Kaufkraftausgleich: Positive Signale auch aus CDU/CSU

Für viele Berufsanfänger in Bundespolizei und Zoll bedeutet der Berufseinstieg: Weg von der Heimat und hohe Lebenshaltungskosten, die das karge Einstiegsgehalt nahezu komplett auffressen. Deswegen hat sich die JUNGE GRUPPE der GdP im Bezirk Bundespolizei zu einer Kampagne für den Kaufkraftausgleich entschlossen. Denn schließlich treffen die hohen Preise nicht nur, aber vor allem die unteren Einkommensklassen.

Nach einer Postkartenaktion zum Mitmachen, stehen seit mehreren Wochen zahlreiche Gespräche mit Vertretern verschiedener politischer Parteien auf dem Programm. Nach einem persönlichen Gespräch mit Stephan Mayer, Innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, im Mai, hakte GdP-Jugendvorsitzender Martin Friese nun noch einmal nach. Die positive Antwort: MdB Mayer ist für die Idee eines Zuschlages zur Personalbindung durchaus aufgeschlossen.

Er schreibt: „Nach meiner Einschätzung kann Ihr Vorschlag durchaus grundsätzlich ein geeignetes Instrument sein, um den bestehenden Problemen zu begegnen und insbesondere die Abdeckung des Personalbedarfs im Umfeld Kritischer Infrastruktur sicherzustellen.“ Im Folgenden sagt der Abgeordnete daher zu, den Vorschlag „mit Blick auf die kommenden Koalitionsverhandlungen […] im Auge zu behalten“.

Aus Sicht der Jungen Gruppe waren die Personalaufstockungen zwar ein wichtiger Schritt (der auch noch nicht zu Ende sein kann). Daneben muss aber auch an die Berufsattraktivität für diese neuen Kolleginnen und Kollegen gedacht werden, die sich zum großen Teil später in den Hochpreisregionen Deutschlands wiederfinden werden. Dort steigen die Lebenshaltungskosten in astronomische Höhen. Für junge Berufseinsteiger mit Einstiegsämtern A6 (Zoll), A7 (Bundespolizei) oder E5 (Tarif) sind diese Belastungen kaum zu stemmen. Ausgleichsmaßnahmen seitens der Politik sind hier dringend gefragt! Die Junge Gruppe bleibt dran!

In Kürze: Das ist die GdP-Lösung
In der Einführung von Verpflichtungsprämien und Personalbindungszuschlägen sehen wir ein Modell, welches
# auf Grundlage einer finanziellen Zuwendung KollegInnen, die ihren Dienst freiwillig über mehrere Jahre an den o.a. Dienststellen verrichten, entlastet.
# als Personalsteuerungsinstrument die Freiwilligkeit entsprechend der dienstlichen Notwendigkeiten erhöht und dadurch Unzufriedenheit durch Zwangspersonalmaßnahmen (auch in Form von unterstützenden Abordnungen) entgegenwirkt.
# eine langfristige Bindung an die betroffenen Dienststellen/Regionen begünstigt.
# die Attraktivität der Bundespolizei und damit die Wettbewerbsfähigkeit ggü. anderen Bedarfsträgern steigert.

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10 Kommentare
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  1. „…. im Auge zu behalten“

    Leere Phrase. Politikergeschwafel. Vergesst es.

  2. Ich glaube ein junger Anwärter, frisch von der Schule, sollte erstmal den Wert des selbstverdienten Geldes kennen und schätzen lernen!!! So erreicht man auch eine charakterliche Entwicklung der Selbstdisziplin im Umgang mit Geld.

  3. @ Maxi
    Zu Deinem Kommentar fällt mir nichts, aber auch gar nichts mehr ein.

  4. Die Politiker ! 709 Kollegen sind in Hamburg laut offiziellen Zahlen verletzt. 9 Kollegen davon schwer.
    Die Aufarbeitung der Politik beläuft sich mittlerweile auf die Polizeigewalt.
    Was sollen wir denn machen ? Beim nächsten Mal Hamburg abbrennen lassen, weil man gegen Gewalttäter nicht mit dem unmittelbaren Zwang mehr vorgehen darf ?
    Ich kann Kollegen verstehen, die kündigen und sich einen etwas dankbareren Beruf suchen.
    In jedem westlichen Land hat die Polizei mehr Rückendeckung und mehr Respekt innerhalb der Bevölkerung.
    Bei uns werden schon normale Routinekontrollen zum Anlass für Palaver, wie man bei uns sagt.

  5. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass ein junger Anwärter genug verdient!(Ich selbst bin unter 30 und weiss wovon ich rede)
    Wir sind so gut bezahlt, da sollte man die Kirche auch mal im Dorf lassen.

    Lieber sollte unsere allzu tolle Gewerkschaft, sich um die wichtigen Dinge in der BPOL kümmern!
    Vor allem herabsetzen der Wochenarbeitszeit.

  6. Oder der Bund baut Häuser und vermietet günstig an Beamte.

    Der Bund braucht Geld.
    Immobilien und Mietern nahmen sind gutes Geld.

    Aktive Mietpreisbremse möglich.
    Bezahlbaren Wohnraum in Ballungsgebieten und sonst auch.

  7. Wer geht denn heutzutage noch zur Polizei? Idealisten vielleicht. In München lebst zu als Polizist nahe am sozialen Abrund. Egal in welcher Gehaltsstufe. Später verdient man etwas mehr, hat aber ggf. durch die Familie höhere Verpflichtungen. Da lacht sich der Facharbeiter bei BMW oder Audi kaputt.
    Wenn die Behörde gute Beamte will, dann muss sie was dafür tun. Da reichen aber 70,-€ Ballungsraumzulage nicht!

  8. an K.L.:
    Die Zeiten sind vorbei, als der Bund, das Land, Privatfirmen und Bauvereine Wohnungen speziell für Beschäftigte gebaut haben.
    Wir sind dahin gebracht worden, wo wir sind. Fahren zur Arbeit bis deutlich über 100 Kilometer pro einfache Fahrt. Kürzungen oder Streichungen der Sonderzahlungen. Sehr geringe Lohnerhöhungen. Kaum noch sichere Arbeitsplätze. Mit der Privatisierung der Bundesbahn, der Bundespost und dem Fernmeldeamt sind viele sichere Arbeitsplätze verschwunden.
    Redet mal mit einem Postboten. Die, die gerade nach der Privatisierung mit einigermassen guten Verträgen beschäftigt sind, werden massiv unter Druck gesetzt. Weil die Post diese Leute gerne loswerden würde oder am besten in neue Verträge drücken will. Die Belastung nimmt für alle Postboten zu. Die Bezirke werden einfach vergrössert. Nur mal als ein Beispiel, wie privatisierte Staatsbetriebe mit ihren Mitarbeitern umspringen. Dazu werden bei der Post in Schnellkursen Hilfspostboten ausgebildet, die für sehr geringe Löhne schuften. Dass hier naturgemäss die Fehler höher sind, ist klar.
    Volkswagen hat seine Wohnungen massiv von en Preisen her angepasst, wie es so schön heisst. Da hat man in Wolfsburg nicht unbedingt mehr so viel von dem VW Gehalt.
    Die Mieten sind allgemein im gesamten Bundesgebiet und insbesondere nach dem Euro merklich gestiegen. Der Wohnungsmarkt ist derzeit angespannt wie noch nie zuvor in diesem Land. Nicht nur München, Hamburg und Berlin, wo es unter 1000 Euro praktisch gar nicht gibt. Auch in den meisten anderen Regionen des Landes kommt man mit einer einigermaßen guten Wohnung auf mindestens 750 Euro Wohnkosten. Also mit Nebenkosten, Strom und Gas. Ohne Festnetzanschluss und andere Dinge.

    Der soziale Wohnungsbau ist praktisch nicht mehr vorhanden. Überall schiessen gehobene Wohnungen aus dem Boden, die allesamt auch verkauft oder vermietet werden. In Dortmund am Phoenix See werden Preise verlangt, die grundsätzlich die (Monats)Löhne von Mindestlohnempfängern überschreiten und die meisten auch von uns Polizeibeamten. Die Spur führt dann bis rauf an die Küste. Dort werden die Häfen dichtgebaut mit teuren Wohnungen gleicher Art. An der Küste direkt findet er Wahnsinn dann weiter statt.

    Die Verhältnisse stimmen vorne und hinten nicht mehr. Der kleine Mann wird ausgenommen wie eine Weihnachtsgans. Und die Reichen werden immer reicher.
    Dass die Innenstädte, Fussgängerzonen und Einkaufszentren immer mehr klagen, ist auch klar. Das liegt nicht an der Internet Konkurrenz. Das liegt daran, dass die Leute einfach kein Geld mehr in der Tasche haben. Wir können ja froh sein, dass es Länden wie KiK, Action, Tedi usw. gibt.
    Denn auch die meisten Polizeibeamten leben von der Hand in den Mund.
    Eine bisschen bessere Wohnung frisst schon zuweilen die Hälfte der Besoldung auf. Der PKW noch einen grossen weiteren Teil. Dazu noch Versicherungen, Anwartschaft, Riester oder was auch immer. Essen will man ja auch noch.

    Wir benötigen eine völlige Umkehr. Das geht aber nur mit starken Gewerkschaften und einer echten Sozialdemokratie.

  9. Ja Ballungsraumzulage!!! Aber nur auch wenn HH darunter fällt. Ist ja bekanntlich auch ein Ballungsraum; zumindest was die Kri-Statistik angeht.

    Nu mal ernst; mir wäre die Übernahme der 200 Kollegen aus Berlin lieber, als die Ballungsraumzulage.

  10. Das Ganze betrifft doch nicht nur die Berufsanfänger. In München bist du mit Familie und A8 oder A9 finanziell kaum überlebensfähig. Hinzu kommt, dass für Frau und Kinder extra Krankenversicherung von meinem Nettogehalt fällig wird, solange ich gezwungenermaßen Alleinverdiener bin (Kind 1,5 J+3 J). Es muss für alle in den teuren Großstädten eine Ballungsraumzulage kommen oder der Dienstherr muss uns endlich alle anständig bezahlen! Deutliche Tariferhöhungen, Weihnachtsgeld, höhere Schichtzulagen, höhere Polizeizulage und Dynamisierung der Polizeizulage, mD Einstieg A8 oder A9, gD ab A10 oder A11. Die ganzen Sparmaßnehmen der letzen 10-15 Jahre rächen sich. A9Z (mD) sollte nicht die Ausnahme sein, sondern die Regel (siehe Lapo Bayern).

    Bitte auch die Beamten in die Zulage miteinbeziehen, die schon an den Ballungsraumdienststellen sind.

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