GdP fordert breite gesellschaftliche Diskussion über Gewaltzunahme gegen Einsatzkräfte

GdP-Chef Oliver Malchow beim Nachrichtensender n-tv

GdP-Bundesvorsitzender Oliver Malchow bei n-tv

Berlin. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, fordert eine breite gesellschaftliche Diskussion über die deutliche Zunahme von Aggressionen gegenüber Einsatzkräften. Die Polizei erlebe ebenso wie Feuerwehr und Rettungsdienste die Auswüchse dieser Gewaltentwicklung, sagte Malchow am Mittwochmittag in einem Studiogespräch dem Nachrichtensender n-tv in Berlin. Als positiv bewertete er in diesem Zusammenhang das im vergangenen Jahr vom Bund verabschiedete Gesetz, wonach tätliche Angriffe auf Polizeibeamte und Rettungskräfte künftig härter bestraft werden.

Erste Urteile mit hohen Haftstrafen hätten in der Folge bereits ein klares Zeichen gesetzt. Er verwies darauf, dass die GdP über sieben Jahre darum gekämpft habe, damit der Gesetzgeber der wachsenden Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten eine angemessene Reaktion entgegensetze. Zudem werde in der Polizeiausbildung mehr auf körperliche Distanz wertgelegt. Einsatzverhältnisse wie in den USA jedoch lehnt Malchow ab.

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4 Kommentare
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  1. Servus Kollege Malchow,
    eine breite, öffentliche Diskussion über Gewalt gegen Polizeibeamte hilft uns meiner Meinung nach nichts, davon können sich die Kollegen vor Ort im operativen Streifen- und Schichtdienst nichts kaufen.
    Es würde uns aber helfen, wenn die Kollegen im Streifen- und Schichtdienst vor Ort, die täglich den Kopf hinhalten und diesen Angriffen ausgesetzt sind, eine deutlich höhere Polizeizulage erhalten würden. Ich denke da mal an so etwa 300€ monatlich aufwärts, und das Ganze dann natürlich auch ruhegehaltsfähig.
    Für die Kollegen im Tagesdienst, die diesen Angriffen nicht ausgesetzt sind, kann die alte Regelung ja bestehen bleiben.
    Zieht doch mal als Gewerkschaftsvertreter an einem Strang und setzt das bitte für die Schicht- und Streifenbeamten durch!
    Damit wäre uns geholfen! Ich denke, dass mehrere Kollegen meiner Meinung sind. Auch wenn jetzt wieder ein Aufschrei durch die Reihen der Tagesdienstbeamten in den Teppichetagen geht.

    Gruß aus Bayern.

  2. Zunehmende Gewaltexzesse, -spiralen, sind das (Langzeit-) Ergebnis sich über Jahrzehnte hinwegziehender Veränderungen in der Gesellschaft.

    Sollte man sich nicht eher fragen, warum viele in dieser Gesellschaft so einen Hass, so eine unbeschreibliche Wut auf alles hat, was nur annhähernd mit „Ordung“, sprich Polizei und Behörden zu tun hat?

    Vielleicht müsste man mehr ins Gespräch miteinander kommen – und auch mehr hinhören wo es klemmt – aber wir selbst so scheint es, verschliesen die Ohren – wenn es um gewisse Dinge geht.

    M.E. wird sich die Situation weiter verschärfen.

  3. Hallo Norbert, Daumen hoch…ich stimme Dir zu. Insbesondere bei dem Pkt…….Gewerkschaften sollten mal gemeinsam aggieren……aber das wird wohl Utopie sein und bleiben. Ruhigen Dienst und Grüsse aus Nds.

  4. Aus den Kommentaren kann ich bereits Ursachen der Gewaltzunahmen gegen staatliche Institutionen erkennen. Es geht um Einigkeit in der Gesellschaft. Das fängt bei uns schon an. Aussagen wie „Gewerkschaften sollten mal gemeinsam aggieren, aber das wird wohl Utopie sein und bleiben,“ oder „zieht doch mal als Gewerkschaftsvertreter an einem Strang,“ lassen glaubhafte Einigkeit – unter der großen Überschrift Gewerkschaft – nicht erkennen, eher die Bewahrung von immaginären unterschiedlichen Positionen. Niemand versteht das.

    Wie soll man dann im großen Bezug erkennen, ob noch der Souverän oder eher Interessensgruppen unsere Demokratie lenken und das Recht für sich beeinflussen. Also hilft sich der Hilflose damit, dass er die „Erkennbarkeit“ des Staates nicht oder nur eingeschränkt anerkennt. Mittlerweile hat sich diese Einstellung zur „sportlichen Bekämpfung von Einsatzkräften“ pervertiert. Ist das ein Zeichen oder eine Aufforderung über den fast abgeschafften Begriff der Tugend nachzudenken?
    Man sollte tatsächlich viel öfters nach dem „warum“ fragen, um das zu verstehen. Das ist der halbe Weg zur effektiven Eigensicherung…

    …und eventuell der Anfang einer Diskussion, die zu einer glaubhaften Einigkeit führt, die das Recht und die Freiheit beinhaltet.

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