Behörde patzt bei Anschlussverwendungen für LaufbahnabsolventInnen

Wieder einmal werden die AbsolventInnen des mittleren Dienstes ohne vorherige Ausschreibungen auf ihre Anschlussverwendungen geteilt. Damit wird erneut dienstälteren Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit genommen, in die Flächeninspektionen zu wechseln. Ein inakzeptabler Vorgang!

Die Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei, wendet sich daher in einem offenen Brief an Bundespolizeipräsident Dr. Dieter Romann sowie die Präsidenten der Direktionen.

Sehr geehrter Herr Dr. Romann, sehr geehrte Präsidenten,

Ihre Entscheidung, die Anschlussverwendungen für die LaufbahnabsolvenInnen im mittleren Polizeivollzugsdienst ohne vorherige Ausschreibungen festzulegen, stößt bei vielen Kolleginnen und Kollegen auf Unverständnis und entspricht auch nicht den Festlegungen des Personalentwicklungskonzeptes, das Kraft Bundeslaufbahnverordnung Teil des geltenden Laufbahnrechts ist. Viele von ihnen warten seit Jahren auf Ausschreibungen in den Flächeninspektionen, die ganz oder teilweise seit der Neuorganisation keine Ausschreibungen durchführen konnten.

Jetzt werden diese Stellen mit jungen Kolleginnen und Kollegen des Laufbahnlehrgangs besetzt, ohne dass die Dienstälteren eine Bewerbungsmöglichkeit haben. Da hilft es wenig, dass aktuell rund 500 Dienstposten zur Besetzung im September 2019 ausgeschrieben worden sind. Die Enttäuschung über Ihre Entscheidung ist riesengroß.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bezirk Bundespolizei, sowie die GdP-Personalräte haben diese Entscheidung in mehreren Gesprächen deutlich kritisiert. Nach unserer Auffassung haben Sie Ihre Entscheidung entweder in Unkenntnis der Situation vieler Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getroffen, die seit vielen Jahren auf die Möglichkeit einer Bewerbung in heimatnahen Dienststellen warten, oder aber schlicht und ergreifend die persönlichen Belange der Beschäftigten als nachgeordnet betrachtet.

Wir stellen fest, dass nach Jahren erstmals eine rechtzeitige Festlegung der Anschlussverwendung für die LaufbahnabsolventInnen erfolgen kann. Das ist positiv. Damit ist eine Forderung der GdP endlich erfüllt. Dass dies jedoch zulasten der dienstälteren Kolleginnen und Kollegen erfolgt, ist nicht akzeptabel und darf sich nicht wiederholen.

Die Bundespolizei muss endlich eine vernünftige Personalsteuerung bewerkstelligen. Dazu bedarf es einer frühzeitigen Festlegung des Personalbedarfes, darauf basierender Ausschreibungen und anschließender Festlegung der Anschlussverwendungen für die LaufbahnabsolventInnen. Konzepte dafür liegen seit Langem vor. Diese wurden von qualifizierten Personalverantwortlichen unter Einbeziehung der Interessensvertretungen ausgearbeitet. Allerdings werden diese offensichtlich von Ihnen ignoriert.

Wir erwarten daher von allen Präsidenten der Bundespolizei:
– Die Information der Beschäftigten über Ihre Entscheidung zur Nichtausschreibung,
– frühzeitige Bedarfsfestlegung für die Personalzuwächse in 2020,
– Ausschreibung der Dienstposten Anfang 2019, damit eine rechtzeitige Festlegung der Anschlussverwendungen für die Laufbahnabsolventen erfolgen kann

Die Fehler dieses Jahres dürfen sich nicht noch einmal wiederholen.

Jörg Radek

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10 Kommentare
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  1. Was in dieser Organisation ein Mist mit dem hochgeachteten Personal verzapft wird, geht nicht mehr auf die sprichwörtliche Kuhhaut.
    Die hochangesehenen Präsis und ihre Personalchefs gehen den Weg des geringsten Widerstandes und der Einfachheit.
    Diese Organisation hat keine Gestalter sondern nur VERWALTER.

    Zusammen mit dem Gemurckse mit den Aktualisierungen der Beurteilungen steht aus meiner Sicht für ein Totalversagen.

  2. Eine riesen Entäuschung, wie die Bundespolizei mit Ihren Beamten umgeht! Entscheidungen werden über den Köpfen der Mitarbeiter getroffen, und zu ihren Lasten! Hieran kann man erkennen wie wenig das Wohlergehen der Mitarbeiter die Führung interessiert.

  3. Lieber Jörg,
    vielen Dank, dass ihr das Thema aufgegriffen habt! Offensichtlich waren sich die Präsidenten der Direktionen und der Präsident der BPOL überhaupt nicht bewusst, wass sie da anrichten. Nicht nur aus den Abteilungen der Bereitschaftspolizei heraus sondern auch aus allen anderen Bereichen warten seit Jahren PVB darauf, dass endlich Stellen ausgeschrieben werden und sie sich regulät darauf bewerben können. Wir holen hier in Bad Düben z. B. Familienväter und Mütter mit 2 Kindern nach der Elternzeit zurück, um als PVB in der Gruppe eingesetzt zu werden, da für sie keine Anschlussverwendung in der Direktion Pirna zur Verfügung steht. Hier verbiegen sich mittelerweile alle, damit man trotz familiärer Belange den Dienst vernünftig leisten kann. Vorgesetzte müssen Ablehnungsbescheide auf Initiativbewerbungen aushändigen und vertrösten wie wir als Örtlicher Personalrat die Kolleginnen und Kollegen darauf, dass mit den steigenden Ausbildungszahlen endlich auch Abflussmöglichkeiten kommen werden……Jetzt hat man dies nicht nur mit Hinblick auf die im Frühjahr fertig werdenden PVB verschlafen sondern auch für die aktuellen Ausschreibungen (Umsetzungen im Herbst 2019) werden erneut nicht alle Stellen ausgeschrieben. Für die regional geworbenen ist dies verständlich! Darüber hinaus verbleiben nach meinen Rechnungen immer noch mehr als 250 Stellen, die in die Ausschreibungen gebracht werden müssten. Da muss dringend nachgebessert werden, wenn wir das hier vorhandene Personal nicht dauerhaft verlieren wollen. Und für die Zukunft muss wie von dir beschrieben, zu einer dauerhaften fairen Verfahrensweise umgeschwenkt werden!

    Mit kollegialen Grüßen

    Marek

  4. Servus

    9 überbezahlte Staatssekretäre sind eben immer noch zu wenig!
    Das BMI hat längst den Überblick verloren, wer wo Gebrauch wird und wieviel Beamte wo sitzen! Wir verwalten uns zu Tode und trotzdem werden immer mehr Stellen ausgeschrieben in der Verwaltung!

    Einfach ohne Worte so eine Vorgehensweise!

  5. Wobei Seba das Gemurkse und diese Ungerechtigkeiten mit den Anlassbeurteilungen ja auch die Gewerkschaft so mitzeichnet. Und da frage ich mich schon, ob das für die Beschäftigten ist. Wenn einer 18 Monate eine andere Tätigkeit gemacht hat ist er neu zu beurteilen. Und nun wird vereinbart das alles beim alten bleibt. Alles nur Gemauschel und Gemurkse.

  6. Bei den anstehenden Beförderungen soll es ähnlich laufen. Da werden in den Direktionen zwei PC’s angeschlossen und geguckt , wenn man den Beamten X von A 1 auf A 2 runterstuft, ob es dann noch für eine Beförderung (die Zweite) reicht. Dieses Verhalten ist doch unlauter und ein Schlag ins Gesicht für alle mit B 1 beurteilte PVB.

  7. Man glaubt es nicht, wenn man es nicht selber gesellen hat. „LaufbahnabsolventInnen“.
    Die Begrifflichkeit Laufbahnabsolventen ist für mich ein Neutrum und umfasst alle Absolventen einer Laufbahn.

    Und vielen Dank, dass Ihr mit dem Artikel einen Keil zwischen den neuen Kollegen und den Stammbediensteten schlagt. Jetzt sollen sich auch noch die Anwärter auf Posten bewerben. Wenn sie es nicht machen, nehmen sie Kollegen die Arbeitsplätze weg. Also werden viele neue Kollegen – neben den üblichen Dinge „Finger noch krumm vom Koffer… – auch noch dank der Bestätigung der GdP gewisse Dinge zu spüren bekommen.
    Einigkeit und Recht und Freiheit. Nur mal als Denkanstoß.
    Wenn ich nicht ganz verkehrt liege, werden die neuen Kollegen eh auf gewissen Dienstellen – auch Knochenmühlen genannt – eingesetzt, wo sich zumeist kein Kollege freiwillig drauf bewirbt.

  8. Ich bin inzwischen einer der erfahreneren Kollegen. Diese Diskussion, aber auch Stellenbesetzungen, Wechsel in andere Direktionen, Beurteilungen und Beförderungen begleiten mich seit mehr als 30 Jahren. Die Gewerkschaft war früher bissiger, ist heute mehr auf Handel ausgelegt. In schwierigen Zeiten auch mal sich selbst der Nächste. Dennoch….ohne sie wäre es noch viel schlimmer. Personalplanung heute ist eine Mischung aus türkischer Basar und „Weg des geringsten Widerstandes“, resultierend aus einer gewissen Gleichgültigkeit dem Personal gegenüber. Wer kennt noch einen Vorgesetzten mit Charisma oder einer gewissen Geradlinigkeit? Berechenbarkeit oder einfach nur eine Führungspersönlichkeit? Es wird schwer…. und da beginnt es. Keiner möchte dem anderen wehtun, da dann doch lieber den Mund halten. Bevor ich mir den Mund verbrenne, lasse ich es lieber geschehen….mein Weg geht ja weiter….
    Ideen gibt es. Zum Bsp. alle Dienstanfänger in die Bereitschaftspolizei, und freie Dienstposten zuerst der Bereitschaftspolizei zur Verfügung stellen. Werden DP nicht besetzt, können diese selbstverständlich auch den Dienstanfängern zur Verfügung gestellt werden. Das ist nur eine Idee… auch bei den Beurteilungen gibt es andere, bessere Modelle. Die Gewerkschaft kämpft schon lange dafür.
    Es fehlen der Bundespolizei einfach mehr mutige Menschen mit Durchsetzungsvermögen in den höchsten Posten. Interesse für Neues, besseres, bei sinnvoller Prüfung. So lange sich daran nichts ändert, wird es so weitergehen. Ohne Transparenz, ohne Gerechtigkeit, zum Glück derjenigen, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, und zum Unverständnis aller. Ich glaube nicht mehr an eine Richtungsänderung, denn bisher drei Direktionspräsidenten haben mich in einer Personalversammlung gebeten „durchzuhalten“, denn es wird bald „alles besser“……

  9. Hallo Ingo!
    Einen Keil zwischen die Anwärter und die bereits Beschäftigten treiben? Da liegst du völlig daneben!

    Es ist ene Forderung der GdP, dass die Anwärter frühzeitig über ihre Anschlussverwendung Bescheid wissen. Dass ist bei der kritisierten Verfahrensweise aber auch das Einzige, was positiv ist!

    Ich weiß nicht, ob du in der Gesamtheit Kenntnis über die den Anwärtern angebotenen Stellen hast? Wenn ich nur für die Abteilung Bad Düben schaue, werden in der Direktion Pirna nur Dienstposten angeboten, für die ich sofort Kolleginnen und Kollegen habe, die sich darauf bewerben würden. Dies trifft gleichermaßen u.a. für die Abteilung Ratzeburg mit der umliegenden Direktion Bad Bramstedt zu.

    Aber auch unzählige Frankfurter und Münchner, die direkt nach Ausbildung dort gelandet sind, wollen sich gern bewegen.

    Deswegen ist unser Ziel, zu einer fairen Verfahrensweise für alle und in der Folge natürlich auch zu einer frühen Bewerbungsmöglichkeit der Anwärter zu gelangen.

    Ich kann euch nur alle!!! auffordern, macht in euren Bereichen mobil! Helft uns den Präsidenten die Augen zu öffnen, in der Hoffnung, dass es besser wird!

    LG

    Marek

  10. Vielleicht ist es ja an der Zeit das wir älteren Kollegen unserem Dienstherren einfach mal über einem Zeitraum von sagen wir 6 Monaten die selbe Wertschätzung entgegen bringen wir er uns…..wir haben die Pflicht auf Gesunderhaltung! Und dieser Laden ist krank und macht nur noch krank.

    Lassen wir unseren Dienstherren doch mit seinen neuen Geheimwaffen mal alleine im Regen stehen. Mal schauen wie er die 1460 Stellen die er uns verweigert mit Laufbahnabsolventen dauerhaft ohne Unterstützung der älteren Kollegen ans Laufen bringt.

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