Schlechte Perspektiven für Befristete

Motiv der GdP-Kampagne gegen Befristungen. Petition unter http://bit.ly/2GiqaIL

Zukunftssorgen, fehlende Sicherheit und ungerechte Bezahlung

Fast jeder zehnte Beschäftigte in Deutschland hat nur einen zeitlich befristeten Vertrag. Das sind über drei Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – und es werden immer mehr. Der DGB-Index Gute Arbeit hat untersucht, wie diese Menschen ihre Situation beurteilen – und welche Altersgruppen und Branchen besonders betroffen sind.

Befristungen als Massenphänomen

Ein sicheres und unbefristetes Arbeitsverhältnis ist der am häufigsten geäußerte Wunsch von Beschäftigten hinsichtlich ihrer Erwerbssituation. Eine unbefristete Beschäftigung ist die unabdingbare Voraussetzung für eine verlässliche Lebensplanung.
Die Realität sieht für viele Beschäftigte jedoch anders aus: Im Jahr 2016 erfolgte fast jede zweite Neueinstellung auf Basis eines befristeten Arbeitsvertrags. Insgesamt arbeiten in Deutschland mehr als drei Millionen Beschäftigte befristet. Von allen Betroffenen geben nur 6 Prozent an, dass sie sich bewusst ein befristetes Beschäftigungsverhältnis gesucht haben.

Wie beurteilen befristet Beschäftigte ihre Situation?

Eine Sonderauswertung der Beschäftigtenbefragung zum DGB-Index Gute Arbeit für die Jahre 2012 bis 2017 zeigt, dass die unsichere Zukunftsperspektive für viele befristet Beschäftigte eine große Belastung darstellt. Die zentralen Ergebnisse:
# Fast jede/r zehnte Beschäftigte in Deutschland hat einen befristeten Arbeitsvertrag.
# Der Anteil der Befristeten ist in jüngeren Altersgruppen höher. Dennoch ist die Hälfte aller befristet Beschäftigten 30 Jahre oder älter.
# Das Gastgewerbe, Reinigungs- und Sicherheitsdienste sowie „Erziehung und Unterricht“ sind die Branchen mit den höchsten Anteilen befristet Beschäftigter.
# Ängste um die berufliche Zukunft sind bei Befristeten doppelt so stark verbreitet wie bei Unbefristeten.
# Mehr als die Hälfte der befristet Beschäftigten empfindet ihr Einkommen als nicht leistungsgerecht.
# Drei Viertel aller befristeten Beschäftigten haben keine Möglichkeit, eine ausreichende betriebliche Altersvorsorge aufzubauen.

Text: DGB

Zum Weiterlesen:
DGB: Befristete Beschäftigung: und tschüss!

Kölner Stadtanzeiger: Vor allem der Staat stellt sachgrundlos ein

ver.di-Infoseite zu prekärer Beschäftigung im Bund

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