Plusminus vom 27.09.2017: Öffentlicher Dienst – Deutschland wird kaputt gespart

Zu wenig Polizisten, Pflegenotstand in Kliniken, Schwimmbäder schließen, Schulen verrotten – alle spüren den Stellenabbau bei Behörden. Wie handlungsfähig ist ein Staat auf Dauer, wenn fast überall Personal fehlt?

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3 Kommentare
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  1. Der öffentliche Dienst wird seit 1994
    kaputt gespart……

    Mfg.

  2. M.E. sind heutige Schuldzuweisungen fehl am Platz – ich sage nur Arbeitszeitverlängerung – im Kahlschlagverfahren, hat man Arbeitnehmererrungenschaften, die man in gewerkschaftlichen jahrzehntelangen Arbeitskämpfen durchgeboxt hatte, über den Haufen geworfen.

    Im Gutachten der Hans-Böckler-Stiftung 2012 (erstellt vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung*) heisst es: Gründe für die zum Teil massiven Einsparungen im öffentlichen Dienst waren zunächst der Personalüberhang in den ostdeutschen Ländern und Gemeinden, die „Friedensdividende“ im militärischen Bereich sowie die anhaltend angespannte Finanzlage auf allen Haushaltsebenen, die teils durch die schwache Wirtschaftsentwicklung, teils durch die Restriktionen im Zuge von „Maastricht“, vor allem aber durch die umfangreichen Steuersenkungen verursacht worden waren. Die vergleichsweise niedrigen Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst vermochten den Stellenabbau nicht zu bremsen.
    Umso mehr stellt sich die Frage nach den Perspektiven für die nächsten Jahre…(Punkt 7 Perspektiven).

    weiter heisst es dort: Danach hat die Personalausstattung – zumindest von einem gewissen Umfang an – weniger mit der konkreten Aufgabenerledigung als damit zu tun, dass das Bestandssicherungsinteresse der Institution (Ministerium, Abteilung) sowie die persönlichen Interessen der Bürokraten im Vordergrund stehen. Dieser „bürokratietheoretische“ Ansatz trifft allerdings,
    wenn überhaupt, nur auf einen Teil der Administration zu, nämlich dort, wo eine ausdifferenzierte Hierarchie existiert.

    Nur schwer zu beantworten ist die Frage, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang zusätzliche Stellen im Öffentlichen Dienst geschaffen werden müssen.

    Die Frage, ob zusätzlicher Bedarf besteht, soll hier hilfsweise so beantwortet werden, dass für die einzelnen Länder als Bedarfsmaßstab der Durchschnitt aller Länder (je 1.000 Einwohner) gewählt und in den „Defizitländern“ die Differenz zwischen Durchschnitt und Ist berechnet wird. Bei diesem Vorgehen ergibt sich in der Finanzverwaltung ein Zusatzbedarf von 4.500 Vollzeitstellen. Im Bereich Öffentliche Sicherheit und Ordnung errechnet sich ein Fehlbestand von 24.000 Stellen.

    https://www.boeckler.de/pdf/p_imk_study_25_2012.pdf

    Gesamt geht man im Gutachten von 100.000 Stellen im öD aus, was Kosten i.H. v. 5,5 Mrd. Euro bedeutet – das würde dann umgerechnet auf die 24.000 Polizeistellen Kosten i.H. v. 1,32 Mrd. Euro bedeuten.

    *Der Direktor des Makroökomonischen Instituts handelt es sich um Horn Gutav, der auch das Buch schrieb: „Des Reichtums fette Beute. Wie die Ungleichheit unser Land ruiniert“.

    Lt. der ZDF-Doku: Wei gerecht sind unsere Steuern und einer Studie von Prof. Peichl aus Mannheim gehen Deutschland jährlich 150 Mrd. Euro an Steuereinnahmen durch Steuerhinterziehung verloren.

    Sprich – es liegt anscheinend nicht am Geld, warum man keine Stellen bei der Polizei schafft – dass bräuchte man sich nur von der Straße holen – nur will der dafür zuständige Minister anscheinend nichts damit „am Hut“ haben..

  3. @Wächter

    Vollkommen richtig! Und das fällt diesen Experten JETZT auf!

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