„Pflegezeit“ ist für Polizeibeschäftigte großes Thema

Winfried Wahlig, Vorsitzender der Seniorengruppe (Bund) der GdP.

Berlin. Die Seniorinnen und Senioren in der Gewerkschaft der Polizei (GdP) unterstützen den Vorschlag der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) für eine Pflegezeit analog des Modells der Elternzeit. „Polizeibeschäftigte, die häufig Dienste zu wechselnden Tages- und Nachtzeiten leisten, haben heutzutage kaum eine Alternative zu einer Unterbringung des zu pflegenden Angehörigen in einem Heim“, sagte der Vorsitzende der GdP-Seniorengruppe (Bund), Winfried Wahlig, am Dienstag in Wiesbaden.

Er halte es zudem für falsch zu erwarten, dass Ehe- oder Lebenspartner die Pflegearbeit voll übernehmen würden. „Auch unsere Kolleginnen und Kollegen haben Eltern, um die sie sich im Falle einer Pflegebedürftigkeit gerne selbst kümmern würden.“ Und dass ohne zu große finanzielle Einbußen oder dienstliche Nachteile, betonte der ehemalige Beamte des Bundeskriminalamtes (BKA).

Angesichts des „Tages der älteren Generation“ am morgigen Mittwoch erläuterte Wahlig die aus Sicht der lebensälteren Gewerkschafter schon heute immer deutlicher werdenden Herausforderungen an eine immer älter werdende Gesellschaft. „Auf unserer GdP-Seniorenkonferenz Mitte März haben wir unter dem Motto ‚Erfahrung gestaltet Zukunft‘ bereits zahlreiche Baustellen aufgezeigt. So ist eine der größten Hürden für Seniorinnen und Senioren die fortschreitende Digitalisierung des Alltags. Daher haben wir in diesem Zusammenhang vor einer zunehmenden Ausgrenzung älterer Menschen eindringlich gewarnt“, sagte der GdP-Senioren-Chef. Wahlig plädierte dafür, die ältere Generation viel stärker an Gestaltung und Mitbestimmung der Gesellschaft zu beteiligen.

Die Seniorengruppe (Bund) der Gewerkschaft der Polizei vertritt die Interessen von mehreren Zehntausend sich im Ruhestand oder in Rente befindlichen Beschäftigten.

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