. Behältnisschleusung) bedürfen eines gut ausgestatteten Diensthundewesens in den Grenzdirektionen.


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8 Kommentare
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  1. Wer solche Ressourcen einfach versucht weg zu streichen, der hat das Ernst der Lage nicht erkannt. Was gibt es besseres als ein ausgebildeter DH, egal ob speziell auf Sprengstoff, Drogen oder Schutz. Anstatt abzubauen, muss das Klare Ziel sein, mehr Hunde in die Schichten zu bekommen.

  2. Super das sich endlich mal einer so für uns dhf einsetzt . Wenn dann auch noch die Ausbildungsdauer/Zeit bedarfsmässig auf den jeweiligen Hund und Hunde Führer angepasst wird wäre das schon mal ein Schritt in die richtige Richtung 👍👍👍👍🐶👮 LG Jana 👮 und Bonita🐶

  3. Hallo und Guten Abend aus Bad Schmiedeberg OT Körbin-Neu.
    Habe einige Jahre eure Vierbeinigen Kollegen in der Diensthundführerschule des LSA gepflegt und versorgt.
    Den Planstellenabbau habe ich selber mit bekommen.
    Die Planstelle des Tierpflegers wurde 2012 abgebaut und die des Einsatz Fahrzeuginstandhalters 2 Jahre darauf.
    Die Planstelle Tierpflege wurde durch den Hausmeisterservice ersetzt. Ich leistete die Arbeit in 4 Stunden, die die Planstelle mal für 8 Stunden hatte.
    Auch wenn ich nur die 20h in der Woche hatte habe ich diese Arbeit geliebt, weil ich gelernte Tierpflegerin bin.
    DHFS hatte zum erstenmal eine Fachkraft(mich) und waren sehr zufrieden und froh darüber.
    Es war eine schöne Zeit dort und ich weiß, was die Polizei, Lehrgangsteilnehmer und Diensthunde zu leisten haben. Ich schätze eure Arbeit und Kollegen sehr.
    Dankeschön das es euch gibt.
    Ganz liebe Grüße aus Körbin-Neu von Ute Herrmann.
    Paßt immer gut auf euch auf.

  4. Der Planstellenabbau Tierpfleger ist in einer leistungsstarken und sehr bekannten Ausbildungsstätte wie in Pretzsch/Elbe ein nicht hin zu nehmender Abbau.
    Eure Diensthunde sind ein sehr wertvoller Tierbestand, den auch nur ein gelernter Tierpfleger anvertraut werden darf.
    Die Zwingeranlage umfasst 72 Zwinger inclusive 4 Quarantänezwinger.
    Hundebad und Futterküche.
    Ute Herrmann

  5. „Etablierung von Rauschgiftspürhunden in der BPOL“
    Mal dazu ! Vor etlichen Jahren rühmte sich die Führung der Bundespolizei mit den Aufgriffen. Nachdem das Ministerium knallhart Zigaretten, Drogen und andere Waren ausklammerte, war die Statistik nicht mehr so schön. Die Bundespolizei hat zu der Zeit schon eine eigene (Zoll)Fahndung aufgebaut. Dann hat aber das Ministerium (ich bin immer noch beim Innenministerium) gesagt, dass alles zollrechtlich relevanten Dinge beim Zoll abgegeben werden müssen. Also an die Zollfahndung, bzw. die anderen lokalen Dienststellen, um nach dem Erstzugriff die Sache komplett zu übernehmen.
    Der Zoll hat sich übrigens gegen die Fahndung der Bundespolizei nicht zur Wehr gesetzt. Dort war man zudem auf einmal personaltechnisch stark belastet ob der Anordnung des Innenministeriums.

    Rauschgiftspürhunde bei der Bundespolizei. RG oder illegale Betäubungsmittel liegen nicht im originären Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei. Zufallsaufgriffe sind zwar schön und gut (die Waren- und Gepäckkontrolle obliegt immer noch gesetzlich verankert nur dem Zoll; die Sicherheitskontrollen am Flughafen sind ein anderes Paar Schuhe). Aber dann ist auch gut gewesen.
    Mit der Etablierung der RG Hunde bei der Bpol wird nicht mehr nach RG als Beifang gesehen, sondern gezielt nach diesen Stoffen gesucht. Was eben (originäre) Aufgabe des Zolls ist.
    Seine Hälfte der Hundeschule hat die Bundespolizei schon eingezäunt. Nur mal nebenbei angemerkt.
    Nur wird der Zoll sich gegen diese Massnahme aufgrund seiner Schwäche in der Repräsentation und angemessenen Vertretung des s.g. Vollzugsdienstes nicht wehren. Dadurch einen Teil seiner Aufgaben aus der Hand geben.

    Doch ich bin der Meinung „Schuster bleib bei Deinen Leisten“.
    Die Bundespolizei ist für die Kontrolle der Personen und deren Papiere zuständig als auch für die öffentliche Sicherheit und Ordnung in ihrem Zuständigkeitsbereich.
    Der Zoll ist eben für die Kontrolle der Waren zuständig, welche die Personen mit sich führen.

    Vor allem sollte, bevor RG Hundeführer bei der Bundespolizei ohne direkten gesetzlichen Auftrag auf Streife gehen, erst einmal alle Hauptbahnhöfe ständig besetzt ein. Recklinghausen mal als grösseres Beispiel. Und auch am Umsteigebahnhof Münster glänzen die Kollegen durch ihre Abwesenheit und die Reisenden hören nette Durchsagen wie „Achtung Gepäckdiebe ! Bitte..!“. Dass die Abwesenheit Schuld unseres Dienstherren ist, wird ja wohl jedem Kollegen klar sein.

    Vielmehr sollte der den Zoll vertretende Teil der Gewerkschaft der Polizei das Zollhundewesen stärken und insbesondere mehr RG Spürhundeführer einfordern. Neben Menschenspürhunden, Bargeldspurhunden in der Kombination Schutzhund.
    Auch sollte in dem Zusammenhang gerade der Zoll wieder in der Fläche Einzug erhalten. Weiter auch die Nähe und Zusammenarbeit mit Dienststellen der Bundespolizei angestrebt werden.

    Sprengstoffhunde sind natürlich wichtig. Nur sollte auch hier nicht nur der Focus auf den Terror gelegt werden. Sondern auch eben auf die vielen ungeschützten Bahnhöfen, wo leider mehr als genug passiert. Und vieles nicht einmal zu Anzeige kommt.
    Und der Terror ist nicht nur mit Sprengstoffspürhunden zu bekämpfen, wie leider ein aktuelles Ereignis das grausam gezeigt hat.

  6. @Hermann:

    Vielleicht solltest Du Dich mit dem BPolG und dem BtMG noch Mal auseinandersetzen. Die Bekämpfung des Rauschgiftschmuggels ist eine Aufgabe, die der Bundespolizei übertragen wurde. Und dazu benötigen wir Hunde, die das Rauschgift aufspüren können.

    Ich gebe Dir Recht, dass wir derzeit an vielen Fronten Löcher zu stopfen haben. Aber das bedeutet nicht, dass man das Diensthundewesen und dessen Weiterentwicklung außer acht lassen darf.

  7. @ Selbsteinkleider:

    Stimmt ! Die Übertragung einer originären Aufgabe war auch wieder typisch für die Zollverwaltung.
    Aber auch mal dazu (Aufgaben und Wegnahme der Aufgaben). Die Bundespolizei darf bei der Landespolizei (ich meine in der Hauptsache war Hamburg und die doch guten Aufgriffe der Kollegen dort) ja nicht mehr so richtig im Sandkasten mitspielen. Wenn dann wieder Not am Manne ist (wie in Berlin), ruft man Hilfe in Richtung der Bundespolizei.
    Diese ganzen Albernheiten (insbesondere an Bahnhöfen und in Bezug auf die Fanbegleitung) sollten abgeschafft werden.
    Niederländer schauen einen nur fragend an, wenn man von unseren Gegebenheiten erzählt.
    Sicherlich ist der Zoll noch aufgrund seiner steuerlichen Befugnisse gesondert zu sehen.
    Doch müssen Landespolizei und Bundespolizei im ersten Zugriff alle Rechte haben und dann eben an die zuständige Fachabteilung die Sache abgeben.
    Doch wir haben ja selbst noch innerhalb der Landespolizei Albernheiten. Es ist in der Tat so, dass an der Kreisgrenze die Landespolizei bei uns 25 Kilometer fährt, obwohl die Wache im anderen Kreis nur vier Kilometer entfernt ist. Das begründet sich eben bei den Zuständigkeiten der Reviere/Inspektionen. Das ist dem Bürger auch nicht mehr zu vermitteln.
    Gott sei Dank ist das im Rettungswesen anders geregelt. Dort wird bei uns schon lange kreisübergreifend gerettet. Es fahren sogar bei bestimmten Punkten der Überschneidung beide Krankenwagen (aus dem jeweiligen Landkreis) los und wer zuerst da ist, versorgt den oder die Verletzten.

    Das Diensthundewesen muss gestärkt werden. Vor allem habe ich im Laufe der Zeit gemerkt, dass gewisse Menschen vor einem Hund Respekt haben, obwohl sie bei der bezogenen Waffe noch Theater gemacht haben.
    Es ist schon ein gutes Mittel, um Rudelbildungen oder gefährliche Gruppierungen in den Griff zu bekommen.
    Hier ist übrigens das RSG auch ein sehr gutes Mittel, was in vielen Situationen den Einsatz des Schlagstockes, körperlicher Gewalt oder gar Waffengewalt ersetzt. Darüber sind auch viele Kollegen der Landespolizei dankbar.

  8. Um Diensthunde effektiv einzusetzen bedarf es aber auch Führungskräfte die mit denen auch umgehen können.
    Dies leider nicht sehr oft der Fall.
    Auch wenn Diensthundführer ihren DGL beraten was man besser machen kann wird es beim nächsten Einsatz schlicht ignoriert. So siehts aus in der BPOL. Für viele sind Hunde aus den unterschiedlichsten Gründen entweder zu gefährlich oder einfach nur Balasst. Schlicht keine Erfahrung damit.

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