Tarifeinigung erzielt

(v.l.) Oliver Malchow (GdP), Marlis Tepe (GEW), Dr. Thomas Böhle (VKA), Bundesinnenminister Horst Seehofer, Frank Bsirske (ver.di) und Ulrich Silberbach (dbb).

Potsdam. Nach langwierigen Verhandlungen haben sich die Gewerkschaften des Öffentlichen Dienstes mit den Arbeitgebern am späten Dienstagabend in der 3. Tarifrunde für die Beschäftigten des Bundes und der Kommunen auf ein vorläufiges Ergebnis verständigt. GdP-Bundesvorsitzender Oliver Malchow: „Es ist der Kraftakt gelungen, die Entgelttabellen zu reformieren. Davon werden fast alle Beschäftigte mit einer Lohnsteigerung von über 3 Prozent schon in diesem Jahr profitieren. Am Ende der Laufzeit von 30 Monaten werden die Tabellenentgelte um rund 7 Prozent gestiegen sein. Das ist unter dem Strich ein Abschluss, den wir vertreten können.“

Der GdP-Chef weiter: „Wichtig ist für uns, dass die unteren und mittleren Einkommensgruppen am Ende der Laufzeit der 30 Monate spürbare Erhöhungen erhalten, die unserer Forderung sehr nahe kommen. Erfreulich für die GdP ist die angekündigte zeit- und wirkungsgleiche Übertragung auf die Beamtinnen und Beamten des Bundes.“

Wie der Verhandlungsführer der Gewerkschaften, ver.di-Vorsitzender Frank Bsirske erläuterte, handelt es sich bei der Einigung um ein „komplexes“ Programm, das die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit des öffentlichen Dienstes verbessern soll. Die Strukturreform der Entgelttabelle berücksichtige die Probleme der öffentlichen Arbeitgeber bei der Personalgewinnung für hochqualifizierte Positionen ebenso, wie sie den Nachholbedarf in der Einkommensentwicklung bei allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern insbesondere in den unteren und mittleren Gehaltsgruppen des öffentlichen Dienstes befriedige.

Share

Themenbereich: Aktuell | Drucken

16 Kommentare
Eure Meinung zu diesem Beitrag ist uns wichtig: »

  1. Werden da für uns nun noch immer die 0,2 % abgezogen? Oder ist das schon ausgelaufen?

  2. Einfach nur lächerlich ( alles andere ist schon seit Monaten von den Mitgleidern gesagt)

  3. @PST

    Ja, die 0,2% werden noch abgezogen.

  4. Ich kann mich nur dem “ Railwaycop“ anschliessen.
    Dieser Abschluss ist einfach nur lächerlich ! Wie kann man so etwas für gut verkaufen ?

    6 % oder mindestens 200 € wurden gefordert. Was ist daraus geworden ?
    7,5 für 30 Monate = bedeutet bei Bundesbeamten nach der üblichen 3 x 0,2 Prozent Abzug für die PensionsRücklagen,
    6,9 % für 30 Monate . Oder genauer gesagt : ca. 2,7 % pro Jahr ! ( auf 30 Monate gerechnet)
    Bedeutet für einen A9 Bundes-Beamten : ca. 95 € ! Da sind wir aber meilenweit von den geforderten 200 € entfernt.
    Wenn mann jetzt noch die Inflation einreichnet ( ca. 1,5% ) ist es noch erschreckender !

    So ein niedriger Abschluss in der jetzigen sehr guten Wirtschaftlichen Lage für 30 Monate auszuhandeln, ist
    unglaublich schwach verhandelt !

  5. Wie ein Vorredner schon anfügte… einfach lächerlich. So wie jeder Tarifabschluß… eine geringe prozentuale Erhöhng und nichts weiter. Keine Rede mehr von der Angleichung der wöchtlichen Arbeitszeit der Beamten an die Angestellten, keine Erhöhung der Zusatzurlaubstage für Wechselschichtduenstleistente etc. etc. ! Wie immer wird alles schön geredet!

    [Anmerk. d. Red.: Es handelt sich hier zunächst um Tarifverhandlungen. Die von dir genannten Punkte Wochenarbeitszeit für Beamte und Zusatzurlaub Wechselschichtdienst sind Themen aus dem Beamtenbereich und können nicht in Tarifverhandlungen verhandelt werden, da sie nicht dem Tarifrecht unterliegen.]

  6. Wird die Arbeitszeit der Beamten auf das Niveau der Tarifbeschäftigten übertragen?

    [Anmerk. d. Red.: Es handelt sich hier um Tarifverhandlungen. Die Wochenarbeitszeit für Beamte kann nicht in Tarifverhandlungen verhandelt werden, da sie nicht dem Tarifrecht unterliegt.]

  7. Lächerlich…auf 30 Monate aufgeteilt, immer wieder das gleiche Prozedere und dann lässt man sich „feiern“ für diesen Abschluß. Die Gewerkschaften sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.

  8. Mit 41 Stunden zu 36 Stunden ziehste auf dauer kein Personal. Rechnet das mal in Geld um.

    [Anmerk. d. Red.: Es handelt sich hier um Tarifverhandlungen. Die Wochenarbeitszeit für Beamte kann nicht in Tarifverhandlungen verhandelt werden, da sie nicht dem Tarifrecht unterliegt.]

  9. Großes Lob an unsere KollegInnen aus der Tarifkommission.
    Es ist ein hervorragendes Ergebnis für alle unsere Kolleginnen und Kollegen erreicht worden.
    Besonders durch die Veränderungen in den Stufen ist es erstmals gelungen auch in den unteren Einkommensklassen eine deutliche Gehaltserhöhung zu erzielen.
    Vielen Dank und weiter so!!!

    P.S.
    Betreffend den 0,2 % bitte ich die Redaktion nochmals einige Erläuterungen zu geben.

  10. Allen Kritiken zum Trotz – diejenigen, die sich dort oben (also für uns alle) die Köpfe „zerschlagen“ haben – mein Dank – jeder von uns weiß (egal ob Anwärter oder Altgedienter) – dass unsere Arbeitgeber (obwohl sie im Grunde genommen) „für uns alle da sein sollten“ – es aber tatsächlich nicht sind – sondern wenn es ums Geld/Verbesserung für die Beschäftigten geht, – den Part des Widersachers übernommen haben. Auch wenn das „Ergebnis“ – „überschaubar“ und die Dauer „übertrieben“ – anscheinend reichte es nicht zu noch mehr.

    Heuer werden noch 3 Wahlen sein (frei nach der Figur „Sam Hawkins) „ich mich nicht irre.hihi…“- und man kann sich ja noch umentscheiden….

    Natürlich kommt mir ein lächeln auf die LIppen, wenn man hören durfte, hier müsse gerechnet und gerechnet bzw. die Tashenrechner bemüht werden, ob das so alles bezahlt/finanziert werden könne – andererseits aber hat „Mutti“ noch vor nicht allzu langer Zeit Millionen Menschen in unser Land „eingeladen“ – und hier bemüht man hinsichtlich der entstehenden/erwartenden Kosten auch keinen Taschenrechner, geschweige denn eine „prozentuale Zahl“ für einen vorhersehbaren Zeitraum.

    Natürlich wird es wie so oft ein Kreislauf werden – die Krankenkassen, Mieten, Lebenshaltungskosten – ziehen nach – spätestens wenn die große deutsche „B-Zeitung“ auf ihrer Titelseite veröffentlicht hat, in welchen Genuss einer exorbitanten Gehaltsmehrung, doch die Beamten wieder gekommen sind.

    Auch wenn das Ergebnis, höher besser ausfallen hätte können (wie die Redaktion schon mitteilte ist das ja erst der Anfang) – es geht weiter – wenn auch in kleinen Schritten.

    Ich betrachte es als „Vorspeise“ – eines mehr gängigen (wenn auch nicht üppigen) Mahls, bei dem die Nachspeise noch nicht auf dem Tisch steht.

    Dran bleiben…

  11. Werden jetzt bei den Beamten die 0,2 % bei allen drei Erhöhungen abgezogen od. nicht. Bei den letzten Tariferhöhungen war die zweite Erhöhung nicht davon betroffen.

  12. Moin moin!

    Wie man den Kommentaren entnehmen kann, ist nicht jeder überwältigt vom Ergebnis. Ich persönlich hatte zwar mehr erhofft, aber, ehrlich gesagt, nicht mehr erwartet.
    Aber, wie die Redaktion treffend anmerkt, sind Arbeitszeit oder sonstige Zulagen nicht Bestandteil der Tarifverhandlungen gewesen.
    Ich würde mich freuen, wenn es hier noch zu einigen „Nachbesserungen“ kommen würde!

    Es ist noch viel Luft nach oben, z.B.:
    — 37 Std.-Woche im Wechselschichtdienst, 39 Std.-Woche für Innendienst
    — Mehr ZU-Tage für Nacht- und WE-/Feiertagsdienste
    — Erhöhung von Polizeizulage, DuZ und DwZ
    — Polizeizulage ruhegehaltsfähig
    — Wiedereinführung eines Urlaubsgeldes, zusätzliches Weihnachtsgeld als Sonderzahlung
    — Anrechnung von Schichtdienstzeiten auf das Pensionseintrittsalter
    — Ballungsraumzulage …. etc

    Frei nach dem Gewerkschaftsmotto „Wenn nicht jetzt, wann dann?“

    Gruß aus dem Norden

  13. Hallo!

    Erstmal vielen Dank für die Arbeit und den Kampf der Tarifjommision.
    Für die unteren Gehaltsstufen wurde viel erreicht, was ja auch wirklich viel Wert ist, da diese unter den massivsten Problemen leiden müssen.
    Insgesamt kann man aber eigentlich nicht zufrieden sein, da, nach Abzug aller Sachen die mit rein spielen, bleibt eine monatliche Erhöhung über die ganze Laufzeit von 30 Monaten von ca. 0,1% pro Monat, was keinen wirklich zufriedenstellen kann, wenn man sieht, was an Geld verfügbar gewesen wäre und in Anbetracht der Tarifabschlüsse der freien Wirtschaft, hinken wir wieder weit hinterher! Was mich total ärgert sind vor allem die letzten 6 Monate, damit haben sich die Arbeitgeber richtig freigekauft!
    Allerdings ist ja der Tarifabschluss nur ein Teil, jetzt heisst es für die Gewerkschaften die anderen Themen (Arbeitszeit/Ausrüstung usw.) wieder in den Vordergrund zu rücken vund dort wirklich etwas zu erreichen, denn für mich ist mehr Freizeit mehr Wert, als das ganze Geld, denn die Gesundheit ist wichtiger als das ganze Geld!!!!
    Ich denke nach diesem „Mäßigen Abschluß“ muss es in diesen Themen vorangehen!!!!
    Also weiter geht es !!!!

  14. Komisch, die Kollegen die bei der IG Metallt organisiert sind, kriegen immer dicke Abschlüsse und zum Ende/Anfang eines Jahres eine Gratifikation die zwei Monatsgehälter eines PVB entsprich

  15. Hallo ihr Bundesbediensteten,
    von einem Abschluss wie diesem können wir in Rheinland-Pfalz nur träumen… Vergleicht doch mal die Grundgehälter… hinzu kommt deutlich höherer DUZ und nicht zu vergessen, die freie Heilfürsorge… Möchte jemand mit mir tauschen ?

  16. Dem unzufriedenen Norddeutschen empfehle ich dringend zu überlegen, ob er seine Arbeitskraft nicht bei der IG Metall einbringen möchte.

Eure Meinung ist uns wichtig,
kommentiert diesen Artikel!

Jedoch, auch hier gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.