DGB-Sommertour zu Gast in der BPOLABT Blumberg

Fotos: GdP, DGB/FOX

Am 24. Juli startete die DGB-Sommertour 2017 unter dem Motto „Jetzt gerecht! Du hast die Wahl!“ bei dem sowohl der Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Reiner Hoffmann, als auch Vertreterinnen und Vertreter der Einzelgewerkschaften des DGB Betriebe und Dienststellen besuchen. Am zweiten Tag ging es für die TeilnehmerInnen zur Bundespolizeiabteilung Blumberg im brandenburgischen Ahrensfelde, wo die Beschäftigten interessante Einblick in Arbeit, Ausstattung und aktuelle Herausforderungen sowohl der Bereitschaftspolizei allgemein, als auch der BFE, der BFE +, der Technischen Hundertschaft und bei EUSTOS gaben.

Für die GdP vor Ort waren die GdP-Vertreter Bundesvorsitzender Oliver Malchow, Bezirksvorsitzender Jörg Radek, Direktionsgruppenvorsitzender Heinz Selzner und der Kreisgruppenvorsitzende Bernhard Docter.

„Wir sind die Feuerwehr der Inneren Sicherheit“, erklärte Jan-Christof Möller, Leitender Polizeidirektor der Bundespolizei in Blumberg, die Arbeit der Bereitschaftspolizei in seinem Einführung und erläuterte die vielfältigen Einsätze die er und seine KollegInnen zu bewältigen haben: Massenveranstaltungen vom Kirchentag bis zum Papstbesuch, größeren Betriebsunfälle bei der Bahn, Grenzkontrollen von Geflüchteten, Fußballspielen oder bei politischen Demonstrationen – wie zuletzt beim G20-Gipfel in Hamburg.

Möller schilderte dann auch die aktuellen Probleme der Abteilung, allen voran die Personalnot. So ist das Soll der 851 Dienstposten derzeit nur zu 77 Prozent aufgefüllt und der Altersdurchschnitt liegt bei 38,6 Jahren – Tendenz steigen. Damit gehen besondere Belastungen für das bestehende Personal einher, die auch das dringend erforderliche taktische Trainieren beeinflussen.

Große Sorgen macht dem Abteilungsführer außerdem der Investitionsstau bei den Gebäuden. Auf einer Übersichtskarte der Liegenschaft in Blumberg mit rund zwei Dutzend Gebäuden sind mehrere mit „Teilsperrung!“, Gesperrt!“ oder „Abriss!“ gekennzeichnet. Jan-Christof Möller spricht von einem inzwischen „unerträglichen Renovierungsstau“. Eine Folge: Der Schießstand auf dem Gelände kann derzeit nicht genutzt werden – obwohl in Blumberg auch Polizeianwärterinnen und -anwärter im zweiten Dienstjahr ausgebildet werden. Die müssen dann mit Bussen zu anderen Schießständen gefahren werden. Und das bedeutet wiederum Zusatzkosten für die Fahrten und das Einmieten an anderen Standorten. Ein weiteres Problem: Wenn die Polizeianwärter, die auch auf dem Gelände in Blumberg wohnen müssen, den spärlich vorhandenen Wohnraum nutzen, ist eine ausreichende Menge an „Bereitschaftsbetten“ nicht mehr gewährleistet.

Auf besonderes Interesse stieß bei der DGB-Delegation dann der „praktische“ Teil: An fünf Stationen berichteten die Beschäftigten selbst über ihre Arbeit. So zeigte der Bereich EUSTOS zwei seiner Lieferfahrzeuge und erläuterte den gesamten Bereich der Unterstützungsleistungen, von Küche und Kleiderkammer über Fahrdienst bis zu IT, der für zur Unterstützung der Bereitschaftspolizei erforderlich sind. Besonders beeindruckend, der hohe Grad an Planung und Organisation, der für diese Arbeit erforderlich sind.

An einer zweiten Station erklärte ein Hundertschaftsführer zusammen mit KollegInnen aus den Hundertschaften seine Arbeit. Dabei wurden die Schutzausstattung und vorhandene Waffen präsentiert. Die DGB-KollegInnen durften selbst einmal in die Schutzausstattung schlüpfen und sich so selbst ein Bild von den damit verbundenen Belastungen machen. Interessant waren auch Ausführungen über grundsätzliche Einsatztaktik und die Herausforderungen, die eine personell unterbesetzte Hundertschaft zu meistern hat.

An einer weiteren Station präsentierte die Technische Einsatzhundertschaft zwei Fahrzeuge: ein rund 25 Jahre altes Räumfahrzeug sowie ein moderner Wasserwerfer. Daran wurden auch die Herausforderungen der Sachmittelausstattung mehr als deutlich. Bereitschaftspolizisten gaben auch hier umfassenden Einblick in ihre Arbeit, die Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten des Wasserwerfers und anderer Einsatzmittel.

Der Zentrale Dienst stellte sich ebenfalls an einer eigenen Station vor und berichtete über die Aufgabe Personalangelegenheiten und das Thema Liegenschaften.

An einer vierten Station präsentierten sich BFE und BFE +. Hier hatten die TeilnehmerInnen Gelegenheit die umfassenden Einsatz- und Schutzausstattung in Augenschein zu nehmen. Interessante Details zu Vor- und Nachteilen der einzelnen Ausstattungsgegenstände wurden mit vielen Beispielen aus der Praxis anschaulich erklärt.

Während der Präsentation hatten die Gewerkschaftsfunktionäre ausführlich Gelegenheit zum Gespräch mit den Kolleginnen und Kollegen und konnten auch die Positionen der Gewerkschaft diskutieren: von den GdP-Forderungen zur Ausstattung bis hin zu unserem Einsatz für eine eigene Arbeitszeitverordnung. Die DGB-Vertreterinnen und -Vertreter bekamen so einen anschaulichen und umfassenden Einblick in die Arbeit der Bundespolizei und die damit verbundenen gewerkschaftlichen Arbeitsbereiche.

Ein herzlicher Dank an alle Beschäftigten der BPOLABT Blumberg, die den TeilnehmerInnen mit viel Engagement und Begeisterung einen bleibenden Eindruck von ihrer wichtigen Arbeit vermittelt haben!

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