Tarifrunde: Konfrontationskurs trotz hervorragender wirtschaftlicher Lage verwundert

Potsdam/Berlin. Bei der ersten Runde der Tarifverhandlungen für die rund 2,3 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes (öD) in Bund und Kommunen haben die Arbeitgeber die Forderungen der Gewerkschaften als nicht bezahlbar bezeichnet. Man sei „in Höhe und Struktur komplett auseinander“, hieß es. Ein eigenes Angebot hatten die unter Führung von Hans-Georg Engelke, Staatssekretär im Bundesinnenministerium des Innern, und Thomas Böhle vom Verband kommunaler Arbeitergeber (VKA) den Gewerkschaften nicht unterbreitet.

Position werden Arbeitgeber nicht halten können

„Angesichts der hohen Steuereinnahmen verwundert mich der Konfrontationskurs der Arbeitgeber. Während sich Ökonomen bei der wirtschaftlichen Lage hierzulande mit Höhenflügen übertreffen, sitzen Bund und Kommunen auf ihrem Geld und wollen den berechtigten Nachholbedarf der öD-Beschäftigten nicht sehen“, sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, am Montag in Potsdam. Diese Position würden die Arbeitgeber in der nächsten Runde kaum halten können, betonte Malchow.

Die Gewerkschaften hatten ihre Forderungen von sechs Prozent mehr Entgelt oder mindestens 200 Euro mehr bei einer Laufzeit von zwölf Monaten bekräftigt.


Unsere Kolleginnen und Kollegen beim Aufmarsch zur ersten Verhandlungsrunde (Youtube Video)

Aus der Presse:

ZDF heute: Schwierige Tarifrunde gestartet

SPIEGEL online: Im öffentlichen Dienst drohen Streiks

RBB Aktuell

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11 Kommentare
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  1. Wir werden wieder verarscht…….
    Gestern sagte die Kanzlerin:“ Die innere Sicherheit ist der Kernpunkt der Politik der Bundesregierung und ist nicht verhandelbar“
    Dann tut auch endlich was, bezahlt Eure Staatsdiener so wie es ihnen für ihre geleistete Arbeit zusteht….
    Stell Dir vor es ist G20 Gipfel und kein Polizist ist da……..
    Ohne den öffentlichen Dienst läuft nichts in Deutschland
    Die Steuereinnahmen sprudeln nur so dahin also gebt dem öffentlichen Dienst endlich das was ihm zusteht….
    Ich sage den Gewerkschaften:“ Bleibt hart setzt Euch mal endlich gegen diese Blutsauger durch!“

    :-)

  2. Hallo ….super Video

    Aber ich wette, das wieder alles auf zwei Jahre , bzw 24 Monate verteilt wird. Und zwar max 4 Prozent.

  3. Ich hoffe nur, dass sich die Gewerkschaft mal mit den Vorderungnen durchsetzt, nicht wie fast jedesmal irgenwelsche faule Kompromisse macht.

  4. Liebe Gewerkschaftsvertreter,
    ich würde jetzt bitten, die gleiche Linie wie die IG Metall bei Ihrer letzten Lohnverhandlung vor kurzer Zeit zu fahren.
    Sofort mit heftigen und deutlich spürbaren Warnstreiks beginnen, bei weiterer Nichtbeachtung und Arroganz gegenüber den meiner Meinung nach mehr als berechtigten Forderungen unsererseits sofortige Abstimmung für Streikmaßnahmen durchführen und anschließend sofortiger, flächendeckender Streik im Öffentlichen Dienst. Bitte nicht wieder wochenlang hinhalten lassen und um ein Arbeitgeberangebot betteln, das sowieso viel zu niedrig ist.
    Nur wenn richtig gestreikt wird, wird ein für uns tragbares Ergebnis zu erreichen sein.
    Nur für ein Jahr festlegen lassen und eine Mindesterhöhung der Bezüge analog der IG Metall ist meiner Meinung nach das Mindeste, was uns zusteht.

  5. @Railwaycop

    Da sieht man wieder deutlich, was das Wort unserer Regierenden wert ist! Nämlich gar nichts! Danke Frau Merkel, danke Herr Schäuble und danke Herr de Miziere! Und zwar für gar nichts!

  6. Es werden maximal, nach langen Verhandlungen 5,7% herauskommen. Aber über zwei Jahre verteilt. Und natürlich als Erfolg verkauft. So wie immer.

  7. Die Ballungsraumzulage für hochpreisige Mietlagen kommt dann wohl auch erst wieder im Frühjahr 2021 auf die Tagesordnung?

  8. Herabsetzung der Arbeitszeit???

    Mfg.

  9. norbert: 100% Zustimmung
    Bei der „niedrigen“ Forderung wird doch wie alle Jahre wieder das Ergbnis heruntergehandelt und wir bekommen für dieses Jahr 2,xx% und für nächstes Jahr 2,xx%; dann haben wir wieder einmal 24 Monate Laufzeit und eine prozentuale Erhöhung ohne Mindestsockel.
    Mein Vorschlag: Erhöhung jährlich analog der Rentenerhöhung, dann hört auch das Bildzeitungsbeamtengelaber auf!

  10. Die Forderungen nach mehr Lohn sind bei jeder Tarifrunde schön und recht – erreichen aber oft nicht das gewünschte Ziel (siehe „nur so“: Wir bekommen 2,xx % usw.). Vielleicht sind ja jährliche Fixbeträge ein Mittel – letztendlich werden aber auch sie durch anderweitige Preis- u. Kostensteigerungen immer wieder aufgefressen. Das Karussell von Mieterhöhung, Beiträge für die KV, LV usw. erhöhen sich auch nach jeder Tarifrunde – um nur einige Beispiele zu nennen.

    Verkürzung der Wochenarbeitszeit, Lebensarbeitszeit, Erhöhung/Pensionsfähigkeit v. Polizeizulage, DzuZ – auch hier gäbe es noch Platz nach oben.

    auch im Laufbahnrecht – zwei Laufbahnen – mit Mindestbesoldung ab 4000 Euro netto

    Damit wäre zumindest ein Anfang gemacht…

  11. @norbert 28. Februar 2018 @nur so 1. März 2018
    Schon mal den Tarifabschluss im Detail gesehen oder besser die Tarifabschlüsse ?
    In Baden Württemberg 4,3 Prozent auf zwei Jahre, ja plus Einmalzahlungen. Aber auf zwei Jahre.
    VW 4,3 Prozent auf zwei Jahre und drei Monate. Auch plus Einmalzahlungen.
    Was bei uns rauskommt kann ich Euch schon so sagen.
    Laufzeit minimal 24 Monate, wohl eher 30 Monate. Erhöhungen zusammen gerechnet auf 5 Prozent und damit „über“ dem Metallabschluss.
    Hiesse dann 1,7 Prozent sofort, 2,3 Prozent im Februar 2018 und im März 2020 nochmal 1,0 Prozent Erhöhung mit einer Laufzeit bis zum September 2020. Verkauft wird das in der Bild als 5 Prozent mehr für den öffentlichen Dienst und deutlich über den Metallabschlüssen. Damit die Stimmung im Volke wieder passt. Wenn die ganz perfide sind, rechnen die noch eine Einmalzahlung über den A7er und über den Daumen gepeilt in die prozentuale Rechnung mit hinein, damit die garantiert auf ihre 5 Prozent kommen.

    Für mich heissen 6 Prozent Lohnforderung auch eben sechs Prozent für 12 Monate und Punkt. Bei eventuellen Kompromissen eben 4 oder 5 Prozent auf 12 Monate Laufzeit. Und die Forderung nach 200 Euro minimale Lohnerhöhung ? Das würde ja bis zum „kleinen“ POK Stufe 3 greifen. Wir werden nicht mal auf 75 Euro diesbezügliche Erhöhung kommen.

    Und da alle so tolle Forderungen haben und Schleswig Holstein sogar die Arbeitszeiten verringert hat.
    Wie wäre es als allererster Schritt eine echte und unwiderrufliche 40 Stunden Woche einzuführen ? Bei der Truppe und den Bereitschaftspolizeien der Länder und selbst auf vielen „normalen“ Polizeidienststellen sparen die Dienstherren doch 25 Prozent des Personals, weil die alle ganz locker 10 Überstunden in der Woche machen. Es gibt Gerüchte, dass einige Kollegen sogar die 72 Stunden Woche haben. Ohne Lohnausgleich versteht. Würde man die gleichen Arbeitszeiten bei VW oder woanders in der Metallindustrie aufbringen, wären sehr viele Kollegen locker über den von BuFiPo angedachten 4000 Euro.

    Aber das vergleicht die tolle Bild nicht. Die rechnen sich gerade einen zusammen, dass wir 10 Prozent mehr Lohn haben wollen.

    Also ! Entweder die verbindliche 40 Stunden Woche oder die Bezahlung der Überstunden mit gleichen prozentualen Zulagen wie in der Metallindustrie. Also die verbindliche monatliche Auszahlung der Überstunden mit den entsprechenden Zulagen. Mit einem Polster von vielleicht 10 bis 20 Stunden. Aber nicht solche Geschichten wie Auszahlung nach einem Jahr und mit massiven Abzügen.

    Doch wir sind in dem Sinne Billigarbeitskräfte. Hoch qualitative Polizeiarbeit ist es, die wir leisten. Heute im Alltag, am Wochenende und auch eben bei Demos und dem Fußball. Bezahlt werden wir wie Leiharbeiter. Mit 2,41 Euro unter der Woche Nachtzulage und „immerhin“ über 5 Euro pro Stunde bei Einsätzen an Sonntagen und Feiertagen. Dazu kommt noch, dass unsere Überstunden dahinschlummern und wir kaum oder keinen Freizeitausgleich haben. Einige Kollegen haben sogar schon die reale 6 Tage Woche. Also nicht nur die reale 50 Stunden Woche. Und die Daumenschrauben in der Realität werden immer enger angezogen. Und dann werden wir noch unter Druck gesetzt, wie es in der freien Wirtschaft nur mit Leiharbeitern gemacht wird, weil man es mit denen ja auch machen kann.

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