Webtipp: Was Abschiebungen für die Bundespolizei bedeuten

Jörg Radek im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk

Pro Monat darf Deutschland 50 abgelehnte AsylbewerberInnen nach Afghanistan zurück schicken. Nun ist ein erneuter Flug von Düsseldorf nach Kabul geplant. Darüber, was die Abschiebungen für die Beschäftigten der Bundespolizei bedeuten, sprach Jörg Radek, Vorsitzender der GdP in der Bundespolizei, am Dienstagmorgen mit dem Bayerischen Rundfunk.

„Allein im Jahr 2016 haben wir insgesamt 243 solcher Rückführungen durchgeführt – nicht nur nach Afghanistan, sondern auch auf den Westbalkan und nach Westafrika. Da merken Sie, welche Bedeutung das Rückführwesen in der Bundespolizei bekommen hat. Aber wir haben dafür nicht mehr Personal bekommen“ so Radek gegenüber dem BR.

Das vollständige Interview gibt es hier zum Nachhören.

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6 Kommentare
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  1. Ich kann einfach nur noch lachen. Vor ca. 2-3 Jahren wurde in unserer schwäbischen „Einsatzinspektion“ ein Aufruf für die Meldung als PBL gestartet. Es haben sich viele – vor allem junge Kollegen – freiwillig gemeldet. Nur ein Bruchteil wurde jedoch tatsächlich weiter gemeldet. Jetzt hat man plötzlich Personalnot. Ich kann nur sagen: selber schuld! Heute melde ich mich mit Sicherheit nicht mehr.

  2. Wie jetzt?
    D darf nur 50 abgelehnte asylbewerber nach Afghanistan zurückschieben? Da ist ja wohl was in der Politik falsch gelaufen! !! Da muss eindeutig mehr Druck auf die Behörden ausgeübt werden. b

  3. Wie sich herausstellt, ist das Problem nicht nur, dass es zu wenige Rückführer gibt, sondern die Sicherheitslage viele Kollegen verständlicherweise davon abhält. Rückführungsmaßnahmen zu begleiten. Solange jede Maßnahme in der Presse öffentlich breitgetreten wird, hat der mitdenkende Beamte berechtigte Vorbehalte, seine Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Bedrohungen aus der Bevölkerung, Verhinderung der Maßnahmen und gezielte Drohungen gegen einzelne Kollegen sind die Realität.
    Verehrte Gewerkschafter, Transparenz und Verständnisentwicklung in der Bevölkerung für Rückführungsmaßnahmen in allen Ehren, die Sicherheit der Rückführer, so wie aller Polizeibeamten und ihren Familien sollten im Vordergrund stehen. Bitte wirken Sie daher im Rahmen Ihrer gewerkschaftlichen Arbeit darauf ein, dass solche sensiblen Maßnahmen vertraulich behandelt und für die Öffentlichkeit nicht als „Happening“ dargestellt wird.

  4. Was sie für den einzelnen Bundespolizisten bedeuten können, kann man im Westen nachlesen:
    https://www.derwesten.de/politik/bericht-islamisten-sollen-bundespolizisten-bedroht-haben-id213268115.html
    Dass die Gewerkschaft es nicht thematisiert, daran haben wir uns schon gewöhnt. Nur wozu habe ich eine Gewerkschaft ?
    In den Vereinigten Staaten wäre das übrigens anders für die bedrohenden Menschen abgelaufen. Aber dort hat die Polizei auf die volle Rückendeckung durch den Dienstherren, die Justiz und bei Bedarf auch durch die Gewerkschaft und zudem halten die Polizisten dort zusammen wie Pech und Schwefel.

    Wacht endlich auf. Wir leben nicht mehr in den Zeiten, wo der Herr Kommissar den Mord alleine durch Souveränität aufgeklärt hat und der Täter sich mit hängendem Kopf festnehmen liess. Wir leben auch nicht mehr in Zeiten, als das Sozialamt selber die Abzuschiebenden zum Flughafen brachte und diese (nicht mehr politisch Verfolgten) noch jahrelang bei den Leuten über Weihnachtsgrüße bedankt haben. Wir leben auch nicht mehr in der Zeit, wo Jugendliche beim Ertappen klein bei geben.

    Es ist unfassbar, wie sich die Sicherheitslage unseres Landes geändert hat. Parallel mit dem massiven Abbau von Polizeistellen auch durch politische Veränderungen.

    Wir benötigten normalerweise mindestens die doppelte Anzahl an Polizeibeamten, um auch so lapidare Dinge wie den Streifendienst abzuwickeln und eben durch Präsenz präventiv tätig werden.

    Aber wem erzähle ich das ?

  5. Endlich ist mal eine Bedrohung an die Öffentlichkeit geraten:
    https://www.focus.de/politik/deutschland/geheimbericht-islamisten-bedrohen-bundespolizisten-vor-eigener-wohnung-hund-rettet-ihn_id_8382932.html
    Eigentlich würde ich eine Thematisierung der selbsternannten Hauptvertretung aller Grenzschützer erwarten.

    Auch mal die Zahl der Ausreisepflichtigen von 500.000 Menschen laut FAZ im Vergleich zu den 243 begleiteten Rückführungen. Nun nicht jeder benötigt diese intensive Betreuung. Doch die meisten Ausreisepflichtigen wissen sich dank vieler Ratschläge bestimmter Stellen zu helfen und benötigen diese Betreuung. Bei der Schlagzahl – wenn alle begleitet werden müssten – wären wir immerhin in über 2000 Jahren fertig.

    Wenn ich darüber mit meinen amerikanischen Freunde rede, verstehen die die Welt nicht mehr. Wenn ich denen dann noch darüber berichte, dass diese Personen Ansprüche haben, halten die uns Deutsche für bekloppt.

  6. @Holger und Lothar
    Ihr sprecht mir und so ziemlich allen Kollegen, mit denen ich rege Dienst tue, so aus der Seele. Die Diskussion um die Themen versandet eben correcter Weise allzu schnell. Leider lese ich noch keinen Hinweis auf der Gewerkschafts-Website, dass man sich konkret dieser Problematik widmet. Immerhin ist seitens unseres zuständigen Ministeriums dem thematisierten Bereich doch eine sehr hohe Priorität eingeräumt worden. Dazu zählt eben auch die Sicherheit der Beamten. GDP – Ihr habt es doch mit in der Hand, die man sich vielleicht nicht unbedingt verbrennen möchte ?

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