Erste Annäherungen bei Tarifverhandlungen

Detlev Mantei, Vorsitzender der GdP-Bezirkstarifkommission, machte am zur Begrüßung gegenüber Bundesinnenminister Seehofer am Sonntag in Potsdam unsere Forderungen für ein faires Tarifergebnis deutlich.

Potsdam. Bei den Tarifverhandlungen in Potsdam hat es Annäherungen in Einzelfragen zwischen den DGB-Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes und den Arbeitgebern von Bund und Kommunen gegeben. „Die Arbeitgeber haben das Interesse signalisiert, den öffentlichen Dienst attraktiver zu machen. Es hat Annäherungen in Einzelfragen gegeben, und es sind erste Fortschritte erzielt worden“, sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, am Sonntagabend in Potsdam. Die Verhandlungen werden zurzeit fortgesetzt.

Endlich verhandlungsfähiges Angebot vorlegen
Gespannte Neugier herrschte unter den Mitgliedern der Delegationen am Sonntagmorgen vor der möglicherweise entscheidenden dritten Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst in Bund und Kommunen. Sie begann mit Pauken und Trompeten, als hunderte Demonstranten die Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes vor dem Tagungshotel in Potsdam mit allem begrüßten, was ordentlich Krach macht.

GdP-Chef Malchow: „Die Lautstärke dieses Empfangs ist für unsere Kolleginnen und Kollegen auch Ausdruck ihrer Wut über das bisherige Verhalten der Arbeitgeber, die es in den zwei vorhergegangenen Runden nicht geschafft haben, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen.“

Eingeheizt wird der Arbeitgeberseite schon seit Wochen: 150.000 Beschäftigte haben sich in der vergangenen Woche an Warnstreiks beteiligt, in der Woche vor Ostern waren es bereits 70.000. Vielerorts standen Straßenbahnen und U-Bahnen still, Flüge wurden gestrichen. Müllabfuhr, Kitas, Krankenhäuser und Stadtverwaltungen waren betroffen. Trotz mancher Unbequemlichkeit, die sie während der Warnstreiks in Kauf nehmen mussten, haben nach dem am Freitag veröffentlichen neuen ZDF-„Politbarometer“ 75 Prozent Verständnis für die Anliegen der Gewerkschaftsmitglieder.

„Der öffentliche Dienst hat einmal mehr gezeigt, dass es ohne ihn nicht geht und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer es wert sind, angemessen bezahlt zu werden. Deshalb fordern wir für die rund 2,2 Millionen Tarifbeschäftigten bei Bund, Städten, Gemeinden und kommunalen Unternehmen und für die rund 350.000 Beamtinnen und Beamten und 180.000 Versorgungsempfängerinnen und ‐empfänger des Bundes sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro pro Monat“, betonte Malchow.

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6 Kommentare
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  1. Was ist unser grösstes Problem ?
    Die Kosten, welche uns davonlaufen.
    Insbesondere die Mieten sind aus dem Rahmen gelaufen. Durch diverse Umstände. Es wird in allen Städten und auch in den ländlichen Regionen nur noch Mittelklasse und Luxus errichtet.
    Dann sind die Energiekosten gestiegen. Und zwar auch künstlich.
    Dazu sind die Nebenkosten gewaltig gestiegen. Wir können man alle zu Gott beten, dass die Grundsteuer jetzt nicht erhöht wird.

    Das muss auch thematisiert werden. Selbst Jungingenieure – nicht nur in Hamburg und München – haben auch Probleme mit den hohen Mieten, die auch 75 Prozent ihres Gehaltes für die Wohngesamtkosten aufbringen müssen.

    Es wird überall nur noch gerafft. Wir haben das amerikanische System übergestülpt bekommen. Vor allem mit der Privatisierung der gewinnbringenden Staatsfirmen. Aber ohne die Löhne für Fachbereiche anzugleichen. LKW Fahrer sind bei uns der letzte … , in den USA verdienen die 90 Euro die Stunde. Hier 1300 Euro netto plus Spesen. Dafür, dass die Wächter und Lagerist für 14 Tage sind.
    Auch die Polizei ist hier unterbezahlt. In den USA würden die Gewerkschaften auf die Barrikaden gehen, wenn die Polizei so überlastet wäre wie hier. Zudem die Polizisten nach Belastung bezahlt werden.

    200 Euro sind in Wahrheit etwas für den hohlen Zahn. Und solange wir Vorgesetzte haben, die sagen „Bedenken sie mal, was ein Verkäufer bei Real verdient.“, wissen wir um unsere Wertschätzung.
    Aber wahrscheinlich hätte ich besser bei unserem Real anfangen können. Da hätte ich zwar weniger Geld, aber eine angenehme Arbeit. Denn bei Real werden die Mitarbeiter noch anständig behandelt und in der Regel nicht anspuckt. Zudem ich mit dem Rad zur Arbeit fahre könnte und nachts frei.

  2. In den Tagesthemen wird gerade verbreitet, dass eine Kompromiss in den Tarifverhandlungen erzielt worden sei.
    2018 3,19 %, 2019 3,0% und 2020 1% bei einer Laufzeit von 30 Monaten.
    Die Laufzeit ist brutal zu lange.
    Im Schnitt ergibt sich eine Erhöhung für die 30 Monate von ca. 2,8% bei einer Forderung von 6%.
    Es ist immer das Gleiche. Die Gewerkschaften trommeln wie blöd, raus kommt nur Scheiße.
    Der Abschluß ist Grottenschlecht.

  3. Wichtig und auch schon geschehen,
    gottseidank, ist doch immer zuerst die
    Diäten anzupassen. Den Bundestag aufzublähen,
    und neue Staatssekretäre zu ernennen. Im Innenministerium
    sind es jetzt „acht“ !!

    Mfg.

  4. Der Tarifabschluss ist ein Schlag ins Gesicht für alle Bediensteten des ÖD
    Die Tarifparteien haben mal wieder an die schwarze Null und Ihre eigenen Posten gedacht
    Alle Versprechungen und Beteuerungen den ÖD zu verbessern sind Schnee von Gestern
    Danke lieber IM aus Bayern, danke Gewerkschaft

  5. Bsirske ist zufrieden.
    01.03.2018 3,19 Prozent mehr Lohn
    01.04.2018 (also eine Jahr und einen Monat später) 3,09 Prozent mehr Lohn
    01.03.2018 (11 Monate später) 1,06 Prozent
    Laufzeit bis zum 01.09.2020
    Keine Anhebung für die unteren Lohngruppen. Die Einmalzahlung ist nicht der Rede wert.

    Von 6 Prozent und 12 Monaten Laufzeit Lichtjahre entfernt.

    Herr Seehofer verspricht den Beamten ähnliche (!) Erhöhungen.

    Die Medien reden von 7,5 Prozent.

    Danke für nichts.
    Ein Herr Bsirske, der nebenbei 50.900 Euro netto Aufsichtsratsratsvergütung im Jahr behält. Zusätzlich zu seinen Tantiemen von der Verdi (oder wie der Laden sich noch schreibt). Dafür muss ich schon ein kleiner Polizeidirektor / leitender Polizeidirektor sein.

    Damit mich keiner verkehrt versteht ! Ich gönne anderen ein gutes Salär. Nur wir da unten müssen immer mehr von der Hand in den Mund leben. Es war bei uns über russische Polizisten, Zöllner, Soldaten und andere in deren ö.D. tätigten Menschen vor Jahren die Rede. Eben auch, dass das bei uns unmöglich ist. Die gleichen Gefahren herrschen mittlerweile zumindest bei den Berliner Kollegen. Die durch die Mieterhöhungen überhaupt nicht mehr wissen, wie sie noch was bezahlen können. In anderen Metropolen und Großstädten sieht auch nicht mehr viel besser aus.
    Selbst in mittleren Regionen laufen die Wohnkosten auch den Polizisten davon und man kommt noch gerade so über die Runden.
    Das ist ein überaus gefährliche Entwicklung.
    In den Vereinigten Staaten von Amerika bezahlt man seine Polizeitruppe und den gesamten öffentlichen Dienst sehr gut. Auch eben nach Leistung. In dortigen Metropolen erhalten die Kollegen mehr als ein Polizist auf dem Lande. Zudem die Durchlässigkeit mehr gegebene ist. Dort kann man sich aus der Großstadt leicht auf eine Dienststelle auf dem Lande bewerben und versetzen lassen, wenn man den Druck nicht mehr aushält. Hier kommt man aus Berlin sein Leben lang nicht mehr raus, es sei denn, man findet einen Tauschpartner. Und die „knackigen“ Bengels der Bahnpolizei müssen sich in Essen, Dortmund und Gelsenkirchen immer mehr mit Individuen herumprügeln, die jünger sind und immer gefährlicher werden. Auch die Kollegen haben praktisch keine Chance irgendwo eine ruhigere Dienststelle zu bekommen. Von der Landespolizei auf dem Dorf mal abgesehen. Doch auch hier ist auf den kleineren von uns noch angefahrenen Bahnhöfen und den Dörfern eine Entwicklung zu beobachten, dass sich dort ähnliche Szenen wie in der Großstadt abspielen. Es gibt fast keine ruhigeren Orte mehr in Deutschland. Die Möglichkeiten zum Durchgreifen sind minimal. Wenn Kollegen hart durchgreifen, gibt es von allen Seiten Demos und Kritik. Der Rückenhalt des Dienstherren ist eh bei null.
    Auch das ist eine gefährliche Entwicklung. Wenn einem Kollegen gegen den Kopf getreten wird, einem anderen Kollegen der Arm gebrochen wird, können wir nicht immer daneben stehen und beschwichtigen. Nur wenn sich unsere Aktionen nur nur vor der Presse, sondern auch vor dem Kadi wiederfinden, werden Kollegen sich beim nächsten Mal überlegen, ob sie überhaupt was machen.
    Wir können uns ja glücklicherweise noch aus Gründen der Eigensicherung bei gewissen Dingen zurückziehen. Doch das bewirkt noch mehr Jubel der Gegenseite und Verwunderung über die, die wir schützen.
    Doch wir sind nicht alleine. Die normale Bevölkerung weiss, was wir auszustehen haben. Wir bekommen auch genügend verbale Unterstützung, wenn wir denn mal an normalen Vormittagen die Zeit haben, mit dem Bürger den Kontakt zu pflegen.
    Die sagen ganz klar, dass wir nicht genug durchgreifen dürfen. Dass uns der Dienstherr und die Justiz im Regen stehen lässt.
    In den Niederlanden haben vor einiger Zeit ein paar Schalker – nicht im direkten Zusammenhang mit dem Fußball – sich eine Prügelei mit Niederländern geliefert. So weit, so gut und wohl nicht die Wiener Sängerknaben auf beiden Seiten. Aber dann haben die Gelsenkirchener die eintreffende Polizei angegriffen. Mehrere von ihnen bleiben gleich in U-Haft. Die Höchststrafe waren über vier Jahre Haft.
    Hier wäre – einfach mal vorausgesetzt Niederländer hätten sich mit unseren Jungs geprügelt – es anders gelaufen. Aufnahme der Personalien aller Beteiligten. Anzeige wegen „Pillepalle“. Jahre später die Prozesse und in dem Sinne Du Du Du. Keine Haft.

    Aber es wird sich hier nichts mehr positiv verändern. Irgendwann werden nicht mehr nur noch in Berlin die Kollegen mit Schutzgittern vor dem Fenster im Mannschaftsbus Streife fahren.

    Eine Null Toleranz Politik wie in New York erwarte ich hier sowieso nicht mehr.
    Wenn ich über die Grenze fahre, wundere ich mich immer wieder, wie sauber die Niederlande sind. Entweder müssen die dort die ganze Nacht über mit dem Kehrbesen tätig sein oder die sind sauberer.
    Bei uns verkommt es immer mehr. Glasscherben, keine „Flachmänner“ aus Plastik, Becher, Müll, usw.. Bei Großveranstaltungen benehmen fast alle wie … .
    Aber da die Polizei nichts sagt und die Lehrer mit der antiautoritären Erziehung „durchgreifen“, wird das auch nichts mehr.
    Ein Kind im Kindergarten, welches sich am Klettergerüst festhält, darf vom Erzieher nicht mit körperlichen Mitteln fortbewegt werden.
    Es muss das Kind mit Worten davon überzeugt werden, dass es von selber reinkommt. Paul nun komm. Paul, komm doch. Paul, du Mus die Stange loslassen. 10 Minuten sind da keine Seltenheit. Solch ein Kind entwickelt keine Genzen und keine Respekt.
    Klare Grenzen benötigt jede Gesellschaft.
    Aber wenn man schon die Fußballspieler sieht und wie sie schauspielern und unsere Kinder das nachmachen, wir mir schlecht. Denn das beeinflusst die Gesellschaft mehr, als uns allen lieb ist.

  6. Ein sehr, sehr schlechter Tarifabschluß, nicht einmal 4% pro Jahr. Wann wenn nicht jetzt?

    Bsp.: Im Geschäftsbereich des BMF können sich derzeit alle Tb im Bereich E5-9a für ein Studium bewerben, es gibt tatsächlich 5 Plätze!

    Das nennt man Wertschätzung im öffentlichen Dienst!

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