GdP-Erfolg: 3 Tage Dienstbefreiung für G20-Einsatz in Hamburg

Wie heute Abend bekannt wurde, konnte sich die GdP auch in der Bundespolizei mit ihrer Forderung nach einer fairen zusätzlichen Anerkennung für die G20-Einsatzkräfte durchsetzen: Allen Kräften der Bundespolizei, die im Rahmen des G20-Einsatzes ihren Dienst in Hamburg verrichteten, werden drei Tage zusätzliche Dienstbefreiung zugesprochen.

Die Entscheidung von Bundespolizeipräsident Dr. Dieter Romann soll in Kürze auch in einem internen Schreiben den Beschäftigten publik gemacht werden.

Die GdP fordert zudem, dass auch für die darüber hinaus im Rahmen des G20-Gipfels, z.B. zur Grenzsicherung, eingesetzten und ebenfalls stark belasteten Kräfte angemessene zusätzliche Regelungen gefunden werden. Dafür werden wir uns nun bei den Bundespolizeidirektionen stark machen.

Darüber hinaus setzt sich die GdP dafür ein, dass wenigstens ein Teil der nun geleisteten Mehrarbeit auf Antrag der Beschäftigten auch sofort auszahlbar sein soll.

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13 Kommentare
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  1. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich finde es gut, dass die Einsatzkräfte, die Ihre Gesundheit bei diesem Einsatz zu Markte getragen haben und sich bürgerkriegsähnlichen Zuständen ausgesetzt sahen, mit drei Tagen Dienstbefreiung belohnt werden. Respekt Herr Dr. Romann. Allerdings lese ich das so, dass ALLE in Hamburg eingesetzten Kollegen davon profitieren. Das gilt dann also auch für die U-Boot-Kollegen, die vor der Einsatzvorbereitungen und dem echten Einsatz auf der Straße abgetaucht waren und nur für wenige Tage in diversen Führungsstäben überhaupt in Hamburg anwesend waren. Das Einsatzgeschäft ist generell kein leichtes. Anfeindungen und körperliche Übergriffe nehmen immer mehr zu. Die Zustände in Hamburg hatten allerdings eine neue Qualität. Jede konnte live im Fernsehen mitverfolgen, welcher Hass den Kolleginnen und Kollegen da entgegenschlug. Es fehlte jeder Respekt vor der Gesundheit und sogar dem Leben. Einfach beschämend. Viele Polizisten haben in diesen Tagen bis zu 20 Stunden und mehr in Ihrer Schutzbekleidung zugebracht. Als Ausgleich für diese extremen Belastungen hat der Präsident drei Tage Dienstbefreiung gewährt.
    Ohne den Einsatz der Kolleginnen und Kollegen in Führungsstäben oder an der Grenze zu nahe treten zu wollen sehe ich hier bei der dienstlichen Belastung doch einen wesentlichen Unterschied. Die Arbeit dort ist die Regel und nicht gefährlicher als der Regeldienst. Wenn nun Forderungen nach Dienstbefreiung für viele weitere Personen gefordert wird, schmälert das die Anerkennung der besonderen Einsatzlage in Hamburg auf der Straße.
    Wo soll dann die Grenze gezogen werden? Was ist mit dem Personal, das im Rahmen der Vorbereitung der Einsätze OSZE und G20 die logistischen Vorarbeiten geleitstet hat? Der Überseering 35 ist räumlich größer als viele Inspektionen und wurde aus dem Regeldienst heraus mit Stammpersonal neben den AAO-Aufgaben eingerichtet. Es gab hierfür keine Projektgruppe oder Zusatzpersonal. Manch eine oder einer ging bei dieser Vorbereitung an seine oder ihre körperliche Belastungsgrenze und wenige auch drüber hinaus. Die Anerkennung bestand überwiegend aus negativer Kritik, weil vieles nicht in Rekordzeit angeliefert werden und anderes gar nicht beschafft werden konnte. Trotzdem war auch diese Arbeit eben nicht gefährlich.
    Ich finde wir sollten bedenken, dass alle am Einsatz beteiligten Kolleginnen und Kollegen viel und gute Arbeit geleistet haben, vor Ort auf der Straße aber eine ganz besondere Lage geherrscht hat. Dem gebührt Respekt und eben drei Tage Dienstbefreiung.

  2. Hallo LogistikWurm,
    ich gebe Dir Recht.
    Es herrschten bei den Einsatzkräften auf der Straße unhaltbare Zustände. Diese Kolleginnen/Kollegen konnten weder regelmäßig verpflegen noch geregelt Getränke zu sich nehmen. Diese Einsatzkräfte haben aufopferungsvoll bis zur Erschöpfung für unseren Rechtsstaat gekämpft. Die Lage hätte auch kippen können. Was wäre dann passiert?
    Und die Kräfte in den Führungsstäben? Dort war eine geregelte Verpflegungseinnahme möglich und je nach Bedarf auch ausreichend trinken. Und das alles in gut temperierten Büroräumlichkeiten.
    Ich würde mir wünschen und hoffe, dass unser Präsident in Sachen Sonderurlaub noch einmal nachregelt. Nur die Einsatzkräfte auf der Straße haben sich dieses Sonderlob verdient.

  3. DA gebe ich dem Vorredner Recht. 3 Tage für die Einheiten, die entsprechend eingesetzt waren. Anhand der Kom.-Pläne und grafischen Befehle sowie der Einsatzdokumentation, kann ganz schnell festgestellt werden, wer wo und wann Dienst geleistet hat.
    Ich selber war nur im UA Sonderdienste und kann auf die 3 Tage verzichten.

    Wichtiger ist, dass die „kämpfenden Einheiten“ die 3 Tage und auch eine „Spitzabrechnung“ erhalten und nicht mit pauschalen 17 Std. abgespeist werden. Meine Schichten waren zwar immer 12 Std. aber nicht vergleichbar mit dem was die Einheiten auf der Straße gemacht haben. Auch wenn es augenscheinlich nur einige wenige Einheiten waren:
    Formel, Uwe, Rappe, Steinach und dann wirds auch schon eng.

    Grüße und gute Besserung an die sinnlos verletzten Kollegen.

  4. Die doch erhebliche Gefährdung für Leib und Leben der Kollegen sollte auch die Diskussion im Hinblick auf die geringe Polizeizulage, als sogenannte Gefahrenzulage neu entfachen.

    Meines Erachtens riskieren hier alle Kollegen über die Gebühr ihre Gesundheit.
    Vorzeitiger Ruhestand wegen physischer – und psychischer Gründe könnte daraus resultieren.

    Zum 1. ist diese Zulage erheblich zu gering.
    Zum 2. muss diese ruhegehaltsfähig werden.

    Der betroffene Beamte hat die gesamte Dienstzeit Polizeidienst geleistet und damit eine andere/höhere Pension als ein Lehrer/Finanzbeamter/etc. verdient.
    Denn diese Beamte, deren Wert ich damit nicht reduzieren möchte, sind diesen Gefahren nicht ausgesetzt und laufen somit nicht Gefahr, aus solchen Gründen in den vorzeitigen Ruhestand gehen zu müssen.
    Und damit dann auch eine erheblich reduzierte Pension zu erhalten.

  5. Lieber Verfasser,
    3 Tage dienstbefreiung, hört sich zunächst gut an, aber wenn man überlegt, -dass man sowieso so viele Überstunden während der/des OSZE/G20 aufgebaut hat und diese nicht mehr abgebaut bekommt, da die BFHun zum Beispiel wieder am Wochenende ranmuss-, ist aber nicht zwingend notwendig.
    Auch in der Woche kann man diese Stunden nicht mehr abbauen, da man als BFE+ ständig sich in der Woche fortbilden muss, sei es Taktik oder einsatzmäßiges schießen ist.

    Also überlegt euch doch bitte eine sinnvollere Wertschätzung wie zum Beispiel eine Leistungsprämie oder dass die Überstunden die geleistet wurden, sofort auszahlungsfähig sind…
    Ich meine andere Länder zeigen uns doch wie es geht… sowohl Hamburg als auch Sachsen haben das bereits durchgesetzt…

    Und wer in Hamburg wirklich ganz vorne an der Front stand, weiß genau, dass UWE, ANKER oder FORMEL Kräfte der Stadt Hamburg den Hintern gerettet haben.

  6. Ich hoffe, dass keine pauschalierte Abrechnung erfolgt.
    Spitz wurde mehr geleistet, als §11 hergibt.

    Was ist mit einer 24Std Abrechnung?
    Überstunden auszahlbar oder aufs Lebzeitkonto einzahlen.

  7. @patriot

    Was die Einsatzkräfte in Hamburg geleistet haben war unglaublich. Und gerade die Einheiten die du angesprochen hast haben einen wertvollen Beitrag geleistet!
    Deinen Vortrag in Sachen „Wir haben Hamburg den Arsch gerettet“ kannst du dir allerdings sparen. Da waren noch genug andere Einheiten in der Hansestadt die die Fäuste in den Taschen geballt hatten weil sie einen anderen Auftrag zu erfüllten.

    Und letztendlich ist es auch für mich der Ausdruck und die Folgen vom Personalkonzept der Bundespolizei. Die „Spezialisten“ werden personell vollgehauen und die EHus werden ausbluten lassen. Zudem halte ich das Konzept für die Konzetration der BFEen auf die wenigen Standorte für falsch. So setzt man auch keine Anreize für die anderen Standtorte.

    By the way….bin ich jetzt vom Thema ein wenig abgewichen.

    Nochmals: Respekt vor der Leistung der Kräfte bei den Auseinandersetzungen

  8. Die wichtigste Polizeiarbeit passiert auf der Straße, alle anderen Posten sind von der Zuarbeit der Einsatzkräfte auf der Straße abhängig, dazu zähle ich auch die Arbeit der Kontroll- und Streifenbeamten im normalem Dienstgeschäft. Anscheinend ist diese Arbeit aber nicht mehr so wichtig, ständig muss man sich komische Sachen anhören. Zum Beispiel: Du bist leider nur Kontroll- und Streifenbeamter und …….. Den Rest könnt ihr selber ergänzen.
    Wäre schön, wenn die Gewerkschaft jetzt endlich mal die Verkürzung der Wochenarbeitszeit durchdrückt und das wäre eine wirkliche Wertschätzung unserer Volksvertreter.

  9. zu Horst vom 14.Juli 2017:
    Das sehe ich ähnlich!
    Das „Kind Bundespolizei“ war doch schon Anfang dieses Jahrhunderts in den Brunnen gefallen. Deshalb wurden ja auch die Beerlage- und Strohmeier-Studien ins Leben gerufen. Hier nochmal zur Erinnerung ein paar Zitate / Ergebnisse zur Belastung / Berufszufriedenheit in der Bundespolizei:
    „Großbaustelle Bundespolizei“; 76,2 % bewerten den dienstlichen Belastungsgrad als hoch bzw. als sehr hoch; Eine besondere Belastung ergibt sich aus den Wochenenddiensten, der Mehrarbeit und dem Schichtdienst. 83 % der Betroffenen bewerten die Belastung durch den Schichtdienst als groß bzw. sehr groß; Ebenfalls sehr stark ist die Belastung durch lange Abordnungen in andere Regionen sowie heimatferne Verwendungen. 87,3 % der Betroffenen bewerten diese Belastung als groß bzw. sehr groß.

    Und was hat sich getan ? Richtig ….. nichts!

    Die Wochenarbeitszeit wurde bis dato nicht reduziert; Der Belastungsgrad / Unzufriedenheit ist weiter gestiegen ( weniger Personal, das Personal ist noch älter geworden ); Es finden weiterhin Abordnungen quer durch die Republik statt; Egal, ob man 420 oder 630 Nachtstunden leistet, mehr wie 6 Tage ZU gibt es nicht; Egal, ob man 6 oder 60 WE-/Feiertagsdienste im Jahr leistet …… hierfür ist gar kein zusätzlicher Freizeitausgleich vorgesehen!

    Schönen Dank!

  10. Seba Heinz

    Du hast Recht. Die EHus sind zu leer.
    Für die gesamte BPol macht es Sinn, wenn die erstmal voll wird.

    Wir brauchen PVBs die Einsätze leisten.
    Eine volle BP kann den Einzeldienst auch punktuell entlasten und bereichern!

    Wir brauchen keine weiteren Stäbe, die Personal fressen.
    Volle EHus. Von mir aus sogar vier Züge pro Hundertschaft oder vier Gruppen im Zug. Keine neuen Führungsgruppen!

  11. Moin Moin!
    Die Direktion Hannover macht es sich wieder einfach. Die MKÜ HH soll mal wieder nur 8:15 Std pro ZU bekommen, obwohl alle unsere Dienste auf 12:00 Stunden oder 11:15 Std ausgelegt sind.
    Es wurden drei Tage Dienstbefreiung zugesagt. Das kann doch nicht richtig sein, dass wir unsere sauer verdienten Überstunden auch noch dafür opfern müssen!?

  12. Na prima,

    und schon wird wieder mal geteilt. Wir sind zwar alle „blau“, doch die einen sind hell- und die anderen sind dunkelblau.
    Meine Hochachtung für alle in Hamburg eingesetzten KollegenInnen, besonders die an den Brennpunkten fast schon verheizten Einheiten. Und auch der Rest in den übrigen Funktionen, sei es Stabsarbeit oder Verkehrslenkung oder oder oder hat seinen Job gemacht. In einigen Jahren Zugriffsarbeit habe ich auch so einiges erlebt und gesehen, mittlerweile haben die Chaoten eine andere Qualität.
    Aber auch wir im Einzeldienst haben während der Grenzkontrollen unseren Job gemacht, auch teilweise 12 Stunden bei Wind und Wetter und mit so schlechtem Personalansatz das grade mal ein Toilettengang drin war geschweige denn eine Pause. Und im Nachgang ersticken wir in der Vorgangsbearbeitung aufgrund der Feststellungen während der Grenzkontrolle mit denen man sich jetzt seitens der Führung brüstet.
    Aber Wertschätzung außer einem Schreiben des Il das die Tinte nicht wert ist ? Fehlanzeige ! Danke Herr Dr. Romann und Minister T. d. M. dafür, es macht jeden Tag aufs neue Spaß die Birne hinzuhalten.

  13. Die Kontrollkräfte und die Reisenden waren während der Kontrollen den Witterungsbedingungen weitestgehend schutzlos ausgesetzt. Starkregen, Gewitter und Sturm sorgten teilweise für chaotische Zustände, bis hin zum Einstellen der Kontrolltätigkeit.
    Ein anderes Extrem stellte die starke Sonneneinstrahlung verbunden mit großer Hitze dar. Teilweise waren bis zu 50 Grad Celsius auf den betonierten Kontrollflächen. Dies brachte die Kontrollkräfte an ihre physische Belastungsgrenze.

    Aus dem Abschlußbericht des BPOLP Grenzkontrollen G20, schön das man es registriert hat, unverschämt das man es nicht honoriert hat.

    Passt auf euch auf

    KSB

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